Definition

hreflang ist eine Auszeichnung im HTML-Head, im HTTP-Header oder in der XML-Sitemap, die Suchmaschinen mitteilt, für welche Sprache und optional welche Region eine Seite gedacht ist und unter welchen URLs alternative Sprachversionen erreichbar sind.

In einfachen Worten

hreflang funktioniert wie ein Wegweiser für Google: Es zeigt, dass dieselbe Seite auch auf Englisch oder für ein anderes Land existiert. So landen deutsche Nutzer auf der deutschen Version und britische auf der englischen – statt auf der jeweils falschen.

Wozu brauche ich hreflang?

Sobald eine Website in mehreren Sprachen oder für mehrere Länder existiert, braucht Google Hilfe bei der Zuordnung: Welche Version gehört zu welchem Nutzer? Ohne hreflang kann es passieren, dass deutschsprachige Nutzer die englische Seite in den Suchergebnissen sehen – oder dass sich sehr ähnliche Sprachversionen (etwa Deutsch für Deutschland, Österreich und die Schweiz) gegenseitig als doppelte Inhalte im Weg stehen. Eine Auszeichnung wie <link rel="alternate" hreflang="de" href="…"> löst beide Probleme.

Der Aufbau ist standardisiert: Der Sprachcode folgt ISO 639-1 (etwa de oder en), die optionale Regionsangabe ISO 3166-1 Alpha 2 (etwa de-AT für Deutsch in Österreich). Der Sonderwert x-default legt fest, welche Version Nutzer sehen, auf die keine der definierten Sprachen zutrifft.

Praxis-Relevanz für Shop- und Website-Betreiber

Für international ausgerichtete Online-Shops und Unternehmensseiten ist hreflang ein zentraler Baustein der Suchmaschinenoptimierung: Es sorgt dafür, dass Besucher direkt in der passenden Sprache, Währung und mit den richtigen Rechtstexten einsteigen – das senkt Absprungraten und vermeidet Verwirrung im Checkout. Wie eine saubere Mehrsprachigkeits-Strategie insgesamt aussieht, beschreibt unser Beitrag zur Shop-Internationalisierung. Wichtig dabei: hreflang verbindet immer inhaltlich gleichwertige Seiten – die deutsche Produktseite mit ihrer englischen Entsprechung, nicht etwa mit der englischen Startseite. Existiert eine Seite nur in einer Sprache, erhält sie schlicht keine Verweise auf nicht vorhandene Versionen.

Typische Fehler

  • Fehlende Rückverweise: Jede Sprachversion muss auf alle anderen Versionen und auf sich selbst verweisen – einseitige Verweise werden ignoriert
  • Falsche Codes wie en-UK statt en-GB oder ausgedachte Kombinationen, die nicht dem ISO-Standard entsprechen
  • hreflang auf URLs, die per Canonical-Tag auf eine andere Adresse zeigen – die Signale widersprechen sich dann
  • Nur die Startseite auszeichnen und Unterseiten vergessen – hreflang gilt immer pro Seitenpaar
  • Kein x-default definieren, sodass Nutzer außerhalb der Zielmärkte zufällig zugeordnet werden

Worauf Sie achten sollten

Verwenden Sie durchgehend absolute URLs und verweisen Sie ausschließlich auf indexierbare, kanonische Adressen – hreflang und Canonical-Tag müssen zusammenpassen. Bei größeren Websites ist die Pflege über die XML-Sitemap oft wartungsfreundlicher als im HTML-Head. Kontrollieren Sie die Umsetzung regelmäßig in der Google Search Console und nach jedem Relaunch: Schon kleine Strukturänderungen können Verweispaare unbemerkt brechen. Bei CMS- und Shop-Projekten sollte die hreflang-Logik daher automatisiert aus dem System kommen statt manuell gepflegt zu werden. Für die laufende Kontrolle eignen sich Crawling-Tools, die fehlende Rückverweise und inkonsistente Paare automatisch aufdecken – manuell ist das ab wenigen Dutzend Seiten kaum noch zuverlässig leistbar.

hreflang ist ein Hinweis, keine Anweisung

Suchmaschinen behandeln hreflang als starkes Signal, nicht als Befehl. Bei widersprüchlichen Angaben – etwa zwischen Canonical und hreflang – entscheidet Google in der Regel selbst, welche Version angezeigt wird.