Warenwirtschaft und Online-Shop nahtlos verbinden - das ist das Versprechen der JTL-Wawi-Anbindung an Shopware 6. In der Praxis steckt der Teufel jedoch im Detail: Welche Daten fließen wohin? Was passiert bei Konflikten? Und welche Kosten kommen auf Sie zu? In diesem Praxisleitfaden erläutern wir die technische Architektur, zeigen typische Fallstricke auf und geben Ihnen einen klaren Fahrplan für eine erfolgreiche Integration.
Warum JTL-Wawi und Shopware 6 zusammengehören
JTL-Software zählt mit über 50.000 Kunden und mehr als 500 Partnern im DACH-Raum zu den führenden Warenwirtschaftssystemen für den E-Commerce (JTL-Software). Mit 460 Mitarbeitern (JTL-Software) und über 8.015 aktiven JTL-Shops allein in Deutschland (StoreLeads) hat sich JTL-Wawi als Standard für kleine und mittelständische Händler etabliert.
Shopware 6 hingegen ist eine der leistungsstärksten Open-Source-Shop-Plattformen in Europa. Die Kombination beider Systeme ermöglicht es Händlern, die zentrale Datenverwaltung der Warenwirtschaft mit der flexiblen Storefront von Shopware zu verbinden. So entsteht ein durchgängiger Prozess von der Beschaffung bis zum Versand.
Zentrale Datenhaltung
Artikel, Preise und Bestände werden in JTL-Wawi gepflegt und automatisch an Shopware synchronisiert.
Multichannel-Fähigkeit
JTL-Wawi versorgt gleichzeitig mehrere Vertriebskanäle - Shopware, Marktplätze und eigene Shops.
Prozessautomatisierung
Bestellungen fließen automatisch in die Warenwirtschaft - für nahtlose Versandabwicklung.
Die Integration spart nicht nur manuelle Arbeit, sondern reduziert auch Fehlerquellen erheblich. Statt Bestellungen per Hand zu übertragen oder Bestände manuell abzugleichen, läuft der gesamte Prozess automatisiert. Für E-Commerce-Unternehmen mit wachsendem Bestellvolumen ist diese Automatisierung eine wesentliche Grundlage für Skalierbarkeit.
Besonders im Multichannel-Vertrieb zeigt sich der Vorteil: Händler, die neben Shopware auch über Marktplätze wie Amazon oder eBay verkaufen, profitieren von der zentralen Bestandsführung in JTL-Wawi. Überverkaufe durch nicht synchronisierte Bestände gehören damit der Vergangenheit an. Auch die automatische Rechnungserstellung und Versandabwicklung lassen sich über JTL-Wawi steuern, was den gesamten Fulfillment-Prozess deutlich beschleunigt.
So funktioniert die Anbindung technisch
Die Verbindung zwischen JTL-Wawi und Shopware 6 erfolgt über den JTL-Connector - eine Middleware-Komponente, die als Vermittler zwischen beiden Systemen agiert. Wichtig zu verstehen: JTL-Wawi verfügt über keine extern erreichbare REST-API (Synesty). Die Kommunikation läuft daher über den Connector als SaaS-Dienst.
Der JTL-Connector hat sein Lizenzmodell auf ein SaaS-Modell mit auftragsbasierter Abrechnung umgestellt (Qualimero). Das bedeutet: Statt einer einmaligen Lizenzgebühr zahlen Händler je nach Bestellvolumen eine monatliche Gebühr. Diese Änderung spiegelt den Trend zur Cloud-basierten Integrationsarchitektur wider.
Der Connector installiert ein Plugin in Shopware 6 und kommuniziert über definierte Endpoints mit der JTL-Wawi. Er fungiert als Übersetzer zwischen den unterschiedlichen Datenmodellen beider Systeme. Die eigentliche Sync-Logik liegt in der JTL-Wawi - sie steuert als führendes System den Datenfluss.
Für Händler, die über die Standard-Funktionalität hinausgehen möchten, bieten sich individuelle Middleware-Lösungen an. Diese können zusätzliche Datenquellen anbinden, Transformationsregeln implementieren oder Custom-Workflows auslösen, die der Standard-Connector nicht abdeckt.
Datenfluss verstehen - Was wohin synchronisiert wird
Ein zentrales Prinzip der JTL-Shopware-Integration: JTL-Wawi ist das führende System (Qualimero). Das bedeutet, dass Änderungen in Shopware von der Wawi überschrieben werden können. Wer Produktdaten direkt in Shopware pflegt, riskiert Datenverluste bei der nächsten Synchronisierung.
| Datenart | JTL → Shopware | Shopware → JTL |
|---|---|---|
| Artikelstammdaten | ✓ (Push) | ✗ |
| Preise & Staffelpreise | ✓ (Push) | ✗ |
| Lagerbestand | ✓ (Push) | ✗ |
| Kategorien | ✓ (Push) | ✗ |
| Produktbilder | ✓ (Push) | ✗ |
| Bestellungen | ✗ | ✓ (Pull) |
| Kundendaten | ✗ | ✓ (Pull) |
| Bestellstatus | ✓ (Push) | ✗ |
Der Datenfluss folgt einer klaren Logik (Qualimero): Stammdaten wie Artikel, Preise und Bestände werden in JTL-Wawi gepflegt und nach Shopware gepusht. Bestellungen und Kundendaten fließen in die entgegengesetzte Richtung - sie werden von Shopware nach JTL gezogen. Dieses Push-Pull-Prinzip stellt sicher, dass die Warenwirtschaft stets die volle Kontrolle über Produktdaten behält, während der Shop als reiner Vertriebskanal fungiert.
In der Praxis bedeutet das: Wenn ein Kunde im Shopware-Shop bestellt, wird diese Bestellung beim nächsten Sync-Zyklus automatisch an JTL-Wawi übertragen. Dort wird sie weiterverarbeitet - Rechnung, Lieferschein und Versandlabel werden erstellt. Der aktuelle Bestellstatus (versendet, geliefert) wird anschließend zurück an Shopware gespielt, sodass der Kunde im Shop jederzeit den aktuellen Status sehen kann.
Ändern Sie Produktdaten, Preise oder Bestände ausschließlich in JTL-Wawi. Direkte Änderungen in Shopware werden bei der nächsten Synchronisierung überschrieben. Dies ist eine häufige Fehlerquelle, die zu Dateninkonsistenzen führt.
Für B2B-Szenarien mit kundenspezifischen Preisen oder komplexen Attributstrukturen kann der Standard-Datenfluss erweitert werden. Hier kommen individuelle Mappings und Transformationsregeln zum Einsatz, die wir im Abschnitt zu individuellen Erweiterungen näher erläutern.
Integration Schritt für Schritt einrichten
Eine erfolgreiche JTL-Shopware-Integration lässt sich in fünf Phasen gliedern. Jede Phase baut auf der vorherigen auf und sollte sorgfältig durchgeführt werden:
- Analyse und Planung: Bestandsaufnahme der vorhandenen Datenstrukturen in JTL-Wawi und Shopware 6. Welche Artikel, Attribute, Kategorien und Kundengruppen sollen synchronisiert werden? Hier legen Sie den Grundstein für eine saubere Integration - eine professionelle Beratung spart später viel Aufwand.
- Connector-Installation und Konfiguration: Installation des JTL-Connector-Plugins in Shopware 6, Einrichtung der Verbindungsparameter und Konfiguration der Synchronisierungsintervalle. Die Server-Konfiguration muss ausreichende Ressourcen für den Sync-Prozess bereitstellen.
- Mapping und Datenzuordnung: Die Felder in JTL und Shopware müssen korrekt zugeordnet werden - insbesondere Steuersätze, Attribute, Einheiten und Kategoriestrukturen. Hier entstehen die meisten Konfigurationsfehler.
- Initialer Datenabgleich: Der erste vollständige Sync aller Artikel, Kategorien und Kundendaten. Je nach Datenmenge kann dieser Prozess mehrere Stunden dauern. Testen Sie zunächst mit einer begrenzten Artikelauswahl.
- Go-Live und Monitoring: Umstellung auf den produktiven Betrieb mit kontinuierlicher Überwachung der Synchronisierung. Fehlerhafte Datensätze sollten zeitnah identifiziert und korrigiert werden.
Führen Sie den initialen Datenabgleich in einer Staging-Umgebung durch, bevor Sie auf den Live-Shop umschalten. So können Sie Mapping-Fehler erkennen und beheben, ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen.
Die häufigsten Integrationsprobleme und ihre Lösungen
Selbst bei sorgfältiger Planung treten in der Praxis typische Probleme auf. Hier sind die häufigsten Stolpersteine und bewährte Lösungsansätze:
Status-500-Fehler
In der Regel auf Server-Konfigurationsprobleme zurückzuführen, nicht auf Software-Bugs (Qualimero). Lösung: PHP Memory Limit, max_execution_time und Timeout-Werte erhöhen.
Bildsynchronisierung
Bilder werden nicht oder fehlerhaft übertragen (Qualimero). Lösung: Upload-Limits prüfen, Bildpfade validieren und GD-Library sicherstellen.
Steuersatz-Mapping
Falsche Steuerzuordnungen zwischen JTL und Shopware (Qualimero). Lösung: Steuerregeln in beiden Systemen exakt aufeinander abstimmen.
Weitere häufige Probleme betreffen die Attribut-Anzeige in Shopware (Qualimero). Freitextfelder und Varianteigenschaften aus JTL werden nicht korrekt auf Shopware-Properties gemappt. Die Lösung liegt in der präzisen Konfiguration der Attribut-Zuordnung im Connector. Auch Sonderzeichen in Produktnamen, fehlende Pflichtfelder oder inkonsistente Kategoriestrukturen können zu Synchronisierungsfehlern führen. Ein systematischer Ansatz zur Datenbereinigung vor dem ersten Abgleich spart erfahrungsgemäß erheblichen Aufwand im Nachgang.
- PHP Memory Limit auf mindestens 512 MB erhöhen
- max_execution_time auf 300 Sekunden oder höher setzen
- Cronjobs für regelmäßigen Sync einrichten
- Fehlerprotokolle regelmäßig prüfen und archivieren
- Testbestellungen nach dem Go-Live durchführen
- Steuersätze in beiden Systemen manuell abgleichen
Bei komplexeren Problemen, die über die Standard-Konfiguration hinausgehen, ist professionelle Entwicklungsunterstützung ratsam. Insbesondere wenn Custom-Plugins, individuelle Felder oder Multi-Mandanten-Setups im Spiel sind, steigt die Komplexität erheblich.
Kosten und Lizenzmodell im Überblick
Mit der Umstellung auf das SaaS-Modell hat sich die Kostenstruktur der JTL-Shopware-Integration grundlegend geändert. Die Abrechnung erfolgt nun auftragsbasiert (Qualimero), was für kleinere Shops günstiger, für Vielversender aber teurer sein kann:
| Bestellvolumen | Monatliche Kosten | Zielgruppe |
|---|---|---|
| Einsteiger / wenige Bestellungen | ab 19 €/Monat | Kleine Shops, Nischen |
| Mittleres Volumen | ca. 39 €/Monat | Wachsende Händler |
| Hohes Bestellvolumen | ab 119 €/Monat | Etablierte Shops, Multichannel |
Die Preise beziehen sich auf den JTL-Connector als SaaS-Dienst (Qualimero). Zusätzlich können Kosten für die initiale Einrichtung, Custom-Mappings und laufende Wartung anfallen. JTL-Wawi selbst ist in der Basisversion kostenfrei nutzbar - erst bei erweiterten Funktionen fallen Lizenzkosten an. Bei der Budgetplanung sollten Sie auch die Kosten für professionelles Hosting berücksichtigen, da der Sync-Prozess zusätzliche Server-Ressourcen beansprucht.
Im Vergleich zu Eigenentwicklungen oder manuellen Prozessen amortisiert sich eine professionelle JTL-Integration typischerweise innerhalb weniger Monate. Allein die eingesparte Arbeitszeit für manuelle Bestands- und Auftragsabgleiche rechtfertigt die monatlichen Connector-Kosten in der Regel schnell. Für eine individuelle Kosten-Nutzen-Analyse empfehlen wir ein persönliches Gespräch.
Kalkulieren Sie neben den Connector-Kosten auch den Aufwand für Einrichtung und laufende Wartung ein. Eine professionell konfigurierte Integration spart langfristig Support-Aufwand und vermeidet Datenverluste, die deutlich teurer werden können.
Individuelle Erweiterungen und Automatisierung
Der Standard-Connector deckt die gängigsten Synchronisierungsszenarien ab. In der Praxis benötigen viele Händler jedoch individuelle Anpassungen, die über die Basisfunktionalität hinausgehen:
- Individuelle Feld-Mappings: Zuordnung von Custom-Feldern aus JTL-Wawi zu Shopware-Properties oder Custom-Fields
- Automatisierte Workflows: Automatische Statusupdates, Versandbenachrichtigungen oder Rechnungserstellung bei Bestelleingang
- Multichannel-Erweiterungen: Synchronisierung zusätzlicher Vertriebskanäle wie Marktplätze über die gleiche Infrastruktur
- Custom-Middleware: Eigene Transformations- und Validierungsschicht zwischen JTL und Shopware für komplexe Geschäftslogik
- ERP-Anbindung: Weiterleitung von Daten an übergeordnete Systeme wie SAP oder Microsoft Dynamics
Da JTL-Wawi über keine extern zugängliche REST-API verfügt (Synesty), erfordert die Entwicklung individueller Lösungen tiefe Kenntnis der JTL-Datenbank-Struktur und des Connector-Protokolls. Eine erfahrene Entwicklungsagentur kann hier passgenaue Lösungen realisieren, die den Standard-Connector sinnvoll ergänzen.
Jeder Shop hat eigene Anforderungen an die JTL-Shopware-Anbindung. Von einfachen Feld-Mappings bis zu komplexen Automatisierungen - wir entwickeln die Lösung, die zu Ihrem Geschäftsmodell passt. Sprechen Sie uns an für eine individuelle Einschätzung.
Dieser Artikel basiert auf Daten und Informationen von: JTL-Software (Unternehmenskennzahlen), StoreLeads (Live-Shop-Statistiken), Qualimero (Connector-Dokumentation, Preismodell, Troubleshooting), Synesty (API-Dokumentation). Die genannten Zahlen und Preise können je nach Zeitpunkt variieren.
JTL-Wawi ist das führende System (Qualimero). Alle Stammdaten wie Artikel, Preise und Bestände sollten ausschließlich dort gepflegt werden. Änderungen in Shopware werden bei der nächsten Synchronisierung überschrieben.
Der JTL-Connector arbeitet mit einem auftragsbasierten SaaS-Modell. Kleine Shops starten ab ca. 19 €/Monat, bei hohem Bestellvolumen liegen die Kosten bei 119 €/Monat und mehr (Qualimero). Hinzu kommen mögliche Kosten für Einrichtung und individuelle Anpassungen.
Status-500-Fehler sind in der Regel auf Server-Konfigurationsprobleme zurückzuführen, nicht auf Softwarefehler (Qualimero). Typische Ursachen sind ein zu niedriges PHP Memory Limit, zu kurze Execution-Timeouts oder fehlende PHP-Erweiterungen. Professionelles Hosting mit angepasster Konfiguration löst diese Probleme in der Regel.
Nein, JTL-Wawi verfügt über keine extern zugängliche REST-API (Synesty). Die Kommunikation mit externen Systemen wie Shopware erfolgt über den JTL-Connector oder über direkte Datenbankzugriffe - letzteres erfordert besondere Vorsicht und Fachkenntnis.
Eine Standard-Integration lässt sich erfahrungsgemäß in 1-3 Wochen einrichten - abhängig von der Artikelanzahl, der Komplexität der Datenstruktur und den individuellen Anforderungen. Komplexe Setups mit Custom-Mappings und Sonderfunktionen können 4-8 Wochen in Anspruch nehmen.
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