Technische Demo — Exemplarischer Layoutentwurf, kein reales Kundenprojekt
Nebliges Hochmoor mit blühendem Wollgras, Heidepolstern und flachen Wasserflächen, dahinter kahle Birken

Stiftung Moorlandschaft Weser

Wasser zurück in die Landschaft

Wir sichern Moore, Streuobstwiesen und Bachauen in Niedersachsen, schließen Gräben und lassen den Flächen die Zeit, die sie brauchen.

Freigespülte Baumwurzeln an einer abgebrochenen Uferkante über ruhigem Wasser

Die Lage

Der Verlust liegt unter der Oberfläche

Wer bei Nebel über die Wiesen geht, sieht keinen Notstand. Das ist das Schwierige an dieser Landschaft: Sie sieht gut aus, während ihr das Wasser fehlt. Nach unserer eigenen Kartierung sind 86 Prozent der ehemaligen Moorflächen im Arbeitsgebiet entwässert und liegen heute unter Acker, Grünland oder Forst.

Ein Graben von 1,20 Meter Tiefe zieht je nach Bodenaufbau einen Streifen von mehreren Dutzend Metern beiderseits mit. Der Torf darunter säckt, das Gelände fällt, der nächste Graben muss tiefer werden. Das ist kein Vorwurf an die Betriebe: Die Gräben wurden gezogen, weil sie gebraucht wurden.

An den Bächen läuft es ähnlich. Die Sohle hat sich eingetieft, das Ufer bricht nach, und nach einem Sommergewitter ist das Wasser fort, bevor es versickern konnte. Wir arbeiten deshalb nicht an Symbolen, sondern an Grundwasserständen.

Der Auftrag

Flächen halten, Wasser halten, Zeit geben

Die Stiftung Moorlandschaft Weser wurde 1998 von Landwirtinnen, Lehrern und einer Notarin gegründet, die eine gemeinsame Beobachtung hatten: Flächen, die nur beschrieben werden, verändern sich nicht. Flächen, die jemandem gehören, schon.

Heute liegen 412 Hektar in der Verantwortung der Stiftung — gekauft, gepachtet oder über langfristige Verträge gesichert. Getragen wird die Arbeit von Zustiftungen, Fördermitgliedschaften und Projektpatenschaften. Wir nehmen keine Werbeverträge an und verkaufen keine Fläche weiter.

  • Erst sichern, dann sprechenEine Fläche wird veröffentlicht, wenn der Vertrag steht — nicht, wenn die Idee entsteht.
  • Messen statt behauptenAuf jeder Fläche stehen Pegel. Wir berichten auch, wenn ein Abschnitt trockenfällt.
  • In Jahrzehnten rechnenRenaturierung braucht Zeiträume, die länger sind als jede Kampagne. Danach ist der Zeitplan gebaut.

Wegmarken

Von der Satzung bis zur Nachsorge

  1. 1998

    Die Satzung

    Elf Personen unterschreiben die Satzung. Das Vermögen besteht zu diesem Zeitpunkt aus Zusagen, nicht aus Flächen.

  2. 2004

    Die erste eigene Wiese

    Die erste Nasswiese geht in das Stiftungsvermögen. Verkauft wurde sie, weil sie sich mit Maschinen nicht mähen liess.

  3. 2011

    Laufzeit statt Absicht

    Mit der Hute Kranenbeck kommt der erste Vertrag über dreißig Jahre zustande. Seither steht die Laufzeit vor dem Ankaufspreis.

  4. 2016

    Der erste Stau

    Im Hedderloher Moor wird der erste Grabenstau gesetzt. Im Winter darauf steht das Wasser in der Nordkammer erstmals wieder in Bodennähe.

  5. 2021

    Pegel auf jeder Fläche

    Das Messnetz ist vollständig. Ohne Messreihe wird seither keine Maßnahme mehr begonnen, auch keine naheliegende.

  6. 2026

    Der Aufwand verlagert sich

    Die ältesten Flächen sind aus der Umsetzung heraus. Was bleibt, ist Nachsorge — der Teil, der niemanden beeindruckt.

Der Ansatz

Zwei Gleise, eine Landschaft

Renaturierung scheitert selten am Willen und fast immer an zwei Dingen: an der Verfügbarkeit der Fläche und am Wasser, das sie halten kann. Deshalb arbeitet die Stiftung zweigleisig — und beide Gleise müssen dieselbe Fläche erreichen, sonst bleibt es Stückwerk.

Alte Obstbäume im Morgennebel auf feuchter Wiese, dazwischen ein flacher Wasserlauf

Gleis 01

Flächen sichern

Wir kaufen, wo verkauft wird, und pachten, wo niemand verkaufen möchte. Wichtiger als die Eigentumsform ist die Laufzeit: Verträge unter zwölf Jahren gehen wir nicht ein, weil eine Wiese in dieser Zeit nichts zeigt.

Auf den gesicherten Streuobstwiesen stehen 64 Altbäume, die älter sind als die Stiftung selbst. Sie werden entlastet statt verjüngt, gemäht wird nach der Blüte und in zwei Durchgängen. Wo Steine liegen, bleiben sie liegen.

Stillwasser mit Schilfgürtel und aufsteigendem Nebel in der Morgendämmerung

Gleis 02

Wasser halten

Ein Moor wird nicht bewässert, sondern daran gehindert, sein Wasser zu verlieren. Dazu werden Gräben abschnittsweise verschlossen, Sohlen angehoben und Totholz eingebracht. 17 Grabenstaue aus Holz und Torf halten den Winterstand derzeit dort, wo er hingehört.

Das Ergebnis stellt sich langsam ein. Torf wächst unter guten Bedingungen um etwa 1 Millimeter im Jahr — eine Faustzahl aus der Literatur, kein Versprechen für eine einzelne Fläche. Wir berichten deshalb Wasserstände und nicht Erfolge.

Überschlag für eine Fläche

Tragen Sie eine Flächengröße ein. Gerechnet wird mit zwei Faustzahlen, die wir hier offenlegen, damit die Rechnung nachvollziehbar bleibt.

  • 1.800 m³Rückhalt je Hektar und Jahr
  • 2.500Pflanzen je Hektar für die Erstbegrünung

Kubikmeter Niederschlag, die auf dieser Fläche im Jahr zurückgehalten werden können

Pflanzen für die Erstbegrünung, in Etappen über mehrere Jahre gesetzt

Überschlag, keine Planung. Die tatsächlichen Werte hängen von Bodenaufbau, Niederschlag, Vorflut und Nachbarschaft ab und werden für jede Fläche einzeln ermittelt.

Mittragen

Drei Wege, dieselbe Arbeit möglich zu machen

Wir nennen hier keine Beträge. Die Stufen unterscheiden sich darin, was sie ermöglichen und wie lange sie binden — alles Weitere klären wir in der Geschäftsstelle, bevor etwas unterschrieben wird.

Verwitterte Nisthilfe aus Holz, gefüllt mit Schilfhalmen, Bohrblöcken und Zapfen

Fördermitgliedschaft

Trägt die laufende Arbeit: Mahd, Kontrollgänge, Werkzeug, das Ablesen der Pegel. Der unspektakuläre Teil, ohne den nichts von Dauer ist.

Was das ermöglicht
Ein Jahr Pflege der Strukturen an einem Wiesenrand: Nisthilfen instand halten, Totholz nachlegen, Aufwuchs zurücknehmen.
Bindung
Jährlich, jederzeit zum Jahresende kündbar.
Nebliger Hangwald mit schmalem Pfad
Schilf im Gegenlicht über stillem Wasser
Wollgrasbülten auf nassem Moorboden
Blätterdach junger Bäume von unten
Stillwasser mit aufsteigendem Nebel
Bachlauf über Kiessohle zwischen Farnen

Die Flächen

Woran gerade gearbeitet wird

Neun Flächen aus allen Lebensräumen

Wollgrasbülten und Moospolster am Rand einer flachen MoorblänkeMoor

Hedderloher Moor, Nordkammer

Gemarkung Hedderloh

Die alten Entwässerungsgräben werden abschnittsweise verschlossen. In den ersten Kammern steht das Wasser im Winter wieder in Bodennähe.

34 haseit 2016In Umsetzung

Schilfhalme spiegeln sich in einer stillen Wasserfläche unter NebelMoor

Vennbruch Ost

Gemarkung Kranenbeck

Die Fläche ist gesichert, die Höhenaufnahme liegt vor. Vor dem ersten Stau wird ein Jahr lang der Wasserstand aufgezeichnet.

19 haseit 2019In Vorbereitung

Dichtes Blätterdach junger Bäume über einer vernässten SenkeMoor

Timpenmoor, Randstreifen

Gemarkung Timpen

Ein Pufferstreifen zwischen Acker und Moorkörper. Junge Birken werden von Hand entnommen, damit die Bülten offen bleiben.

6 haseit 2021In Nachsorge

Reihe alter Obstbäume auf feuchter Wiese im NebelStreuobstwiese

Hute Kranenbeck

Gemarkung Kranenbeck

Alte Hutebäume werden entlastet, nicht verjüngt. Gemäht wird erst nach der Blüte, das Schnittgut bleibt drei Tage liegen.

12 haseit 2011In Nachsorge

Bemooster Nistkasten aus Altholz an einem knorrigen StammStreuobstwiese

Streuobsthang Wiggersen

Gemarkung Wiggersen

Nachgepflanzt wird mit Sorten aus der Umgebung, veredelt auf Sämlingsunterlagen. Verbissschutz aus Eichenholz statt Kunststoff.

5 haseit 2018In Umsetzung

Bemooster Lesesteinriegel, der sich durch eine feuchte Wiese ziehtStreuobstwiese

Malmshofer Wiesen

Gemarkung Malmshof

Steinriegel und Lesesteinhaufen bleiben liegen und werden ergänzt. Die Mahd wandert von Jahr zu Jahr über die Fläche.

8 haseit 2022In Umsetzung

Schmaler Bachlauf über Kiessohle zwischen Farnen und MoosFließgewässer

Krummbeek, Unterlauf

Gemarkung Timpen

Die eingetiefte Sohle wird mit Kies und Totholzbündeln angehoben. Danach darf sich der Bach seinen Lauf selbst suchen.

15 haseit 2014In Umsetzung

Unterspülte Uferkante mit freiliegenden Wurzeln über dem WasserFließgewässer

Brunkbach-Aue

Gemarkung Hedderloh

Beidseitig ein ungenutzter Uferstreifen. Wo das Ufer nachbricht, wird nichts befestigt — die Aue darf sich verlagern.

27 haseit 2013In Nachsorge

Schmaler Pfad durch nebligen Hangwald mit Laub auf dem BodenFließgewässer

Wieselbeek, Quellhang

Gemarkung Wiggersen

Ein Quellsumpf im Hangwald. Der Weg wird verlegt, damit die Austritte nicht mehr befahren werden.

3 haseit 2023In Vorbereitung

Aus den Flächen

Was seit dem letzten Bericht geschehen ist

Zweiter Stau an der Nordkammer

Der zweite Grabenstau im Hedderloher Moor steht. Bis zum Herbst werden die Pegel wöchentlich abgelesen, danach im Monatsrhythmus.

Mahd verschoben

Auf den Malmshofer Wiesen bleibt der erste Schnitt zwei Wochen länger stehen. Die Fläche stand im April unter Wasser, die Maschinen wären eingesunken.

Winterschnitt in der Hute

Zwölf Hutebäume wurden entlastet, gefällt wurde keiner. Das Schnittgut bleibt in Haufen an der Wiesenkante liegen.

Vermessung Vennbruch Ost abgeschlossen

Die Höhenaufnahme liegt vor. Der Entwurf für die Staulagen geht im Frühjahr in die Abstimmung mit den Nachbarbetrieben.

Pflanzung am Hang

Am Streuobsthang Wiggersen stehen die nachgepflanzten Bäume. Der Verbissschutz ist aus Eichenholz, es wurden keine Kunststoffmanschetten verwendet.

Trockene Abschnitte an der Krummbeek

Der Unterlauf fiel abschnittsweise trocken. In den Kolken hinter den eingebrachten Totholzbündeln stand weiterhin Wasser. Wir halten beides fest.

Uferstreifen erweitert

An der Brunkbach-Aue kommen beidseitig weitere Meter hinzu. Der Pachtvertrag läuft über zwanzig Jahre.

Kartierung abgeschlossen

Die Aufnahme der ehemaligen Moorflächen im Arbeitsgebiet ist fertig. Sie ist die Grundlage dafür, welche Flächen als Nächste angesprochen werden.

Birken am Randstreifen entnommen

Im Timpenmoor wurde von Hand gearbeitet, Gerät kam nicht auf die Fläche. Der Aufwuchs wird alle zwei Jahre wiederholt kontrolliert.

Steine bleiben liegen

Auf den Malmshofer Wiesen wurden Lesesteinhaufen ergänzt statt abgefahren. Der Betrieb, der die Fläche mäht, war von Anfang an eingebunden.