Am Sattlerhof 12 · 31134 HildesheimMo–Fr 10–18 Uhr0171 3920011
Termin anfragen

Zwei Geschäftsfelder, ein Dokument

Ankaufs- und Werkstattbedingungen

Was gilt, wenn Sie uns Edelmetall zum Kauf anbieten — und was gilt, wenn Ihr Schmuckstück zur Reparatur bei uns bleibt. Ohne Kleingedrucktes, in der Reihenfolge, in der es am Tresen passiert.

Stand
August 2026
Gilt für
Ankauf und Werkstattaufträge in der Am Sattlerhof 12
Keine Rechtsberatung
Die gesetzlichen Regeln gehen jedem Satz hier vor
Geeichte Werkbankwaage mit leerer Messingschale, daneben leere Auftragsanhänger mit Fäden.
ANHÄNGER UND BLOCKBeschriftet wird der Anhänger bei der Annahme: Nummer, Zustand und die Arbeit, die besprochen wurde.
IRRTUM

Drei Sätze, die wir am Tresen oft hören

Bevor es um einzelne Punkte geht: Diese drei Annahmen halten sich hartnäckig und kosten regelmäßig Zeit oder einen unnötigen zweiten Weg. Jede lässt sich in wenigen Sätzen ausräumen.

So heißt es oftWenn ich das Stück einmal auf die Waage lege, muss ich es auch verkaufen.
Tatsächlich gilt

Sichten, Prüfen, Wiegen und die Zahl, die wir Ihnen danach nennen, sind kostenlos und binden Sie an nichts. Ihre Ausweisdaten nehmen wir erst auf, wenn Sie zusagen — vorher gibt es kein Formular und keine Unterschrift. Sagen Sie ab, geht alles vollständig zurück über den Tresen, auch die Häufchen, die wir zum Wiegen getrennt hatten.

So heißt es oftDer Kostenvoranschlag in der Werkstatt wird mir später berechnet.
Tatsächlich gilt

Der Blick durch die Lupe, das Abtasten der Lötstelle, das Prüfen, ob ein Stein noch fest sitzt, und der Preis, der daraus folgt: kostenfrei, auch wenn Sie den Auftrag anschließend nicht erteilen. Berechnet wird die Arbeit an Ihrem Stück, nicht das Hinsehen. An die Werkbank geht es erst nach Ihrer Freigabe.

So heißt es oftWas ich hier verkaufe, kann ich hinterher widerrufen wie eine Bestellung im Netz.
Tatsächlich gilt

Wir handeln nicht über das Internet, es gibt bei uns keinen Warenkorb und keinen Versand. Ein Ankauf am Tresen ist ein Kaufvertrag unter Anwesenden; ein Widerrufsrecht wie im Fernabsatz entsteht dabei in der Regel nicht. Genau deshalb lassen wir Ihnen vor der Entscheidung Zeit. Anders liegt der Fall zu Hause: Für den Ankauf beim Hausbesuch geben wir Ihnen freiwillig eine Rückgabefrist.

999

Ankauf: Legitimation, Bewertung, Rückgabe

Sechs Punkte beschreiben den Weg vom Tablett bis zum Beleg. Gerechnet wird am Ende immer auf Feingold, also auf den reinen Edelmetallanteil in Ihrem Stück.

  1. Wer verkaufen darf

    Wir kaufen von volljährigen Personen, die über die Stücke verfügen dürfen. Dafür brauchen wir einen gültigen Personalausweis oder Reisepass; steht im Pass keine Anschrift, bringen Sie bitte zusätzlich einen Nachweis Ihrer Meldeadresse mit.

    Verkaufen Sie für jemand anderen, genügt in der Regel eine formlose schriftliche Vollmacht mit Ausweiskopie. Bei einem Nachlass mit mehreren Erben nehmen wir üblicherweise die Vollmacht der übrigen dazu. Warum wir überhaupt danach fragen, steht unter Ausweispflicht und Beleg.

  2. Prüfen und Wiegen

    Wir lesen die Punze unter der Lupe und halten den Magneten daran — beides passiert vor Ihren Augen auf dem Tablett. Wo kein Stempel steht, wo er nicht zum Material passt oder wo eine Lötstelle und abgelaufene Kanten eine Auflage vermuten lassen, folgt die Strichprobe: ein kurzer Strich auf dem Prüfstein, ein Tropfen Säure daneben, und der Strich bleibt stehen oder er verschwindet.

    Gewogen wird jedes Häufchen einzeln auf einer geeichten Waage, die Anzeige zu Ihnen gedreht. Für den Strich reiben wir an einer verdeckten Stelle etwas Material ab; auf der Waage bildet sich das in der Regel nicht ab. Steine, Federn, Uhrwerke, Kunststoffkerne und andere Fremdteile ziehen wir ab, weil sie nicht mitbezahlt werden. Die Verfahren im Einzelnen beschreibt Wie wir prüfen.

  3. Wie der Betrag entsteht

    Gewicht mal Feingehalt ergibt den reinen Edelmetallanteil, darauf wenden wir unseren Tagesankaufspreis an. Weil sich der Kurs täglich bewegt, gilt eine genannte Zahl für Ihren Besuch und nicht für die kommende Woche.

    Die Rechnung legen wir offen: Sie sehen Gewicht und Feingehalt vor sich und dürfen jeden Zwischenschritt nachfragen. Ausführlich steht sie unter So berechnen wir Ihren Preis.

  4. Wenn wir uns nicht einig werden

    Sie sind zu nichts verpflichtet, und wir fragen auch nicht nach einem Grund. Ihre Stücke bekommen Sie sofort und vollständig zurück, so wie Sie sie gebracht haben.

    Sichten, Sortieren, Wiegen und die mündliche Einschätzung bleiben dabei kostenlos. Wer erst zwei, drei Häuser vergleichen möchte, tut das mit unserer Zahl auf einem Zettel und kommt danach wieder oder eben nicht.

  5. Beleg und Auszahlung

    Erst nach Ihrer Zusage nehmen wir die Ausweisdaten auf und schreiben den Ankaufsbeleg: Datum, Beschreibung, Gewicht, Feingehalt und Betrag. Ein Durchschlag bleibt im Haus, das Original nehmen Sie mit.

    Ausgezahlt wird bar oder per Überweisung, ganz wie Sie es möchten. Mit Übergabe und Zahlung ist der Kauf abgeschlossen; ein Widerrufsrecht wie im Versandhandel entsteht bei einem Geschäft im Laden in der Regel nicht.

  6. Anrechnen statt auszahlen

    Statt Geld mitzunehmen, können Sie den Betrag auf eine Arbeit anrechnen lassen. Das lohnt sich vor allem, wenn ohnehin etwas Neues entstehen soll: Trauringe aus eigenem Altgold oder eine Umarbeitung in unserer Werkstatt.

    Die Anrechnung halten wir auf dem Beleg fest, damit später nachvollziehbar bleibt, welches Altgold in welchen Auftrag geflossen ist. Bleibt ein Rest, zahlen wir ihn aus.

Diese Punkte gelten für den Laden und sinngemäß auch für den Hausbesuch und Abholservice — dort mit der Rückgabefrist, die weiter unten steht.

WERKSTATT

Werkstatt: Voranschlag, Freigabe, Verwahrung

Ein Reparaturauftrag ist etwas anderes als ein Kauf: Ihr Stück bleibt Ihr Eigentum und geht durch fremde Hände. Diese sechs Punkte regeln, was in dieser Zeit gilt.

  1. Annahme und Auftragszettel

    Bei der Annahme entsteht ein Zettel mit Nummer, kurzer Beschreibung, gewünschter Arbeit, Ihrer Telefonnummer und einem Abholzeitraum. Dazu notieren wir den Zustand, den wir vorfinden: vorhandene Kratzer, eine dünn gelaufene Stelle, ein Stein, der sich schon bewegt.

    Diese Notiz schützt beide Seiten. Sie hält fest, was vorher da war, und macht bei der Abholung nachvollziehbar, was wir verändert haben und was nicht.

  2. Kosten­voran­schlag und Freigabe

    Richtwerte für die gängigen Arbeiten stehen offen unter Preise und Bearbeitungszeiten. Verbindlich wird der Preis erst, wenn wir Ihr Stück unter der Lupe gesehen haben — der Aufwand hängt an Material, Zustand und Steinbesatz.

    Gearbeitet wird nach Ihrer Freigabe: im Laden mündlich, sonst am Telefon oder per E-Mail. Bis dahin liegt der Auftrag im Fach, nicht auf der Werkbank.

  3. Wenn unter der Lupe mehr auftaucht

    Manches zeigt sich erst beim Arbeiten: altes Vorlot in einer früheren Reparaturstelle, eine Schiene, die innen dünner ist als außen sichtbar, eine zweite Krappe, die nachgibt, sobald die erste bewegt wird.

    In solchen Fällen halten wir an und rufen Sie an, bevor es teurer wird. Ohne Ihr Ja wird nichts ausgeführt, was über den besprochenen Betrag hinausgeht. Passt es Ihnen nicht, bekommen Sie das Stück im vorgefundenen Zustand zurück.

  4. Bearbeitungs­zeit

    Die Zeitangaben in unserer Preisübersicht sind Erfahrungswerte für den üblichen Fall, keine zugesagten Termine. Galvanik und Fassarbeiten brauchen länger, weil Vorpolitur, Bad, Trocknung und Kontrolle nacheinander laufen müssen.

    Feste Anlässe halten wir auf dem Auftragszettel fest — Hochzeit, Geburtstag, Übergabe. Sagen Sie uns das bitte bei der Annahme und nicht erst beim Nachfragen, dann planen wir die Reihenfolge danach.

  5. Verwahrung und Haftung

    Ihr Stück bleibt Ihr Eigentum und wird getrennt von der Verkaufsware verwahrt: tagsüber im nummerierten Fach am Arbeitsplatz, außerhalb der Öffnungszeiten verschlossen. Für Schäden, die bei der Bearbeitung entstehen, haften wir nach den gesetzlichen Regeln.

    Risiken, die im Material stecken, benennen wir vorher: Smaragd, Opal, Türkis, Perlen und geklebte Steine vertragen keine Flamme, alte Lötstellen können beim Erwärmen aufgehen. Der übliche Weg ist dann, den Stein vor der Arbeit auszufassen und danach wieder zu fassen.

    Gibt die Fassung das nicht her, muss die Naht neben dem Stein entstehen, und das kann nur ein Laserschweißgerät — ein solches Gerät steht in der Am Sattlerhof 12 nicht. Diese Arbeiten geben wir an einen Betrieb mit Lasergerät. Wir sagen Ihnen das bei der Annahme, mit dem Richtwert für die vermittelte Arbeit und dem Hinweis, dass der Weg hin und zurück Zeit kostet; auf dem Auftragszettel steht dann, dass Ihr Stück dafür außer Haus geht. Wollen Sie das nicht, nehmen Sie es unbearbeitet wieder mit.

  6. Abholung und Fristen

    Wir rufen an, sobald das Stück fertig ist. Abgeholt wird gegen den Auftragszettel, ohne Zettel gegen Ausweis; bezahlt wird bei der Abholung. Wer für Sie abholt, bringt bitte den Zettel oder eine kurze schriftliche Zeile von Ihnen mit.

    Bleibt ein Auftrag liegen, verwahren wir ihn kostenfrei weiter und schreiben nach längerer Zeit an die hinterlegte Anschrift. Eine Lagergebühr berechnen wir nicht, und Ihr Eigentum verfällt bei uns nicht.

Platzhalter: Zum Umfang eines Versicherungsschutzes während der Werkstattzeit steht hier bewusst noch keine Angabe. Sobald die Deckung schriftlich vorliegt, nennen wir sie an dieser Stelle mit Bedingung und Grenze. Bis dahin fragen Sie bei der Annahme danach — bei Stücken mit hohem Wert ist das ohnehin das bessere Gespräch.

ABLAUF

Vier Punkte im Auftrag und was dabei entsteht

Damit Sie wissen, wann Sie was in der Hand halten: der Werkstattauftrag als Zeitleiste, von der Annahme bis zur Rechnung.

Werkstattauftrag: Zeitpunkt, Vorgang und Beleg
ZeitpunktWas passiertWas Sie in der Hand haben
Bei der AnnahmeSichtung unter der Lupe, Zustandsnotiz, Richtwert — und der Hinweis, falls die Arbeit außer Haus vergeben werden mussAuftragszettel mit Nummer, Beschreibung und Abholzeitraum
Nach der SichtungFester Preis und Aufwand, sobald klar ist, was das Stück verlangtKostenvoranschlag, mündlich im Laden oder am Telefon
Während der ArbeitRückruf, falls unter der Lupe Mehraufwand auftauchtIhr Ja oder Nein, bevor weitergearbeitet wird
Bei der AbholungGemeinsamer Blick auf die bearbeitete Stelle, gern mit unserer LupeRechnung über die ausgeführte Arbeit
Kette löten
üblich fertig in 1–2 Werktagen
Ring weiten, Gold
üblich fertig in 3–5 Werktagen
Weißgold rhodinieren
üblich fertig in 2–5 Werktagen
Altgold umarbeiten
üblich fertig in 3–5 Wochen
HAUSBESUCH

Beim Hausbesuch geben wir Ihnen mehr Zeit

Zu Hause fehlt, was den Ladenbesuch leicht macht: der Weg, auf dem man eine Entscheidung noch einmal durch den Kopf gehen lässt. Deshalb diese freiwillige Zusage.

Rückgabefrist für Ankäufe bei Ihnen zu Hause

Wer am eigenen Küchentisch entscheidet, hat oft eine Haushaltsauflösung, einen Umzug oder einen Trauerfall im Kopf und nicht den Feingehalt. Für alle Ankäufe, die wir bei Ihnen abschließen, räumen wir Ihnen deshalb aus eigenem Entschluss ein Rückgaberecht ein.

Die Zusage kommt zu Ihren gesetzlichen Rechten hinzu und schränkt sie nicht ein. Für Ankäufe im Laden gilt sie nicht — dort entscheiden Sie am Tresen, mit dem Stück und der Waage vor sich. Wie ein Termin bei Ihnen abläuft, steht unter Hausbesuch und Abholservice.

  • 14 Tage ab dem Datum, das auf Ihrem Ankaufsbeleg steht
  • Sie bringen den erhaltenen Betrag in die Am Sattlerhof 12, wir geben die Stücke heraus
  • Bis zum Ablauf der Frist legen wir Ihre Stücke unverarbeitet zur Seite
  • Einen Grund müssen Sie nicht nennen; ein Anruf vorab spart Ihnen Wartezeit
  • Bringen Sie den Beleg mit, damit die Zuordnung eindeutig bleibt
FRAGEN

Was zu diesen Bedingungen gefragt wird

Sechs Rückfragen, die uns zu Ankauf und Werkstatt am häufigsten erreichen — in der Sprache, in der sie am Tresen gestellt werden.

Nein. Prüfen, Wiegen und die genannte Zahl sind kostenlos und verpflichten Sie zu nichts. Erst wenn Sie zusagen, nehmen wir Ihre Ausweisdaten auf und schreiben den Beleg. Sagen Sie ab, bekommen Sie alles zurück, auch die Häufchen, die wir zum Wiegen bereits getrennt haben.

Dann geben wir diese Arbeit an einen Betrieb mit Lasergerät; ein eigenes Lasergerät haben wir nicht. Wir sagen Ihnen das bei der Annahme, nennen den Richtwert für die vermittelte Arbeit und rechnen mehr Zeit ein, weil Ihr Stück den Weg hin und zurück macht. Möchten Sie das nicht, nehmen Sie es unbearbeitet wieder mit.

Bei einer Verkleinerung fällt ein kurzes Stück Ringschiene an. Sie entscheiden bei der Annahme, ob Sie es zurückhaben möchten oder ob wir den Materialwert auf die Rechnung anrechnen. Feilspäne und Politurschlamm lassen sich dagegen nicht einzeln zuordnen, weil sie an der Werkbank gemeinsam anfallen.

Dann geben wir Ihr Stück gegen Vorlage Ihres Ausweises heraus. Der Zettel macht die Abholung schneller, weil Nummer und Auftrag darauf stehen, eine Bedingung ist er nicht. Holt jemand anderes für Sie ab, geben Sie dieser Person bitte den Zettel oder eine kurze schriftliche Zeile mit.

Ein Ankauf am Tresen ist ein Kaufvertrag unter Anwesenden; ein Widerrufsrecht wie im Versandhandel entsteht dabei in der Regel nicht. Deshalb lassen wir Ihnen vorher Zeit und drängen niemanden zur Unterschrift. Für Ankäufe, die wir bei Ihnen zu Hause abschließen, geben wir Ihnen freiwillig 14 Tage Zeit.

Wir rufen an, sobald es fertig ist, und verwahren es danach kostenfrei weiter. Meldet sich längere Zeit niemand, schreiben wir an die Anschrift, die auf dem Auftrag steht. Ihr Eigentum verfällt bei uns nicht, und eine Lagergebühr berechnen wir nicht.

Ein Punkt unklar? Fragen Sie ihn ab, bevor Sie etwas dalassen

Wir gehen jede dieser Zeilen am Tresen mit Ihnen durch, an Ihrem Stück und in Ruhe. Für Einschätzung, Ankauf und die Annahme einer Reparatur brauchen Sie keinen Termin; für einen Hausbesuch stimmen wir vorher eine Uhrzeit ab.