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Ratgeber

Display gebrochen: was bis zum Termin zu beachten ist

Zwischen dem Sturz und dem Termin in der Werkstatt liegen oft ein paar Tage. In dieser Zeit entscheidet sich, ob es bei einem Glasschaden bleibt oder ob Feuchtigkeit, lose Splitter und tote Touch-Zonen die Sache größer machen. Hier steht, worauf es in diesen Tagen ankommt, ganz ohne Werkzeug.

Kurz gefasst

  • Mit gebrochenem Frontglas lässt sich die Abdichtung nicht mehr voraussetzen: Das Gerät sollte bis zum Termin trocken bleiben.
  • Splitter gehören flächig abgeklebt, bevor das Gerät wieder in einer Tasche landet.
  • Vor jedem Neustart sollten Sie sicher sein, dass Sie den Entsperrcode noch eintippen können.
  • Wächst ein dunkler Fleck, löst der Bildschirm Eingaben von allein aus oder steht das Display ab, sollte der Termin nicht warten.
  • Auch mit toten Touch-Zonen lässt sich ein Gerät meist noch bedienen, über die Bedienungshilfen oder eine gekoppelte Maus.

Die erste Stunde nach dem Sturz

Was in den ersten Minuten passiert, bestimmt den Aufwand später. Dabei geht es weniger um das Glas als um alles, was jetzt seinen Weg nach innen findet.

Legen Sie das Gerät mit der Bildschirmseite nach oben auf eine glatte Fläche, nicht zurück in die Hosentasche. Stoff, Sand und Krümel arbeiten sich in die Bruchkanten, lösen weitere Splitter und verteilen Glasstaub in den Öffnungen für Hörer und Mikrofon.

Sehen Sie sich danach an, was das Gerät noch leistet: ob ein vollständiges Bild kommt, ob die Fläche überall reagiert und ob an einer Ecke Material fehlt. Das ändert sich mit der Zeit und ist genau die Auskunft, die wir bei der Anmeldung brauchen.

Solange sich das Gerät bedienen lässt, hat die Datensicherung Vorrang. Denken Sie dabei besonders an Apps, die Anmeldecodes für andere Konten erzeugen. Je nach App und Einstellung liegen diese Schlüssel nur auf dem Gerät. Prüfen Sie, ob ein Konto-Sync oder ein Export eingerichtet ist, und richten Sie die Codes gegebenenfalls auf einem zweiten Gerät ein, solange die Anzeige reagiert. Wie eine Sicherung sauber abläuft, steht im Ratgeber.

Und dann ist da der Punkt, den viele übersehen: Die Abdichtung des Gehäuses hängt am umlaufenden Kleberahmen der Displayeinheit. Ist das Frontglas gebrochen, können Sie die Schutzwirkung nicht mehr voraussetzen, auch wenn der Rahmen äußerlich unversehrt wirkt. Bis zum Termin heißt das kein Telefonat im Regen, kein Ablegen neben dem Waschbecken, kein Platz neben dem Herd.

Was noch am selben Tag zu erledigen ist

Diese Reihenfolge hat sich bewährt. Sie kommt ohne Werkzeug aus und dauert in der Regel eine gute halbe Stunde.

Splitter flächig abkleben

Legen Sie durchsichtiges Klebeband in überlappenden Bahnen über die Risse, von Rand zu Rand. Lassen Sie Hörerschlitz, Sensorbereich und Frontkamera frei, sonst klingt das Gespräch dumpf und der Bildschirm schaltet beim Telefonieren womöglich nicht mehr ab.

Sichern, solange die Bedienung funktioniert

Ein Bildschirm, der heute reagiert, kann morgen ausfallen, und ohne Anzeige kostet Sie jede Sicherung deutlich mehr Aufwand. Prüfen Sie hinterher an einem zweiten Gerät, ob Ihre Daten dort angekommen sind.

Neustarts vermeiden

Nach einem Neustart verlangen iPhones und Android-Geräte in der Regel den Entsperrcode; Fingerabdruck und Gesichtserkennung sind erst nach dieser ersten Eingabe wieder freigegeben. Liegt ein Teil des Ziffernblocks in einer toten Zone, kann die Eingabe schwierig bis unmöglich werden. Richten Sie deshalb vorher eine zweite Bedienmöglichkeit ein (siehe nächster Schritt) und starten Sie das Gerät erst neu, wenn Sie den Code sicher eintippen können.

Automatische Sperre verlängern

Stellen Sie die Zeit bis zur automatischen Bildschirmsperre höher. Bei iPhone und iPad steht das unter Anzeige und Helligkeit, bei Android-Geräten je nach Hersteller unter Display oder Sperrbildschirm. Jede Eingabe weniger über einen beschädigten Bereich ist ein Risiko weniger.

Eine zweite Bedienmöglichkeit einrichten

Fällt ein Teil der Fläche aus, hilft ein Zeigergerät: iPhone und iPad lassen sich über die Bedienungshilfen mit AssistiveTouch und Zeigersteuerung von einer Maus steuern, viele Android-Geräte ebenso. Am unkompliziertesten ist eine Bluetooth-Maus, weil sie ohne Adapter auskommt; kabelgebunden braucht es je nach Gerät einen passenden Adapter und Unterstützung für USB-Host. Richten Sie das ein, solange die Eingabe noch geht.

Termin anmelden und das Fehlerbild durchgeben

Nennen Sie die genaue Modellbezeichnung und was der Bildschirm noch tut. Dann können wir vorab klären, ob das passende Teil bereitliegt. Das geht über die Terminanfrage oder telefonisch.

Wie eilig ist es wirklich

Nicht jeder Displaybruch ist ein Notfall. Diese Einordnung hilft Ihnen zu entscheiden, ob Sie einen Termin in Ruhe abwarten oder das Gerät besser gleich bringen.

Beobachtung, Dringlichkeit und was bis zum Termin gilt
Was Sie beobachtenWie eiligWas bis dahin gilt
Feine Risse, Bild und Bedienung arbeiten normalPlanbarAbkleben, trocken halten, Termin in der Regel in den nächsten Tagen.
Das Glas splittert, an den Kanten fehlt MaterialZügigFläche abdecken und über Lautsprecher oder Kopfhörer telefonieren.
Ein dunkler Fleck wird von Tag zu Tag größerZügigDer Schaden bildet sich in der Regel nicht zurück. Sichern Sie, solange die Anzeige noch etwas zeigt.
Eingaben lösen aus, ohne dass Sie den Bildschirm berührenKurzfristigDas Gerät tippt selbst. Sichern Sie zuerst, solange es entsperrt ist, und schalten Sie es danach aus. Vor jedem Neustart sollten Sie sicher sein, dass Sie den Entsperrcode noch eintippen können.
Das Gerät war nach dem Bruch feucht oder lag im RegenKurzfristigNicht laden und nicht auf Trocknung warten, sondern zeitnah abgeben.
Das Display steht am Rahmen ab oder die Rückseite wölbt sichSofortNicht drücken, nicht laden, nicht unbeaufsichtigt liegen lassen.

Weiterbenutzen oder stilllegen

Beide Wege sind vertretbar. Welcher passt, hängt davon ab, was der Bildschirm noch leistet und wie sehr Sie auf das Gerät angewiesen sind.

Wenn Sie bis zum Termin weiter nutzen

Bild und Bedienung arbeiten, das Glas ist abgeklebt: Dann spricht wenig gegen ein paar Tage Weiterbetrieb. Telefonieren Sie über Lautsprecher oder Kopfhörer, damit die Bruchkanten nicht am Ohr liegen.

Laden Sie nur dort, wo Sie das Gerät im Blick haben, auf fester Unterlage und nicht unter Kissen oder Decken. Fällt Ihnen ein warmes oder verformtes Gehäuse auf, ziehen Sie das Kabel ab.

Sehen Sie einmal am Tag genau hin: neue Streifen, wachsende Flecken, Bereiche ohne Reaktion. Solche Veränderungen gehören in die Terminanfrage, weil sie den Umfang verändern können.

Wenn Sie es lieber stilllegen

Bei Eingaben ohne Berührung, wachsenden Flecken oder fehlendem Glas ist Stilllegen die ruhigere Variante. Sichern Sie einmal vollständig und bewahren Sie das Gerät danach flach und trocken auf, besser in einer Schachtel als lose in einer Tasche.

Für ein Ersatzgerät lässt sich eine physische SIM-Karte umstecken. Beim eSIM-Umzug braucht es in der Regel eine Bestätigung auf dem alten Gerät, deshalb kümmern Sie sich darum, solange die Anzeige reagiert. Reagiert der Bildschirm nicht mehr, lässt sich meist über das Kundenkonto Ihres Mobilfunkanbieters ein neues Profil ausstellen; das braucht etwas Vorlauf.

Was in den Tagen bis zum Termin eher schadet

Diese Versuche sehen wir bei der Annahme regelmäßig. Sie kosten am Ende mehr, als sie sparen.

  • Schutzgläser mit flüssigem Kleber auf gebrochenes Glas setzen. Der Kleber kann durch die Risse nach innen laufen und sich dort nicht mehr entfernen lassen.
  • Politur oder Hausmittel gegen Risse. Sie schließen nichts, hinterlassen aber Rückstände in den Bruchkanten und Öffnungen.
  • Splitter mit Druckluft oder Staubsauger entfernen wollen. Druckluft treibt Glasstaub unter die Ebenen und in die Mikrofonöffnungen; ein Staubsauger reißt lose Splitter aus der Bruchkante und lädt das Gerät statisch auf. Kleben Sie die Fläche stattdessen ab und lassen Sie den Rest bei der Reparatur entfernen.
  • Das Gerät im Auto liegen lassen. Hitze und Kälte lassen Glas und Kleber arbeiten, vorhandene Risse wandern dabei weiter.
  • Das Gerät selbst öffnen oder die Scheibe mit Werkzeug abheben. Direkt darunter liegen dünne Flachkabel, und aus dem Glasschaden wird schnell ein größerer Fall.

Was beim Termin passiert

Bei der Annahme sehen wir uns zuerst an, welche Ebene betroffen ist: die äußere Scheibe, die Touchschicht oder die Anzeige darunter. Dazu gehört eine Funktionsprüfung am geschlossenen Gerät, bevor eine Reparatur beginnt. Den Preis nennen wir vor der Reparatur. Bringen Sie das Gerät so mit, wie es ist.

Für die Dauer zählt vor allem, ob das Teil vorrätig ist, weshalb die genaue Modellbezeichnung schon bei der Anmeldung hilft. Beim Smartphone ist der Tausch der Displayeinheit in der Regel eine Arbeit von unter einer Stunde und oft als Express vor Ort möglich. Bei Tablets planen Sie in der Regel mehr Zeit ein, weil der Kleberahmen ruhen muss.

Was danach zu tun ist, unterscheidet sich je nach Gerät. Bei iPhones sitzt die Gesichtserkennung nicht in der Anzeige, sondern in einer eigenen Sensoreinheit, die auf die neue Displayeinheit umgesetzt wird. Bei vielen Android-Geräten liegt der Fingerabdrucksensor optisch unter dem Glas, und dort sind nach dem Tausch in der Regel eine Kalibrierung und ein erneutes Anlernen der Fingerabdrücke nötig.

Wenn Sie nicht nach Hildesheim kommen können, geht das Gerät auch per Einsendung. Für den Versand gilt dasselbe wie für die Hosentasche, nur strenger: Risse abkleben, das Gerät gepolstert in eine feste Schachtel legen, nichts lose danebenlegen. Nach der Reparatur geht es in der Regel innerhalb weniger Werktage zurück. Was ins Paket gehört, steht auf der Kontaktseite.

Dann sollte der Termin nicht warten

  • Das Bild verändert sich: neue Streifen, wachsende dunkle Flecken oder ausgefallene Bereiche.
  • Der Bildschirm löst Eingaben aus, ohne dass Sie ihn berühren.
  • Es fehlt bereits Glas, oder die Kanten splittern beim Wischen weiter.
  • Das Gerät war nach dem Bruch feucht oder hatte Kontakt mit Regen.
  • Das Display steht am Rahmen ab oder die Rückseite wölbt sich.
  • Ein Teil der Fläche reagiert nicht mehr, darunter der Bereich für den Entsperrcode.

Wie der Tausch abläuft, beschreibt die Seite zur Display-Reparatur. Startpreise nach Modell finden Sie in der Geräteübersicht.

Gerät anmelden

Häufige Fragen

Nicht zwingend. Solange Bild und Bedienung normal arbeiten und das Glas abgeklebt ist, können Sie das Gerät weiter benutzen. Ausschalten ist sinnvoll, wenn der Bildschirm Eingaben von allein auslöst, dunkle Bereiche wachsen oder das Gerät nach dem Bruch feucht geworden ist. Sichern Sie in diesen Fällen zuerst, solange das Gerät entsperrt ist, und vergewissern Sie sich vor jedem Neustart, dass Sie den Entsperrcode noch eintippen können.

Versuchen Sie es ohne Neustart, denn danach ist die Codeeingabe Pflicht. Solange das Gerät entsperrt ist, lässt sich über die Bedienungshilfen eine Maus einrichten: bei iPhone und iPad über AssistiveTouch mit Zeigersteuerung, bei vielen Android-Geräten ebenso. Am unkompliziertesten ist eine Bluetooth-Maus, weil sie ohne Adapter auskommt; kabelgebunden braucht es je nach Gerät einen passenden Adapter. Klappt das nicht mehr, bringen Sie das Gerät bitte so mit, wie es ist.

Die Eingaben selbst richten am Gerät keinen unmittelbaren Schaden an, unangenehm sind sie trotzdem: Sie können Nachrichten verschicken, Einstellungen ändern oder im ungünstigen Fall einen Notruf absetzen. Dahinter steckt oft eine beschädigte Sensorebene oder Feuchtigkeit zwischen den Schichten, und die Ursache kann sich mit der Zeit ausweiten. Sichern Sie deshalb zeitnah und lassen Sie das Gerät bis zum Termin danach besser ausgeschaltet.

Das hängt davon ab, was der Bildschirm noch macht. Der eSIM-Umzug wird in der Regel auf dem neuen Gerät gestartet und auf dem alten Gerät bestätigt, deshalb kümmern Sie sich darum, solange die Anzeige reagiert und Sie das Gerät entsperren können. Reagiert der Bildschirm nicht mehr, stellt Ihnen Ihr Mobilfunkanbieter meist über das Kundenkonto ein neues Profil aus; dafür sollten Sie in der Regel etwas Vorlauf einplanen.

Das hängt von der Bauform ab. Bei iPhones gehört die Gesichtserkennung zu einer eigenen Sensoreinheit, die auf die neue Displayeinheit umgesetzt wird, und ein Fingerabdrucksensor im Home-Button ist fest an das Gerät gebunden. Bei vielen Android-Geräten sitzt der Sensor optisch unter dem Glas; dort sind nach dem Tausch in der Regel eine Kalibrierung und ein erneutes Anlernen der Fingerabdrücke nötig.

Am hilfreichsten sind vier Angaben: die genaue Modellbezeichnung, was passiert ist, was der Bildschirm noch zeigt und ob das Gerät danach Feuchtigkeit abbekommen hat. Ergänzen Sie, ob einzelne Bereiche nicht mehr reagieren oder sich das Bild seit dem Sturz verändert hat. Mit diesen Angaben können wir vorab prüfen, ob das passende Teil bereitliegt.

Bringen Sie das Gerät, bevor der Schaden wandert

Sagen Sie uns Modell und Fehlerbild, dann legen wir das passende Teil bereit. In der Marktarkaden 6 sehen wir uns das Gerät an und nennen den Preis vor der Reparatur.