Jede Sekunde zählt: 53% der mobilen Besucher verlassen einen Shop, wenn die Seite länger als 3 Sekunden lädt (Google/SOASTA). Gleichzeitig bringt Shopware 6.7 erhebliche Performance-Verbesserungen mit sich. In diesem Guide zeigen wir, wie Sie Ihren Shopware-Shop systematisch optimieren - von der Server-Konfiguration über das Frontend bis zum Caching. Das Ergebnis: schnellere Ladezeiten, zufriedenere Kunden und spürbar mehr Umsatz.

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Warum Shop-Performance über Umsatz entscheidet

Die Ladezeit eines Online-Shops ist kein rein technisches Detail - sie hat einen direkten Einfluss auf den Geschäftserfolg. Langsame Shops verlieren Besucher, Conversions und Umsatz. Die Zahlen aus verschiedenen Branchenstudien sprechen eine deutliche Sprache:

  • 53% der mobilen Nutzer verlassen eine Seite, die länger als 3 Sekunden zum Laden braucht (Google/SOASTA)
  • Die BBC stellte fest, dass sie 10% ihrer Nutzer pro zusätzlicher Sekunde Ladezeit verlor (BBC)
  • Eine Reduktion der Ladezeit um 1 Sekunde kann die Bounce Rate um rund 12% senken (queue-it.com)
  • Die durchschnittliche Bounce Rate im E-Commerce liegt bei 38-47% (Branchenanalysen) - ein erheblicher Teil davon ist performance-bedingt

Mobile Commerce macht prognostiziert 63% des gesamten Retail-E-Commerce aus (Branchenschätzungen). Gerade auf mobilen Geräten mit schwankender Netzwerkqualität entscheidet die Performance über den Unterschied zwischen einem Kaufabschluss und einem Abbruch.

Performance als Wettbewerbsvorteil

Wenn Ihre Konkurrenz 4 Sekunden Ladezeit hat und Sie 1,5 Sekunden - dann haben Sie einen messbaren Vorteil bei Bounce Rate, Conversion und SEO-Rankings. Performance-Optimierung ist eine der effizientesten Investitionen im E-Commerce.

LadezeitNutzerverhaltenConversion-Effekt
< 2 SekundenGeringe AbsprungrateOptimal
2-3 SekundenLeicht erhöhte UngeduldLeicht reduziert
3-5 SekundenDeutlich mehr AbbrücheSpürbar reduziert
5+ SekundenMassive AbwanderungStark reduziert

Shopware 6.7 - Performance-Verbesserungen im Überblick

Mit Shopware 6.7 hat shopware AG eine Reihe fundamentaler Performance-Optimierungen eingeführt, die den Betrieb spürbar beschleunigen. Die wichtigsten Neuerungen betreffen sowohl das Backend als auch das Frontend:

108% mehr Bestellungen/s

Die Storefront verarbeitet laut Shopware mehr als doppelt so viele Bestellungen pro Sekunde wie die Vorgängerversion (Shopware).

85% weniger Latenz

Die Server-Antwortzeiten wurden laut Shopware drastisch reduziert, was sich direkt auf den Time to First Byte (TTFB) auswirkt (Shopware).

25% kleinere Payloads

JavaScript- und CSS-Dateien sind um rund 25% kleiner, was die Ladezeiten besonders auf mobilen Geräten verkürzt (Shopware).

Darüber hinaus wurden interne Prozesse wie Elasticsearch-Indexierung, DAL-Queries und das Event-System optimiert. Für Shop-Betreiber bedeutet das: Bereits das Update auf Shopware 6.7 kann einen spürbaren Performance-Schub bringen - vorausgesetzt, die Server-Infrastruktur ist entsprechend konfiguriert.

Hinweis zum Update

Ein Update auf Shopware 6.7 allein reicht nicht aus, um die vollen Performance-Verbesserungen zu nutzen. Die Server-Konfiguration, Caching-Einstellungen und Plugin-Kompatibilität müssen ebenfalls angepasst werden. Wir unterstützen Sie bei der Migration und Optimierung.

Server-Konfiguration optimieren

Die Server-Konfiguration ist das Fundament jeder Performance-Optimierung. Ohne eine solide Basis nützen Frontend-Optimierungen wenig. Drei Bereiche sind für Shopware-Hosting besonders relevant:

PHP OPcache richtig konfigurieren

OPcache speichert kompilierten PHP-Bytecode im Arbeitsspeicher und vermeidet so das wiederholte Parsen und Kompilieren bei jedem Request. Für Shopware 6 ist OPcache-Preloading besonders relevant: Es kann eine Performance-Verbesserung von 2-5% bringen (Shopware Dokumentation).

php.ini (OPcache-Konfiguration)
opcache.enable=1
opcache.memory_consumption=512
opcache.max_accelerated_files=20000
opcache.validate_timestamps=0
opcache.preload=/var/www/shop/var/cache/opcache-preload.php
opcache.preload_user=www-data
Wichtig bei OPcache

Mit validate_timestamps=0 werden Dateiänderungen nicht automatisch erkannt. Nach jedem Deployment muss der OPcache manuell geleert werden (opcache_reset() oder PHP-FPM Restart). In Entwicklungsumgebungen sollte validate_timestamps=1 gesetzt sein.

MySQL/MariaDB-Tuning

Shopware 6 ist datenbankintensiv - Produktlisten, Filter, Warenkörbe und Bestellungen erzeugen zahlreiche Queries. Die wichtigsten Parameter für die Datenbank-Performance:

  • InnoDB Buffer Pool: Mindestens 70% des verfügbaren RAMs (z.B. 4-8 GB bei 8-12 GB RAM)
  • Query Cache deaktivieren: Ab MySQL 8.0 ohnehin entfernt, bei MariaDB bewusst abschalten
  • Slow Query Log aktivieren: Queries über 1 Sekunde identifizieren und optimieren
  • max_connections anpassen: Passend zur Anzahl der PHP-FPM Worker
  • tmp_table_size und max_heap_table_size: Auf mindestens 64-128 MB setzen

Redis oder Valkey als Session- und Cache-Store

Redis (oder der Open-Source-Fork Valkey) ist für Shopware 6 der empfohlene Store für Sessions und Object Cache. Im Vergleich zur Dateisystem-basierten Speicherung bietet Redis deutlich schnellere Zugriffe und entlastet die Festplatte. Für den professionellen Betrieb ist Redis nahezu unverzichtbar.

config/packages/framework.yaml
framework:
    cache:
        app: cache.adapter.redis
        system: cache.adapter.redis
    session:
        handler_id: 'redis://127.0.0.1:6379/1'

Frontend-Optimierung für maximale Geschwindigkeit

Das Frontend ist der Bereich, den Ihre Kunden direkt erleben. Hier entscheidet sich, ob Ihr Shop als schnell oder langsam wahrgenommen wird. Mit Shopware 6.7 sind JS- und CSS-Payloads bereits 25% kleiner (Shopware), aber darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Optimierungsmöglichkeiten.

Bildoptimierung: Der größte Hebel

Bilder machen in den meisten Online-Shops den größten Teil des Datenvolumens aus. Die Umstellung auf moderne Formate wie WebP oder AVIF kann die Dateigröße bei gleicher visueller Qualität erheblich reduzieren:

FormatDateigröße (relativ)Browser-Support
JPEG/PNG100% (Referenz)100%
WebP~65% (-35%)97%+
AVIF~45% (-55%)92%+

Shopware 6 unterstützt WebP-Generierung nativ über die Thumbnail-Einstellungen. Für AVIF-Support und erweiterte Bildoptimierung sind zusätzliche Konfigurationen notwendig, die wir im Rahmen unserer Performance-Analyse durchführen.

CSS und JavaScript optimieren

  • Critical CSS inline: Above-the-fold CSS direkt im HTML ausliefern
  • Nicht benötigtes CSS entfernen: Unused CSS durch PurgeCSS oder manuelles Audit eliminieren
  • JavaScript defer/async: Non-Critical Scripts verzögert laden
  • Code-Splitting: Nur den Code laden, der auf der aktuellen Seite benötigt wird
  • Minification aktivieren: CSS und JS komprimieren (Shopware Produktionsmodus)

Lazy Loading und Resource Hints

Lazy Loading sorgt dafür, dass Bilder und iframes erst geladen werden, wenn sie im Viewport sichtbar werden. Kombiniert mit Resource Hints wie preload für kritische Ressourcen und preconnect für externe Domains ergibt sich eine deutliche Verbesserung der wahrgenommenen Ladezeit.

Twig-Template (Resource Hints)
<!-- LCP-Bild vorladen -->
<link rel="preload" as="image" href="{{ asset('hero.webp') }}" fetchpriority="high">

<!-- Externe Domains vorverbinden -->
<link rel="preconnect" href="https://cdn.example.com" crossorigin>
<link rel="dns-prefetch" href="https://cdn.example.com">

Caching-Strategien für Shopware 6

Caching ist der effektivste Weg, die Antwortzeiten eines Shopware-Shops zu reduzieren. Anstatt jede Seite bei jedem Aufruf dynamisch zu generieren, werden fertige Seiten oder Teilkomponenten zwischengespeichert. Shopware 6 bietet mehrere Caching-Ebenen:

HTTP Cache

Shopware's integrierter HTTP-Cache speichert vollständige Seiten und liefert sie ohne PHP-Verarbeitung aus. Für die meisten Shops der wichtigste Cache.

Varnish Cache

Für Shops mit hohem Traffic bietet Varnish als Reverse Proxy noch schnellere Antwortzeiten als der integrierte HTTP-Cache.

Object Cache (Redis)

Redis cached Datenbankabfragen und berechnete Ergebnisse. Besonders wirksam bei komplexen Produktlisten und Filterungen.

HTTP-Cache konfigurieren

Der integrierte HTTP-Cache von Shopware ist leistungsfähig, muss aber korrekt konfiguriert werden. Wichtige Punkte:

  • Cache-Invalidierung: Shopware invalidiert automatisch bei Produktänderungen - stellen Sie sicher, dass dies zuverlässig funktioniert
  • Cache Warmup: Nach einem Deploy oder Cache-Clear sollten wichtige Seiten vorab gecached werden
  • Excluded URLs: Warenkorb, Checkout und Kundenkonto müssen vom Cache ausgeschlossen sein
  • Cache-TTL: Die Default-TTL von Shopware (typischerweise 3600s) auf Ihre Update-Frequenz abstimmen

Varnish als Reverse Proxy

Für Shops mit hohem Traffic-Aufkommen empfiehlt sich der Einsatz von Varnish als Reverse Proxy vor dem Webserver. Varnish speichert gecachte Seiten im RAM und kann diese mit Latenzzeiten im Millisekundenbereich ausliefern. Die Integration erfordert eine angepasste VCL-Konfiguration und ein durchdachtes Hosting-Setup.

Core Web Vitals im Shopware-Shop verbessern

Core Web Vitals sind ein offizieller Google-Ranking-Faktor (Google). Für Shopware-Shops sind sie besonders relevant, da E-Commerce-Seiten typischerweise ressourcenintensiver sind als Content-Websites. Die drei Metriken LCP, INP und CLS erfordern jeweils spezifische Optimierungsansätze. Mehr zu den grundlegenden Metriken finden Sie in unserem Core Web Vitals Guide.

LCP (Largest Contentful Paint) optimieren

Der LCP misst, wie schnell der größte sichtbare Inhalt geladen wird - typischerweise das Hero-Bild auf Kategorie- oder Startseiten. Ziel: unter 2,5 Sekunden, idealerweise unter 1,5 Sekunden.

  • LCP-Element identifizieren (Chrome DevTools > Performance Tab)
  • Hero-Bild als WebP/AVIF mit fetchpriority="high" und <link rel="preload">
  • Critical CSS inline ausliefern, um Render-Blocking zu vermeiden
  • TTFB unter 200ms durch optimiertes Hosting und Caching
  • Keine Render-Blocking Scripts im <head> vor dem LCP

INP (Interaction to Next Paint) optimieren

INP hat 2024 den First Input Delay (FID) abgelöst und misst die Reaktionszeit auf alle Nutzerinteraktionen. Für Shopware-Shops besonders kritisch: Produktfilter, Variantenauswahl, Warenkorb-Buttons und das Mega-Menu. Ziel: unter 200ms.

  • Main Thread freihalten: Schwere Berechnungen in Web Workers auslagern
  • Event-Handler optimieren: Debouncing für Scroll- und Resize-Events
  • Third-Party Scripts reduzieren: Jedes externe Script kann INP verschlechtern
  • Long Tasks aufbrechen: Tasks über 50ms mit requestIdleCallback oder scheduler.yield() splitten

CLS (Cumulative Layout Shift) vermeiden

Layout-Verschiebungen sind im E-Commerce besonders ärgerlich: Wenn der "In den Warenkorb"-Button springt, während der Kunde klicken will, führt das zu Frustration. Die häufigsten CLS-Verursacher in Shopware-Shops:

  • Produktbilder ohne definierte width und height Attribute
  • Nachladende Web-Fonts ohne font-display: swap und Size-Adjust
  • Dynamisch eingefügte Banner, Cross-Selling-Blöcke oder Cookie-Hinweise
  • Lazy Loading ohne Platzhalter-Dimensionen (Skeleton Screens nutzen)
  • Plugin-basierte Elemente, die erst nach dem initialen Render erscheinen

Performance-Monitoring und kontinuierliche Optimierung

Performance-Optimierung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Neue Plugins, Content-Änderungen, Theme-Updates oder saisonale Traffic-Spitzen können die Performance jederzeit beeinträchtigen. Professionelles Monitoring ist daher unverzichtbar.

  • Google Search Console: Field Data der Core Web Vitals regelmäßig prüfen
  • Lighthouse CI: Automatisierte Performance-Tests in der CI/CD-Pipeline
  • Real User Monitoring (RUM): Tatsächliche Ladezeiten echter Nutzer messen
  • Synthetisches Monitoring: Regelmäßige Tests von definierten Seiten und Workflows
  • Alerting: Benachrichtigungen bei Performance-Regressionen einrichten

Wir empfehlen, Performance-Checks mindestens wöchentlich durchzuführen und nach jedem größeren Update oder Plugin-Release einen vollständigen Lighthouse-Audit zu machen. Im Rahmen unserer Beratung unterstützen wir Sie beim Aufbau eines nachhaltigen Performance-Monitoring-Setups.

Unser Ansatz

Performance-Optimierung ist ein Zusammenspiel aus Server, Caching, Frontend und Monitoring. Wir analysieren jeden Aspekt Ihres Shopware-Shops systematisch und implementieren Maßnahmen, die messbar wirken - von der Server-Konfiguration bis zur SEO-relevanten Core-Web-Vitals-Optimierung.

Quellen und Studien

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Shopware (Shopware 6.7 Release Notes), Google/SOASTA (Mobile Bounce Rate Study), BBC (Performance Impact Study), queue-it.com (Ladezeiten und Bounce Rate), Shopware Dokumentation (OPcache Preloading), Google (Core Web Vitals als Ranking-Faktor). Die genannten Werte können je nach Shop, Konfiguration und Messzeitpunkt variieren.

Optimal ist eine Ladezeit von unter 2 Sekunden. Mit professioneller Performance-Optimierung und der richtigen Server-Konfiguration ist ein sehr schneller Shop mit Shopware 6 erreichbar. 53% der mobilen Nutzer verlassen Seiten, die länger als 3 Sekunden laden (Google/SOASTA).

Core Web Vitals sind ein offizieller Google-Ranking-Faktor (Google). Shops mit guten Werten bei LCP, INP und CLS werden bei gleicher Relevanz tendenziell höher gerankt. Eine Verbesserung der Suchmaschinenoptimierung geht daher Hand in Hand mit Performance-Optimierung.

Shopware 6.7 bringt erhebliche Performance-Verbesserungen mit sich - bis zu 108% mehr Bestellungen pro Sekunde und 85% weniger Latenz (Shopware). Allerdings müssen Server-Konfiguration, Caching und Plugins ebenfalls angepasst werden, um die Verbesserungen voll zu nutzen.

Je nach Ausgangssituation und Umfang des Shops rechnen Sie mit 1-4 Wochen. Die größten Verbesserungen erzielen wir erfahrungsgemäß in den ersten Tagen durch Caching-Konfiguration und Bildoptimierung. Feintuning bei Core Web Vitals und Frontend-Entwicklung erfordert mehr Zeit.

Redis ist für nahezu jeden Shopware-Shop empfehlenswert - es beschleunigt Sessions und Object Cache erheblich. Varnish lohnt sich besonders bei hohem Traffic-Aufkommen. Wir beraten Sie im Rahmen einer Performance-Analyse, welche Caching-Strategie für Ihren Shop optimal ist.

So könnte Ihr optimierter Shopware-Shop aussehen:

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Sport-Shop mit Flash-Sales

Dieses Designbeispiel zeigt, wie ein performanter Online-Shop mit schnellen Ladezeiten, optimierten Bildern und durchdachter Nutzerführung aussehen kann. Wir entwickeln individuelle E-Commerce-Lösungen, die Geschwindigkeit und Conversion-Optimierung vereinen.
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