Vor der Abreise

  1. Reiseland prüfen. In den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts stehen für viele Länder auch medizinische Hinweise. Lassen Sie sich zu Impfungen oder Malaria-Vorsorge rechtzeitig ärztlich beraten.
  2. Dauermedikation planen. Nehmen Sie genug für die ganze Reise mit, dazu eine Reserve für Verspätungen, und Ihren aktuellen Medikationsplan.
  3. Rezepte einlösen. Lösen Sie offene Rezepte vor der Abreise ein und bestellen Sie rechtzeitig vor, was wir erst besorgen müssen.
  4. Betäubungsmittel klären. Nehmen Sie ärztlich verordnete Betäubungsmittel mit, brauchen Sie dafür je nach Reiseland eine Bescheinigung (siehe unten).

Was in die Reiseapotheke gehört

Checkliste Reiseapotheke
BereichWas mitkommt
Dauer­medikationIhre regelmäßigen Arzneimittel in ausreichender Menge, Medikations­plan
Schmerzen und Fieberein Mittel, das Sie kennen und vertragen; Fieber­thermometer
Magen und DarmGlucose-Elektrolyt-Lösung, bei Bedarf ein Mittel gegen Durchfall und eines gegen Reise­übelkeit
HautSonnenschutz, Gel gegen Insekten­stiche und Sonnenbrand, Wund- und Heilsalbe
Insekten­schutzMittel zum Auftragen auf die Haut, in Risiko­gebieten zusätzlich ein Moskitonetz
Verbands­materialPflaster, Blasen­pflaster, Mullbinde, Kompressen, kleine Schere, Pinzette, Zeckenkarte, Desinfektions­mittel
Für KinderMittel in kindgerechter Form und Dosierung, Elektrolyt-Lösung, Dosierhilfe

Was davon Sie wirklich brauchen, hängt vom Reiseziel, von der Reiseart und von Ihrer Gesundheit ab. Bringen Sie Ihre Liste mit, wir gehen sie gemeinsam durch.

Durchfall unterwegs

Bei Durchfall verliert der Körper Flüssigkeit und Salze. Jugendliche und gesunde Erwachsene müssen akuten Durchfall meist nicht gezielt behandeln, sie sollten aber viel trinken. Kleine Kinder, ältere Menschen und alle mit starkem Durchfall gleichen den Verlust besser mit einer Glucose-Elektrolyt-Lösung aus.

Loperamid beruhigt den Darm und kann die Zahl der Toilettengänge verringern. Die Ursache behandelt es nicht. Beachten Sie die Grenzen:

  • Bei hohem Fieber, Blut oder Schleim im Stuhl nicht selbst behandeln, sondern ärztlich abklären lassen.
  • Bei Kindern nur nach ärztlicher Rücksprache.
  • Nur kurz anwenden und die Packungsbeilage beachten. Hält der Durchfall an, gehört er in ärztliche Hände.

Vorbeugen auf Reisen

Waschen Sie die Hände vor dem Essen und nach der Toilette und seifen Sie sie dabei 20 bis 30 Sekunden ein. In Ländern mit niedrigeren Hygienestandards verzichten Sie besser auf rohes, ungeschältes Obst und Gemüse und auf Leitungswasser. Fisch und Fleisch sollten gut durchgegart sein.

Mücken und Zecken

Insektenschutzmittel zum Auftragen auf die Haut können das Risiko von Stichen senken, einen vollständigen Schutz bieten sie nicht. Bewährt haben sich laut Auswärtigem Amt Mittel mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin.

  • Erst die Sonnencreme einziehen lassen, dann den Insektenschutz auftragen.
  • Nicht auf Wunden oder gereizte Haut, nicht in Augen und Mund. Kindern nicht auf die Hände geben.
  • Lange, helle Kleidung tragen und in Risikogebieten unter einem Moskitonetz schlafen.
  • Nach Aufenthalten im Grünen die Haut nach Zecken absuchen und eine Zeckenkarte dabeihaben.

Arzneimittel unterwegs lagern

  • In der Originalverpackung mit Packungsbeilage mitnehmen.
  • Nicht im Auto liegen lassen und nicht in die direkte Sonne legen: Hitze schadet vielen Arzneimitteln.
  • Kühlpflichtige Arzneimittel gekühlt transportieren, aber nicht einfrieren.
  • Zäpfchen und Cremes, die sich verflüssigt oder verfärbt haben, nicht mehr verwenden.
  • Die Dauermedikation ins Handgepäck packen. Geht ein Koffer verloren, haben Sie sie trotzdem dabei.

Betäubungsmittel auf Reisen

Für Reisen in die Staaten des Schengener Abkommens brauchen Sie für ärztlich verordnete Betäubungsmittel eine Bescheinigung, die Ihre Arztpraxis ausfüllt und die vor der Abreise von der zuständigen Landesbehörde beglaubigt wird. Für jedes Betäubungsmittel ist eine eigene Bescheinigung nötig, für andere Länder gelten eigene Regeln. Ob Ihr Arzneimittel dazugehört, sagen wir Ihnen gern.

Warnzeichen unterwegs und danach

Wann zum Arzt

  • Durchfall mit hohem Fieber, Blut oder Schleim im Stuhl oder starken Schmerzen
  • Schwindel oder Kreislaufprobleme, weil der Körper zu viel Flüssigkeit verloren hat
  • Durchfall bei Säuglingen, kleinen Kindern und älteren Menschen, wenn er stark ist oder nicht nachlässt
  • Fieber nach einer Fernreise, auch wenn sie schon einige Wochen zurückliegt: Weisen Sie in der Praxis auf die Reise hin.

Quellen

  1. gesund.bund.de: Durchfall (abgerufen am 08.10.2026)
  2. Auswärtiges Amt: Schutz vor Insekten (abgerufen am 08.10.2026)
  3. Auswärtiges Amt: Reise und Gesundheit (abgerufen am 08.10.2026)
  4. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Reisen mit Betäubungsmitteln (abgerufen am 08.10.2026)
  5. Bundesministerium für Gesundheit: Arzneimittel richtig aufbewahren und entsorgen (abgerufen am 08.10.2026)
  6. infektionsschutz.de: Händewaschen (abgerufen am 08.10.2026)
  7. gesund.bund.de: Hausapotheke (abgerufen am 08.10.2026)
  8. gesund.bund.de: Fieber bei Kindern (abgerufen am 08.10.2026)