Titan
Verbindet sich mit Goldlot nicht. Schweißen ginge nur unter Schutzgas, und gedehnt federt das Metall zurück.
Werkstattarbeit an der Am Sattlerhof
Ein Ring, der morgens sitzt und abends klemmt, ist kein Fall für die Schublade. Wir weiten und verkleinern in der eigenen Werkstatt — gedehnt oder getrennt und gelötet, je nachdem, was der Ring verträgt.

Die häufigste Szene an unserem Tresen: Jemand legt einen Ring auf das Tablett und sagt, er sei im Sommer nicht mehr über den Knöchel gegangen. Der Ring wandert auf den Messkonus, wir lesen die Zahl ab und vergleichen sie mit dem Finger. Meist liegen anderthalb Größen dazwischen.
Für die Weite gibt es genau zwei Wege: Das Metall wird gedehnt, oder die Schiene wird aufgetrennt und wieder verlötet. Beides ist saubere Goldschmiedearbeit, beides hat eigene Grenzen — und der Ring entscheidet mit.
In Deutschland entspricht die Ringgröße dem Innenumfang: Größe 54 heißt 54 Millimeter. Breite Schienen tragen enger als schmale, weshalb ein Bandring oft eine halbe Größe mehr braucht. Wie Sie zu Hause messen, steht unter Ringgröße ermitteln.
Diese sechs Zeilen gehen wir mit Ihnen durch, bevor der Ring in die Werkstatt geht.


| Merkmal | Weg ADehnen auf dem Ringstock | Weg BTrennen und löten |
|---|---|---|
| Was geschieht | Der Ring wird auf den Ringstock geschoben und mit dem Rohhauthammer drehend nach unten getrieben. | Die Schiene wird unten aufgesägt, ein Stück gleicher Legierung eingesetzt oder entnommen und verlötet. |
| Spielraum | Nur nach oben, in der Regel bis etwa eine Größe, bei kräftiger Schiene zwei. | Nach oben wie nach unten; die Grenze setzt eher der Steinbesatz. |
| Voraussetzung | Glatte, unbesetzte Schiene aus Gold, Silber oder Platin, überall gleich stark. | Legierung, Feingehalt und Farbe müssen bestimmt sein, damit Lot und Einsatz passen. |
| Was sich verändert | Die Schiene wird dünner, eine Innengravur zieht sich in die Länge. | Unten liegt eine Lötnaht, nach dem Polieren mit bloßem Auge kaum zu finden. |
| Ungeeignet bei | Memoire-Ringen, Spannringen, Innengravur, mattierten Oberflächen. | Steinen dicht an der Trennstelle — dann wird vorher ausgefasst. |
| Zeit in der Werkstatt | Gold 3–5 Werktagen, Silber 2–4 Werktagen. | Üblich 2–4 Werktagen, mit Steinarbeit länger. |
Sitzen Steine nah an der Arbeitsstelle, nehmen wir sie vorher heraus und danach wieder hinein: Stein fassen und ersetzen. Ist die Schiene dünn gelaufen, lohnt eine neue Ringschiene, siehe Ring reparieren; Weißgold geht danach zum Rhodinieren.
Edelmetall lässt sich dehnen und löten. Fünf beliebte Ringwerkstoffe tun weder das eine noch das andere.
Verbindet sich mit Goldlot nicht. Schweißen ginge nur unter Schutzgas, und gedehnt federt das Metall zurück.
Sehr hart, aber spröde. Unter dem Hammer streckt sich nichts, der Ring springt.
Ließe sich schweißen, doch Farbe und Struktur der Naht bleiben erkennbar. Der Aufwand übersteigt meist den Wert.
Ein gebrannter Werkstoff, nicht verformbar und nicht lötbar. Druck beantwortet er mit einem Riss.
Fasern in Kunstharz. Lötwärme löst die Schichten voneinander, die Kanten bleiben offen.
Der Kern ließe sich löten, die dünne Auflage verbrennt dabei. Danach wäre eine neue Galvanik nötig.
Bringen Sie den Ring trotzdem mit: Wir sagen Ihnen, woraus er besteht, und berechnen dafür nichts. Hängt an dem Stück mehr als die Größe, ist oft eine Umarbeitung der bessere Weg — das Edelmetall wandert dann in einen Ring, der von Anfang an passt.

Fünf Takte, von denen Sie zwei selbst erleben: das Messen beim Abgeben und das Aufziehen beim Abholen.
Die Ringe des Maßsets wandern auf den Finger, bis einer über den Knöchel geht und darunter nicht rutscht — bei normaler Handtemperatur.
Unter der Lupe suchen wir die Punze, mit dem Messschieber die Schienenstärke. Steinbesatz und Oberfläche entscheiden den Weg mit.
Der Kostenvoranschlag steht auf dem Auftragszettel, bevor etwas geschieht. Erst Ihre Zusage bringt den Ring an die Werkbank.
Sägen, einpassen, löten, auf dem Ringstock rund richten, verputzen, polieren. Weißgold geht danach ins Rhodiumbad.
Beim Abholen probieren Sie den Ring an. Sitzt er eine Spur zu streng, bleibt er da und wir korrigieren nach.
Soll der Ring eine Überraschung bleiben, hilft Ringgröße heimlich herausfinden. Paare verbinden die Korrektur gern mit dem Aufarbeiten der Trauringe.

Was Ihr Ring kostet, sagen wir Ihnen nach kurzer Sichtung — vor Arbeitsbeginn und unverbindlich.
| Leistung | Richtpreis | Üblich fertig in |
|---|---|---|
| Ring weiten (1–2 Größen), Silber 925 | ab 25 € | 2–4 Werktagen |
| Ring weiten (1–2 Größen), Gold 585/750* | ab 39 € | 3–5 Werktagen |
| Ring verkleinern (1–2 Größen) | ab 25 € | 2–4 Werktagen |
| Ringschiene erneuern (Arbeitslohn, zuzüglich Edelmetall)* | ab 75 € | 5–8 Werktagen |
| Verformten Ring rund richten, mit Politur | ab 20 € | meist am selben Tag |
| Trauringe aufarbeiten, reinigen und polieren (Paar) | ab 39 € | 2–4 Werktagen |
| Aufpreis bei Steinbesatz: Ausfassen und Neufassen je Stein* | ab 20 € | 3–6 Werktagen |
Richtwerte inklusive Mehrwertsteuer, unverbindlich. Was Ihr Stück kostet, hängt von Material, Zustand und Aufwand ab — Sie erhalten vor Arbeitsbeginn einen Kostenvoranschlag und entscheiden dann.
* Bei diesen Arbeiten schwankt der Preis besonders stark mit dem Materialeinsatz.

Beim Verkleinern wird ein Stück Schiene herausgetrennt, beim Erneuern einer Ringschiene bleibt der alte Bogen übrig. Dieses Metall verschwindet nicht in einer Werkstattschublade: Es kommt vor Ihren Augen auf die geeichte Waage, und Sie entscheiden.
Beim Dehnen fällt nichts an — dort wird gestreckt, nicht abgenommen. Wie aus Gewicht und Feingehalt ein Betrag wird, steht unter So berechnen wir Ihren Preis.
Alle Werkstattpositionen im Überblick: Preise und Bearbeitungszeiten.
Sechs Fragen zur Ringweite, die uns fast jede Woche erreichen.
Beim Dehnen über den Ringstock bleibt der Ring bis etwa eine Größe unauffällig, bei kräftiger Schiene sind zwei möglich — danach wird das Metall spürbar dünner. Beim Trennen und Löten setzt eher der Steinbesatz die Grenze als das Verfahren.
Die Naht sitzt unten in der Schiene, dort, wo der Ring zur Handfläche zeigt. Nach dem Verputzen mit Feile, Schmirgel und Polierscheibe ist sie mit bloßem Auge in der Regel nicht mehr zu finden. Weißgold wird danach neu rhodiniert.
Beim Trennen und Löten ja, solange die Schrift nicht genau an der Trennstelle steht; wir setzen den Schnitt dann versetzt. Beim Dehnen zieht sich die Gravur in die Länge und wird flacher. Liegt Ihnen an ihr, trennen wir lieber.
Ja. Das Ringmaß nehmen wir während der Öffnungszeiten ohne Termin und ohne Berechnung. Sie bekommen die Größe als Zahl mit, also den Innenumfang in Millimetern.
Es gehört Ihnen. Der Abschnitt kommt vor Ihren Augen auf die geeichte Waage; Sie nehmen ihn mit oder lassen ihn zum Tagespreis auf die Rechnung anrechnen. Beim Dehnen fällt nichts an, weil das Metall gestreckt wird.
Titan, Wolfram, Edelstahl, Keramik und Carbon ändern wir nicht. Diese Werkstoffe lassen sich mit Goldlot nicht sauber verbinden, sie federn zurück oder springen unter Druck. Wir sagen Ihnen das am Tresen, bevor Sie den Ring dalassen.
Ringmaß nehmen, Verfahren klären, Preis nennen: Das dauert am Tresen ein paar Minuten und kostet nichts. Einen Termin brauchen Sie dafür nicht.