Woran Sie Heuschnupfen erkennen
Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion der oberen Atemwege auf Pollen in der Luft. Der Körper reagiert dabei auf eigentlich harmlose Stoffe und setzt Botenstoffe wie Histamin frei.
- häufiges Niesen, laufende oder verstopfte Nase
- bei einigen auch juckende, tränende Augen und geschwollene Lider
- Beschwerden nur während des Pollenflugs, oft verstärkt an trockenen, warmen Tagen
- bei starken Beschwerden Müdigkeit und Abgeschlagenheit
Heuschnupfen ist verbreitet: Bei 14,8 Prozent der Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren wurde laut der Studie DEGS1 des Robert Koch-Instituts schon einmal ärztlich Heuschnupfen festgestellt. Die Daten wurden von 2008 bis 2011 erhoben.
Pollen im Alltag ausweichen
Ganz vermeiden lassen sich Pollen kaum. Einige Gewohnheiten können die Belastung aber verringern:
- die Pollenflug-Vorhersage verfolgen, etwa beim Deutschen Wetterdienst
- bei starkem Pollenflug die Fenster geschlossen halten
- vor dem Schlafengehen die Haare waschen
- salzhaltige Nasensprays oder eine Nasendusche nutzen; sie können Beschwerden lindern, ersetzen Arzneimittel aber meist nicht ganz
Mittel aus der Apotheke
Gegen Heuschnupfen gibt es mehrere Gruppen von Arzneimitteln: Antihistaminika, Kortison-Nasensprays, Cromone, Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten und abschwellende Nasensprays. Viele Antihistaminika und einzelne Kortison-Nasensprays bekommen Sie ohne Rezept, höher dosierte Kortisonsprays sind verschreibungspflichtig. Welches Mittel passt, hängt von Ihren Beschwerden, weiteren Erkrankungen und Ihren Vorlieben ab, zum Beispiel Tablette oder Spray.
| Gruppe | Gut zu wissen |
|---|---|
| Antihistaminika (Tabletten, Nasenspray) | Tabletten können müde machen und das Autofahren beeinträchtigen. Wie stark, hängt auch vom Wirkstoff ab. |
| Kortison-Nasensprays | Die Wirkung setzt nicht sofort ein, die volle Wirkung erst nach einigen Tagen. Bei längerer Anwendung ist eine ärztliche Kontrolle sinnvoll. |
| Abschwellende Nasensprays und Nasentropfen | Nicht für die Dauerbehandlung: Schon nach kurzer Zeit kann sich die Nase daran gewöhnen und wieder zuschwellen. |
Sagen Sie uns, welche Arzneimittel Sie sonst einnehmen und ob Sie Auto fahren müssen. Dann finden wir gemeinsam eine passende Form.
Hyposensibilisierung
Bei der Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie genannt, bekommt der Körper regelmäßig kleine Mengen des Allergens. Ziel ist, die Beschwerden mittel- und langfristig zu verringern. Sie ist für Kinder und Erwachsene möglich und dauert mehrere Jahre. Ob sie für Sie infrage kommt, klärt Ihre Allergologin oder Ihr Allergologe nach einem Allergietest.
| Form | Ablauf |
|---|---|
| Spritze unter die Haut | In der Arztpraxis, anfangs in kurzen, später in größeren Abständen. Nach jeder Gabe bleiben Sie eine Zeit lang zur Beobachtung. |
| Tablette oder Tropfen unter die Zunge | Nach ärztlicher Verordnung zu Hause, in der Regel täglich selbst eingenommen. |
Die pollenarme Zeit im Herbst und Winter eignet sich, um in Ruhe abzuklären, worauf Sie reagieren und welche Behandlung passt. Beginnen kann eine Hyposensibilisierung aber auch während der Pollensaison. Ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt, erfahren Sie in der Arztpraxis.
Warnzeichen ernst nehmen
Wann zum Arzt
- Sie bekommen schlecht Luft, husten oder atmen pfeifend: Aus Heuschnupfen kann sich bei manchen Menschen allergisches Asthma entwickeln.
- Die Beschwerden treten zum ersten Mal auf oder Sie wissen nicht, worauf Sie reagieren.
- Rezeptfreie Mittel reichen nicht aus oder Sie brauchen sie über lange Zeit.
- Ihr Kind hat Beschwerden, die nach Heuschnupfen aussehen.
- Bei akuter Atemnot rufen Sie den Notruf 112.
Quellen
- Robert Koch-Institut: Häufigkeit allergischer Erkrankungen in Deutschland. Ergebnisse der DEGS1, Bundesgesundheitsblatt 2013 (abgerufen am 08.10.2026)
- gesund.bund.de: Heuschnupfen (abgerufen am 08.10.2026)
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Welche Medikamente können Heuschnupfen lindern? (abgerufen am 08.10.2026)
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) bei Heuschnupfen (abgerufen am 08.10.2026)
