Google hat klargestellt: Performance ist ein Ranking-Faktor. Online-Shops mit schlechten Core Web Vitals werden im Suchergebnis nach unten durchgereicht. Gleichzeitig zeigen Branchenstudien: Längere Ladezeiten können die Conversion-Rate spürbar beeinflussen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Metriken wirklich zählen und warum ein PageSpeed Score von 100 erreichbar ist.

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Was sind Core Web Vitals?

Core Web Vitals sind Googles offizielle Metriken für die Nutzererfahrung auf Websites. Sie messen drei kritische Aspekte der Page Experience:

LCP (Largest Contentful Paint)

Wie schnell wird der größte sichtbare Inhalt geladen? Ziel: unter 2,5 Sekunden

INP (Interaction to Next Paint)

Wie schnell reagiert die Seite auf Nutzerinteraktionen? Ziel: unter 200ms

CLS (Cumulative Layout Shift)

Wie stabil ist das Layout beim Laden? Ziel: unter 0,1

Diese Metriken werden von Google direkt gemessen - und zwar nicht im Labor, sondern bei echten Nutzern (Field Data). Ein schlechter Score in der Google Search Console hat direkte Auswirkungen auf Ihre SEO-Rankings.

Warum Performance für E-Commerce entscheidend ist

Die Auswirkungen schlechter Performance sind für Online-Shops spürbar. Verschiedene Branchenstudien zeigen einen klaren Trend:

LadezeitAuswirkung auf ConversionBounce Rate
1-2 SekundenOptimalNiedrig
3 SekundenSpürbar reduziertErhöht
5 SekundenDeutlich reduziertStark erhöht
10+ SekundenKritisch reduziertSehr hoch
ℹ️ Hinweis zu Statistiken

Die konkreten Auswirkungen von Ladezeiten auf Conversion und Bounce Rate variieren je nach Branche, Zielgruppe und Studie. Die hier dargestellten Trends basieren auf verschiedenen E-Commerce-Studien (u.a. Google, Akamai) und dienen als Orientierung.

Eine Verbesserung der Ladezeit kann je nach Shop und Ausgangssituation einen spürbaren Umsatzeffekt haben - ohne zusätzliches Marketing-Budget.

Die häufigsten Performance-Killer

Bei der Analyse von Online-Shops finden wir immer wieder dieselben Probleme. Diese Performance-Killer sind oft einfach zu beheben - wenn man weiß, wo man suchen muss:

  • Nicht optimierte Bilder: Das größte Problem. Bilder in voller Auflösung ohne WebP/AVIF
  • Render-Blocking Resources: CSS und JavaScript blockieren das erste Paint
  • Keine Lazy Loading: Alle Bilder werden sofort geladen, auch below the fold
  • Fehlender Browser-Cache: Assets werden bei jedem Besuch neu geladen
  • Langsamer Server: Time to First Byte (TTFB) über 600ms
⚠️ Häufiger Fehler

Viele Shop-Betreiber installieren Performance-Plugins und denken, das Problem sei gelöst. Ohne fachgerechte Konfiguration und systemische Optimierung bringen diese Tools jedoch wenig.

LCP optimieren: Der größte Hebel

Der Largest Contentful Paint (LCP) hat den größten Einfluss auf die wahrgenommene Ladezeit. Typischerweise ist der LCP das Hero-Bild oder ein großes Produktbild. Um LCP zu optimieren, müssen mehrere Faktoren zusammenspielen:

  • Hero-Bild als WebP/AVIF mit optimaler Kompression
  • Preload für das LCP-Element
  • Critical CSS inline im Head
  • Keine Render-Blocking Scripts vor LCP
  • Schneller Server-Response (TTFB unter 200ms)

Die technische Umsetzung erfordert tiefgreifende Anpassungen am Shop-System. Von der Server-Konfiguration über das Build-System bis zum Template - alle Komponenten müssen aufeinander abgestimmt sein.

INP: Die neue Metrik für Interaktivität

Interaction to Next Paint (INP) hat 2024 den First Input Delay (FID) als Core Web Vital abgelöst. INP misst, wie schnell die Seite auf alle Nutzerinteraktionen reagiert - nicht nur auf die erste.

Für Online-Shops ist INP besonders kritisch: Filter, Produktkonfiguratoren, Add-to-Cart-Buttons - all diese Interaktionen müssen sofort reagieren. Ein INP über 200ms fühlt sich für Nutzer träge an und führt zu Abbrüchen.

💡 INP-Optimierung

Die häufigsten INP-Probleme entstehen durch zu viel JavaScript auf dem Main Thread. Code-Splitting, Lazy Loading von Non-Critical JS und Web Workers können helfen.

CLS: Layout-Stabilität sicherstellen

Cumulative Layout Shift (CLS) misst, wie stark sich das Layout während des Ladens verschiebt. Nichts ist frustrierender für Nutzer, als wenn der Button, den sie gerade klicken wollten, plötzlich nach unten springt.

Typische CLS-Verursacher in Online-Shops:

  • Bilder ohne definierte Größe
  • Nachladende Web-Fonts (FOUT)
  • Dynamisch eingefügte Werbebanner
  • Lazy-geladene Inhalte ohne Platzhalter
  • Cookie-Banner ohne reservierten Platz

Bildoptimierung: Der größte Quick-Win

Bilder machen in den meisten Online-Shops 60-80% des Datenvolumens aus. Eine professionelle Bildoptimierung kann die Ladezeit oft um 50% oder mehr reduzieren.

FormatDateigröße (bei gleicher Qualität)Browser-Support
JPEG100 KB100%
WebP65 KB (-35%)97%+
AVIF45 KB (-55%)90%+

Die Umstellung auf moderne Bildformate erfordert Anpassungen am CMS und oft auch am Build-Prozess. Responsive Images mit srcset und das picture-Element für Fallbacks sind Standard für professionelle Shops.

Server-Performance und Hosting

Die beste Frontend-Optimierung hilft wenig, wenn der Server langsam antwortet. Time to First Byte (TTFB) sollte unter 200ms liegen. Bei komplexen Shop-Systemen mit vielen Produkten ist das ohne professionelles Hosting und Caching kaum zu erreichen.

  • HTTP/2 oder HTTP/3 für paralleles Laden
  • CDN für statische Assets
  • Redis/Varnish für dynamisches Caching
  • PHP OPcache optimiert konfiguriert
  • Datenbankoptimierung für schnelle Queries

Warum PageSpeed Score 100 erreichbar ist

Viele Shop-Betreiber halten PageSpeed Score 100 für schwer erreichbar. Unsere Erfahrung zeigt: Bei den meisten Projekten ist ein sehr hoher Score realisierbar - auch für komplexe Online-Shops mit tausenden Produkten. Es erfordert jedoch einen systematischen Ansatz.

ℹ️ Hinweis zum PageSpeed Score

Der PageSpeed-Score kann von Messung zu Messung leicht schwanken - das ist normal und liegt an variierenden Serverantwortzeiten und Netzwerkbedingungen. Bei manchen technischen Grundlagen (z.B. bestimmte externe Einbindungen wie Tracking-Pixel oder komplexe Shop-Systeme) ist Score 100 nicht immer erreichbar. In diesen Fällen streben wir den bestmöglichen Wert an.

Unser Ansatz

Wir analysieren jeden Aspekt der Performance systematisch: Server, Caching, Assets, JavaScript, CSS, Bilder. Bei optimaler Konfiguration aller Komponenten lässt sich ein sehr hoher Score erreichen.

Der Weg zur bestmöglichen Performance ist für jeden Shop individuell. Manche Shops brauchen vor allem Bildoptimierung, andere haben JavaScript-Probleme, wieder andere leiden unter langsamen Servern. Eine professionelle Analyse identifiziert die größten Hebel.

Core Web Vitals sind ein offizieller Ranking-Faktor bei Google. Shops mit schlechten Werten werden bei gleicher Relevanz schlechter gerankt als schnelle Konkurrenten.

Google Search Console zeigt die Field Data echter Nutzer. Für Lab Data nutzen Sie Lighthouse in Chrome DevTools oder PageSpeed Insights.

Je nach Ausgangssituation zwischen 2 und 8 Wochen. Die größten Verbesserungen erreicht man oft in den ersten Tagen, Score 100 erfordert Feintuning.

Nein, in den meisten Fällen können bestehende Shops wie Shopware oder WooCommerce durch gezielte Optimierung schnell gemacht werden.

Bessere SEO-Rankings, höhere Conversion-Raten, geringere Bounce-Rates und zufriedenere Kunden. Die Investition zahlt sich mehrfach aus.

PageSpeed-Analyse für Ihren Shop

Wir analysieren Ihren Online-Shop und zeigen Ihnen genau, welche Optimierungen für Score 100 notwendig sind.

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Tags:#PageSpeed#Core Web Vitals#SEO#Performance