Punkt 1Akkuzustand messen statt schätzen
Der Akku ist das Bauteil, das am zuverlässigsten altert. Beim iPhone steht der Batteriezustand als Prozentwert der ursprünglichen Kapazität in den Einstellungen unter „Batterie“. Bei Android hängt es vom Hersteller ab: Manche zeigen den Zustand in den Einstellungen zur Akkupflege, andere gar nicht.
Dann hilft der praktische Test: Helligkeit auf Maximum, Video starten, Ladestand notieren und nach zehn Minuten erneut ablesen. Wichtiger als die Zahl ist das Verhalten. Ein Gerät, das im Leerlauf mehrere Prozent verliert, sich beim Laden auffällig erwärmt oder bei niedrigem Stand plötzlich ausgeht, hat einen Akku am Ende seiner Nutzungsdauer.
Warnsignal: Der Akkudeckel wölbt sich oder das Display steht am Rand minimal über. Ein aufgeblähter Akku gehört nicht mehr geladen, sondern in die Werkstatt.Punkt 2Displayfehler erkennen
Prüfen Sie den Bildschirm zweimal: einmal ausgeschaltet, einmal eingeschaltet. Im ausgeschalteten Zustand sehen Sie im Streiflicht Kratzer, Absplitterungen an den Ecken und Spalten zwischen Glas und Rahmen. Ein solcher Spalt deutet darauf hin, dass das Gerät bereits geöffnet wurde oder dass der Akku darunter arbeitet.
Eingeschaltet zeigen Sie ein reines Weißbild und danach ein reines Schwarzbild an. Auf Weiß fallen Verfärbungen, Schatten und milchige Flecken auf, auf Schwarz leuchtende Pixel und helle Ränder. Zum Schluss der Touch: in einer Notiz-App langsam mit einem Finger über die ganze Fläche fahren, auch in die Ecken. Aussetzer, Grünstich oder wandernde Streifen sind typische Folgen eines Sturzes.
Punkt 3Alle Kameras einzeln testen
Aktuelle Geräte haben mehrere Kameras, getestet wird meist nur eine. Schalten Sie jede Brennweite einzeln durch: Ultraweitwinkel, Hauptkamera, Tele, dazu die Frontkamera. Machen Sie je ein Foto und sehen Sie es in der Galerie in voller Größe an, nicht nur als Vorschaubild.
Achten Sie auf Staubpunkte, milchige Schleier bei Gegenlicht, unscharfe Ecken und darauf, ob der Autofokus greift. Ein hörbares Rattern beim Bewegen deutet auf eine beschädigte Bildstabilisierung hin. Blitz und eine kurze Videoaufnahme mit Ton gehören in denselben Durchgang.
Punkt 4Ladeanschluss, Ton und Tasten
Stecken Sie Ihr eigenes Kabel ein. Sitzt der Stecker fest oder wackelt er? Beginnt der Ladevorgang sofort, oder nur in einer bestimmten Haltung? Ein loser Sitz spricht für Verschleiß oder für verdichtete Flusen im Anschluss, wie sie sich in jeder Hosentasche sammeln.
Prüfen Sie im selben Zug den Lautsprecher mit Musik, den Hörer bei einem kurzen Anruf über Ihre SIM-Karte und das Mikrofon mit einer Sprachaufnahme. Dazu Vibration, Tasten und, falls vorhanden, Fingerabdrucksensor oder Gesichtserkennung.
Warnsignal: Feuchtigkeitsspuren oder Korrosion im Anschluss. Wasserkontakt zeigt sich oft erst Wochen später, dafür dann an mehreren Bauteilen gleichzeitig.Punkt 5IMEI und Kontosperren
Tippen Sie in der Telefon-App die Tastenfolge *#06# ein: Das Gerät zeigt seine IMEI an. Vergleichen Sie sie mit der Nummer auf Karton oder Kaufbeleg, sofern beides vorliegt. Stimmen die Nummern nicht überein, gehört das Zubehör nicht zum Gerät.
Noch wichtiger sind die Kontosperren. Ein iPhone muss vollständig aus dem Konto des Vorbesitzers entfernt sein, ein Android-Gerät ebenso aus dem verknüpften Konto. Lassen Sie das Gerät vor Ihren Augen zurücksetzen und richten Sie es mit Ihren eigenen Zugangsdaten neu ein. Bleibt dabei eine Abfrage nach fremden Zugangsdaten stehen, ist das Gerät für Sie wertlos, egal wie gut es aussieht. Mit Ihrer SIM-Karte prüfen Sie zusätzlich, ob es an ein bestimmtes Netz gebunden ist.
Punkt 6Zubehör, Karton und Beleg
Originalkarton und Kaufbeleg sind kein Muss, aber sie sagen etwas aus: Der Beleg zeigt, wie alt das Gerät wirklich ist und ob die Herstellergarantie noch läuft; der Karton trägt die IMEI. Fehlt beides, ist das kein Ausschlussgrund, sondern ein Punkt für das Preisgespräch.
Gleiches gilt für Netzteil, Kabel und Sonderzubehör wie Eingabestift oder Hülle. Was fehlt, kaufen Sie nach. Achten Sie darauf, dass das Netzteil zur Ladeleistung des Modells passt. Passendes Zubehör bekommen Sie auch bei uns im Laden und können es direkt am Gerät ausprobieren.
Punkt 7Update-Versorgung des Modells
Ein günstiges Gerät nützt wenig, wenn es keine Sicherheitsupdates mehr erhält. Sehen Sie vor dem Kauf nach, welche Systemversion installiert ist und ob noch Aktualisierungen angeboten werden. Hersteller nennen für ihre Modelle üblicherweise einen Versorgungszeitraum, und der läuft ab dem Marktstart, nicht ab Ihrem Kaufdatum.
Bei einem drei Jahre alten Modell bleibt davon entsprechend weniger übrig. Wer ein Gerät lange nutzen will, rechnet die verbleibende Update-Zeit in die Kaufentscheidung ein, genauso wie den Zustand des Gehäuses.