Der Checkout ist der Moment der Wahrheit im E-Commerce – und zugleich die Stelle mit dem größten Schwund. Die durchschnittliche Warenkorbabbruchrate liegt bei 70,22 Prozent (Baymard Institute, Mittelwert aus 50 Einzelstudien). Besseres Checkout-Design kann laut derselben Auswertung einen Conversion-Zuwachs von 35,26 Prozent freisetzen. Express-Checkout-Verfahren wie Apple Pay, Google Pay, PayPal und das europäische Wero-System nehmen dem Kauf genau die Schritte, an denen abgebrochen wird. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Express Checkout in Shopware 6 und WooCommerce einführen – und welche Vorgaben dabei gelten.
Warum jeder Klick im Checkout zählt
Der Checkout ist der einzige Schritt im Kaufweg, den niemand aus Spaß besucht. Nutzer kommen hierher, weil sie kaufen wollen – und trotzdem brechen sieben von zehn ab. Ein großer Teil davon ist gar nicht zu retten: 42 Prozent der befragten Online-Käufer geben an, sie hätten nur gestöbert und seien noch nicht kaufbereit gewesen (Baymard Institute). Der Rest verteilt sich auf Reibung, die sich beheben lässt – unerwartete Kosten, zu viele Felder, erzwungene Registrierung, Umwege über die Bank.
- 70,22 Prozent durchschnittliche Warenkorbabbruchrate (Baymard Institute)
- 42 Prozent der Abbrüche gehen auf reines Stöbern ohne Kaufabsicht zurück (Baymard Institute)
- 40 Prozent brechen wegen zu hoher Zusatzkosten für Versand, Steuern und Gebühren ab (Baymard Institute)
- 18 Prozent springen ab, weil der Shop ein Kundenkonto verlangt (Baymard Institute)
- 17 Prozent nennen einen zu langen oder zu komplizierten Checkout (Baymard Institute)
- 35,26 Prozent Conversion-Zuwachs sind durch besseres Checkout-Design erreichbar (Baymard Institute)
Wie groß der Hebel ist, hängt am Bestand: 86 Prozent der Menschen in Deutschland haben schon einmal online gekauft, 70 Prozent in den letzten drei Monaten (Statistisches Bundesamt). Wer in diesem Markt sieben von zehn Warenkörben verliert, verliert sie nicht an den Markt, sondern an die eigene Kaufstrecke. Genau hier setzt Express Checkout an. In unserer Conversion-Optimierung gehören Wallet-Schaltflächen auf Produkt- und Warenkorbseite regelmäßig zu den Maßnahmen mit dem kürzesten Weg zur Wirkung.
70,22 Prozent Abbruch – und was dahintersteckt
Die Abbruchgründe lassen sich sauber trennen, und der größte Einzelposten ist nicht das Formular, sondern der Preis am Ende: 40 Prozent der Befragten brechen ab, weil Versand, Steuern oder Gebühren die Rechnung unerwartet erhöhen (Baymard Institute). Erst danach kommen die zu langsame Lieferung mit 20 Prozent, das Misstrauen gegenüber der Kartenzahlung mit 19 Prozent, das verlangte Kundenkonto mit 18 Prozent und der zu lange Ablauf mit 17 Prozent. Die letzten drei Punkte sind reine Gestaltungsfragen – und genau dort setzt Express Checkout an.
| Abbruchgrund | Anteil | Quelle |
|---|---|---|
| Zusatzkosten für Versand, Steuern, Gebühren | 40 % | Baymard Institute |
| Lieferung zu langsam | 20 % | Baymard Institute |
| Misstrauen gegenüber der Kartenzahlung | 19 % | Baymard Institute |
| Shop verlangt ein Kundenkonto | 18 % | Baymard Institute |
| Checkout zu lang oder zu kompliziert | 17 % | Baymard Institute |
Das verlangte Kundenkonto ist dabei der Posten, der am günstigsten zu beheben ist: Ein sichtbarer Gastkauf kostet keine Lizenz und keinen Umbau der Datenhaltung. Wer Warenkörbe retten will, beginnt deshalb nicht beim Layout, sondern bei den Pflichtfeldern – und bei der Frage, wie schnell eine Wallet-Schaltfläche den gesamten Ablauf übernehmen kann. Was dabei technisch passiert, beschreibt der nächste Abschnitt.
Express Checkout: Was es eigentlich ist
Express Checkout bedeutet: Der Kunde zahlt mit einer einzigen Bestätigung, ohne Adress-, Versand- oder Zahlungsformulare auszufüllen. Die Daten liegen bereits in der Wallet des Betriebssystems oder des Zahlungsdienstleisters – Name, Anschrift, Karte, E-Mail. Der Shop empfängt sie über eine Schnittstelle, der Kunde bestätigt biometrisch. Den Standard dafür beschreibt die Payment Request API des W3C: Sie lässt den Browser als Vermittler zwischen den drei Parteien einer Transaktion auftreten – Zahlungsempfänger, Zahler und Zahlungsmethode. Die Schnittstelle ist dabei nur in einem sicheren Kontext verfügbar, in der Praxis also ausschließlich über HTTPS (W3C).
Formularfelder auf null
Der durchschnittliche Checkout zeigt 23,48 Formularelemente, davon 14,88 Eingabefelder; ein kurzer Ablauf kommt mit 12 bis 14 Elementen aus (Baymard Institute). Express Checkout braucht kein sichtbares Feld.
Biometrie statt Passwort
Die Anmeldedaten sind jeweils an eine einzelne Gegenstelle gebunden, und fremde Gegenstellen können weder deren Eigenschaften noch deren Existenz erkennen (W3C Web Authentication Level 3).
Zwei Elemente genügen
Starke Kundenauthentifizierung verlangt mindestens zwei Elemente der Kategorien Wissen, Besitz und Inhärenz (Delegierte Verordnung (EU) 2018/389). Gerät plus Biometrie erfüllt das in einem Schritt.
Ein zweiter Punkt wird oft übersehen: Express Checkout ist nicht nur kürzer, sondern auch fehlerärmer. Tippfehler in Anschrift oder Kartennummer entfallen, weil nichts getippt wird. Die Bestätigung am Gerät deckt dabei beide von der Regulierung verlangten Elemente ab – den Besitz des Geräts und das biometrische Merkmal. Wo das greift, entfällt der Umweg über eine gesonderte Abfrage bei der Bank.
Apple Pay, Google Pay und Wero im Vergleich
Nicht jede Wallet wirkt gleich, und der deutsche Markt hat eine eigene Rangfolge. Internetbezahlverfahren sind mit 50 Prozent der Bezahlvorgänge das meistgenutzte Zahlungsmittel bei Einkäufen im Internet; es folgen Lastschriften und Überweisungen mit 30 Prozent sowie Kreditkarten mit 15 Prozent (Deutsche Bundesbank). Innerhalb der Internetbezahlverfahren ist die Verteilung noch deutlicher: PayPal ist mit rund 86 Prozent Marktführer, transaktionsbezogen folgt Apple Pay mit 7 Prozent (Deutsche Bundesbank).
Nach Umsatz verschiebt sich das Bild. Auf Lastschriften und Überweisungen entfällt mit 45 Prozent der größte Anteil des Umsatzes im Onlinehandel, während Internetbezahlverfahren 7 Prozentpunkte verlieren (Deutsche Bundesbank). Die Debitkarte bleibt online eine Nebenrolle: ihre Nutzung im Onlinehandel liegt bei 4 Prozent (Deutsche Bundesbank). Für die Auswahl heißt das: Eine Wallet deckt die Masse der Vorgänge ab, Lastschrift und Überweisung decken den Umsatz.
| Verfahren | Anteil | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| Internetbezahlverfahren gesamt | 50 % | Bezahlvorgänge im Internet (Deutsche Bundesbank) |
| Lastschrift und Überweisung | 30 % | Bezahlvorgänge im Internet (Deutsche Bundesbank) |
| Kreditkarte | 15 % | Bezahlvorgänge im Internet (Deutsche Bundesbank) |
| Debitkarte | 4 % | Nutzung im Onlinehandel (Deutsche Bundesbank) |
| PayPal | 86 % | Anteil innerhalb der Internetbezahlverfahren (Deutsche Bundesbank) |
| Apple Pay | 7 % | Anteil innerhalb der Internetbezahlverfahren (Deutsche Bundesbank) |
Aus diesen Zahlen folgt keine Empfehlung für eine einzelne Wallet, sondern für eine Kombination. Wer nur die Kreditkarte anbietet, erreicht 15 Prozent der Bezahlvorgänge. Wer ein weit verbreitetes Internetbezahlverfahren, die Wallet des jeweiligen Betriebssystems und einen Überweisungsweg anbietet, deckt die Breite ab, ohne den Checkout mit Schaltflächen zu überladen.
Drei Wallet-Schaltflächen sind in den meisten Shops die richtige Zahl: eine für das Betriebssystem des Kunden (Apple Pay oder Google Pay), eine für das führende Internetbezahlverfahren – PayPal liegt dort bei rund 86 Prozent (Deutsche Bundesbank) – und eine für den europäischen Überweisungsweg auf Basis von SEPA Instant. Mehr verwässert die Aussage und kostet Aufmerksamkeit. Welche Verfahren lokal angenommen werden, behandeln wir im Beitrag zu Payment-Trends 2026.
Wero und SEPA Instant: Express auf europäisch
Wero ist die Wallet europäischer Banken auf Basis von Echtzeitüberweisungen. Der regulatorische Unterbau steht seit 2024 fest: Die Verordnung (EU) 2024/886 verpflichtet den Zahlungsdienstleister des Zahlungsempfängers, den Betrag innerhalb von zehn Sekunden nach Eingang des Zahlungsauftrags auf dem Konto verfügbar zu machen. Auch die Umsetzungsfristen sind verbindlich: Institute im Euro-Raum mussten die Entgegennahme bis zum 9. Januar 2025 und die Versendung bis zum 9. Oktober 2025 anbieten (Verordnung (EU) 2024/886). Für den Shop heißt das: Das Geld ist da, bevor der Kunde die Bestätigungsseite zu Ende gelesen hat.
Zwei weitere Punkte machen den Weg für Händler interessant. Erstens ist die Zahlung eine Überweisung und damit endgültig – ein Rückbuchungsverfahren wie bei der Karte gibt es nicht. Zweitens ist ein Aufschlag für diesen Weg nicht zulässig: Eine Vereinbarung über ein Entgelt für die Nutzung einer SEPA-Überweisung, einer SEPA-Basislastschrift, einer SEPA-Firmenlastschrift oder einer Zahlungskarte ist unwirksam (§ 270a BGB). Wer die günstigere Zahlart bepreisen möchte, darf das für diese Verfahren also nicht. Solche Abläufe richten wir im Rahmen unserer E-Commerce-Programmierung ein.
Passkeys und Biometrie: weniger Reibung ohne Risiko
Passwörter sind die stille Bremse im Checkout. Sie werden vergessen, zurückgesetzt, falsch getippt. Passkeys ersetzen sie durch ein Schlüsselpaar, das im Gerät bleibt und biometrisch freigegeben wird. Der Standard dafür ist seit dem 25. August 2026 eine Empfehlung des W3C (Web Authentication Level 3). Zwei Eigenschaften sind für den Shop entscheidend: Die Anmeldedaten sind jeweils an eine bestimmte Gegenstelle gebunden, und fremde Gegenstellen können weder deren Eigenschaften noch deren Existenz erkennen (W3C). Ein auf einer anderen Adresse nachgebautes Anmeldeformular bekommt darum nichts zu sehen.
Die Regulierung formuliert es so: Die Authentifizierung muss auf mindestens zwei Elementen der Kategorien Wissen, Besitz und Inhärenz basieren und die Generierung eines Authentifizierungscodes nach sich ziehen (Delegierte Verordnung (EU) 2018/389, Artikel 4). Gerät plus Fingerabdruck oder Gesicht erfüllt beides in einem Schritt. Für kleine Beträge sieht dieselbe Verordnung Ausnahmen vor: bis 30 Euro je Vorgang, solange die seither aufgelaufenen Vorgänge zusammen 100 Euro nicht überschreiten oder seit der letzten starken Authentifizierung nicht mehr als fünf Vorgänge ausgelöst wurden. Mehr dazu im Beitrag Passkeys und passwortlose Authentifizierung 2026.
Checkout-Felder reduzieren: von 23 auf 12
Auch ohne Wallet bleibt Spielraum, und er ist gut vermessen. Der durchschnittliche Checkout zeigt 23,48 Formularelemente, davon 14,88 Eingabefelder; ein kurzer Ablauf kommt mit 12 bis 14 Elementen aus, bei reiner Zählung der Eingabefelder mit 7 bis 8 (Baymard Institute). Die Lücke ist kein Sonderfall: Für die meisten Checkouts ist eine Reduktion der angezeigten Formularelemente um 20 bis 60 Prozent möglich (Baymard Institute). Die Frage lautet also nicht, ob Sie Felder entfernen sollten, sondern welche – und wie, ohne rechtliche oder logistische Lücken zu reißen.
- Name in ein Feld legen, nicht Vor- und Nachname trennen
- Anschrift per Autocomplete vorausfüllen statt manuell tippen lassen
- Firmenname nur bei B2B-Kunden einblenden, nicht standardmäßig
- Geburtsdatum nur bei Altersnachweis oder Rechnungskauf abfragen
- Telefonnummer als optional kennzeichnen, wenn der Versanddienstleister sie nicht zwingend braucht
- E-Mail und Passwort nicht im ersten Schritt erzwingen – Gastkauf sichtbar anbieten
- Land aus der Sprach- und Versandeinstellung vorbelegen
- Versandadresse gleich Rechnungsadresse als Vorgabe setzen
Neben der Feldzahl entscheidet das Tempo. Die Zielwerte sind öffentlich dokumentiert: Largest Contentful Paint unter 2,5 Sekunden, Interaction to Next Paint unter 200 Millisekunden, Cumulative Layout Shift unter 0,1 (Google Search Central). Im Checkout wirkt jede dieser Größen unmittelbar, weil auf einer Zahlungsseite niemand wartet. Die technischen Grundlagen dafür beschreiben wir in den Beiträgen zu Core Web Vitals und WooCommerce-Performance.
Implementierung in Shopware und WooCommerce
In Shopware 6 führen zwei Wege zu einem vollständigen Express Checkout. Der erste ist das Zahlungs-Plugin des eingesetzten Zahlungsdienstleisters: Es setzt die Schaltflächen direkt auf Produkt- und Warenkorbseite und schaltet Apple Pay, Google Pay sowie PayPal als Ein-Klick-Weg frei. Der zweite ist das offizielle PayPal-Plugin, das Apple Pay und Google Pay mitbringt. Beide Wege sind mit der Storefront-Architektur von Shopware 6 verträglich und lassen sich in bestehende Themes einfügen. Auswahl und Umsetzung begleiten wir im Rahmen unserer Shopware-Leistungen.
Die technische Konfiguration dreht sich um wenige Größen: Auf welchen Seiten erscheinen die Schaltflächen (Produkt, Warenkorb, Off-Canvas-Warenkorb)? Welche Versandregionen sind zugelassen? Wie wird mit unvollständigen Anschriften umgegangen? Eine schlanke Konfiguration sieht so aus:
xictron_express_checkout:
wallets:
apple_pay: true
google_pay: true
paypal: true
wero: true
display_on:
product_page: true
cart_page: true
off_canvas_cart: true
mini_cart: false
shipping_countries: [DE, AT, CH, NL, BE, FR]
skip_address_confirmation: true
passkey_login_fallback: true
require_phone: false In WooCommerce ist die Ausgangslage ähnlich. Die offiziellen Plugins der gängigen Zahlungsdienstleister unterstützen Express Checkout; die Payment Request API wird genutzt, sobald der Browser sie anbietet – und das setzt, wie oben beschrieben, HTTPS voraus. Für das Tempo empfehlen wir ergänzend die Maßnahmen aus unserem Beitrag zu Checkout-Optimierung und Warenkorbabbrüchen. Wer WooCommerce stark anpasst, sollte außerdem prüfen, ob das Theme den blockbasierten Checkout verwendet und nicht die klassischen Shortcode-Vorlagen – nur so greifen die Wallet-Anbindungen zuverlässig.
Tokenisierung, Pflichtangaben und Einwilligung
Express Checkout setzt voraus, dass Kartendaten nicht jedes Mal neu eingegeben werden. Technisch leistet das die Tokenisierung der Kartennetzwerke: Die Kartennummer wird durch einen Stellvertreter ersetzt, der an Gerät und Vorgang gebunden ist. Für den Shop bedeutet das weniger gespeicherte Karteninhaberdaten und damit einen kleineren Prüfumfang nach PCI DSS; die Anforderungen der Fassung 4.0 haben wir im Beitrag PCI DSS 4.0 für Online-Shops zusammengefasst. Ergänzend begrenzt die Regulierung die Fehlversuche: Die Zahl der aufeinanderfolgenden erfolglosen Authentifizierungsversuche darf innerhalb einer bestimmten Zeitspanne nicht mehr als fünf betragen (Delegierte Verordnung (EU) 2018/389).
Drei Pflichten gelten unabhängig vom gewählten Verfahren. Erstens der Preis: Wer als Unternehmer Verbrauchern Waren oder Leistungen anbietet, hat die Gesamtpreise anzugeben (§ 3 PAngV) – eine Wallet-Schaltfläche auf der Produktseite entbindet davon nicht. Zweitens die Schaltfläche selbst: Sie genügt nur, wenn sie gut lesbar mit nichts anderem als den Wörtern „zahlungspflichtig bestellen“ oder mit einer entsprechenden eindeutigen Formulierung beschriftet ist (§ 312j Absatz 3 BGB). Drittens die Einwilligung: Die Speicherung von Informationen in der Endeinrichtung des Endnutzers oder der Zugriff auf dort bereits gespeicherte Informationen sind nur zulässig, wenn der Endnutzer auf der Grundlage von klaren und umfassenden Informationen eingewilligt hat (§ 25 Absatz 1 TDDDG) – die Ausnahme greift nur, soweit der Zugriff für den ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich ist.
Express Checkout in sechs Schritten einführen
Express Checkout ist keine Ein-Tages-Aktion. Mit einer strukturierten Herangehensweise lässt sich der neue Ablauf schrittweise ausrollen; wie lange das dauert, zeigt erst die Bestandsaufnahme. Wir empfehlen folgenden Weg:
- Ist-Analyse: Abbruchraten je Checkout-Schritt messen, Formularelemente zählen, mobile und stationäre Conversion trennen. Ausgangslinie festhalten.
- Zahlarten wählen: Gerätemix der Zielgruppe prüfen, zwei bis drei Wallets für den Start festlegen. Für Deutschland typischerweise Apple Pay oder Google Pay, PayPal und ein Überweisungsweg auf Basis von SEPA Instant.
- Dienstleister vergleichen: Abrechnung, Rückbuchungen, Gutschriftzeiten, Gebühren und den Anteil der Vorgänge ohne zusätzliche Authentifizierung gegenüberstellen.
- Integration und Test: Schaltflächen auf Produkt-, Warenkorb- und Off-Canvas-Seite einbinden. In einer Testumgebung alle Zahlungen und Erstattungen durchspielen.
- Feldreduktion und Gastkauf: Parallel den klassischen Checkout entschlacken, den Gastkauf sichtbar platzieren, Passkey-Anmeldung anbieten. Zielgröße sind 12 bis 14 Formularelemente.
- Messen und nachziehen: Nach dem Start Conversion, Checkout-Dauer und Wallet-Nutzung über mindestens 30 Tage messen und gegen die Ausgangslinie halten.
Der entscheidende Punkt ist die Messung. Ohne Vorher-Nachher-Vergleich ist die Wirkung nicht belegbar, und intern glaubt sie niemand. Wir arbeiten dafür mit Matomo und serverseitig erfassten Ereignissen, damit die Zahlen nachvollziehbar bleiben. Welche Kennzahlen sich lohnen, steht im Beitrag zu Conversion-Rate-Benchmarks.
Wie XICTRON Ihren Checkout schneller macht
XICTRON ist eine E-Commerce-Agentur aus Niedersachsen mit Schwerpunkt auf Shopware 6, WooCommerce und individueller Programmierung. Wir begleiten Shops von der Auswahl der Zahlarten bis zur Messung nach dem Start, binden die Plugins der gängigen Zahlungsdienstleister an und verknüpfen den Checkout mit Warenwirtschaft und Versand. Unsere Entwicklerinnen und Entwickler arbeiten an Lösungen, die die Vorgaben der DSGVO und der Zahlungsdiensteregulierung einhalten und auch unter BNPL-Regulierung Bestand haben. Das Ziel bleibt dasselbe: weniger Felder, weniger Klicks, ein Checkout, den Ihre Kundinnen und Kunden als selbstverständlich empfinden.
Dieser Beitrag stützt sich auf das Baymard Institute (Auswertung von 50 Studien zum Warenkorbabbruch), die Deutsche Bundesbank (Zahlungsverhalten in Deutschland 2025), das Statistische Bundesamt, die Payment Request API und Web Authentication Level 3 des W3C, die Delegierte Verordnung (EU) 2018/389, die Verordnung (EU) 2024/886, die §§ 270a und 312j BGB, § 3 PAngV, § 25 TDDDG sowie die Dokumentation von Google Search Central zu den Core Web Vitals. Jede Zahl im Text ist mit Tieflink und wörtlichem Zitat hinterlegt; Stände können sich ändern.
Express Checkout ist eine Kaufabwicklung ohne manuelles Ausfüllen von Adress-, Versand- oder Zahlungsformularen. Die Daten liegen in der Wallet des Betriebssystems oder des Zahlungsdienstleisters und werden biometrisch bestätigt. Statt durchschnittlich 23,48 Formularelementen, davon 14,88 Eingabefeldern (Baymard Institute), ist im besten Fall kein sichtbares Feld nötig. Technisch beschreibt die Payment Request API des W3C den Browser als Vermittler zwischen Zahlungsempfänger, Zahler und Zahlungsmethode.
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, weil der Ausgangszustand entscheidet. Belastbar ist die Größenordnung des Spielraums: Die durchschnittliche Warenkorbabbruchrate liegt bei 70,22 Prozent, und besseres Checkout-Design kann einen Conversion-Zuwachs von 35,26 Prozent freisetzen (Baymard Institute). Wer die eigene Wirkung kennen will, misst vor dem Umbau eine Ausgangslinie und danach über mindestens 30 Tage gegen.
Die Verteilung ist dokumentiert: Internetbezahlverfahren machen 50 Prozent der Bezahlvorgänge bei Einkäufen im Internet aus, Lastschriften und Überweisungen 30 Prozent, Kreditkarten 15 Prozent (Deutsche Bundesbank). Innerhalb der Internetbezahlverfahren führt PayPal mit rund 86 Prozent, transaktionsbezogen gefolgt von Apple Pay mit 7 Prozent (Deutsche Bundesbank). Eine Kombination aus einem weit verbreiteten Internetbezahlverfahren, der Wallet des Betriebssystems und einem Überweisungsweg deckt damit die Breite ab.
Ja, wenn die Bestätigung am Gerät erfolgt. Die Delegierte Verordnung (EU) 2018/389 verlangt eine Authentifizierung auf mindestens zwei Elementen der Kategorien Wissen, Besitz und Inhärenz mit Generierung eines Authentifizierungscodes. Der Besitz des Geräts und das biometrische Merkmal erfüllen das gemeinsam. Für kleine Beträge sieht dieselbe Verordnung Ausnahmen vor: bis 30 Euro je Vorgang, solange die seither aufgelaufenen Vorgänge zusammen 100 Euro nicht überschreiten oder seit der letzten starken Authentifizierung nicht mehr als fünf Vorgänge ausgelöst wurden.
Die Verordnung (EU) 2024/886 verpflichtet den Zahlungsdienstleister des Zahlungsempfängers, den Betrag innerhalb von zehn Sekunden nach Eingang des Zahlungsauftrags auf dem Konto verfügbar zu machen. Institute im Euro-Raum mussten die Entgegennahme bis zum 9. Januar 2025 und die Versendung bis zum 9. Oktober 2025 anbieten. Ein Aufschlag auf diesen Zahlweg ist nicht möglich: Eine Vereinbarung über ein Entgelt für die Nutzung einer SEPA-Überweisung ist nach § 270a BGB unwirksam.
Drei Punkte betreffen jeden Shop. Der Gesamtpreis ist anzugeben (§ 3 PAngV). Die Bestellschaltfläche muss gut lesbar mit nichts anderem als den Wörtern „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer entsprechenden eindeutigen Formulierung beschriftet sein (§ 312j Absatz 3 BGB). Und die Speicherung von Informationen auf dem Endgerät oder der Zugriff darauf setzt eine Einwilligung voraus, soweit sie nicht für den ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich ist (§ 25 TDDDG).