Aktuelle Beiträge Zum Blog
In einfachen Worten: Worum geht es auf dieser Seite?

In diesem Beitrag geht es um eine alte Version der Programmiersprache hinter vielen Seiten. Für sie gibt es bald keine Sicherheitsupdates mehr. Viele WordPress-Seiten laufen noch darauf. Wir erklären, was Betreiber jetzt planen sollten. Lesen Sie weiter oder fragen Sie uns.

Zum 31. Dezember 2026 endet die Sicherheitsversorgung für PHP 8.2: Danach veröffentlicht das PHP-Projekt für diesen Zweig keine Sicherheitskorrekturen mehr (php.net). Für WordPress ist das keine Randnotiz, denn 24,5 Prozent der an WordPress.org meldenden WordPress-Installationen laufen auf PHP 8.2 (WordPress.org, Stand 27.09.2026). Dieser Leitfaden zeigt, wie Betreiber von WordPress-Websites und WordPress-Shops den Wechsel auf PHP 8.3 oder 8.4 bis zum Jahresende planen, prüfen und umsetzen: von der Bestandsaufnahme über den Test in einer Staging-Umgebung bis zur Umstellung beim Hoster. Wer diese Arbeit nicht selbst übernehmen möchte, findet sie in unserer WordPress-Wartung als festen Bestandteil der laufenden Betreuung.

Was am 31. Dezember 2026 endet

PHP 8.2 erschien am 8. Dezember 2022 (php.net). Die aktive Unterstützung mit regulären Fehlerkorrekturen endete am 31. Dezember 2024; seitdem erhält der Zweig nur noch Sicherheitskorrekturen (php.net). Diese Phase läuft laut php.net bis zum 31. Dezember 2026. Danach erreicht der Zweig sein Lebensende und wird vom PHP-Projekt nicht mehr unterstützt (php.net). Für Betreiber heißt das: Wird nach dem Jahreswechsel eine Sicherheitslücke in PHP bekannt, die auch 8.2 betrifft, gibt es dafür keine Korrektur mehr vom PHP-Projekt.

Dass PHP-Zweige vier Jahre lang versorgt werden, ist eine vergleichsweise junge Regel. Der 2024 angenommene RFC zum Release-Zyklus legt vier Jahre fest: zwei Jahre Fehlerkorrekturen, danach zwei Jahre Sicherheitskorrekturen (PHP-Wiki). Beide Phasen enden laut RFC jeweils am 31. Dezember (PHP-Wiki). Die Änderungen galten sofort für alle damals unterstützten Zweige ab PHP 8.2 (PHP-Wiki); PHP 8.1 erhielt ein zusätzliches Jahr Sicherheitskorrekturen und erreichte sein Lebensende am 31. Dezember 2025 mit Version 8.1.34 (PHP-Wiki, php.net). PHP 7.4 lief noch nach der früheren, kürzeren Regel und ist seit dem 28. November 2022 am Lebensende (php.net). Ähnliche Fristen betreffen auch die Datenbank, wie der Beitrag zum Supportende von MySQL 8.0 zeigt: Laufzeitumgebung und Datenbank gehören in denselben Wartungsplan.

Nach dieser zweijährigen Phase aktiver Unterstützung wird jeder Zweig zwei weitere Jahre nur noch bei kritischen Sicherheitsproblemen versorgt.

The PHP Group, php.net: Supported Versions (eigene Übersetzung)
PHP-ZweigSicherheitskorrekturen bis (laut php.net)Zeitgewinn gegenüber PHP 8.2
PHP 7.4Lebensende am 28. November 2022bereits ohne Korrekturen
PHP 8.1Lebensende am 31. Dezember 2025, letzte Version 8.1.34bereits ohne Korrekturen
PHP 8.231. Dezember 2026Ausgangspunkt
PHP 8.331. Dezember 2027ein Jahr
PHP 8.431. Dezember 2028zwei Jahre
PHP 8.531. Dezember 2029drei Jahre

Bis zum Jahresende versorgt das PHP-Projekt den Zweig 8.2 weiter mit Sicherheitskorrekturen, sofern sie nötig werden. Beim Abruf am 27. September 2026 war die jüngste Veröffentlichung PHP 8.2.34 vom 24. September 2026, gekennzeichnet als Sicherheitsrelease; die vorherige, PHP 8.2.33, erschien am 30. Juli 2026 (php.net). Wer 8.2 heute betreibt, sollte also nicht nur den Wechsel planen, sondern bis dahin auch die laufenden Korrekturen einspielen. Ob einzelne Hoster oder Linux-Distributionen 8.2 nach dem Jahreswechsel mit eigenen Korrekturen weiterversorgen, lässt sich nicht allgemein sagen. Das kann nur der jeweilige Anbieter beantworten, und eine solche Zusage sollte schriftlich vorliegen, bevor man sich darauf verlässt.

Was das Datum nicht bedeutet

Am 1. Januar 2027 hört eine Website mit PHP 8.2 nicht auf zu funktionieren. Sie läuft weiter, erhält aber keine Sicherheitskorrekturen mehr vom PHP-Projekt (php.net). Das Risiko steigt also nicht an einem Stichtag sprunghaft, sondern mit jeder später bekannt werdenden Lücke, für die das PHP-Projekt keine Korrektur mehr liefert.

Wie verbreitet PHP 8.2 bei WordPress ist

WordPress.org veröffentlicht, auf welchen PHP-Versionen die an WordPress.org meldenden WordPress-Installationen laufen. Beim Abruf am 27.09.2026 entfielen 24,535 Prozent auf PHP 8.2, gerundet 24,5 Prozent (WordPress.org). Am stärksten vertreten war PHP 8.3 mit 25,748 Prozent, gerundet 25,7 Prozent (WordPress.org, Stand 27.09.2026). PHP 8.2 folgt damit direkt hinter 8.3 und ist im WordPress-Bestand kein Randfall. Die folgenden Summen sind eigene Additionen über die einzelnen Felder der Statistik.

PHP 8.2 oder älter

Zusammengerechnet laufen 62,181 Prozent der an WordPress.org meldenden WordPress-Installationen auf PHP 8.2 oder älter, gerundet 62 Prozent (WordPress.org, Stand 27.09.2026, eigene Summe).

Zweige am Lebensende

Auf Zweigen, die laut php.net bereits ihr Lebensende erreicht haben (4.4 bis 8.1), laufen zusammengerechnet 37,6 Prozent der an WordPress.org meldenden WordPress-Installationen (WordPress.org, Stand 27.09.2026, eigene Summe). Sie erhalten vom PHP-Projekt keine Sicherheitskorrekturen mehr.

PHP 7.4 allein

Auf PHP 7.4, seit dem 28. November 2022 am Lebensende, laufen noch 16,7 Prozent der an WordPress.org meldenden WordPress-Installationen (WordPress.org, Stand 27.09.2026; php.net).

PHP 8.3 oder neuer

Zusammengerechnet 37,8 Prozent laufen auf PHP 8.3 oder neuer (WordPress.org, Stand 27.09.2026, eigene Summe). Darin stecken 0,012 Prozent auf PHP 8.6, dessen allgemeine Verfügbarkeit laut PHP-Wiki erst für den 19. November 2026 geplant ist.

Legt man diese Zahlen neben den Kalender, ergibt sich ein deutliches Bild: Bliebe es bei dieser Verteilung, stünde ab dem 1. Januar 2027 die Mehrheit der an WordPress.org meldenden WordPress-Installationen auf Zweigen, für die das PHP-Projekt keine Sicherheitskorrekturen mehr veröffentlicht. Zusammengerechnet 62 Prozent auf PHP 8.2 oder älter stehen 37,8 Prozent auf 8.3 oder neuer gegenüber (WordPress.org, Stand 27.09.2026; php.net). Wie stark sich die Verteilung bis dahin verschiebt, ist offen. Der Abstand zeigt aber, wie viele Installationen den Wechsel noch vor sich haben.

Eine zweite Zählung stammt von W3Techs. Deren Stichprobe umfasst nach eigener Angabe weit über 20 Millionen Websites (W3Techs). Innerhalb der Websites mit PHP 8 laufen dort 29,4 Prozent auf PHP 8.2 und 33,2 Prozent auf PHP 8.3; 8.3 ist damit der größte Unterzweig von PHP 8 (W3Techs, Stand 1. September 2026). Unter allen Websites mit PHP laufen laut W3Techs noch 28,7 Prozent auf der Hauptversion 7 (W3Techs, Stand 1. September 2026); deren letzter Zweig 7.4 erhält seit dem 28. November 2022 keine Sicherheitskorrekturen mehr (php.net).

Zwei Zählungen, zwei Grundgesamtheiten

Die Zahlen von WordPress.org und W3Techs lassen sich nicht verrechnen. WordPress.org zählt meldende WordPress-Installationen, W3Techs zählt Websites mit PHP 8 oder mit PHP in einer eigenen Stichprobe des sogenannten „relevant web“. Die 29,4 Prozent für PHP 8.2 bei W3Techs beziehen sich nur auf Websites mit PHP 8, nicht auf alle PHP-Websites (W3Techs). Für die Planung zählt ohnehin die eigene Installation: Welche Version dort läuft, zeigt eine Abfrage in wenigen Sekunden.

Was WordPress empfiehlt und was es noch zulässt

WordPress.org empfiehlt für den Betrieb von WordPress PHP 8.3 oder neuer (WordPress.org). Gleichzeitig läuft WordPress laut WordPress.org in Altumgebungen, in denen nur ältere Versionen verfügbar sind, auch mit PHP 7.4 oder neuer und MySQL 5.5.5 oder neuer (WordPress.org). Das ist eine Aussage über Lauffähigkeit, keine Empfehlung: WordPress.org weist im selben Hinweis darauf hin, dass diese älteren Versionen ihr offizielles Lebensende erreicht haben und die Website Sicherheitslücken aussetzen können. Laut php.net trifft das für PHP 7.4 bis 8.1 zu (php.net); PHP 8.2 erreicht diesen Punkt erst nach dem 31. Dezember 2026.

Für WordPress 7.0 und 7.1 nennt die Kompatibilitätstabelle jeweils PHP 7.4 bis 8.5 als kompatibel, PHP 7.3 und älter nicht mehr (WordPress.org). Mit WordPress 7.0 wurde die Unterstützung für PHP 7.2 und 7.3 eingestellt (WordPress.org). Diese Kompatibilität bezieht sich auf den WordPress-Kern, nicht auf Themes und Plugins. PHP 8.3 gilt seit Juli 2025 für WordPress 6.8 als voll kompatibel (WordPress.org). Wer also noch eine ältere WordPress-Version betreibt, sollte zuerst WordPress selbst aktualisieren und erst danach die PHP-Version wechseln.

Seine PHP-Hinweise bezieht WordPress aus der Serve-Happy-Schnittstelle von WordPress.org. Für PHP 8.2 meldet sie is_supported: false, also nicht mehr aktiv unterstützt, empfiehlt Version 8.3 und nennt 7.4 als Mindestversion (WordPress.org). Die Angabe „nicht mehr aktiv unterstützt“ beschreibt den heutigen Stand; das Ende der Sicherheitskorrekturen folgt zum Jahresende. Im Quelltext der Funktion wp_check_php_version() ist zudem festgehalten, dass die minimal unterstützte PHP-Version künftig auf mindestens 8.0 angehoben wird; einen Termin nennt der Quelltext nicht (WordPress.org). Welche Schutzmaßnahmen neben der PHP-Version zählen, fasst unser Beitrag zur WordPress-Sicherheit 2026 zusammen.

Kern kompatibel heißt nicht Website kompatibel

Die Angaben von WordPress.org betreffen den Kern. Ob eine konkrete Website mit PHP 8.3 oder 8.4 läuft, entscheiden in der Regel Theme, Plugins und eigener Code: Funktionsaufrufe und Schreibweisen, die neuere PHP-Versionen als veraltet melden, oder Bibliotheken, die ihr Hersteller noch nicht angepasst hat. Genau dort setzt die Prüfung an.

Zielversion wählen: 8.3, 8.4 oder 8.5

Gegenüber PHP 8.2 bringt PHP 8.3 ein Jahr mehr Sicherheitsversorgung, PHP 8.4 zwei Jahre und PHP 8.5 drei Jahre (php.net). Mehr Laufzeit bedeutet weniger Wechsel in den kommenden Jahren. Eine neuere Version setzt aber voraus, dass Theme und Plugins sie bereits vertragen, und je jünger die Version, desto öfter fehlt diese Freigabe noch. Die Empfehlung von WordPress.org, PHP 8.3 oder neuer, erfüllen alle drei Kandidaten (WordPress.org).

KriteriumPHP 8.3PHP 8.4PHP 8.5
Sicherheitskorrekturen bis (laut php.net)31. Dezember 202731. Dezember 202831. Dezember 2029
Kompatibel mit WordPress 7.0 und 7.1, Kern (laut WordPress.org)jajaja
Nächster Wechsel fälligEnde 2027Ende 2028Ende 2029
Typischer Einsatz (Erfahrungswert)vorsichtiger Schritt mit wenig Anpassungausgewogener Schritt für viele Websiteserst nach Freigabe aller Erweiterungen
Anpassungsaufwand bei älteren Plugins (Erfahrungswert)gering bis mittelmittelhöher
  • Herstellerangaben prüfen: Für Plugins und Themes steht in der Regel auf der Produktseite oder im Änderungsprotokoll, bis zu welcher PHP-Version getestet wurde. Fehlt die Angabe, ist das ein Prüfauftrag, kein Ausschlussgrund.
  • Shop-Erweiterung zuerst: Bei einem WordPress-Shop entscheiden die Shop-Erweiterung und ihre Zahlungs- und Versandmodule über die Zielversion. Für Shops wählen wir in der Regel 8.3 oder 8.4; PHP 8.5 kommt erst infrage, wenn alle Hersteller der eingesetzten Erweiterungen sie als getestet ausweisen.
  • Angebot des Hosters: Nicht jeder Tarif stellt jede Version bereit. Welche Versionen verfügbar sind und bis wann, gehört in dieselbe Abfrage.
  • Eigener Code: Individuelle Plugins, Theme-Anpassungen und Snippets in der functions.php werden wie fremde Plugins geprüft. Für sie gibt es keinen Hersteller, der vorab testet.
  • Wartungsrhythmus: Wer ohnehin regelmäßig wartet, kommt mit 8.3 in der Regel gut zurecht; der nächste Wechsel steht dann Ende 2027 an (php.net).
PHP 8.6 ist geplant, nicht verfügbar

Laut Zeitplan im PHP-Wiki ist die allgemeine Verfügbarkeit von PHP 8.6 für den 19. November 2026 geplant (PHP-Wiki). Ein solcher Termin kann sich verschieben. Für einen Wechsel vor dem Jahresende ist eine gerade erschienene Version ohnehin kein sinnvolles Ziel, weil Plugins und Themes erst nachziehen müssen.

Schritt 1: Bestandsaufnahme

Am Anfang steht eine nüchterne Liste: Welche PHP-Version läuft, welche WordPress-Version, welches Theme, welche Plugins in welcher Version, und welche davon sind aktiv? Mit WP-CLI lässt sich das auf der Kommandozeile in wenigen Befehlen erheben. Wer keinen Shellzugang hat, findet die Angaben im WordPress-Backend unter Werkzeuge und Website-Zustand.

Terminal
$ php -v
PHP 8.2.33 (cli)
$ wp core version
$ wp theme list --status=active --fields=name,version
$ wp plugin list --fields=name,status,version,update --format=csv
  • PHP-Version der Live-Umgebung und der Staging-Umgebung
  • WordPress-Version und Stand der automatischen Aktualisierungen
  • Aktives Theme, Eltern-Theme und eigene Anpassungen
  • Alle Plugins mit Version, Status und Datum der letzten Aktualisierung
  • Selbst entwickelte Plugins und Snippets ohne externen Hersteller
  • Zahlungs-, Versand- und Schnittstellenmodule eines Shops
  • Cronjobs und Hintergrundprozesse, die PHP außerhalb von WordPress aufrufen
  • Zuständigkeiten: Wer entscheidet beim Hoster, wer testet, wer gibt frei?

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Plugins, die seit längerer Zeit keine Aktualisierung mehr erhalten haben. Sie sind erfahrungsgemäß eine häufige Quelle für Überraschungen beim PHP-Wechsel. Für jedes davon gibt es drei Wege: aktualisieren, ersetzen oder, wenn es nicht mehr gebraucht wird, entfernen. Die Entscheidung fällt leichter, wenn in der Liste auch steht, wofür das Plugin genutzt wird und wer es im Unternehmen braucht.

Schritt 2: Kompatibilität prüfen

Die Prüfung hat zwei Ebenen. Die erste ist schnell und grob: Lässt sich der gesamte PHP-Code überhaupt mit der Zielversion einlesen? Ein Syntax-Check mit dem PHP-Interpreter der Zielversion findet Parse-Fehler, also Code, der mit der neuen Version gar nicht mehr startet. Veraltete Funktionsaufrufe und Laufzeitfehler findet er nicht.

syntax-check.sh
# Alle PHP-Dateien in wp-content mit PHP 8.4 einlesen
# (findet nur Parse-Fehler, keine Laufzeitprobleme)
find wp-content -name '*.php' -print0 \
  | xargs -0 -n1 php8.4 -l \
  | grep -v 'No syntax errors'

Die zweite Ebene ist aufwendiger und aussagekräftiger: Die Website läuft in einer Testumgebung mit der Zielversion, und alle Hinweise von PHP werden in eine Logdatei geschrieben. Dafür reichen drei Einträge in der wp-config.php der Testumgebung. Auf der Live-Website bleibt die Anzeige von Fehlern abgeschaltet, weil Fehlermeldungen Pfade und Details preisgeben können.

wp-config.php (nur Staging)
define( 'WP_DEBUG', true );
define( 'WP_DEBUG_LOG', true );
define( 'WP_DEBUG_DISPLAY', false );

Nach einem Durchgang durch die wichtigsten Seiten und Abläufe steht in wp-content/debug.log, welche Plugins veraltete Funktionen nutzen oder Warnungen erzeugen. Die Einträge lassen sich meist einem Plugin- oder Theme-Verzeichnis zuordnen, weil der Dateipfad in der Meldung steht. Drei Arten von Einträgen sind zu unterscheiden:

  • Deprecated: Eine Funktion oder Schreibweise gilt als veraltet. Heute noch lauffähig, in einer späteren PHP-Version möglicherweise nicht mehr. Kein Hindernis für die Umstellung, aber ein Eintrag für die nächste Wartung.
  • Warning: Etwas läuft anders als erwartet, die Seite wird aber ausgeliefert. Oft ein Hinweis auf fehlerhafte Datenverarbeitung, der vor der Umstellung geklärt werden sollte.
  • Fatal error: Die Ausführung bricht ab. Betroffene Seiten oder Funktionen sind nicht nutzbar. Das ist ein Grund, die Umstellung zu verschieben, bis die Ursache behoben ist.

Wenn ein Plugin nicht mitkommt

  • Aktualisierung abwarten: Hat der Hersteller eine angepasste Version angekündigt und ist das Plugin nicht geschäftskritisch, lässt sich der Wechsel darauf abstimmen. Dazu gehört ein Termin, zu dem spätestens entschieden wird.
  • Ersetzen: Für viele Aufgaben gibt es gepflegte Alternativen. Ein Tausch braucht einen eigenen Test, weil Daten und Einstellungen übernommen werden müssen.
  • Anpassen: Bei eigenem Code oder aufgegebenen Plugins mit überschaubarem Umfang ist eine Anpassung an die Zielversion oft der kürzere Weg.
  • Entfernen: Plugins, deren Funktion im Unternehmen keine Rolle mehr spielt, verschwinden sinnvollerweise ganz. Jedes entfernte Plugin ist eine Prüfung weniger, auch bei künftigen Wechseln.

Schritt 3: Test in der Staging-Umgebung

Die Testumgebung ist eine Kopie der Live-Website mit identischem Code und möglichst aktuellen Daten, aber mit eigener Adresse und der Zielversion von PHP. Voraussetzung ist eine frische, geprüfte Sicherung, nicht nur für die Kopie, sondern auch als Rückweg für den Live-Wechsel. Wie Sicherung und Wiederherstellung belastbar aufgebaut werden, beschreibt unser Beitrag zu Backup und Disaster Recovery für Online-Shops.

  1. Sicherung von Dateien und Datenbank der Live-Website erstellen und die Wiederherstellung probeweise durchführen.
  2. Staging-Kopie anlegen, für Suchmaschinen per noindex sperren und den Zugang mit einem Passwort schützen.
  3. PHP-Version der Staging-Umgebung auf die Zielversion umstellen und das Debug-Log aktivieren.
  4. Theme und Plugins auf den Stand bringen, den ihre Hersteller für die Zielversion freigegeben haben.
  5. Kernabläufe durchklicken: Startseite, Suche, Formulare, Anmeldung, Warenkorb, Kasse, Kundenkonto.
  6. Hintergrundaufgaben prüfen: Cronjobs, Importe, Exporte, Newsletter- und Schnittstellenabgleiche.
  7. Debug-Log auswerten, jeden Befund einem Plugin oder Codeteil zuordnen und beheben oder ersetzen.
  8. Ergebnis dokumentieren: Was wurde getestet, was war auffällig, was wurde geändert, wer hat freigegeben?
Die Testumgebung darf keine echten Vorgänge auslösen

In der Kopie eines Shops stecken echte Kundendaten und echte Zugangsdaten zu Zahlungs- und Versanddiensten. Vor dem ersten Test gehören Zahlungsarten in den Testmodus, der E-Mail-Versand wird abgefangen oder umgeleitet, und Schnittstellen zu Warenwirtschaft oder Marktplätzen werden getrennt. Sonst löst ein Testkauf eine echte Bestellung, eine echte Zahlung oder eine echte Kundenmail aus.

Besonderheiten bei WordPress-Shops

Ein Shop auf WordPress-Basis hat beim PHP-Wechsel mehr bewegliche Teile als eine Unternehmenswebsite: die Shop-Erweiterung selbst, Zahlungsanbieter, Versandmodule, Rechnungs- und Buchhaltungsanbindungen, oft auch eine Warenwirtschaft. Jedes dieser Module wird von einem anderen Hersteller gepflegt und hat einen eigenen Veröffentlichungsrhythmus. Ein Fehler im Rechnungsmodul fällt beim Durchklicken der Startseite nicht auf, wohl aber beim ersten echten Kauf nach der Umstellung. Deshalb gehören in den Test zusätzlich:

  • Zahlungsmodule: die Kasse im Testmodus vollständig durchlaufen, einschließlich Abbruch und Erstattung.
  • Versand: Etikettenerstellung und Sendungsverfolgung mit Testdaten prüfen.
  • Rechnungen: Erzeugung, Nummernkreis und Versand der Rechnungsdokumente kontrollieren.
  • Schnittstellen: den Abgleich mit Warenwirtschaft, Marktplätzen oder Buchhaltung in beide Richtungen testen.
  • Zeitgesteuerte Aufgaben: Bestandsabgleich, Preisimporte und Produktfeeds laufen oft nachts; ihre Protokolle nach dem ersten Lauf lesen.

Schritt 4: Umstellung beim Hoster oder auf dem eigenen Server

Bei vielen Hosting-Tarifen ist die PHP-Version eine Einstellung je Website oder je Verzeichnis. Der Wechsel selbst ist dann schnell erledigt; die Arbeit liegt davor und danach. Wichtig ist, dass die Umstellung zu einer ruhigen Zeit passiert, dass jemand die Website direkt danach prüft und dass der Rückweg auf 8.2 bis zum Jahresende offensteht, falls doch etwas übersehen wurde. Bei unserem Hosting mit Server-Wartung stimmen wir den Zeitpunkt der Umstellung vorher mit Ihnen ab. Auf einem eigenen Server laufen mehrere PHP-Versionen in der Regel parallel, jeweils mit eigenem FPM-Pool. Die Website wird dann nicht umgebaut, sondern ihr Eintrag im Webserver zeigt auf den Pool der neuen Version. Der alte Pool bleibt bis zum Jahresende installiert, aber ungenutzt. So ist der Rückweg ein einzelner Konfigurationswechsel.

Terminal
$ sudo systemctl status php8.4-fpm --no-pager
$ sudo nginx -t
nginx: configuration file /etc/nginx/nginx.conf test is successful
$ sudo systemctl reload nginx
$ curl -sI https://staging.beispiel.invalid/ | head -n 1
HTTP/2 200
  • PHP-Version im Website-Zustand von WordPress kontrollieren
  • Startseite, Kasse, Formulare und Anmeldung aufrufen
  • PHP-Fehlerlog des Servers in den ersten Stunden beobachten
  • Cronjobs und geplante Aufgaben am nächsten Tag kontrollieren
  • Rückweg dokumentieren: Welche Einstellung stellt 8.2 wieder her, und wer darf sie auslösen?
Kommandozeile und Webserver getrennt denken

Die PHP-Version auf der Kommandozeile kann von der Version abweichen, mit der der Webserver die Website ausführt. Maßgeblich für Besucher ist die Anzeige im Website-Zustand von WordPress. Für WP-CLI und Cronjobs muss die Zielversion gesondert eingestellt werden, sonst laufen Hintergrundaufgaben weiter mit 8.2.

Zeitplan bis zum Jahresende

Zwischen Anfang Oktober und dem 31. Dezember liegen knapp drei Monate, und im Handel sind es nicht die ruhigsten. Wer einen Shop betreibt, wird zwischen Mitte November und Weihnachten ungern die Laufzeitumgebung tauschen. Wie sich Lastspitzen in dieser Zeit abfedern lassen, beschreibt unser Beitrag zum virtuellen Warteraum für Black Friday. Für den PHP-Wechsel heißt das: Die Umstellung sollte vor der heißen Phase erledigt sein.

  1. Oktober, Bestandsaufnahme und Zielversion: Versionen erfassen, veraltete Plugins markieren, Zielversion festlegen, Angebot des Hosters klären.
  2. Oktober bis Anfang November, Staging-Test: Testumgebung aufsetzen, Debug-Log auswerten, Plugins aktualisieren oder ersetzen, Befunde beheben.
  3. Anfang bis Mitte November, Umstellung live: Wartungsfenster außerhalb der Stoßzeiten, Umstellung, Kontrolle direkt danach und am Folgetag.
  4. Mitte November bis Ende Dezember, Beobachtung: Fehlerlog und Abläufe im Blick behalten, keine größeren Änderungen im Weihnachtsgeschäft, Rückweg auf 8.2 bis zum Jahreswechsel verfügbar halten.
  5. Ab Januar 2027, Aufräumen: PHP 8.2 aus Tarif oder Server entfernen, Dokumentation abschließen, nächsten Wechsel vormerken. PHP 8.3 erhält Sicherheitskorrekturen bis Ende 2027, PHP 8.4 bis Ende 2028 (php.net).

Der Plan passt nicht nur zu WordPress. Wer neben einer WordPress-Website einen Shop auf anderer Basis betreibt, kann Wartungsfenster bündeln und Tests gemeinsam planen. Wie ein solches Upgrade für einen Shopware-Shop vorbereitet wird, zeigt unser Beitrag zum Upgrade auf Shopware 6.8.

Später wechseln heißt nicht weniger Arbeit

Die Prüfschritte sind im Oktober dieselben wie im Dezember. Der Unterschied liegt im Puffer: Wer früh testet, hat Zeit, ein widerspenstiges Plugin zu ersetzen oder mit dem Hersteller zu klären. Wer spät testet, muss unter Zeitdruck entscheiden, mitten im Jahresendgeschäft.

So unterstützen wir bei der Umstellung

Den PHP-Wechsel begleiten wir im Rahmen unserer WordPress-Wartung: Aktualisierungen von Kern, Theme und Plugins testen wir in einer Staging-Umgebung, spielen Sicherheits-Patches ein, sichern täglich und überwachen die Erreichbarkeit. Tritt nach einer Aktualisierung ein Konflikt auf, spielen wir den vorherigen Stand zurück.

Wartung mit Testumgebung

Aktualisierungen und PHP-Wechsel werden zuerst in einer Staging-Umgebung geprüft und dann live übernommen, mit dokumentiertem Rückweg.

Website-Abo

Im Website-Abo sind Hosting in Deutschland, SSL, tägliche Sicherung sowie Updates und Sicherheitspatches in festen Wartungsfenstern zusammengefasst, bei 12 oder 24 Monaten Mindestlaufzeit.

Anpassung von eigenem Code

Wo eigene Plugins oder ein Theme für PHP 8.3 oder 8.4 angepasst werden müssen, übernimmt unsere WordPress-Agentur die Umsetzung.

Welche Variante passt, hängt davon ab, wie viel Sie selbst betreuen möchten und wie Ihre Website heute gehostet ist. In einem kurzen Gespräch klären wir den Stand und den Zeitplan bis zum Jahresende; schreiben Sie uns dazu über das Kontaktformular für eine Ersteinschätzung.

Quellen und Studien

Dieser Beitrag stützt sich auf Angaben der PHP Group auf php.net (Supported Versions, Unsupported Branches, News-Archiv 2026 und Releases-Schnittstelle), auf das PHP-Wiki (RFC Release Cycle Update, Zeitplan für PHP 8.6), auf WordPress.org (Anforderungen an den Server, Core Handbook zur PHP-Kompatibilität, Statistik der PHP-Versionen, Serve-Happy-Schnittstelle, Quelltext von wp_check_php_version()) sowie auf W3Techs von Q-Success (Nutzung von PHP und PHP 8, Angaben zur Stichprobe). Alle Angaben abgerufen am 23.09.2026, die Statistik von WordPress.org und die Releases-Schnittstelle erneut am 27.09.2026; bei W3Techs gilt der Monatswert vom 1. September 2026. Die Zahlen von WordPress.org ändern sich täglich.

Sie läuft zunächst weiter. Nach dem 31. Dezember 2026 veröffentlicht das PHP-Projekt für 8.2 aber keine Sicherheitskorrekturen mehr (php.net). Jede später bekannt werdende Lücke bleibt dann von Seiten des PHP-Projekts offen. Ob Ihr Hoster eigene Korrekturen anbietet, müssen Sie bei ihm erfragen.

WordPress.org empfiehlt PHP 8.3 oder neuer (WordPress.org). In der Regel ist 8.3 oder 8.4 ein sinnvolles Ziel: 8.3 erhält Sicherheitskorrekturen bis Ende 2027, 8.4 bis Ende 2028 (php.net). Entscheidend ist, dass Theme und Plugins die Zielversion unterstützen, und das zeigt der Test in einer Staging-Umgebung.

PHP 8.5 erhält Sicherheitskorrekturen bis zum 31. Dezember 2029 und damit drei Jahre länger als 8.2 (php.net). Für Websites mit vielen Plugins und besonders für Shops ist 8.5 aber erst dann ein Ziel, wenn alle eingesetzten Erweiterungen ausdrücklich dafür getestet sind. Bis dahin ist 8.4 in der Regel der ausgewogenere Schritt.

Der eigentliche Wechsel beim Hoster dauert in der Regel nur wenige Minuten. Die Zeit steckt in Bestandsaufnahme, Staging-Test und der Behebung von Befunden, und die hängt von der Zahl der Plugins und vom Anteil eigenen Codes ab. Eine belastbare Einschätzung ist erst nach der Bestandsaufnahme möglich.

In vielen Tarifen ja, dort ist die PHP-Version eine Einstellung je Website. Vorher sollten eine geprüfte Sicherung vorliegen und die Zielversion in einer Testumgebung erprobt sein. Wenn Sie das nicht selbst übernehmen möchten, begleiten wir die Umstellung bei unserem Hosting oder bei Ihrem bisherigen Anbieter.

Durch regelmäßige Wartung: Aktualisierungen von Kern, Theme und Plugins, geprüft in einer Testumgebung, und einen Blick auf die Supportfenster der PHP-Versionen. Der nächste Wechsel steht bei PHP 8.3 Ende 2027 an, bei PHP 8.4 Ende 2028 (php.net). Im Website-Abo sind Updates und Sicherheitspatches in festen Wartungsfenstern enthalten.