
Hedderloher Moor, Nordkammer
Gemarkung Hedderloh
Die alten Entwässerungsgräben werden abschnittsweise verschlossen. In den ersten Kammern steht das Wasser im Winter wieder in Bodennähe.
34 haseit 2016In Umsetzung

Stiftung Moorlandschaft Weser
Wir sichern Moore, Streuobstwiesen und Bachauen in Niedersachsen, schließen Gräben und lassen den Flächen die Zeit, die sie brauchen.

Die Lage
Wer bei Nebel über die Wiesen geht, sieht keinen Notstand. Das ist das Schwierige an dieser Landschaft: Sie sieht gut aus, während ihr das Wasser fehlt. Nach unserer eigenen Kartierung sind 86 Prozent der ehemaligen Moorflächen im Arbeitsgebiet entwässert und liegen heute unter Acker, Grünland oder Forst.
Ein Graben von 1,20 Meter Tiefe zieht je nach Bodenaufbau einen Streifen von mehreren Dutzend Metern beiderseits mit. Der Torf darunter säckt, das Gelände fällt, der nächste Graben muss tiefer werden. Das ist kein Vorwurf an die Betriebe: Die Gräben wurden gezogen, weil sie gebraucht wurden.
An den Bächen läuft es ähnlich. Die Sohle hat sich eingetieft, das Ufer bricht nach, und nach einem Sommergewitter ist das Wasser fort, bevor es versickern konnte. Wir arbeiten deshalb nicht an Symbolen, sondern an Grundwasserständen.
Der Auftrag
Die Stiftung Moorlandschaft Weser wurde 1998 von Landwirtinnen, Lehrern und einer Notarin gegründet, die eine gemeinsame Beobachtung hatten: Flächen, die nur beschrieben werden, verändern sich nicht. Flächen, die jemandem gehören, schon.
Heute liegen 412 Hektar in der Verantwortung der Stiftung — gekauft, gepachtet oder über langfristige Verträge gesichert. Getragen wird die Arbeit von Zustiftungen, Fördermitgliedschaften und Projektpatenschaften. Wir nehmen keine Werbeverträge an und verkaufen keine Fläche weiter.
Wegmarken
1998
Elf Personen unterschreiben die Satzung. Das Vermögen besteht zu diesem Zeitpunkt aus Zusagen, nicht aus Flächen.
2004
Die erste Nasswiese geht in das Stiftungsvermögen. Verkauft wurde sie, weil sie sich mit Maschinen nicht mähen liess.
2011
Mit der Hute Kranenbeck kommt der erste Vertrag über dreißig Jahre zustande. Seither steht die Laufzeit vor dem Ankaufspreis.
2016
Im Hedderloher Moor wird der erste Grabenstau gesetzt. Im Winter darauf steht das Wasser in der Nordkammer erstmals wieder in Bodennähe.
2021
Das Messnetz ist vollständig. Ohne Messreihe wird seither keine Maßnahme mehr begonnen, auch keine naheliegende.
2026
Die ältesten Flächen sind aus der Umsetzung heraus. Was bleibt, ist Nachsorge — der Teil, der niemanden beeindruckt.
Der Ansatz
Renaturierung scheitert selten am Willen und fast immer an zwei Dingen: an der Verfügbarkeit der Fläche und am Wasser, das sie halten kann. Deshalb arbeitet die Stiftung zweigleisig — und beide Gleise müssen dieselbe Fläche erreichen, sonst bleibt es Stückwerk.

Gleis 01
Wir kaufen, wo verkauft wird, und pachten, wo niemand verkaufen möchte. Wichtiger als die Eigentumsform ist die Laufzeit: Verträge unter zwölf Jahren gehen wir nicht ein, weil eine Wiese in dieser Zeit nichts zeigt.
Auf den gesicherten Streuobstwiesen stehen 64 Altbäume, die älter sind als die Stiftung selbst. Sie werden entlastet statt verjüngt, gemäht wird nach der Blüte und in zwei Durchgängen. Wo Steine liegen, bleiben sie liegen.

Gleis 02
Ein Moor wird nicht bewässert, sondern daran gehindert, sein Wasser zu verlieren. Dazu werden Gräben abschnittsweise verschlossen, Sohlen angehoben und Totholz eingebracht. 17 Grabenstaue aus Holz und Torf halten den Winterstand derzeit dort, wo er hingehört.
Das Ergebnis stellt sich langsam ein. Torf wächst unter guten Bedingungen um etwa 1 Millimeter im Jahr — eine Faustzahl aus der Literatur, kein Versprechen für eine einzelne Fläche. Wir berichten deshalb Wasserstände und nicht Erfolge.
Tragen Sie eine Flächengröße ein. Gerechnet wird mit zwei Faustzahlen, die wir hier offenlegen, damit die Rechnung nachvollziehbar bleibt.
—
Kubikmeter Niederschlag, die auf dieser Fläche im Jahr zurückgehalten werden können
—
Pflanzen für die Erstbegrünung, in Etappen über mehrere Jahre gesetzt
Überschlag, keine Planung. Die tatsächlichen Werte hängen von Bodenaufbau, Niederschlag, Vorflut und Nachbarschaft ab und werden für jede Fläche einzeln ermittelt.
Mittragen
Wir nennen hier keine Beträge. Die Stufen unterscheiden sich darin, was sie ermöglichen und wie lange sie binden — alles Weitere klären wir in der Geschäftsstelle, bevor etwas unterschrieben wird.

Trägt die laufende Arbeit: Mahd, Kontrollgänge, Werkzeug, das Ablesen der Pegel. Der unspektakuläre Teil, ohne den nichts von Dauer ist.

Bindet die Mittel an eine benannte Fläche. Sie bekommen deren Werkstattbericht — mit den Abschnitten, die sich anders entwickeln als geplant.

Geht in das Stiftungsvermögen und bleibt dort. Gearbeitet wird mit den Erträgen — die Fläche muss dadurch nie wieder zur Disposition stehen.






Die Flächen
Neun Flächen aus allen Lebensräumen

Gemarkung Hedderloh
Die alten Entwässerungsgräben werden abschnittsweise verschlossen. In den ersten Kammern steht das Wasser im Winter wieder in Bodennähe.
34 haseit 2016In Umsetzung

Gemarkung Kranenbeck
Die Fläche ist gesichert, die Höhenaufnahme liegt vor. Vor dem ersten Stau wird ein Jahr lang der Wasserstand aufgezeichnet.
19 haseit 2019In Vorbereitung

Gemarkung Timpen
Ein Pufferstreifen zwischen Acker und Moorkörper. Junge Birken werden von Hand entnommen, damit die Bülten offen bleiben.
6 haseit 2021In Nachsorge

Gemarkung Kranenbeck
Alte Hutebäume werden entlastet, nicht verjüngt. Gemäht wird erst nach der Blüte, das Schnittgut bleibt drei Tage liegen.
12 haseit 2011In Nachsorge

Gemarkung Wiggersen
Nachgepflanzt wird mit Sorten aus der Umgebung, veredelt auf Sämlingsunterlagen. Verbissschutz aus Eichenholz statt Kunststoff.
5 haseit 2018In Umsetzung

Gemarkung Malmshof
Steinriegel und Lesesteinhaufen bleiben liegen und werden ergänzt. Die Mahd wandert von Jahr zu Jahr über die Fläche.
8 haseit 2022In Umsetzung

Gemarkung Timpen
Die eingetiefte Sohle wird mit Kies und Totholzbündeln angehoben. Danach darf sich der Bach seinen Lauf selbst suchen.
15 haseit 2014In Umsetzung

Gemarkung Hedderloh
Beidseitig ein ungenutzter Uferstreifen. Wo das Ufer nachbricht, wird nichts befestigt — die Aue darf sich verlagern.
27 haseit 2013In Nachsorge

Gemarkung Wiggersen
Ein Quellsumpf im Hangwald. Der Weg wird verlegt, damit die Austritte nicht mehr befahren werden.
3 haseit 2023In Vorbereitung
Aus den Flächen
Der zweite Grabenstau im Hedderloher Moor steht. Bis zum Herbst werden die Pegel wöchentlich abgelesen, danach im Monatsrhythmus.
Auf den Malmshofer Wiesen bleibt der erste Schnitt zwei Wochen länger stehen. Die Fläche stand im April unter Wasser, die Maschinen wären eingesunken.
Zwölf Hutebäume wurden entlastet, gefällt wurde keiner. Das Schnittgut bleibt in Haufen an der Wiesenkante liegen.
Die Höhenaufnahme liegt vor. Der Entwurf für die Staulagen geht im Frühjahr in die Abstimmung mit den Nachbarbetrieben.
Am Streuobsthang Wiggersen stehen die nachgepflanzten Bäume. Der Verbissschutz ist aus Eichenholz, es wurden keine Kunststoffmanschetten verwendet.
Der Unterlauf fiel abschnittsweise trocken. In den Kolken hinter den eingebrachten Totholzbündeln stand weiterhin Wasser. Wir halten beides fest.
An der Brunkbach-Aue kommen beidseitig weitere Meter hinzu. Der Pachtvertrag läuft über zwanzig Jahre.
Die Aufnahme der ehemaligen Moorflächen im Arbeitsgebiet ist fertig. Sie ist die Grundlage dafür, welche Flächen als Nächste angesprochen werden.
Im Timpenmoor wurde von Hand gearbeitet, Gerät kam nicht auf die Fläche. Der Aufwuchs wird alle zwei Jahre wiederholt kontrolliert.
Auf den Malmshofer Wiesen wurden Lesesteinhaufen ergänzt statt abgefahren. Der Betrieb, der die Fläche mäht, war von Anfang an eingebunden.