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Am 18. August 2026 hat Google die Content API for Shopping abgeschaltet. Seit dem 1. September 2026 schlagen Anfragen ohne bewilligte Verlängerung zeitweise mit dem Fehler HTTP 410 fehl, für Anfang 2027 hat Google die endgültige Abschaltung aller Endpunkte angekündigt (Google Developers). Für alle Online-Händler, die Produkte über Google Shopping verkaufen, bedeutet das: Ohne Migration zur Merchant API verschwinden Ihre Produktlistings aus den Suchergebnissen. In diesem Guide erklären wir die wichtigsten Änderungen und zeigen Schritt für Schritt, wie Sie die Migration umsetzen.

Was passiert mit der Content API for Shopping?

Google hat die Content API for Shopping am 18. August 2026 abgeschaltet (Google Developers). Wer mehr Zeit für die Umstellung braucht, kann über das Antragsformular von Google eine befristete Verlängerung beantragen; ohne diese Verlängerung schlagen Anfragen seit dem 1. September 2026 zeitweise fehl. Nachfolgerin ist die Merchant API, die den Funktionsumfang der alten Schnittstelle übernimmt und erweitert.

Die Content API war jahrelang der Standard für die programmatische Verwaltung von Merchant-Center-Konten. Sie ermöglichte das Hochladen von Produkten, Aktualisieren von Preisen und Beständen sowie das Abrufen von Performance-Daten. Die neue Merchant API übernimmt all diese Funktionen – mit verbesserter Architektur und neuen Features.

Beide Stichtage sind verstrichen

Die v1beta-Version der Merchant API wurde zum 28. Februar 2026 eingestellt, die Content API folgte am 18. August 2026. Wer eine der beiden Schnittstellen noch im Einsatz hat, sollte die Umstellung ohne weiteren Aufschub angehen.

Wer ist von der Migration betroffen?

Die Migration betrifft alle, die Produktdaten programmatisch an das Google Merchant Center übermitteln. Das umfasst:

  • Online-Shop-Betreiber mit API-basierten Feed-Lösungen
  • Agenturen die Produktfeeds für Kunden verwalten
  • Feed-Management-Tools wie Channable, Productsup, DataFeedWatch
  • E-Commerce-Plattformen mit nativer Google-Integration (Shopware, WooCommerce, Magento)
  • Eigenentwicklungen mit direkter API-Anbindung

Wenn Sie Produkte ausschließlich über manuelle Datei-Uploads oder Google Sheets ins Merchant Center laden, sind Sie nicht direkt betroffen. Die API-Migration ist nur für programmatische Schnittstellen relevant.

Plattform-Updates prüfen

Viele E-Commerce-Plattformen wie Shopware, WooCommerce oder Shopify werden automatische Updates bereitstellen. Prüfen Sie bei Ihrem Plugin-Anbieter, ob ein Update geplant ist – und wann es verfügbar sein wird.

Die wichtigsten technischen Änderungen

Die neue Merchant API bringt grundlegende architektonische Änderungen mit sich. Für Entwickler und Agenturen bedeutet das Anpassungsbedarf:

AspektContent API (alt)Merchant API (neu)
Basis-URLcontent.googleapis.commerchantapi.googleapis.com
IdentifiermerchantId, productIdHierarchisches name-Feld
Preis-Formatvalue:stringamountMicros (int64 als String)
TrennzeichenDoppelpunkt (:)Tilde (~)
Batch-RequestscustomBatch MethodeAsynchrone/parallele Calls
Max. Page Size250 Einträge1000 Einträge
TransportNur RESTREST + gRPC

Neue URL-Struktur

Die Basis-URL ändert sich grundlegend. Statt content.googleapis.com verwenden Sie künftig:

https://merchantapi.googleapis.com/{SUB_API}/{VERSION}/{RESOURCE_NAME}:{METHOD}

Ein Beispiel für das Einfügen eines Produkts:

Neuer Endpoint
POST https://merchantapi.googleapis.com/products/v1/accounts/{ACCOUNT_ID}/productInputs:insert?dataSource=accounts/{ACCOUNT_ID}/dataSources/{DATASOURCE_ID}

Hierarchisches Name-Feld

Eine der größten Änderungen betrifft die Produkt-Identifikation. Statt separater merchantId und productId verwendet die neue API ein hierarchisches name-Feld:

Produkt-Identifier
{
  "name": "accounts/123456789/products/en~US~SKU123"
}

Das Format folgt dem Schema contentLanguage~feedLabel~offerId. Wichtig: Der Trennzeichen-Wechsel von Doppelpunkt zu Tilde (~) kann bei bestehenden Parsing-Logiken Probleme verursachen.

Best Practice

Google empfiehlt, den Wert aus dem name-Feld direkt zu verwenden, anstatt ihn manuell zu parsen oder zu konstruieren (Google Developers). Das reduziert Fehlerquellen bei Format-Änderungen.

Neues Preis-Format: Micros statt Strings

Preise stehen nicht mehr als Dezimalwert im Feld value, sondern als Micro-Betrag im Feld amountMicros – 1 Million Micros entsprechen einer Währungseinheit. Im JSON überträgt Google den Wert als String im int64-Format (Google Developers):

Content API (alt)
{
  "price": {
    "value": "29.99",
    "currency": "EUR"
  }
}
Merchant API (neu)
{
  "price": {
    "amountMicros": "29990000",
    "currencyCode": "EUR"
  }
}

Diese Änderung erfordert Anpassungen in der Preisberechnung Ihrer Feed-Logik. 29,99 EUR werden zu 29.990.000 Micros.

Neue Features der Merchant API

Die Migration ist nicht nur Pflicht – sie bringt auch handfeste Vorteile. Die neue API bietet Features, die mit der Content API nicht möglich waren:

Höhere Performance

Bis zu 1000 Produkte pro Request statt 250. Schnellere Verarbeitung durch optimierte Architektur.

Product Studio (AI)

KI-gestützte Optimierung von Produkttiteln und -beschreibungen direkt über die API.

Omnichannel-Support

Native Unterstützung für Local Inventory Ads und Free Local Listings.

gRPC-Unterstützung

Effizienteres Protokoll für High-Volume-Szenarien neben REST.

Besonders interessant für Händler mit großem Sortiment: Die ProductsUpdate-Methode ermöglicht partielle Updates einzelner Felder, ohne den gesamten Produkt-Datensatz neu zu übermitteln.

Migration Schritt für Schritt

Eine erfolgreiche Migration erfordert systematisches Vorgehen. Wir empfehlen folgenden Ablauf für E-Commerce-Projekte:

  1. Bestandsaufnahme – Dokumentieren Sie alle bestehenden API-Integrationen und deren Funktionen
  2. Developer Registration – Verknüpfen Sie Ihr Merchant Center mit einem Google Cloud Project
  3. Sandbox-Tests – Testen Sie die neue API in Googles Sandbox-Umgebung
  4. Code-Anpassungen – Migrieren Sie Endpoints, Identifier und Datenformate
  5. Parallelbetrieb – Führen Sie alte und neue API parallel, um Datenintegrität zu prüfen
  6. Umstellung – Schalten Sie nach erfolgreichen Tests auf die neue API um
  7. Monitoring – Überwachen Sie Feed-Performance und Fehlerraten
Zeitplanung

Planen Sie mindestens 2-3 Monate für die Migration ein. Komplexe Setups mit mehreren Feeds, Ländern oder ERP-Integrationen benötigen mehr Zeit.

Developer Registration einrichten

Bevor Sie die Merchant API nutzen können, müssen Sie Ihr Merchant-Center-Konto mit einem Google Cloud Project verknüpfen:

Registration Endpoint
POST https://merchantapi.googleapis.com/accounts/v1/accounts/{ACCOUNT_ID}/developerRegistration:registerGcp

Diese Verknüpfung ist einmalig erforderlich und ermöglicht den Zugriff auf alle Merchant-API-Funktionen.

Auswirkungen auf E-Commerce-Plattformen

Die gängigen E-Commerce-Systeme reagieren unterschiedlich auf die API-Umstellung:

Shopware 6

Shopware bietet mit dem Google Shopping Plugin eine native Integration. Ob ein Update die Umstellung übernimmt, klären Sie am besten direkt beim Plugin-Anbieter. Shop-Betreiber sollten:

  • Plugin-Version und Update-Status prüfen
  • Changelog des Plugin-Herstellers verfolgen
  • Nach dem Update Produktfeeds auf Vollständigkeit prüfen
  • Feed-Labels in Google Ads Kampagnen anpassen (falls geändert)

WooCommerce

Für WooCommerce-Shops gibt es mehrere Plugin-Optionen. Die offiziellen Google-Plugins sowie Drittanbieter wie WooCommerce Product Feed Manager werden Updates bereitstellen. Wichtig:

  • Verwendetes Feed-Plugin identifizieren
  • Beim Anbieter nach Migration-Timeline fragen
  • Backup vor Plugin-Update erstellen
  • Nach Update alle Produkt-Attribute prüfen
Eigenentwicklungen

Wenn Sie eine Custom-Lösung mit direkter API-Anbindung nutzen, ist Entwickler-Involvierung zwingend erforderlich. Google stellt Migrations-Guides für Java, PHP und Python bereit.

Feed-Label-Änderungen beachten

Eine oft übersehene Konsequenz der Migration: Feed-Labels können sich ändern. In der Content API war ein Label wie "DE" für deutsche Produkte üblich. Nach der Migration kann das Format komplexer werden, z.B. "EUR_123456".

Das ist kritisch, wenn Sie Google Ads Kampagnen nach Feed-Labels segmentieren. Nach der Migration müssen Sie möglicherweise: Wie sich der Feed inhaltlich verbessern lässt, beschreibt der Beitrag zur Optimierung des Shopping-Feeds.

  • Kampagnen-Targeting auf neue Labels anpassen
  • Smart Shopping / Performance Max Kampagnen prüfen
  • Berichts-Filter aktualisieren
  • Automatisierte Regeln anpassen

Was passiert, wenn Sie nicht migrieren?

Die Konsequenzen einer versäumten Migration sind erheblich:

  • Feeds stoppen – Keine Produkt-Updates mehr ins Merchant Center
  • Listings verschwinden – Produkte werden aus Google Shopping entfernt
  • Kampagnen brechen ein – Shopping Ads zeigen veraltete oder keine Produkte
  • Umsatzverlust – Direkter Einfluss auf Google-Shopping-Umsätze
Stufenweise Abschaltung

Einen Regelbetrieb gibt es nach dem 18. August 2026 nicht mehr: Seit dem 1. September 2026 schlagen Anfragen ohne bewilligte Verlängerung zeitweise mit HTTP 410 fehl, für Anfang 2027 hat Google die endgültige Abschaltung aller Endpunkte angekündigt (Google Developers).

Checkliste für die Migration

Nutzen Sie diese Checkliste, um Ihre Migration zu planen:

  • Alle API-Integrationen dokumentiert
  • Google Cloud Project verknüpft
  • Neue Endpoints implementiert
  • Identifier-Logik auf name-Feld umgestellt
  • Preisformat auf Micros konvertiert
  • customBatch durch parallele Calls ersetzt
  • Sandbox-Tests erfolgreich
  • Parallelbetrieb ohne Fehler
  • Feed-Labels in Google Ads geprüft
  • Monitoring für neue API eingerichtet

Häufige Fragen zur Merchant API Migration

Die Content API wurde am 18. August 2026 abgeschaltet, die v1beta-Version der Merchant API bereits am 28. Februar 2026. Seit dem 1. September 2026 schlagen Anfragen an die alte Schnittstelle zeitweise fehl, Anfang 2027 folgt die endgültige Abschaltung. Wer noch nicht umgestellt hat, sollte die Migration ohne weiteren Aufschub angehen.

Nein. Wenn Sie Produktdaten ausschließlich über manuelle Datei-Uploads (CSV, XML) oder Google Sheets ins Merchant Center laden, sind Sie nicht betroffen. Die Migration ist nur für programmatische API-Integrationen relevant.

Die meisten Plugin-Anbieter werden Updates bereitstellen. Allerdings ist nicht garantiert, dass das Update automatisch erfolgt. Prüfen Sie aktiv bei Ihrem Plugin-Hersteller den Update-Status und testen Sie nach dem Update die Feed-Funktionalität.

Bei Plugin-basierten Lösungen fallen typischerweise keine zusätzlichen Kosten an – das Update ist im Plugin enthalten. Bei Eigenentwicklungen hängen die Kosten vom Umfang der Anpassungen ab. Rechnen Sie mit Entwicklerzeit für Code-Änderungen und Tests.

Bis zur Abschaltung am 18. August 2026 war ein Parallelbetrieb möglich, und Google hat ihn für die Testphase auch empfohlen. Seither trägt nur noch die Merchant API; die Content API antwortet ohne bewilligte Verlängerung zeitweise mit einem Fehler.

Die Kampagnen selbst ändern sich nicht. Allerdings können sich Feed-Labels ändern, die für Kampagnen-Targeting verwendet werden. Prüfen Sie nach der Migration Ihre Kampagnen-Einstellungen und passen Sie Filter bei Bedarf an.

Jetzt mit der Migration beginnen

Die Migration von der Content API zur Merchant API ist keine Option, sondern Pflicht für alle, die Google Shopping nutzen. Der Stichtag am 18. August 2026 ist verstrichen – wer noch auf der alten Schnittstelle arbeitet, verliert seine Produktlistings, sobald die Fehlerquote steigt. Komplexe Integrationen brauchen dabei Zeit für Planung, Entwicklung und Tests. Was zum Stichtag genau abgeschaltet wurde, steht im Beitrag zum Ende der Content API.

Die gute Nachricht: Die neue Merchant API bringt echte Verbesserungen – höhere Performance, neue Features wie AI-gestützte Produktoptimierung und effizientere Batch-Verarbeitung. Wer früh migriert, profitiert früher von diesen Vorteilen.

Prüfen Sie jetzt Ihre bestehende Integration, kontaktieren Sie Ihre Plugin-Anbieter und planen Sie die Migration. Bei Eigenentwicklungen oder komplexen Setups unterstützen wir Sie gerne bei der reibungslosen Umstellung.