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In einfachen Worten: Worum geht es auf dieser Seite?

In diesem Beitrag geht es um Aufträge, die per Mail oder Datei kommen. Künstliche Intelligenz liest sie aus und legt sie im Firmenprogramm an. Vorher gleicht sie Kunden und Artikel ab. Ein Mensch gibt den Auftrag frei. Fragen Sie uns, wie das bei Ihnen aussehen kann.

Bestellungen im B2B kommen selten so an, wie das ERP sie braucht. Sie stehen im Text einer E-Mail, in einem PDF aus dem Einkaufssystem des Kunden, auf einem eingescannten Bestellformular oder in einer Excel-Liste. Im Innendienst liest jemand die Bestellung, sucht Kundennummer und Artikel heraus und tippt den Auftrag ab. Genau dort bremst der Vertrieb: 39 Prozent von 200 befragten Großhändlern und Herstellern nennen den hohen manuellen Aufwand bei der Angebots- und Auftragserfassung als eine der größten Bremsen ihrer Vertriebsprozesse (ECC KÖLN). Dieser Beitrag zeigt, wie KI-gestützte Auftragserfassung Bestellungen aus Mail und PDF liest, mit Kunden- und Artikelstamm abgleicht und als Auftrag zur Freigabe im ERP anlegt, wo feste Regeln prüfen und wo ein Mensch das letzte Wort behält. Die technische Grundlage beschreiben wir auf der Seite zur KI-Dokumentenverarbeitung.

Warum die Auftragserfassung zum Engpass wird

Für das B2BEST Barometer hat das ECC KÖLN im Juli 2026 200 Großhändler und Hersteller zu Vertrieb und Vertriebsunterstützung befragt. Rund vier von zehn Unternehmen (39 Prozent) verwenden mehr als 40 Prozent ihrer Vertriebszeit auf administrative und wiederkehrende Aufgaben, bei 8 Prozent sind es sogar mehr als 60 Prozent (ECC KÖLN).

Am häufigsten genannt wird dabei der hohe manuelle Aufwand bei der Angebots- und Auftragserfassung: 39 Prozent der Befragten zählen ihn zu den größten Bremsen ihrer Vertriebsprozesse (ECC KÖLN). Es folgen fehlende Verknüpfungen zwischen Vertrieb, Onlineshop, ERP und CRM mit 34 Prozent und komplexe interne Abstimmungen mit 33 Prozent (ECC KÖLN). Beides hängt zusammen: Wo Shop, ERP und Postfach nicht miteinander verbunden sind, wird jede Bestellung, die nicht über den Shop kommt, zur Handarbeit.

Gleichzeitig steigt das Tempo, das Kunden erwarten. 74 Prozent der befragten Unternehmen halten das Risiko für hoch, Kunden zu verlieren, wenn Anfragen nicht am selben Tag beantwortet werden (ECC KÖLN). Eine Bestellung, die um halb fünf eingeht und am nächsten Vormittag abgetippt wird, bekommt ihre Auftragsbestätigung einen Tag später. Dazu kommen Tippfehler, die erst bei Kommissionierung oder Rechnung auffallen: eine verwechselte Kundenartikelnummer, Karton statt Stück, ein Preis aus der alten Liste.

Der erste Kontakt der Bestellung mit Ihren Systemen

Was bei der Auftragserfassung falsch ankommt, zieht sich bis zur Rechnung. Automatisierung mit festen Prüfregeln lohnt sich deshalb auch wegen der Fehler, die früh auffallen.

Strukturiert, halbstrukturiert, frei: woher Bestellungen kommen

Nicht jede Bestellung braucht KI. Wer mit einem Kunden Bestellungen als EDI-Nachricht austauscht, bekommt sie bereits in einem vereinbarten, maschinenlesbaren Format; wie das funktioniert, beschreibt unser Beitrag zur EDI-Integration. Bestellungen aus dem B2B-Shop entstehen ebenfalls strukturiert, etwa über eine Schnellbestellung für Stammkunden. Für alles andere führt der Weg ins ERP heute meist über die Tastatur.

EingangStrukturHeutiger Weg ins ERPAufgabe der KI
EDI-Nachrichtstrukturiert, vereinbartes Formatautomatischer Importkeine für die Erfassung
Bestellung im B2B-Shopstrukturiert, Daten aus dem ShopÜbergabe über die Shop-Schnittstellekeine für die Erfassung
PDF aus dem Einkaufssystem des Kundenhalbstrukturiert, Layout je KundeabtippenKopf und Positionen lesen, Kundenartikelnummern zuordnen
E-Mail mit Freitextunstrukturiertabtippen, oft mit RückfragePositionen ableiten, Unklares markieren
Scan, Fax, Fotounstrukturiert, Bildqualität schwanktabtippenTexterkennung, danach wie beim PDF
Excel- oder CSV-Listetabellarisch, Spalten je KundeImport mit Spaltenzuordnung von HandSpalten erkennen und zuordnen

Dieser Beitrag behandelt die unteren vier Zeilen. Sie verschwinden auch dann nicht, wenn ein Shop vorhanden ist: Viele Einkäufer bestellen aus ihrem eigenen System heraus, und dessen Bestellung kommt als PDF. Digitale Selbstbedienung ist zudem oft noch im Aufbau: Ein Drittel der befragten Großhändler und Hersteller bietet umfassende Self-Service-Angebote, 56 Prozent verfügen lediglich über Basisfunktionen wie einfache Bestellmöglichkeiten (ECC KÖLN). Wer Anfragen statt Bestellungen digital abbilden möchte, findet den Weg dafür im Beitrag zum RFQ-Workflow im B2B-Shop.

Wie KI eine Bestellung liest

Technisch ist KI-gestützte Auftragserfassung keine einzelne Funktion, sondern eine Kette aus klar getrennten Schritten mit je eigener Prüfung, damit ein Fehler nicht unbemerkt weiterwandert.

  1. Postfach abholen: Ein Dienst ruft das Bestellpostfach ab, legt Mail und Anhänge unverändert ab und vergibt eine Vorgangsnummer. Doppelte Zusendungen werden erkannt.
  2. Einordnen: Ist es eine Bestellung, eine Änderung, eine Stornierung, eine Anfrage, eine Reklamation oder ein Lieferavis? Nur Bestellungen und Änderungen laufen weiter, alles andere geht an die zuständige Stelle.
  3. Auslesen: Kopfdaten wie Absender, Bestellnummer des Kunden, Bestelldatum, Lieferadresse und Wunschtermin, dazu die Positionen mit Kundenartikelnummer, Bezeichnung, Menge, Einheit und, falls angegeben, Preis. PDFs mit Textebene werden direkt gelesen, Scans und Faxe über Texterkennung.
  4. Abgleichen: Kunde und Artikel werden gegen die Stammdaten im ERP aufgelöst, Einheiten umgerechnet und Preise verglichen.
  5. Prüfen: Feste Regeln und die Sicherheit je Feld entscheiden, ob der Auftrag zur schnellen Bestätigung oder zur genauen Prüfung geht.
  6. Übergeben: Der Auftrag wird im ERP angelegt, zunächst in einem Status, der eine Freigabe verlangt.

Für das Auslesen kommen Sprachmodelle zum Einsatz, die Text und Tabellenlayout gemeinsam verarbeiten. Entscheidend ist, was sie zurückgeben: keinen Fließtext, sondern ein festes Datenformat, in dem jedes Feld seinen Wert, seine Fundstelle im Dokument und eine Einschätzung trägt, wie sicher die Zuordnung ist. Dieses Format prüft anschließend gewöhnlicher Programmcode: Ist die Menge eine Zahl, existiert die Einheit, passt das Datum? Was das Modell liefert, ist ein Vorschlag, kein Buchungssatz.

Textanalyse ist dabei längst keine Nische mehr. 26 Prozent der Unternehmen in Deutschland mit mindestens zehn Beschäftigten nutzten 2025 KI (Destatis). Von diesen setzten 52 Prozent Text Mining ein, 27 Prozent nutzten KI zur Automatisierung von Arbeitsabläufen oder Entscheidungen (Destatis). Die Bausteine, die eine Bestellung lesen, gehören damit zu den verbreitetsten KI-Anwendungen; der Aufwand liegt in der Einbettung in Ihre Abläufe. Wie Textanalyse im Shop Produkte automatisch den passenden Kategorien zuordnet, zeigt unsere Seite zur KI-Kategorie-Automation.

Erst zählen, dann automatisieren

Vor jeder Technik lohnt ein Blick in das Bestellpostfach: Wie viele Bestellungen kommen je Woche, in welchen Formaten und von welchen Kunden? Diese Zählung zeigt, wo ein Pilot anfängt.

Der Abgleich mit Kunden- und Artikelstamm

Auslesen ist der leichtere Teil. Schwieriger ist die Frage, welcher Kunde und welcher Artikel gemeint ist. Eine Bestellung nennt den Kunden mit Firmenname und Absenderadresse, selten mit Ihrer Kundennummer. Und sie nennt Artikel in der Sprache des Kunden: mit seiner eigenen Materialnummer, einer gekürzten Bezeichnung oder der Nummer des Herstellers. Der Abgleich übersetzt diese Angaben in Ihre Stammdaten.

Kunde erkennen

Absenderdomain, Rechnungs- und Lieferanschrift, USt-IdNr. und frühere Bestellungen ergeben zusammen einen Treffer im Kundenstamm. Ist die Absenderadresse unbekannt, prüft ein Mensch, bevor ein Auftrag entsteht.

Kundenartikelnummern zuordnen

Eine Zuordnungstabelle je Kunde verknüpft seine Materialnummern mit Ihren Artikelnummern und wächst mit jeder bestätigten Bestellung. Für neue Nummern schlägt die KI Kandidaten anhand von Bezeichnung, EAN oder Herstellernummer vor.

Einheiten und Gebinde

Zehn Karton sind nicht zehn Stück. Verpackungseinheiten und Mindestmengen aus dem Artikelstamm bestimmen, wie die Menge umgerechnet wird; mehr dazu im Beitrag zu Verpackungseinheiten und Mindestmengen.

Preise und Konditionen

Nennt die Bestellung Preise, werden sie gegen die hinterlegten Kundenpreise aus dem ERP geprüft. Eine Abweichung ist ein Prüffall, keine stille Korrektur.

Die Zuordnungstabelle ist das eigentliche Kapital des Systems. Mit jeder bestätigten Bestellung kennt es mehr Kundenartikelnummern, und der Anteil der Positionen, die ohne Rückfrage zugeordnet werden, steigt. Wichtig ist, wo diese Tabelle liegt: im ERP oder in einer eigenen Datenbank, nicht im Gedächtnis eines Modells. Dann bleibt jede Zuordnung nachvollziehbar und korrigierbar.

Plausibilitätsprüfung: Regeln vor jeder Freigabe

Die Sicherheit je Feld allein reicht nicht. Ein Modell kann sich bei einer korrekt gelesenen, aber geschäftlich unsinnigen Bestellung sehr sicher sein: die zehnfache Menge, eine Lieferung an eine fremde Adresse, ein Preis aus dem Vorjahr. Deshalb läuft nach dem Auslesen ein Satz fester Regeln, die Ihr Vertrieb kennt und die sich ohne KI nachvollziehen lassen. Jede verletzte Regel schickt den Auftrag in die Prüfung und nennt den Grund.

  • Doppelte Bestellung: dieselbe Bestellnummer des Kunden oder dieselben Positionen in kurzem Abstand
  • Menge außerhalb der üblichen Spanne dieses Kunden für diesen Artikel
  • Mindestmenge oder Verpackungseinheit nicht eingehalten
  • Preis in der Bestellung weicht vom hinterlegten Kundenpreis ab
  • Wunschtermin liegt vor der möglichen Lieferzeit
  • Lieferadresse ist neu oder weicht von den hinterlegten Adressen ab
  • Kreditlimit überschritten oder Kunde gesperrt, siehe Kreditlimits im B2B steuern
  • Artikel ausgelaufen, gesperrt oder für diesen Kunden nicht freigegeben

Die Regeln haben auch eine rechtliche Seite. In vielen Fällen ist die Bestellung des Kunden der Antrag und Ihre Auftragsbestätigung die Annahme. Ein Antrag unter Abwesenden kann nur bis zu dem Zeitpunkt angenommen werden, in dem der Antragende den Eingang der Antwort unter regelmäßigen Umständen erwarten darf (§ 147 Abs. 2 BGB), und eine verspätete Annahme gilt als neuer Antrag (§ 150 Abs. 1 BGB). Eine Bestätigung, die vom Antrag abweicht, behandelt das Gesetz als Ablehnung:

Eine Annahme unter Erweiterungen, Einschränkungen oder sonstigen Änderungen gilt als Ablehnung verbunden mit einem neuen Antrag.

§ 150 Abs. 2 BGB

Eine Abweichung, die beim Erfassen still korrigiert wird, ändert also den Vertrag, den Sie dem Kunden anbieten. Deshalb gehört jede Abweichung sichtbar in die Prüfmaske und, wenn sie bestehen bleibt, ausdrücklich in die Auftragsbestätigung. Die rechtliche Einordnung im Einzelfall, etwa nach einem vorher abgegebenen Angebot, klärt Ihre Rechtsberatung.

Lesen, prüfen, entscheiden

Faustregel für den Regelsatz: Was ein erfahrener Innendienst heute beim Abtippen bemerkt, gehört als Regel ins System. Die KI liest, die Regeln prüfen, der Mensch entscheidet.

Freigabe durch Menschen: wer was entscheidet

Die Prüfmaske ist der Arbeitsplatz des Innendiensts: links das Original, rechts die ausgelesenen Felder, unsichere oder auffällige Felder markiert und mit einem Grund versehen. Bestätigen braucht einen Klick, Korrekturen werden protokolliert und fließen in die Zuordnungstabelle zurück. So bleibt die Verantwortung beim Menschen, ohne dass jede Zeile neu getippt werden muss.

StufeWannWas der Innendienst tut
Prüfungneuer Kunde, neue Lieferadresse, neue Kundenartikelnummer oder verletzte RegelFeld für Feld prüfen, Zuordnung bestätigen oder korrigieren
Bestätigungbekannter Kunde und Artikel, alle Regeln erfüllt, einzelne Felder unsichermarkierte Felder ansehen, Auftrag freigeben
Stichprobewiederkehrende Bestellung, alle Felder sicher, im Pilot über Wochen stabil gemessenAuftrag läuft durch, ein Teil wird nachträglich geprüft

Wo die Grenzen zwischen den Stufen liegen, legen Sie fest, und zwar nach Messung statt nach Gefühl. Im Pilot wird für jedes Feld gezählt, wie oft der ausgelesene Wert ohne Korrektur stimmte. Erst wenn ein Kunde, ein Feld und ein Artikelkreis über Wochen stabil sind, lohnt es, dort die Prüfung auf Stichproben zu reduzieren. Beträge und Lieferadressen bleiben in der Regel in der Prüfung. Wie Schwellenwerte und Freigaben bei automatisierten Entscheidungen grundsätzlich funktionieren, beschreibt unsere Seite zur automatisierten Entscheidungsfindung.

Die Freigabe ist dabei kein Bremsklotz: Geprüft wird ein vorbereiteter Auftrag, und die Auftragsbestätigung kann am selben Tag hinausgehen. 78 Prozent der im März 2026 befragten 200 Großhändler und Hersteller sehen großes Potenzial der KI darin, Kundenanfragen schneller und qualitativ hochwertiger zu bearbeiten (ECC KÖLN), und 77 Prozent der im Juli Befragten meinen, dass KI die Erwartungen an schnelle Reaktionszeiten deutlich erhöht hat (ECC KÖLN). Eine gesetzliche Pflicht, den Eingang unverzüglich elektronisch zu bestätigen, besteht bei einer Bestellung per E-Mail dagegen in der Regel nicht: Die entsprechenden Pflichten im elektronischen Geschäftsverkehr gelten nicht, wenn der Vertrag ausschließlich durch individuelle Kommunikation geschlossen wird (§ 312i Abs. 2 BGB). Der Zeitdruck kommt aus der Erwartung der Kunden, nicht aus dem Gesetz.

Übergabe ins ERP: anlegen statt abtippen

Am Ende steht ein Auftrag im ERP, kein PDF mit Markierungen. Dafür braucht es eine Schnittstelle, die Aufträge mit Kopf- und Positionsdaten anlegen kann, und eine klare Regel, in welchem Status sie ankommen. Bewährt hat sich ein eigener Status wie „zur Freigabe“ oder eine Vorerfassung, aus der der Innendienst den Auftrag freigibt. Danach läuft alles wie gewohnt: Verfügbarkeitsprüfung, Auftragsbestätigung aus dem ERP, Kommissionierung und Rechnung.

  • SAP Business One: Verkaufsaufträge über den Service Layer anlegen, Details zur Anbindung von SAP Business One
  • Microsoft Dynamics 365 Business Central und Dynamics NAV: Verkaufsaufträge über die Programmierschnittstellen beziehungsweise Webdienste, siehe Anbindung von Microsoft Dynamics. Was das Supportende von Dynamics NAV 2017 für bestehende Anbindungen bedeutet, beschreibt der Beitrag Dynamics NAV 2017: Supportende und Shop-Anbindung.
  • JTL-Wawi: Aufträge über die Schnittstellen der Warenwirtschaft anlegen
  • Andere oder eigene Systeme: über eine individuell entwickelte Anbindung

Die Schnittstelle schreibt zurück: Auftragsnummer, Status und Abweichungen landen beim Vorgang, und das Original der Bestellung wird mit dem Auftrag verknüpft. Der Engpass liegt dabei selten im Modell, sondern in der Anbindung: Als eine der größten Hürden beim Einsatz von KI nennen 44 Prozent der befragten Großhändler und Hersteller die Integration in bestehende Systeme (ECC KÖLN). Einen Überblick über die Systeme, die wir anbinden, gibt die Seite Schnittstellen.

Sicherheit: wenn die Bestellung selbst der Angriff ist

Eine Bestellung im Postfach ist Fremdinhalt. Wer sie von einem Sprachmodell lesen lässt, muss damit rechnen, dass jemand versucht, das Modell über genau diesen Inhalt zu steuern. Die Liste des OWASP-Projekts zu Risiken von Anwendungen mit Sprachmodellen führt Prompt Injection unter der Kennung LLM01:2025 und beschreibt ausdrücklich die indirekte Variante, bei der ein Modell Eingaben aus externen Quellen wie Websites oder Dateien verarbeitet (OWASP). Solche Anweisungen müssen für Menschen nicht sichtbar sein; es genügt, dass das Modell den Inhalt verarbeitet (OWASP). Weiße Schrift auf weißem Grund in einem PDF ist dafür ein naheliegendes Beispiel.

Das Modell liest nur

Es hat keine Rechte im ERP und liefert ein festes Datenformat, das Programmcode prüft (OWASP). Angelegt wird der Auftrag von der Schnittstelle mit eigenen, eng begrenzten Zugangsdaten.

Fremdinhalt bleibt Inhalt

Arbeitsanweisung und Bestelltext werden getrennt übergeben, damit Anweisungen im Dokument möglichst wenig Einfluss auf das Ergebnis haben. Ausführen kann das Modell sie nicht, weil es keine Rechte hat, und auch ein verfälschter Wert durchläuft Regeln und Prüfmaske.

Freigabe für Riskantes

Neue Lieferadressen, unbekannte Absender und ungewöhnliche Mengen gehen an einen Menschen, wie es OWASP für privilegierte Vorgänge empfiehlt (OWASP).

Absender prüfen

Die Ergebnisse der Absenderprüfung eingehender Mails fließen als Signal ein. Wie SPF, DKIM und DMARC funktionieren, erklärt der Beitrag zur E-Mail-Zustellbarkeit.

Unabhängig von KI gibt es Betrugsversuche mit Bestellungen, die im Namen bekannter Kunden Ware an eine neue Lieferadresse ordern. Die Regel „neue Lieferadresse geht in die Prüfung“ schützt hier unabhängig davon, wie gut das Modell liest. Wie sich KI-Funktionen grundsätzlich gegen manipulierte Eingaben absichern lassen, beschreibt der Beitrag Prompt Injection: KI-Features im Shop absichern.

Datenschutz, Betrieb und Aufbewahrung

Bestellungen enthalten personenbezogene Daten: Namen und Telefonnummern von Einkäufern, Lieferadressen. Läuft die Verarbeitung bei einem Dienstleister, braucht es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, der unter anderem Gegenstand, Dauer, Art und Zweck der Verarbeitung festlegt (Art. 28 Abs. 3 DSGVO). Wer die Dokumente gar nicht aus dem Haus geben möchte, betreibt die Modelle auf eigener Infrastruktur; was das technisch bedeutet, beschreibt der Beitrag KI im Shop ohne Datenabfluss. Dass die Frage Gewicht hat, zeigt das Barometer: 37 Prozent der befragten Großhändler und Hersteller nennen Datenschutz- und Sicherheitsrisiken als Hürde beim Einsatz von KI (ECC KÖLN).

Hinzu kommt die Aufbewahrung. Eine Bestellung per E-Mail ist in der Regel ein empfangener Handelsbrief. Kaufleute bewahren empfangene Handelsbriefe sechs Jahre auf (§ 257 Abs. 4 HGB), und auch steuerlich gilt für empfangene Handels- oder Geschäftsbriefe eine Frist von sechs Jahren (§ 147 Abs. 3 AO). Wird elektronisch aufbewahrt, muss die Wiedergabe mit dem empfangenen Handelsbrief bildlich übereinstimmen, wenn sie lesbar gemacht wird (§ 257 Abs. 3 HGB). Für die Auftragserfassung heißt das: Das Original bleibt unverändert neben dem Auftrag liegen, die ausgelesenen Werte und jede Korrektur werden zusätzlich protokolliert. Die steuerliche und rechtliche Bewertung im Einzelfall liegt bei Ihrer Steuerberatung.

Einführung in vier Schritten

  1. Bestellungen zählen und sortieren: Einige Wochen Posteingang auswerten: Kanäle, Formate, Kunden und der Anteil der Bestellungen mit Rückfrage. Daraus ergibt sich der Startpunkt, häufig die PDF-Bestellungen der Kunden mit dem größten Volumen.
  2. Regeln und Zuständigkeiten festlegen: Welche Prüfungen gelten, welche Schwellen je Feld, wer gibt frei und was passiert mit Bestellungen, die außerhalb der Arbeitszeit eingehen?
  3. Pilot parallel zum bisherigen Weg: Die KI bereitet Aufträge vor, der Innendienst erfasst zunächst weiter wie gewohnt, verglichen wird je Feld.
  4. Betrieb und Ausbau: Schrittweise kommen weitere Kunden und Formate dazu, und dort, wo die Messung es trägt, ersetzen Stichproben die vollständige Prüfung.

Viele Unternehmen stehen an genau dieser Schwelle: 39 Prozent der im März 2026 befragten Großhändler und Hersteller setzen KI bereits zur Automatisierung interner Workflows ein (ECC KÖLN). Zu einem Werkzeug, auf das sich der Innendienst verlassen kann, wird KI aber erst durch Messung und eine saubere Anbindung an das ERP.

Pauschale Quoten sagen wenig

Entscheidend ist nicht eine allgemeine Erkennungsquote, sondern wie oft die Felder Ihrer Kunden ohne Korrektur stimmen. Das zeigt erst ein Pilot mit Ihren eigenen Bestellungen.

Kennzahlen, an denen Sie den Nutzen messen

Ob sich die Umstellung lohnt, zeigen wenige Kennzahlen. Wichtig ist, sie schon vor dem Pilot für den bisherigen Weg zu erheben, sonst fehlt der Vergleich.

KennzahlWas sie zeigtWoher sie kommt
Durchlaufzeit bis zur Auftragsbestätigungob Bestellungen am selben Tag bestätigt werdenEingang der Mail und Versand der Auftragsbestätigung
Anteil ohne Korrekturwie gut Auslesen und Zuordnung je Kunde funktionierenbestätigte Felder ohne Änderung im Verhältnis zu allen Feldern
Korrekturen je Feldwo Regeln oder Zuordnungstabelle nachgeschärft werdenProtokoll der Prüfmaske
Rückfragen beim Kundenob Unklares früh erkannt wirdRückfragen je hundert Bestellungen
Folgefehlerwas trotz Prüfung durchrutschtGutschriften und Nachlieferungen mit der Ursache Erfassung

Die Wirkung zeigt sich vor allem im Vertrieb: Zeit, die heute ins Abtippen fließt, steht für Beratung und für Anfragen zur Verfügung, die mehr verlangen als eine Bestätigung. Wie Auftragserfassung, Shop und ERP im B2B-Vertrieb zusammenspielen, beschreibt unsere Seite zum B2B-E-Commerce.

So setzen wir KI-Auftragserfassung um

Wir entwickeln die Auftragserfassung individuell für Ihre Bestellwege und Ihr ERP. Grundlage ist unsere KI-Dokumentenverarbeitung: Postfach abholen, Dokumente einordnen und auslesen, die Sicherheit je Feld ausweisen, unsichere Fälle in einer Prüfmaske vorlegen und den Datensatz an das Zielsystem übergeben.

Erfassung

Mail-Text, PDF, Scan und Excel, Zuordnungstabellen für Kundenartikelnummern und Regeln nach Ihren Vorgaben.

Anbindung

Aufträge im ERP anlegen, Auftragsnummer und Status zurückmelden, das Original mit dem Vorgang verknüpfen.

Betrieb

Gehostet über unser Hosting mit Vertrag zur Auftragsverarbeitung oder auf Ihrer eigenen Infrastruktur.

Schneller bestätigen, ohne die Kontrolle abzugeben

Bestellungen per Mail und PDF bleiben im B2B auf absehbare Zeit Alltag, auch neben EDI und Shop. KI-gestützte Auftragserfassung verschiebt die Arbeit daran vom Abtippen zum Prüfen: Sie liest, gleicht ab und bereitet vor, feste Regeln fangen ab, was geschäftlich nicht passt, und der Innendienst entscheidet. So kann die Auftragsbestätigung früher hinausgehen, und die Entscheidung bleibt im Haus.

Quellen und Studien

Dieser Beitrag stützt sich auf zwei Pressemitteilungen des ECC KÖLN zum B2BEST Barometer: Vol. 23 vom 17.09.2026 (Befragung von 200 Großhändlern und Herstellern im Juli 2026) und die Ausgabe vom 29.04.2026 (Befragung von 200 Großhändlern und Herstellern im März 2026). Dazu kommen die Tabellen des Statistischen Bundesamts zur KI-Nutzung 2025 (Destatis, Stand 24.11.2025), die Beschreibung von Prompt Injection als LLM01:2025 durch das OWASP Gen AI Security Project sowie der Wortlaut von §§ 147, 150 und 312i BGB, § 257 HGB, § 147 AO und Art. 28 DSGVO. Alle Quellen wurden am 05.10.2026 abgerufen. Die rechtlichen Hinweise ersetzen keine Beratung im Einzelfall.

Eine Kette aus Postfach-Abholung, Auslesen, Abgleich mit Kunden- und Artikelstamm, Regelprüfung und Übergabe an das ERP. Die KI liest Bestellungen aus Mail-Text, PDF, Scan oder Excel und schlägt einen Auftrag vor; feste Regeln prüfen ihn, und der Innendienst gibt ihn frei.

Nein. EDI und Shop liefern Bestellungen bereits strukturiert und bleiben der direkte Weg, wo Kunden sie nutzen. Die KI-gestützte Erfassung übernimmt die Bestellungen, die weiterhin per Mail, PDF, Scan oder Liste kommen.

Typischerweise mit den PDF-Bestellungen weniger Kunden, die viel und regelmäßig bestellen. Ihre Layouts wiederholen sich, die Zuordnungstabelle füllt sich schnell, und der Effekt ist früh messbar. Freitext-Mails und Scans kommen danach dazu.

Eine pauschale Zahl gibt es nicht, sie hängt von Dokumentart, Layout und Bildqualität ab. Im Pilot wird je Feld an Ihren eigenen Bestellungen gemessen, wie oft der Wert ohne Korrektur stimmt. Was unter der festgelegten Schwelle liegt, prüft eine Person.

Zu Beginn ja. Wo die Messung über Wochen stabile Ergebnisse zeigt, etwa bei wiederkehrenden Bestellungen bekannter Kunden, kann die Vollprüfung durch Stichproben ersetzt werden. Neue Lieferadressen, Preisabweichungen und verletzte Regeln gehen in der Regel weiter an einen Menschen.

Das hängt von der Betriebsform ab. Im gehosteten Betrieb verarbeitet ein Dienstleister die Dokumente auf Grundlage eines Vertrags zur Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO). Alternativ laufen die Modelle auf Ihrer eigenen Infrastruktur, dann verlassen die Dokumente Ihr Netz nicht. Die Wahl richtet sich nach Datenart, Menge und Ihren Vorgaben.