Magento versorgt weltweit rund 131.000 Websites (mgt-commerce), doch der Markt verschiebt sich: Allein im ersten Halbjahr 2024 haben 15,8 % der Magento-Händler die Plattform verlassen (mgt-commerce). In Deutschland dominiert Shopware den Markt - bereits zum vierten Mal in Folge als meistgenutzte E-Commerce-Plattform unter den Top-1.000-Shops (EHI/eCommerceDB 2025). Wer jetzt von Magento zu Shopware 6 migriert, sichert sich einen technologischen Vorsprung und kann langfristig die Total Cost of Ownership deutlich senken. In diesem Leitfaden erfahren Sie, was migriert werden kann, welche Risiken es gibt und wie ein strukturierter Migrationsplan aussieht.

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Magento vs. Shopware 6 - Der Vergleich

Magento und Shopware 6 verfolgen grundlegend unterschiedliche Architektur-Ansätze. Während Magento auf einem monolithischen PHP-Stack mit eigenem Framework aufbaut und dabei hohe Komplexität in der Wartung mit sich bringt, setzt Shopware 6 auf eine moderne Symfony-basierte Architektur mit API-First-Konzept. Für E-Commerce-Unternehmen ergeben sich daraus weitreichende Unterschiede in Betrieb, Wartung und Skalierbarkeit. Der globale Marktanteil von Magento liegt aktuell bei rund 8 % (mgt-commerce), während Shopware mit 11,5 % der Top-1.000-Shops den deutschen Markt klar anführt (EHI/eCommerceDB 2025).

KriteriumMagento 2Shopware 6
ArchitekturMonolithisch, eigenes FrameworkSymfony-basiert, API-First
Marktanteil DE (Top 1000)Rückläufig11,5 % - Marktführer (EHI 2025)
TCO über 3 JahreHöher (Qualimero)Bis zu 42 % geringer (Qualimero)
Performance (SW 6.7)Standard+108 % Orders/Sek. (Shopware)
Hosting-AnforderungenHoch (Elasticsearch, Redis, Varnish)Moderat, flexibel skalierbar
ErweiterbarkeitMarketplace mit sinkender AuswahlWachsendes Plugin-Ökosystem

Studien zeigen, dass die Total Cost of Ownership bei Magento über einen Dreijahreszeitraum bis zu 42 % höher ausfallen kann als bei Shopware (Qualimero). Gründe dafür sind höhere Hosting-Anforderungen, komplexere Update-Zyklen und der größere Bedarf an spezialisierter Entwicklung.

Performance-Sprung mit Shopware 6.7

Shopware 6.7 verarbeitet laut Herstellerangaben 108 % mehr Bestellungen pro Sekunde als die Vorgängerversion (Shopware). Für Shops mit hohem Bestellvolumen kann das ein entscheidender Faktor sein.

Was kann migriert werden?

Shopware stellt einen offiziellen Migration Assistant bereit, der den Datentransfer aus Magento 2 erleichtert. Folgende Daten können mit dem Tool übertragen werden (Shopware Documentation):

  • Produkte - inkl. Varianten, Preise, Bilder und Beschreibungen
  • Kategorien - Kategoriebäume und Zuordnungen
  • Kunden - Kundendaten, Adressen und Kundengruppen
  • Bestellungen - Bestellhistorie und Transaktionsdaten
  • Hersteller - Marken- und Herstellerinformationen
  • Medien - Produktbilder und Dokumente

Der Migration Assistant ist ein wertvolles Werkzeug, deckt aber nur einen Teil der Gesamtmigration ab. Für eine vollständige Migration sind zusätzliche manuelle Schritte und individuelle Schnittstellenentwicklung erforderlich.

Was muss neu aufgebaut werden?

Nicht alle Aspekte eines Magento-Shops lassen sich automatisch übertragen. Die folgenden Bereiche erfordern eine Neuentwicklung oder manuelle Konfiguration (Shopware Documentation):

Theme & Design

Magento-Themes sind nicht kompatibel mit Shopware 6. Das Frontend wird komplett neu gestaltet - eine Chance für modernes, conversion-optimiertes Design.

Versandkosten-Regeln

Versandkostenregeln müssen in Shopware 6 neu konfiguriert werden. Die Rule-Engine bietet dabei deutlich flexiblere Möglichkeiten.

Zahlungsarten

Payment-Provider-Integrationen müssen neu eingerichtet werden. Shopware 6 unterstützt alle gängigen Anbieter über Plugins.

E-Mail-Templates

Transaktions-E-Mails werden in Shopware 6 über Twig-Templates gesteuert und müssen neu erstellt werden.

Diese Neuentwicklung sollte als Chance verstanden werden: Statt alte Strukturen zu übernehmen, können bewährte Konzepte und aktuelle UX-Standards umgesetzt werden. Gerade beim Theme-Design profitieren Shops häufig deutlich vom Neuaufbau. Die Erlebniswelten (Shopping Experiences) in Shopware 6 ermöglichen es, ansprechende Landingpages und Kategorieseiten per Drag-and-Drop zu erstellen - eine Funktionalität, die bei Magento so nicht vorhanden ist. Zudem können moderne Zahlungsmethoden und Versanddienstleister über das wachsende Plugin-Ökosystem schnell eingebunden werden.

Der 5-Phasen-Migrationsplan

Eine Magento-zu-Shopware-Migration dauert typischerweise 3 bis 6 Monate (Qualimero) - abhängig von der Komplexität des Shops, der Anzahl der Produkte und den individuellen Anforderungen. Ein strukturierter Phasenplan minimiert Risiken und stellt sicher, dass nichts übersehen wird.

  1. Phase 1: Audit & Analyse (2-3 Wochen) - Bestandsaufnahme aller Daten, Plugins, Schnittstellen und individuellen Anpassungen. Definition von Migrationszielen und KPIs. Identifikation kritischer ERP-Schnittstellen und Drittanbieter-Integrationen.
  2. Phase 2: Konzeption & Design (3-4 Wochen) - Erstellung des Shopware-6-Konzepts, Informationsarchitektur und Wireframes. UX-Optimierung basierend auf bestehenden Analytics-Daten. Planung der SEO-Migrationsstrategie mit URL-Mapping.
  3. Phase 3: Datenmigration & Entwicklung (6-10 Wochen) - Einrichtung der Shopware-6-Umgebung, Datenmigration über den Migration Assistant, Entwicklung individueller Plugins und Schnittstellen. Theme-Entwicklung und Konfiguration aller Geschäftslogiken.
  4. Phase 4: Testing & QA (2-3 Wochen) - Umfassende Tests aller Funktionen, Bestellprozesse und Schnittstellen. Performance-Tests unter Last, SEO-Audit der neuen Struktur, UAT (User Acceptance Testing) durch das Kundenteam.
  5. Phase 5: Go-Live & Hypercare (1-2 Wochen) - Finale Datensynchronisation, DNS-Umstellung und 301-Redirects. Monitoring aller Systeme, schnelle Reaktion auf Probleme, Schulung des Teams.
Parallelbetrieb empfohlen

Während der Migrationsphase sollte der Magento-Shop parallel weiterlaufen. Die finale Datensynchronisation erfolgt erst unmittelbar vor dem Go-Live, um Datenverluste zu vermeiden.

SEO bei der Migration schützen

Die größte Gefahr bei einer Plattform-Migration ist der Verlust hart erarbeiteter SEO-Rankings. Ohne sorgfältige Planung können organische Rankings und damit Umsatz über Monate einbrechen. Der Schutz der SEO-Sichtbarkeit ist daher ein zentraler Bestandteil jeder professionellen Migration.

  • 301-Redirects für alle URLs - Jede alte Magento-URL muss per 301-Redirect auf die entsprechende Shopware-URL weiterleiten (Qualimero). Das betrifft Produkte, Kategorien, CMS-Seiten und Blog-Beiträge.
  • URL-Mapping erstellen - Vollständige Gegenüberstellung aller alten und neuen URLs vor dem Go-Live. Automatisierte Skripte können bei großen Katalogen helfen.
  • XML-Sitemap aktualisieren - Neue Sitemap in der Google Search Console einreichen, alte Sitemap entfernen.
  • Canonical-Tags prüfen - Sicherstellen, dass keine doppelten Inhalte durch fehlerhafte Canonicals entstehen.
  • Structured Data übertragen - Schema.org-Markup für Produkte, Bewertungen und FAQs in Shopware 6 neu implementieren.
  • Monitoring nach Go-Live - Rankings, Crawling-Fehler und Indexierung in der Search Console täglich überwachen.
SEO-Risiko bei fehlenden Redirects

301-Redirects sind laut Experten der kritischste Faktor bei einer Plattform-Migration (Qualimero). Fehlende Weiterleitungen führen zu 404-Fehlern, die Google als negatives Signal wertet. Rankings, die über Jahre aufgebaut wurden, können innerhalb weniger Wochen verloren gehen.

Die 5 größten Migrationsfehler vermeiden

Aus zahlreichen Migrationsprojekten und Branchenanalysen (Solution25) lassen sich typische Fehler identifizieren, die den Erfolg einer Migration gefährden können:

1. Unzureichende Datenprüfung vor der Migration

Daten aus Magento sind häufig über Jahre gewachsen und enthalten Dubletten, verwaiste Datensätze oder inkonsistente Attributwerte. Ohne gründliche Bereinigung vor der Migration werden diese Probleme in das neue System übertragen. Eine Datenaudit-Phase mit Bereinigung ist daher unverzichtbar.

2. Fehlende SEO-Migrationsstrategie

Wie im vorherigen Abschnitt beschrieben, ist der SEO-Schutz kritisch. Viele Migrationsprojekte scheitern daran, dass 301-Redirects unvollständig oder fehlerhaft umgesetzt werden. Ein vollständiges URL-Mapping sollte bereits in Phase 1 erstellt werden.

3. Unterschätzung individueller Anpassungen

Magento-Shops haben häufig über Jahre Custom-Extensions erhalten. Diese Funktionalität muss in Shopware 6 über individuelle Plugin-Entwicklung oder vorhandene Plugins abgebildet werden. Eine vollständige Inventur aller Anpassungen ist im Audit-Schritt unverzichtbar.

4. Zu knappe Zeitplanung

Eine realistische Timeline liegt bei 3 bis 6 Monaten (Qualimero). Wer die Migration in wenigen Wochen durchdrücken will, riskiert Datenverluste, fehlende Tests und einen problematischen Go-Live. Puffer für unvorhergesehene Herausforderungen einplanen.

5. Fehlende Schnittstellentests

ERP-Systeme, Payment-Provider, Versanddienstleister und Marketing-Tools müssen in Shopware 6 neu angebunden werden. Ohne umfassende Tests aller Schnittstellen vor dem Go-Live können Bestellprozesse und Datenflüsse nach dem Launch ausfallen.

Nach der Migration - Optimierung und Monitoring

Der Go-Live ist nicht das Ende des Migrationsprojekts, sondern der Beginn der Optimierungsphase. Wer sich bereits mit dem Thema Shopware-Migration beschäftigt hat, weiß: Die ersten Wochen nach dem Launch sind entscheidend. Alle kritischen KPIs sollten engmaschig überwacht werden:

  • Performance-Monitoring - Ladezeiten, Core Web Vitals und Server-Response-Zeiten täglich prüfen. Shopware 6 bietet mit der richtigen Hosting-Konfiguration hervorragende Performance-Werte.
  • Conversion-Tracking - Vergleich der Conversion-Rate vor und nach der Migration. Abweichungen systematisch analysieren und optimieren.
  • SEO-Monitoring - Rankings der wichtigsten Keywords, Crawling-Fehler in der Search Console und organischen Traffic im Blick behalten.
  • Schnittstellen-Monitoring - ERP-Synchronisation, Payment-Flows und Versand-Integrationen auf Fehler überwachen.
  • Kundenfeedback - Aktiv Feedback einholen und Usability-Probleme schnell beheben.
Optimierungspotenzial nach der Migration

Viele Shops verzeichnen nach einer erfolgreichen Migration zu Shopware 6 Verbesserungen bei Ladezeiten und Conversion. Die moderne Architektur ermöglicht Optimierungen, die mit Magento häufig nur mit großem Aufwand möglich waren.

Für eine umfassende Betreuung nach dem Go-Live empfiehlt sich ein Supportvertrag, der regelmäßige Updates, Sicherheitspatches und laufende Optimierung umfasst. So bleibt Ihr Shop langfristig performant und sicher. Auch die kontinuierliche Weiterentwicklung des Shops - etwa durch neue Funktionen, A/B-Tests und Personalisierung - sollte Teil der Post-Launch-Strategie sein. Sprechen Sie uns an - wir beraten Sie gerne zu den Möglichkeiten und erstellen einen individuellen Migrationsfahrplan für Ihren Shop.

Quellen und Studien

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: EHI/eCommerceDB Studie 2025 (Marktanteile), mgt-commerce (Magento-Marktdaten, Händler-Churn), Qualimero (TCO-Vergleich, Migrationstimeline, SEO-Redirects), Shopware (Performance-Benchmarks 6.7), Shopware Documentation (Migration Assistant), Solution25 (Migrationsrisiken). Die genannten Zahlen können je nach Zeitpunkt und Methodik variieren.

Typische Migrationsprojekte dauern 3 bis 6 Monate (Qualimero), abhängig von der Shopgröße, der Anzahl der Produkte und der Komplexität individueller Anpassungen. Eine gründliche Audit-Phase zu Beginn hilft, den Zeitrahmen realistisch zu planen.

Bei professioneller Durchführung werden alle relevanten Daten sorgfältig übertragen. Der Shopware Migration Assistant unterstützt den Transfer von Produkten, Kunden, Bestellungen und Kategorien (Shopware Documentation). Durch umfassende Tests und Parallelbetrieb wird das Risiko von Datenverlust minimiert.

Die Kosten variieren stark je nach Projektumfang. Faktoren sind die Anzahl der Produkte, individuelle Anpassungen, Schnittstellen und Design-Anforderungen. Eine verlässliche Kostenschätzung ist erst nach einem detaillierten Audit möglich. Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Einschätzung.

Mit einer sorgfältigen SEO-Strategie lassen sich Rankings in der Regel erhalten. Entscheidend sind vollständige 301-Redirects, korrektes URL-Mapping und die Übertragung aller Meta-Daten. Ein vorübergehender leichter Ranking-Rückgang ist bei Plattformwechseln normal, erholt sich aber typischerweise innerhalb weniger Wochen.

Nein, Magento-Extensions sind nicht mit Shopware 6 kompatibel. Für die meisten Funktionen gibt es jedoch Shopware-Plugins oder die Funktionalität kann über individuelle Entwicklung abgebildet werden. Im Audit werden alle benötigten Funktionen erfasst und Shopware-Alternativen identifiziert.

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