Erkältung oder Grippe?
Eine Erkältung heißt auch grippaler Infekt, hat mit einer echten Grippe (Influenza) aber nichts zu tun. Beide werden durch Viren ausgelöst, und die Beschwerden ähneln sich manchmal. Typisch sind diese Unterschiede:
Eher eine Erkältung
- beginnt allmählich, über einige Tage
- Schnupfen, Niesen, Halsschmerzen und Husten
- möglich sind Mattigkeit, leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen
Eher eine Grippe
- beginnt typischerweise plötzlich
- häufiger hohes Fieber und Schüttelfrost
- Muskel- und Gliederschmerzen, man fühlt sich schnell sehr krank
Sicher unterscheiden lässt sich das an den Beschwerden allein nicht. Besteht der Verdacht auf eine Grippe, kann ein Abstrich aus Nase und Rachen Klarheit schaffen.
Wie oft Erwachsene erkranken
Erwachsene haben laut gesund.bund.de durchschnittlich 2 bis 4 Erkältungen pro Jahr, meistens in der kalten Jahreszeit. Weil es sehr viele verschiedene Erkältungsviren gibt, schützt eine überstandene Erkältung nicht vor der nächsten.
Gegen Erkältungsviren gibt es bislang keine Impfung, gegen Grippe schon. Für wen die STIKO sie empfiehlt, lesen Sie in unserem Beitrag zur Grippeimpfung.
Warum Antibiotika hier nicht helfen
Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Gegen Erkältung und Grippe, die durch Viren entstehen, sind sie wirkungslos. Wegen möglicher Nebenwirkungen kommen sie erst infrage, wenn Bakterien zu einer Komplikation geführt haben, etwa zu einer Entzündung der Nasennebenhöhlen. Das beurteilt Ihre Arztpraxis.
Selbstmedikation mit Maß
Gezielt behandeln lässt sich eine Erkältung bisher mit keinem Arzneimittel, auch ihre Dauer lässt sich kaum verkürzen. Manche Beschwerden lassen sich aber etwas lindern. Darauf sollten Sie achten:
| Beschwerde | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|
| Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen | Schmerz- und fiebersenkende Mittel nur so hoch dosiert und so lange anwenden, wie es die Packungsbeilage angibt. Viele Kombinationsmittel gegen Erkältung enthalten ebenfalls einen Schmerzwirkstoff: nicht doppelt einnehmen. |
| Verstopfte Nase | Abschwellende Nasensprays sind nur für kurze Zeit gedacht. Wie lange genau, steht in der Packungsbeilage. |
| Husten | Ob ein Mittel passt, hängt davon ab, ob der Husten trocken ist oder sich dabei Schleim löst. Hustenstiller und Schleimlöser nicht ohne Rücksprache kombinieren. |
Ob Mittel mit Zink, Vitamin C oder Echinacea bei einer Erkältung helfen, lässt sich laut gesund.bund.de derzeit nicht zuverlässig bewerten.
Vorher fragen
Nehmen Sie regelmäßig andere Arzneimittel, sind Sie schwanger oder stillen Sie oder suchen Sie ein Mittel für ein Kind, fragen Sie uns vor dem Kauf. Wir prüfen, was zu Ihren übrigen Arzneimitteln passt.
Wann Sie ärztlichen Rat brauchen
Warnzeichen
Holen Sie ärztlichen Rat ein bei
- hohem Fieber,
- starken oder sich verstärkenden Beschwerden,
- Schmerzen in der Brust,
- Luftnot oder Problemen beim Atmen.
Das gilt besonders, wenn Sie eine chronische Erkrankung der Atemwege haben.
Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117. Bei Lebensgefahr rufen Sie den Notruf 112.
Andere schützen: Hygiene im Alltag
- Hände regelmäßig mit Seife waschen und dabei alle Bereiche der Hände 20 bis 30 Sekunden gründlich einseifen.
- Möglichst nicht ins Gesicht fassen, denn über die Hände gelangen Viren leicht an Nase und Mund.
- Gebrauchte Taschentücher gleich entsorgen.
- Gläser und Tassen nicht mit erkälteten Menschen teilen.
Schnelltests in der Apotheke
Selbst zahlen, Warnzeichen ärztlich abklären
Seit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) dürfen Apotheken bestimmte Schnelltests als Selbstzahlerleistung anbieten, etwa auf Grippeviren. Ein Testergebnis ersetzt nicht den Arztbesuch, wenn Warnzeichen auftreten.
Quellen
- Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de: Erkältung (abgerufen am 08.10.2026)
- infektionsschutz.de: Antibiotika (abgerufen am 08.10.2026)
- infektionsschutz.de: Händewaschen (abgerufen am 08.10.2026)
- ABDA: ApoVWG in Kraft, was schon jetzt gilt und was erst später kommt (abgerufen am 08.10.2026)
