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In einfachen Worten: Worum geht es auf dieser Seite?

In diesem Beitrag geht es um Größenhilfen in Mode-Shops. Falsche Größen führen zu vielen Rücksendungen. Wir zeigen Maßtabellen je Marke und Schnitt. Auch Hinweise zur Passform helfen den Kunden. Dazu kommen saubere Größenangaben im Produktfeed. Fragen Sie uns, wie das in Ihrem Shop aussehen kann.

Im Modeshop entscheidet der Größenwähler häufig darüber, ob ein Paket beim Kunden bleibt oder zurückkommt. Wer Hosen, Jacken oder Schuhe online verkauft, kennt das Muster: Dieselbe Größenbezeichnung sitzt je Marke und Schnitt unterschiedlich, die Kundschaft bestellt zur Sicherheit zwei Größen, und ein Teil der Ware kommt zurück. Dieser Beitrag zeigt, wie eine Größenberatung ohne Werbeversprechen aufgebaut wird: mit Maßtabellen je Marke und Schnitt, einer Passformskala aus erfassten Rücksendegründen und sauberen Größenattributen im Produktfeed. Die Zahlen stammen aus der Retourenforschung, aus Umfragen und aus den Regelwerken, die für Shops für Mode und Lifestyle relevant sind. Eine Wirkung einzelner Maßnahmen versprechen sie nicht, und dieser Beitrag tut es auch nicht.

Warum die Größe über den Rückweg entscheidet

Wie groß der Anteil der Mode am Retourenaufkommen ist, zeigt die Auswertung der Forschungsgruppe Retourenmanagement an der Universität Bamberg für das Datenjahr 2021. Fast jedes vierte Paket im deutschen Onlinehandel ging an den Händler zurück, insgesamt 24,2 Prozent der Pakete (European Return-o-Meter, Universität Bamberg). Schätzungsweise wurden fast 530 Millionen Retourensendungen transportiert (European Return-o-Meter). Den größten Teil davon trägt die Mode: 83 Prozent der retournierten Sendungen und 91 Prozent der retournierten Artikel entfielen auf Fashion (European Return-o-Meter). Für 2025 rechnete die Forschungsgruppe mit ca. 550 Millionen Retourenpaketen, und zwar bei einer als unverändert angenommenen Retourenquote von 24,2 Prozent (Forschungsgruppe Retourenmanagement). Das ist eine Hochrechnung und keine Zählung. Für Modeshops sind Rücksendungen damit kein Randthema.

Warum Ware zurückkommt, hat Bitkom in einer Umfrage aus dem Herbst 2023 erfragt. Zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten nennen eine nicht passende Größe als Grund für Rücksendungen (Bitkom). Gefragt war nach Produkten allgemein, etwa Kleidung oder Möbeln, mit Mehrfachnennung; der Wert ist also weder ein Anteil an allen Retouren noch eine Zahl nur für Mode. In derselben Umfrage geben 29 Prozent der Befragten an, schon einmal absichtlich mehr bestellt zu haben als benötigt, zum Beispiel Kleidung in verschiedenen Größen (Bitkom). Insgesamt schicken Online-Shopper in Deutschland nach eigener Angabe 11 Prozent ihrer Online-Käufe zurück, über alle Produktarten hinweg (Bitkom). Die Größe ist damit einer der Punkte, an denen ein Shop selbst ansetzen kann: Er kann nicht beeinflussen, wie ein Stoff fällt, wohl aber, welche Informationen die Kundschaft vor dem Klick auf den Warenkorb bekommt.

Was diese Zahlen nicht sagen

Keine der genannten Quellen misst, wie stark eine Maßtabelle Fehlgrößen oder Retouren verringert, und keine beziffert die Wirkung einer einzelnen Maßnahme. Die Umfragewerte beschreiben Gründe und Gewohnheiten der Befragten, die Retourenzahlen beschreiben den Gesamtmarkt. Was eine Größenberatung im eigenen Shop bewirkt, zeigt sich erst in den eigenen Daten, und auch dort nur, wenn Rücksendegründe sauber erfasst werden.

Eine Schätzung zum Einsparpotenzial am Gesamtmarkt stammt aus einer älteren Veröffentlichung. Im Dezember 2019 schätzte die Forschungsgruppe Retourenmanagement, dass eine funktionierende Online-Größenberatung und verbindliche, genormte Größenangaben der Hersteller zusammen bis zu 25 Prozent der Retouren am Gesamtmarkt einsparen könnten, etwa 120 Millionen Artikel (Universität Bamberg). Diese Zahl gilt für beide Maßnahmen gemeinsam, nicht für eine Maßtabelle allein, und sie ist eine Schätzung, keine gemessene Wirkung. Mit den Zahlen für das Datenjahr 2021 lässt sie sich wegen der veränderten Auswertungsmethodik der Forschungsgruppe nicht direkt vergleichen. Wer sie zitiert, sollte das „bis zu“ stehen lassen und keine Rechnung für den eigenen Shop daraus ableiten.

Körpermaß oder Kleidungsmaß: was die Normen beschreiben

Ein häufiger Grund für widersprüchliche Größenangaben ist die Verwechslung zweier Maßarten. Die europäische Norm DIN EN 13402-3:2017-12 beschreibt die Größenbezeichnung von Bekleidung auf der Grundlage von Körpermaßen und Sprungwerten (DIN Media). Maße für Bekleidungsstücke gibt sie ausdrücklich nicht an (DIN Media). Wie die Körpermaße selbst gemessen werden, also wo das Maßband an Brust, Taille oder Hüfte anliegt, definiert DIN EN ISO 8559-1 in der deutschen Ausgabe 2021-04, die auf ISO 8559-1:2017 beruht (DIN Media). Für die Praxis heißt das: Eine Größenbezeichnung sagt, für welchen Körper ein Stück gedacht ist. Wie weit das Stück selbst ausfällt, hängt dagegen vom Schnitt, vom Material und von der Mehrweite ab, die eine Marke einrechnet.

MerkmalKörpermaß (laut DIN EN 13402-3)Kleidungsmaß (Maßtabelle am Stück)
Was gemessen wirdDer Körper, für den die Größenbezeichnung gedacht istDas flach liegende Kleidungsstück, etwa die Brustweite von Naht zu Naht
GrundlageKörpermaße und SprungwerteSchnittmuster, Material und eingerechnete Mehrweite der Marke
Angaben zum StückKeine Maße für BekleidungsstückeGenau diese Maße, je Größe und Schnitt
MessweiseFestgelegt in DIN EN ISO 8559-1Vom Shop festzulegen und in einer Messanleitung zu beschreiben
Nutzen im ShopEinordnung, für welchen Körper eine Größe gedacht istVergleich mit einem gut sitzenden Stück aus dem eigenen Schrank

Für den Shop ergibt sich daraus eine klare Arbeitsteilung. Die Körpermaßtabelle beantwortet die Frage, welche Größe zum eigenen Körper passt, die Kleidungsmaßtabelle die Frage, wie das konkrete Stück ausfällt. Viele Kundinnen und Kunden messen lieber ein Lieblingsteil nach, das gut sitzt, als sich selbst mit dem Maßband zu vermessen. Eine Größenberatung sollte darum beide Wege anbieten. Wie diese Arbeit in ein übergreifendes Konzept für Rücksendungen passt, beschreibt unser Beitrag zum Retourenmanagement im E-Commerce.

Die Norm beschreibt, sie verpflichtet nicht

Die genannten Normen beschreiben Bezeichnungen und Messweisen; dieser Beitrag leitet aus ihnen keine Pflicht für Shops ab. Nützlich sind sie als gemeinsame Sprache: Wer seine Messanleitung an DIN EN ISO 8559-1 ausrichtet, beschreibt Körpermaße so, wie Hersteller und Normungsgremien sie verstehen, und macht Angaben aus verschiedenen Quellen leichter vergleichbar.

Ein Datenmodell je Marke und Schnitt

Eine Maßtabelle, die für das ganze Sortiment gilt, ist bequem gepflegt, beantwortet aber die falsche Frage. Eine schmal geschnittene Jeans und eine weit geschnittene Jeans derselben Marke tragen dieselbe Größenbezeichnung und haben trotzdem unterschiedliche Bundweiten und Oberschenkelweiten. Zwischen zwei Marken können die Abweichungen noch größer sein. Tragfähig ist darum ein Modell, das Maße weder dem einzelnen Produkt noch der Kategorie zuordnet, sondern der Kombination aus Marke, Schnitt und Größe. Ein Produkt verweist auf seinen Schnitt, der Schnitt trägt die Maßtabelle, und jede Variante verweist auf eine Zeile dieser Tabelle.

  • Marke: Hersteller oder Eigenmarke, weil jede Marke eigene Grundschnitte und Sprungwerte verwendet.
  • Schnitt: etwa Slim, Regular oder Relaxed, jeweils mit eigener Maßtabelle statt einer Tabelle je Kategorie.
  • Größenbezeichnung: der Wert, den die Kundschaft im Größenwähler sieht, zusammen mit dem Größensystem, in dem er gilt.
  • Kleidungsmaße: die am flach liegenden Stück gemessenen Werte je Größe, zum Beispiel Brustweite, Schulterbreite, Länge, Bundweite oder Innenbeinlänge.
  • Körpermaße: die Spanne der Körpermaße, für die eine Größe gedacht ist, sofern die Marke sie liefert.
  • Messanleitung: ein Verweis auf die Beschreibung, wie der Shop misst, damit Werte aus verschiedenen Lieferungen vergleichbar bleiben.
schnitt-regular.yaml
# Maßtabelle für einen Schnitt, gepflegt je Marke
brand: "Eigenmarke"
cut: "regular"
category: "shirt"
size_system: "EU"
measured_on: "garment"      # Kleidungsmaß, nicht Körpermaß
unit: "cm"
guide: "messanleitung-oberteile"
sizes:
  - label: "S"
    chest_width: null         # Brustweite, flach von Naht zu Naht
    shoulder_width: null      # Schulterbreite
    length: null              # Länge ab höchstem Schulterpunkt
  - label: "M"
    chest_width: null
    shoulder_width: null
    length: null
body_range:                   # nur füllen, wenn die Marke Körpermaße liefert
  source: "Herstellerangabe"
  values: null

Wo diese Daten liegen, hängt von der Systemlandschaft ab. In vielen Modeshops kommen Maße aus Lieferantentabellen, aus dem Warenwirtschaftssystem oder aus einer Produktdatenbank. Ein PIM-System mit Anbindung an den Shop ist ein naheliegender Ort, weil dort Marke, Schnitt und Variantenmerkmale ohnehin gepflegt werden. Wichtig ist, dass Größen als echte Variantenmerkmale angelegt sind und nicht als Freitext im Produkttitel stehen, denn nur dann lassen sie sich in Größenwähler, Maßtabelle, Rücksendeauswertung und Feed gleichermaßen verwenden. Wie sich Varianten sauber strukturieren lassen, ohne dass Suchmaschinen doppelte Inhalte sehen, zeigt unser Beitrag zu Produktvarianten und Duplicate Content.

Eine Messanleitung für alle, die messen

Maßtabellen sind nur so vergleichbar wie die Messung dahinter. Legen Sie fest, ob flach oder am Körper gemessen wird, wo das Maßband ansetzt, ob Nähte mitgezählt werden und wie gerundet wird. Fotografieren Sie die Messpunkte einmal je Produktart und verwenden Sie die Bilder intern und im Shop.

Größensysteme und Größentypen sauber trennen

Eine Größe ist ohne ihr System nicht eindeutig. Dieselbe Zahl kann in verschiedenen Ländern verschiedene Größen bezeichnen, und bei Schuhen ist das besonders sichtbar. Im Datenmodell gehört das Größensystem deshalb als eigenes Feld zu jeder Größenbezeichnung. Die Google Merchant Center-Hilfe beschreibt, was sonst geschieht: Fehlt das Attribut „Größensystem“ [size_system], wendet Google das Standardsystem des Ziellands an, und die Größenangabe kann dadurch verfälscht werden (Google Merchant Center-Hilfe). Ähnlich verhält es sich mit Größentypen wie Übergröße, Kurzgröße oder Umstandsmode. Für Artikel mit zwei Größentypen, etwa Übergröße und Überlänge, lassen sich im Attribut „Größentyp“ [size_type] zwei Werte angeben (Google Merchant Center-Hilfe).

Eine Passformskala aus Rücksendegründen

Die zweite Säule einer Größenberatung ist das Wissen darüber, wie ein Schnitt tatsächlich getragen wird. Diese Information steckt in den Rücksendegründen, sofern sie strukturiert erfasst werden. Hier liegt in der Praxis häufig die Lücke: Nur 29,5 Prozent der befragten Onlinehändler erfassen die Retourengründe vollständig automatisiert, und für 34,4 Prozent ist die manuelle Erfassung weiterhin die Grundlage der Datenerhebung (EHI Retail Institute). Wer Gründe als Freitext auf einem Zettel oder in einem Kommentarfeld sammelt, kann sie kaum nach Marke, Schnitt und Größe auswerten. Der erste Schritt ist darum kein Werkzeug, sondern ein festes Vokabular für Gründe, das im Rücksendeformular, im Lager und im Kundenservice gleich verwendet wird.

  1. Gründe festlegen: ein kurzes, festes Vokabular wie „zu klein“, „zu groß“, „an einer Stelle zu eng“, „zu lang“, „zu kurz“ und „Passform anders als erwartet“, ergänzt um Gründe ohne Größenbezug.
  2. Gründe dort erfassen, wo sie entstehen: im Rücksendeportal als Pflichtauswahl mit optionalem Freitext und im Lager als Prüfung, ob der angegebene Grund zur Ware passt.
  3. Jede Rücksendung mit Marke, Schnitt und Größe der Variante verknüpfen, nicht nur mit der Bestellnummer.
  4. Größenbezogene Gründe je Schnitt und Größe zählen und eine Mindestmenge festlegen, unterhalb derer keine Aussage angezeigt wird.
  5. Aus dem Verhältnis von „zu klein“ und „zu groß“ eine Tendenz ableiten und in wenigen Stufen zeigen, etwa „fällt eher klein aus“, „passt wie erwartet“ und „fällt eher groß aus“.
  6. Die Tendenz in festen Abständen neu berechnen und Änderungen am Schnitt oder an der Maßtabelle mit Datum festhalten, damit alte und neue Daten nicht vermischt werden.

Die Passformskala ersetzt die Maßtabelle nicht, sie ergänzt sie aus Sicht der Kundschaft. Beides zusammen beantwortet die Frage, die im Größenwähler tatsächlich gestellt wird: Nehme ich meine übliche Größe oder eine Nummer größer? Wichtig ist, dass die Skala nur Rücksendungen mit größenbezogenem Grund auswertet und alle anderen außen vor lässt. Eine Jacke, die wegen der Farbe zurückkommt, sagt nichts über ihre Passform aus. Die folgende Abfrage zeigt das Prinzip an einer Tabelle mit erfassten Rücksendepositionen.

passform-tendenz.sql
-- Passformtendenz je Marke, Schnitt und Größe aus erfassten Rücksendegründen
SELECT
    r.brand,
    r.cut,
    r.size_label,
    COUNT(*) AS size_returns,
    SUM(CASE WHEN r.reason = 'too_small' THEN 1 ELSE 0 END) AS too_small,
    SUM(CASE WHEN r.reason = 'too_large' THEN 1 ELSE 0 END) AS too_large,
    1.0 * (SUM(CASE WHEN r.reason = 'too_large' THEN 1 ELSE 0 END)
         - SUM(CASE WHEN r.reason = 'too_small' THEN 1 ELSE 0 END))
        / NULLIF(COUNT(*), 0) AS fit_score  -- unter null: fällt eher klein aus
FROM return_items r
WHERE r.reason_group = 'size'
  AND r.returned_at >= :since
GROUP BY r.brand, r.cut, r.size_label
HAVING COUNT(*) >= :min_returns;
Tendenz, kein Messwert

Die Skala zeigt eine Richtung, die aus den Angaben der Kundschaft entsteht. Sie hängt davon ab, wer bestellt, wie Gründe erfasst werden und wie viele Rücksendungen vorliegen. Zeigen Sie darum im Shop keine Kommazahlen, sondern wenige verständliche Stufen, und blenden Sie die Skala aus, solange die Mindestmenge nicht erreicht ist.

Auswahlbestellungen gesondert auswerten

Nicht jede Rücksendung einer zweiten Größe ist ein Beratungsproblem. Nach einer Bitkom-Umfrage aus dem Herbst 2023 haben 29 Prozent der Befragten schon einmal absichtlich mehr bestellt als benötigt, etwa Kleidung in verschiedenen Größen (Bitkom). Solche Auswahlbestellungen lassen sich in den Daten erkennen, wenn dieselbe Bestellung mehrere Größen desselben Artikels enthält. Sie gehören in eine eigene Auswertung, damit sie die Passformskala nicht verzerren.

Wo Maßtabelle und Skala auf der Produktseite stehen

Eine gute Maßtabelle nützt wenig, wenn sie hinter einem kleinen Textlink am Seitenende liegt. Die Größenberatung gehört dorthin, wo die Entscheidung fällt: direkt an den Größenwähler. Dort sollten der Einstieg in die Maßtabelle und der Hinweis auf die Passform ohne Scrollen sichtbar sein, auch auf dem Smartphone. Welche Elemente sonst in den ersten sichtbaren Bereich einer Produktseite gehören, beschreibt unser Beitrag zur Produktseitenoptimierung above the fold. Für die Größenberatung haben sich vier Grundsätze bewährt, die unabhängig vom Shopsystem gelten.

Am Größenwähler

Der Einstieg in die Maßtabelle steht direkt beim Größenwähler und nicht in einem Reiter weiter unten auf der Seite.

Tabelle je Schnitt

Angezeigt wird die Tabelle des Schnitts, zu dem das Produkt gehört, statt einer allgemeinen Tabelle für die ganze Kategorie.

Passform in Worten

Die Tendenz erscheint als kurzer Satz, etwa „fällt eher klein aus“, und erst ab einer festgelegten Mindestmenge.

Einheiten und Systeme

Zentimeter, wo es zur Zielgruppe passt auch Zoll, und das Größensystem stehen sichtbar in jeder Tabelle.

Auf dem Smartphone wird eine breite Maßtabelle schnell unlesbar. Gut lesbar ist in der Regel eine echte HTML-Tabelle mit fester erster Spalte für die Größen, waagerechtem Scrollen für die Maße und einer Hervorhebung der gerade gewählten Größe. Bilder von Tabellen sind für Screenreader nicht lesbar; eine HTML-Tabelle mit Spaltenüberschriften und Beschriftung ist es und lässt sich aus denselben Daten erzeugen wie der Feed. Das Overlay oder Ausklappfeld sollte sich mit der Tastatur öffnen und schließen lassen und den Fokus nach dem Schließen an den Größenwähler zurückgeben.

  • Maßtabelle je Marke und Schnitt statt einer Tabelle je Kategorie
  • Kennzeichnung, ob Körpermaße oder Kleidungsmaße gezeigt werden
  • Messanleitung mit Bild für jede Produktart
  • Größensystem und Einheit in jeder Tabelle sichtbar
  • Passformhinweis erst ab einer festgelegten Mindestmenge an Rücksendungen
  • Tabelle als HTML mit Spaltenüberschriften, nicht als Bild
  • Einstieg in die Größenberatung ohne Scrollen neben dem Größenwähler
  • Größenattribute im Feed aus denselben Daten wie die Anzeige im Shop

Körperdaten der Kundschaft: sparsam und freiwillig

Manche Größenberater fragen Körpergröße, Gewicht oder Figurtyp ab und speichern die Antworten im Kundenkonto. Das kann bequem sein, berührt aber personenbezogene Daten, die viele Menschen als sensibel empfinden. Wer solche Angaben erhebt, sollte sie freiwillig halten, den Zweck klar benennen, nur das Nötige speichern und die Löschung einfach machen. Die Beratung sollte auch ohne diese Angaben funktionieren, etwa über den Vergleich mit einem eigenen Kleidungsstück. Wie wir mit Daten auf unserer eigenen Website umgehen, steht in der Datenschutzerklärung von XICTRON; die Anforderungen für Ihren Shop klären Sie mit Ihrer Rechtsberatung oder Ihrem Datenschutzbeauftragten.

Größenattribute im Google Merchant Center

Was im Shop sauber modelliert ist, sollte auch im Produktfeed ankommen. Im Google Merchant Center ist das Attribut „Größe“ [size] für alle Produkte der Kategorien Kleidung (ID 1604) und Schuhe (ID 187) erforderlich (Google Merchant Center-Hilfe). Seit Mai 2026 gibt es zusätzlich das Attribut Varianten-Option [variant_option]; Google empfiehlt, die Größe als variantenbildende Eigenschaft dort und zusätzlich im Attribut [size] anzugeben (Google Merchant Center-Hilfe). Für einen Modeshop mit vielen Varianten heißt das: Die Größe muss je Variante als eigenes Feld vorliegen und darf nicht erst beim Export aus Titeln oder Freitexten herausgelesen werden. Die folgende Übersicht ordnet die vier Attribute den Feldern des Datenmodells zu.

AttributZweck (laut Google Merchant Center-Hilfe)Quelle im Datenmodell
[size]Erforderlich für Kleidung (ID 1604) und Schuhe (ID 187)Größenbezeichnung der Variante
[size_system]Fehlt es, gilt das Standardsystem des Ziellands, die Angabe kann verfälscht werdenGrößensystem je Maßtabelle
[size_type]Bei zwei Größentypen, etwa Übergröße und Überlänge, sind zwei Werte möglichGrößentyp je Schnitt
[variant_option]Seit Mai 2026; Google empfiehlt die Größe dort und zusätzlich in [size]Variantenbildende Merkmale des Produkts

Diese Zuordnung ist Handarbeit, wenn Größen im Shop als Freitext gepflegt werden, und weitgehend automatisch, wenn sie aus dem Datenmodell kommen. Für die Übergabe sorgt eine Anbindung an das Google Merchant Center, die Größe, Größensystem und Größentyp je Variante aus denselben Feldern liest, aus denen auch der Größenwähler im Shop gespeist wird. So zeigen Shop und Anzeige dieselbe Größe, und Abweichungen fallen bei der Feedprüfung auf statt erst bei der Kundschaft.

Was eine Retoure kostet und wohin sie geht

Für die Kosten einer Rücksendung nennt das European Return-o-Meter mittlere Werte: Pro retourniertem Artikel lagen die Transport- und Bearbeitungskosten im Mittel bei 2,85 Euro, pro Retourensendung bei 6,95 Euro (European Return-o-Meter). Welche Mittelwertart gemeint ist, gibt die öffentliche Zusammenfassung nicht an. Im Mittel konnten 93,2 Prozent der retournierten Artikel als neuwertig wieder verkauft werden (European Return-o-Meter). Trotzdem verursacht jede Rücksendung Versand, Prüfung, Aufbereitung und Einlagerung. Bei saisonaler Mode kann ein Stück, das erst nach Saisonende wieder verfügbar ist, unter Umständen nur noch mit Abschlag verkauft werden.

Einen Hinweis auf die Rahmenbedingungen geben die Rücksendekonditionen. In der deutschen Teilstichprobe des European Return-o-Meter boten 88,7 Prozent der befragten Händler ihren Kunden die Rücksendung kostenlos an, in der Teilstichprobe Rest-EU waren es 52,4 Prozent (European Return-o-Meter, Datenjahr 2021). Die Größe der Teilstichproben ist öffentlich nicht angegeben, der Vergleich zeigt daher nur eine Richtung. Für die Größenberatung bedeutet das: Wo Rücksendungen für die Kundschaft nichts kosten, ist die Hemmschwelle für Auswahlbestellungen niedrig, und umso wichtiger ist eine Information, die schon vor der Bestellung Klarheit schafft.

Wie unterschiedlich die Lage im Modehandel ist, zeigt eine Befragung des EHI Retail Institute. Im Textilhandel erhält etwa jeder achte befragte Händler (12,2 Prozent) mehr als die Hälfte der Bestellungen zurück; die übrigen 87,7 Prozent melden Retourenquoten von bis zu 50 Prozent (EHI Retail Institute). Das sind Anteile der befragten Händler, nicht Anteile an den Retouren. Die Mehrheit der Befragten rechnet nicht mit einer schnellen Besserung: Gut 80 Prozent der befragten Onlinehändler rechnen nicht damit, dass sich das Retourenaufkommen in den nächsten drei Jahren verbessert (EHI Retail Institute). Größenberatung ist darum eher eine dauerhafte Aufgabe der Sortimentspflege als ein einmaliges Projekt.

Auch die Umweltseite ist nur zum Teil vermessen. Weniger als 5 Prozent der im European Return-o-Meter befragten Händlervertreter gaben an, dass ihr Unternehmen den CO₂-Fußabdruck von Retouren misst (European Return-o-Meter). Unter diesen Händlern lag der Mittelwert bei ca. 1.500 g CO₂e je retournierter Sendung (European Return-o-Meter). Legt man diesen Wert zugrunde, verursachten die Retouren 2021 in Deutschland geschätzt 795.000 Tonnen CO₂e (European Return-o-Meter). Das ist eine Szenariorechnung der Forschungsgruppe und kein Messwert für den Markt. Sie beruht auf der kleinen Gruppe von Unternehmen, die überhaupt messen.

Ökodesign-Verordnung: Vernichtungsverbot für Kleidung und Schuhe

Seit dem 19. Juli 2026 ist die Vernichtung unverkaufter Verbraucherprodukte aus Anhang VII der Ökodesign-Verordnung verboten; Anhang VII nennt Kleidung und Bekleidungszubehör sowie Schuhe (VO (EU) 2024/1781). Das Verbot gilt zunächst für große Unternehmen. Auf mittlere Unternehmen findet es ab dem 19. Juli 2030 Anwendung, Kleinst- und Kleinunternehmen sind ausgenommen (VO (EU) 2024/1781, Art. 25 Abs. 1). Für Modeshops ist eine Begriffsbestimmung wichtig: Nach Art. 2 Nr. 37 gelten auch Produkte, die Verbraucher über ihr Widerrufsrecht zurückgegeben haben, als unverkaufte Verbraucherprodukte (VO (EU) 2024/1781). Für Kleidung und Schuhe aus Anhang VII erfasst das Vernichtungsverbot damit grundsätzlich auch Retouren.

Ausnahmen legt die Delegierte Verordnung (EU) 2026/296 fest. Danach dürfen Kleidung, Bekleidungszubehör und Schuhe ausnahmsweise vernichtet werden, wenn sie wegen Beschädigung, Verschlechterung oder Kontaminierung einschließlich Hygienemängeln vernünftigerweise nicht mehr für Verbraucher verwendbar sind, auch wenn der Verbraucher den Schaden verursacht hat, und wenn Reparatur und Aufarbeitung technisch nicht machbar oder nicht kosteneffizient sind; die Unterlagen nach Art. 3 müssen vorgelegt werden können (Delegierte VO (EU) 2026/296). Zur Einordnung: Der Anteil der Retouren, die Onlinehändler selbst entsorgten, lag 2021 bei 1,3 Prozent (European Return-o-Meter). Die Verordnung betrifft die Vernichtung, nicht die Rücksendung selbst. Eine Verbindung zur Größenberatung ergibt sich nur mittelbar: Eine Fehlgröße, die gar nicht erst bestellt wird, muss weder geprüft noch aufbereitet noch verwertet werden. Das ist eine Schlussfolgerung dieses Beitrags, keine Aussage der Verordnung.

Einordnung statt Rechtsberatung

Dieser Abschnitt fasst die Rechtsakte nach ihrem Wortlaut zusammen und ersetzt keine Rechtsberatung. Ob und ab wann das Verbot Ihr Unternehmen betrifft, hängt von der Unternehmensgröße ab, und welche Ausnahme im Einzelfall greift, klären Sie mit Ihrer Rechtsberatung. Für die Dokumentation hilft es, wenn Rücksendegründe, Zustand der Ware und Verbleib je Artikel strukturiert erfasst werden, also dieselben Daten, die auch die Passformskala braucht.

Wer online Mode kauft

Die Zielgruppe für eine Größenberatung ist groß. 48 Prozent der Menschen von 16 bis 74 Jahren in Deutschland haben 2024 in den drei Monaten vor der Befragung Kleidung, Schuhe oder Accessoires im Internet bestellt (Destatis). 53 Prozent der Frauen und 44 Prozent der Männer dieser Altersgruppe kauften im selben Zeitraum Kleidung über das Internet (Destatis). Auch beim Zurückschicken gibt es Unterschiede: Nach eigener Angabe schicken Frauen 14 Prozent ihrer Online-Käufe zurück, Männer 9 Prozent (Bitkom). Diese Werte gelten für alle Produktarten und beruhen auf Selbstauskunft.

Aus einer anderen Erhebung stammt eine weitere Zahl: 68 Prozent der Online-Shopper haben in den vergangenen zwölf Monaten Mode und Accessoires online gekauft; das ist laut Bitkom die am häufigsten online gekaufte Produktkategorie (Bitkom). Diese Zahl bezieht sich auf Online-Shopper und einen Zeitraum von zwölf Monaten, die Destatis-Zahl dagegen auf alle Menschen von 16 bis 74 Jahren und drei Monate. Beide Werte lassen sich darum nicht miteinander verrechnen oder vergleichen.

Umsetzung mit XICTRON

Eine Größenberatung ist kein einzelnes Plugin, sondern ein Zusammenspiel aus Datenmodell, Rücksendeprozess, Produktseite und Feed. Wir bauen diese Teile in bestehende Shops ein oder berücksichtigen sie von Anfang an, wenn wir einen Online-Shop erstellen. Am Anfang steht in der Regel eine Bestandsaufnahme: Wo liegen Maße heute, wie werden Rücksendegründe erfasst, und welche Größenattribute kommen im Feed an? Einen ersten Überblick über Ladezeit, Suchmaschinensignale und Barrierefreiheit Ihres Shops gibt der kostenlose Shop-Check von XICTRON; die Größenberatung besprechen wir anschließend gezielt anhand Ihres Sortiments.

  • Datenmodell: Marke, Schnitt, Größe und Maße als strukturierte Felder, angebunden an Warenwirtschaft oder PIM.
  • Maßtabellen: Ausgabe je Schnitt als zugängliche HTML-Tabelle mit Messanleitung und Wahl der Einheit.
  • Rücksendegründe: festes Vokabular im Rücksendeportal und im Lager, verknüpft mit der jeweiligen Variante.
  • Passformskala: Auswertung je Marke, Schnitt und Größe mit Mindestmenge und verständlichen Stufen.
  • Feed: Größe, Größensystem, Größentyp und Varianten-Option aus denselben Daten wie im Shop.
  • Pflege: Abläufe für neue Schnitte, Lieferantendaten und Korrekturen, damit die Tabellen aktuell bleiben.

Größenberatung berührt mehrere Themen, die wir in dieser Woche und in früheren Beiträgen behandelt haben. Wer Maße und Passformhinweise auch in einem Chat beantworten lassen möchte, findet im Beitrag über Shop-Chatbots mit gepflegtem Wissen die Voraussetzungen dafür, dass Antworten aktuell bleiben. Wer Änderungen an Produktseite und Datenmodell mit einem Versionswechsel verbindet, findet Hinweise im Beitrag zur Vorbereitung auf das Upgrade auf Shopware 6.8. Und wie sich Rücksendungen aus Bestelldaten vorhersagen lassen, beschreibt der Beitrag zur KI-Retourenprognose.

Sie möchten wissen, wie weit Ihre Produktdaten für eine Größenberatung schon tragen? Schicken Sie uns eine kurze Beschreibung Ihres Sortiments, Ihres Shopsystems und der Stelle, an der Maße heute gepflegt werden. Über das Kontaktformular für Ihre Anfrage zur Größenberatung erreichen Sie uns direkt; wir melden uns mit einer Einschätzung, welche Schritte in Ihrem Fall sinnvoll sind und in welcher Reihenfolge sie sich umsetzen lassen.

Quellen und Studien

Dieser Beitrag stützt sich auf Daten und Texte aus folgenden Quellen: European Return-o-Meter der Forschungsgruppe Retourenmanagement an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg (Datenjahr 2021) und deren Hochrechnung für 2025, eine Pressemitteilung der Universität Bamberg zu Maßnahmen gegen Retouren, Bitkom (Umfrage zum Online-Shopping und Studienbericht „Digitaler Handel in Deutschland“), Statistisches Bundesamt (Destatis), EHI Retail Institute, DIN Media (Katalogeinträge zu DIN EN 13402-3 und DIN EN ISO 8559-1), Google Merchant Center-Hilfe sowie Verordnung (EU) 2024/1781 und Delegierte Verordnung (EU) 2026/296. Die Zahlen können je nach Erhebungszeitpunkt variieren.

Eine Körpermaßtabelle ordnet einer Größe die Körpermaße zu, für die sie gedacht ist, etwa Brust-, Taillen- und Hüftumfang. Eine Kleidungsmaßtabelle beschreibt das Stück selbst, zum Beispiel die Brustweite von Naht zu Naht oder die Länge. DIN EN 13402-3 stützt die Größenbezeichnung auf Körpermaße und Sprungwerte und gibt ausdrücklich keine Maße für Bekleidungsstücke an (DIN Media). Für einen Modeshop sind beide Tabellen nützlich, sofern klar gekennzeichnet ist, welche gerade gezeigt wird.

In der Regel nicht. Schnitte derselben Marke fallen unterschiedlich aus, und zwischen Marken können die Abweichungen noch größer sein. Tragfähig ist eine Tabelle je Kombination aus Marke und Schnitt, auf die jedes Produkt verweist. Neue Produkte eines bekannten Schnitts übernehmen die Tabelle, ohne neu gemessen zu werden, und Korrekturen wirken auf alle Produkte dieses Schnitts.

Legen Sie zuerst ein kurzes, festes Vokabular für Gründe fest und führen Sie es im Rücksendeportal und im Lager ein. Ältere Freitexte lassen sich oft grob den neuen Gründen zuordnen, sind als Grundlage für eine Passformskala aber meist zu ungenau. Sinnvoll ist eine neue Auswertung ab dem Tag der Umstellung. Parallel lohnt ein Blick auf den technischen Zustand des Shops; der kostenlose Shop-Check für Ladezeit, SEO und Barrierefreiheit liefert dafür eine erste Übersicht.

Eine belastbare Zahl für einen einzelnen Shop gibt es nicht. Die Forschungsgruppe Retourenmanagement schätzte im Dezember 2019, dass eine funktionierende Online-Größenberatung und verbindliche, genormte Größenangaben der Hersteller zusammen bis zu 25 Prozent der Retouren am Gesamtmarkt einsparen könnten (Universität Bamberg). Das ist eine Schätzung für beide Maßnahmen gemeinsam und keine gemessene Wirkung einer Maßtabelle. Was im eigenen Shop möglich ist, zeigt sich erst in den eigenen, sauber erfassten Rücksendegründen.

Für Kleidung und Schuhe ist das Attribut „Größe“ [size] erforderlich (Google Merchant Center-Hilfe). Das Größensystem [size_system] sollte mitgeliefert werden, weil Google sonst das Standardsystem des Ziellands anwendet und die Größenangabe dadurch verfälscht werden kann (Google Merchant Center-Hilfe). Dazu kommen je nach Sortiment der Größentyp [size_type] und die Varianten-Option [variant_option]. Sinnvoll ist es, alle Werte aus denselben Feldern zu erzeugen, die auch der Shop verwendet.

Für große Unternehmen ist die Vernichtung unverkaufter Kleidung, Bekleidungszubehör und Schuhe seit dem 19. Juli 2026 verboten; für mittlere Unternehmen gilt das Verbot ab dem 19. Juli 2030, Kleinst- und Kleinunternehmen sind ausgenommen (VO (EU) 2024/1781). Nach Art. 2 Nr. 37 zählen auch Produkte, die über das Widerrufsrecht zurückgegeben wurden, als unverkaufte Verbraucherprodukte (VO (EU) 2024/1781). Ausnahmen, etwa für beschädigte Ware, legt die Delegierte Verordnung (EU) 2026/296 fest. Die Prüfung im Einzelfall gehört in die Rechtsberatung.