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Ratgeber

Gebrauchtes Smartphone kaufen: die Prüfliste vor der Übergabe

Ein gebrauchtes Gerät ist eine gute Entscheidung, solange Sie wissen, wonach Sie suchen. Die meisten Fehlkäufe hätte ein Test von zehn Minuten verhindert. Hier steht, welche zehn Minuten das sind.

Bei uns landen regelmäßig Geräte, die kurz zuvor privat gekauft wurden: Akku am Ende, Staub in der Kamera, lose Ladebuchse. Nichts davon ist unsichtbar.

Vorbereitung

Was Sie zum Termin mitnehmen sollten

Ein Gerät im Halbdunkel auf einem Parkplatz zu prüfen, funktioniert nicht. Verabreden Sie sich an einem hellen Ort mit Funknetz und planen Sie eine Viertelstunde ein. Wer es eilig hat, übersieht genau die Kleinigkeiten, die später teuer werden.

  • Ihr eigenes Ladekabel samt Netzteil, damit der Anschluss mit bekanntem Zubehör getestet wird.
  • Eine eigene SIM-Karte, um Netz, Telefonie und einen möglichen Netzlock zu prüfen.
  • Ein Mikrofasertuch: Fingerabdrücke und Fettschlieren verstecken feine Kratzer.
  • Die genaue Modellbezeichnung samt Speichergröße und Erscheinungsjahr.
  • Eine Taschenlampe für den Blick auf Rahmen und Kanten.

Privat oder vom Händler?

Beim Kauf von privat ist die gesetzliche Gewährleistung in aller Regel ausgeschlossen; Sie tragen das Risiko ab der Übergabe. Beim Kauf im Handel gelten die gesetzlichen Regeln, und Sie haben einen Ansprechpartner.

Das ist kein Argument gegen den Privatkauf, aber eines für die gründliche Prüfung vor Ort: Was Sie beim Händler reklamieren, müssen Sie privat vorher selbst finden.

Ablauf

Der Funktionstest in acht Schritten

Arbeiten Sie die Schritte der Reihe nach ab, dann vergessen Sie nichts.

Gehäuse ansehen

Im Streiflicht auf Dellen an den Ecken, Spalten zwischen Glas und Rahmen und Kratzer achten.

Einschalten

Startet das Gerät zügig? Zeigt es das Einrichtungsmenü oder noch die Daten des Vorbesitzers?

IMEI abgleichen

Tastenfolge eingeben, Nummer mit Karton oder Beleg vergleichen, Kontosperren ausschließen.

Display prüfen

Weißbild, Schwarzbild, dann mit dem Finger langsam über die gesamte Fläche fahren.

Akku belasten

Helligkeit hoch, Video starten, Ladestand notieren und nach zehn Minuten erneut ablesen.

Kameras durchgehen

Jede Brennweite einzeln, Frontkamera, Blitz und eine kurze Videoaufnahme mit Ton.

Anschlüsse testen

Eigenes Kabel einstecken, Sitz prüfen, Lautsprecher, Hörer, Mikrofon und Tasten durchgehen.

Zurücksetzen lassen

Erst wenn das Gerät vor Ihren Augen geleert und aus dem Konto entfernt wurde, wird bezahlt.

Ein Smartphone steht in einem Halter, daneben liegt eine Lupe für die Sichtprüfung bereit.

Die sieben Punkte im Detail

Was hinter jedem Prüfschritt steckt und welches Ergebnis Sie stutzig machen sollte.

Punkt 1

Akkuzustand messen statt schätzen

Der Akku ist das Bauteil, das am zuverlässigsten altert. Beim iPhone steht der Batteriezustand als Prozentwert der ursprünglichen Kapazität in den Einstellungen unter „Batterie“. Bei Android hängt es vom Hersteller ab: Manche zeigen den Zustand in den Einstellungen zur Akkupflege, andere gar nicht.

Dann hilft der praktische Test: Helligkeit auf Maximum, Video starten, Ladestand notieren und nach zehn Minuten erneut ablesen. Wichtiger als die Zahl ist das Verhalten. Ein Gerät, das im Leerlauf mehrere Prozent verliert, sich beim Laden auffällig erwärmt oder bei niedrigem Stand plötzlich ausgeht, hat einen Akku am Ende seiner Nutzungsdauer.

Warnsignal: Der Akkudeckel wölbt sich oder das Display steht am Rand minimal über. Ein aufgeblähter Akku gehört nicht mehr geladen, sondern in die Werkstatt.
Punkt 2

Displayfehler erkennen

Prüfen Sie den Bildschirm zweimal: einmal ausgeschaltet, einmal eingeschaltet. Im ausgeschalteten Zustand sehen Sie im Streiflicht Kratzer, Absplitterungen an den Ecken und Spalten zwischen Glas und Rahmen. Ein solcher Spalt deutet darauf hin, dass das Gerät bereits geöffnet wurde oder dass der Akku darunter arbeitet.

Eingeschaltet zeigen Sie ein reines Weißbild und danach ein reines Schwarzbild an. Auf Weiß fallen Verfärbungen, Schatten und milchige Flecken auf, auf Schwarz leuchtende Pixel und helle Ränder. Zum Schluss der Touch: in einer Notiz-App langsam mit einem Finger über die ganze Fläche fahren, auch in die Ecken. Aussetzer, Grünstich oder wandernde Streifen sind typische Folgen eines Sturzes.

Punkt 3

Alle Kameras einzeln testen

Aktuelle Geräte haben mehrere Kameras, getestet wird meist nur eine. Schalten Sie jede Brennweite einzeln durch: Ultraweitwinkel, Hauptkamera, Tele, dazu die Frontkamera. Machen Sie je ein Foto und sehen Sie es in der Galerie in voller Größe an, nicht nur als Vorschaubild.

Achten Sie auf Staubpunkte, milchige Schleier bei Gegenlicht, unscharfe Ecken und darauf, ob der Autofokus greift. Ein hörbares Rattern beim Bewegen deutet auf eine beschädigte Bildstabilisierung hin. Blitz und eine kurze Videoaufnahme mit Ton gehören in denselben Durchgang.

Punkt 4

Lade­anschluss, Ton und Tasten

Stecken Sie Ihr eigenes Kabel ein. Sitzt der Stecker fest oder wackelt er? Beginnt der Ladevorgang sofort, oder nur in einer bestimmten Haltung? Ein loser Sitz spricht für Verschleiß oder für verdichtete Flusen im Anschluss, wie sie sich in jeder Hosentasche sammeln.

Prüfen Sie im selben Zug den Lautsprecher mit Musik, den Hörer bei einem kurzen Anruf über Ihre SIM-Karte und das Mikrofon mit einer Sprachaufnahme. Dazu Vibration, Tasten und, falls vorhanden, Fingerabdrucksensor oder Gesichtserkennung.

Warnsignal: Feuchtigkeitsspuren oder Korrosion im Anschluss. Wasserkontakt zeigt sich oft erst Wochen später, dafür dann an mehreren Bauteilen gleichzeitig.
Punkt 5

IMEI und Kontosperren

Tippen Sie in der Telefon-App die Tastenfolge *#06# ein: Das Gerät zeigt seine IMEI an. Vergleichen Sie sie mit der Nummer auf Karton oder Kaufbeleg, sofern beides vorliegt. Stimmen die Nummern nicht überein, gehört das Zubehör nicht zum Gerät.

Noch wichtiger sind die Kontosperren. Ein iPhone muss vollständig aus dem Konto des Vorbesitzers entfernt sein, ein Android-Gerät ebenso aus dem verknüpften Konto. Lassen Sie das Gerät vor Ihren Augen zurücksetzen und richten Sie es mit Ihren eigenen Zugangsdaten neu ein. Bleibt dabei eine Abfrage nach fremden Zugangsdaten stehen, ist das Gerät für Sie wertlos, egal wie gut es aussieht. Mit Ihrer SIM-Karte prüfen Sie zusätzlich, ob es an ein bestimmtes Netz gebunden ist.

Punkt 6

Zubehör, Karton und Beleg

Originalkarton und Kaufbeleg sind kein Muss, aber sie sagen etwas aus: Der Beleg zeigt, wie alt das Gerät wirklich ist und ob die Herstellergarantie noch läuft; der Karton trägt die IMEI. Fehlt beides, ist das kein Ausschlussgrund, sondern ein Punkt für das Preisgespräch.

Gleiches gilt für Netzteil, Kabel und Sonderzubehör wie Eingabestift oder Hülle. Was fehlt, kaufen Sie nach. Achten Sie darauf, dass das Netzteil zur Ladeleistung des Modells passt. Passendes Zubehör bekommen Sie auch bei uns im Laden und können es direkt am Gerät ausprobieren.

Punkt 7

Update-Versorgung des Modells

Ein günstiges Gerät nützt wenig, wenn es keine Sicherheitsupdates mehr erhält. Sehen Sie vor dem Kauf nach, welche Systemversion installiert ist und ob noch Aktualisierungen angeboten werden. Hersteller nennen für ihre Modelle üblicherweise einen Versorgungszeitraum, und der läuft ab dem Marktstart, nicht ab Ihrem Kaufdatum.

Bei einem drei Jahre alten Modell bleibt davon entsprechend weniger übrig. Wer ein Gerät lange nutzen will, rechnet die verbleibende Update-Zeit in die Kaufentscheidung ein, genauso wie den Zustand des Gehäuses.

Ohne eigenen Test

Geprüft gebraucht aus unserem Bestand

Wer sich die Prüfung nicht selbst zutraut, kauft ein gebrauchtes Gerät bei uns. Wir sehen jedes Gerät vor dem Verkauf durch: Gehäuse, Display, Akku, Anschluss, Kameras und Ton. Was wir dabei finden, sagen wir Ihnen, bevor Sie sich entscheiden.

Welche Modelle gerade da sind, wechselt laufend. Den Bestand nennen wir Ihnen im Laden oder am Telefon, ebenso den Preis. Einrichtung und Datenübernahme erledigen wir auf Wunsch gleich mit.

Zum Geräteverkauf mit Beratung und Einrichtung

Und das alte Gerät?

Wenn ein neues Gerät einzieht, liegt das alte meist in der Schublade. Wir bewerten es und machen Ihnen ein Angebot zum Ankauf; auch Geräte mit Defekt sind nicht automatisch wertlos.

Bringen Sie es zusammen mit dem neuen Gerät vorbei: Dann übertragen wir Ihre Daten und löschen anschließend den Speicher des alten Geräts.

Zum Ankauf gebrauchter Geräte

Wann die Werkstatt der bessere Weg ist

Nicht jeder Mangel ist ein Grund, das Gerät stehen zu lassen: Ein bekannter Defekt drückt den Preis. Entscheidend ist, dass Sie die Kosten vorher kennen.

Akku hält nicht durch

Der häufigste Fall bei gebrauchten Geräten. Handeln Sie den Preis entsprechend und lassen Sie den Akku danach tauschen.

Riss, Fleck oder toter Touch

Ein gesprungenes Glas ist sichtbar, ein Touch-Aussetzer nicht. Beides lässt sich für viele Modelle beheben.

Kabel sitzt locker

Oft steckt nur verdichteter Schmutz in der Buchse, manchmal ist der Anschluss verschlissen. Was zutrifft, zeigt die Prüfung.

Staub oder Schlieren im Bild

Ein Modul mit Staub hinter der Linse wird nicht wieder klar. Für viele Modelle ist der Austausch der Kameraeinheit möglich.

Unsicher, ob sich ein Angebot lohnt? Bringen Sie das Gerät in die Marktarkaden 6 oder rufen Sie mit Modell und Fehlerbild an. Startpreise nach Modell stehen in der Geräteliste mit Preisen; den endgültigen Preis nennen wir nach der Prüfung, bevor wir das Gerät öffnen.

Fragen zum Gebrauchtkauf

Beim iPhone steht der Batteriezustand als Prozentwert in den Einstellungen. Bei Android zeigt ihn nicht jeder Hersteller an; dann hilft ein praktischer Test: das Gerät zehn Minuten mit hellem Display und einem Video laufen lassen und den Ladestand vorher und nachher vergleichen. Auffällig sind starke Erwärmung beim Laden und plötzliches Abschalten bei niedrigem Ladestand.

Die IMEI lassen Sie sich mit der Tastenfolge *#06# anzeigen. Sie sollte zu der Nummer auf Karton oder Rechnung passen. Wichtiger ist der zweite Punkt: Das Gerät muss aus dem Konto des Vorbesitzers entfernt sein. Lassen Sie es vor Ihren Augen zurücksetzen und richten Sie es mit Ihren eigenen Daten ein. Bleibt dabei eine Abfrage nach fremden Zugangsdaten stehen, ist das Gerät für Sie nicht nutzbar.

Nicht zwangsläufig. Der Akku ist ein Verschleißteil und lässt sich bei den meisten Modellen tauschen. Rechnen Sie die Kosten dafür in den Kaufpreis ein; was ein Austausch für Ihr Modell kostet, steht in unserer Geräteliste. Schwerer wiegen Schäden, die auf einen Sturz oder auf Wasserkontakt hindeuten.

Das hängt vom Hersteller und vom Erscheinungsjahr des Modells ab. Der zugesagte Zeitraum läuft ab dem Marktstart, nicht ab Ihrem Kaufdatum. Sehen Sie deshalb vor dem Kauf nach, welche Systemversion installiert ist und ob das Gerät noch Aktualisierungen angeboten bekommt. Wer ein Gerät lange nutzen möchte, achtet darauf genauso wie auf den Zustand des Gehäuses.

Nein, fehlendes Zubehör ist kein Mangel, sondern ein Preisargument: Netzteil und Kabel müssen Sie dann nachkaufen. Achten Sie darauf, dass das Netzteil zur Ladeleistung des Geräts passt und das Kabel den richtigen Stecker hat. Passendes Zubehör bekommen Sie auch bei uns im Laden.

Ja. Bringen Sie es während der Öffnungszeiten in die Marktarkaden 6, dann sehen wir uns Display, Akku, Anschluss und Kameras an und sagen Ihnen, was auffällt. Ist eine Reparatur sinnvoll, nennen wir Ihnen den Preis, bevor wir das Gerät öffnen.

Zweite Meinung vor dem Kauf

Sagen Sie uns Modell und Zustand, dann schätzen wir ein, was bei diesem Gerät noch auf Sie zukommt.