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PAPIER

Wert­gutachten für Schmuck und Uhren

Eine mündliche Auskunft hilft Ihnen beim Entscheiden. Sobald aber jemand anderes die Zahl anerkennen soll — eine Versicherung, eine Erbengemeinschaft, ein Anwalt —, brauchen Sie ein Blatt, auf dem steht, wie sie zustande kommt.

Messing-Balkenwaage mit Gewichten, Lupe, Steinpinzette und Steinpapier auf Lederunterlage
Jede Angabe im Gutachten entsteht an diesem Tisch — gewogen, gemessen, unter der Lupe gesehen. Erst danach wird geschrieben.
ANLASS

Vier Lagen, in denen ein Wort nicht mehr genügt

Nach einem Gutachten fragt fast niemand aus Neugier. Gefragt wird, weil eine andere Stelle etwas Schriftliches sehen will.

Versicherung

Wertsachen über der Pauschale

Hausratversicherungen entschädigen Schmuck meist nur bis zu einer Höchstsumme. Wer darüber liegt, muss einzeln anmelden — und dafür beschreiben, was überhaupt versichert wird.

Erbengemeinschaft

Aufteilen ohne Streit

Drei Geschwister, eine Schatulle, und jeder erinnert sich anders. Eine Aufstellung mit Beschreibung und Wertansatz macht aus Empfindungen eine Rechnung, über die man reden kann.

Trennung

Was zum Bestand gehört

Beim Zugewinnausgleich zählt, was am Stichtag vorhanden war und was es wert ist. Zur Rechtslage sagen wir nichts — wir liefern die Beschreibung, mit der Ihr Anwalt arbeiten kann.

Schadensfall

Wenn das Stück schon fort ist

Nach einem Einbruch will der Versicherer wissen, was gefehlt hat. Ein Gutachten aus ruhigen Zeiten beantwortet das; die Erinnerung an einen Ring allein reicht in der Regel nicht.

Für alles davor ist der kürzere Weg der richtige: Material, Feingehalt und Gewicht sagen wir Ihnen am Tresen kostenlos, wenn Sie Ihren Schmuck schätzen lassen. Das Gutachten beginnt dort, wo Sie etwas in die Hand nehmen wollen, das jemand anderes lesen kann.

LUPE

Was am Prüftisch erhoben wird

Ein Wertansatz ist nur so belastbar wie der Befund darunter. Vier Größen werden deshalb einzeln festgehalten, bevor die erste Zahl entsteht.

Metall und Fein­gehalt

Zuerst wird die Punze gelesen, dann geprüft. Stempel fehlen, sind abgetragen oder gehören zu einer späteren Reparaturstelle. Was die Zahl bedeutet, steht unter Punzen, Karat und Feingehalt.

Prüfstein, Prüfsäuren, Lupe

Gewicht

Gewogen wird auf geeichter Waage. Bei besetzten Stücken notieren wir das Bruttogewicht und weisen den Steinanteil getrennt aus — sonst wiegt man einen Diamanten als Gold mit.

Geeichte Waage, Wägeschale

Steinbefund

Gefasste Steine werden gemessen, nicht gewogen: Durchmesser und Höhe ergeben das Gewicht. Farbe und Reinheit gehen als Spanne ins Blatt, das erklären die 4C beim Diamanten.

Steinlehre, Pinzette, Steinpapier

Zustand und Machart

Handarbeit oder Guss, alte Lötstellen, dünn gelaufene Krappen, ein nachträglich geweiteter Ring. Vier lockere Krappen sind etwas anderes als ein fester Sitz, und das gehört ins Papier.

Lupe, Messschieber, Tastnadel

Schwarzer Prüfstein aus Schiefer mit drei goldenen Strichen, daneben zwei kleine braune Tropfflaschen mit Prüfsäure
FEINGEHALTBleibt der Strich nach dem Säuretropfen stehen, stimmt die Punze; verschwindet er, wird weitergeprüft.
Geöffneter Holzkasten mit Messinggewichten in Aussparungen, quer darüber eine Gewichtspinzette, daneben eine leere Wägeschale
GEWICHTGewogen wird auf geeichter Waage; bei besetzten Stücken steht der Steinanteil im Befund getrennt daneben.
Messschieber aus Stahl an einem gefassten Brillanten in einem Ring, daneben eine flache Steinlehre
STEINBEFUNDGefasste Steine werden gemessen, nicht gewogen — aus Durchmesser und Höhe wird das Gewicht gerechnet.

Erst danach entsteht der Wertansatz — und der ist keine feste Zahl, sondern eine Frage der Blickrichtung. Der Wiederbeschaffungswert sagt, was ein vergleichbares Stück heute im Handel kostet; ihn will die Versicherung. Der Verkehrswert sagt, was zwischen zwei Privatleuten bezahlt würde; mit ihm rechnet eine Erbengemeinschaft. Der Materialwert ist die Untergrenze und bewegt sich börsentäglich. Welcher Ansatz gilt, legen wir vorher gemeinsam fest — er steht oben auf dem Blatt.

ABLAUF

Vom Einliefern bis zur Übergabe

Fünf Schritte — und Ihr Stück ist von der Annahme bis zur Rückgabe in jedem davon schriftlich erfasst.

Vorgespräch am Tresen

Sie sagen, wer die Zahl später lesen soll. Daraus folgt der Wertansatz und damit der Umfang. Bringen Sie mit, was vorhanden ist: alte Rechnungen, Etuis, Steinzertifikate. Eine Liste dazu steht unter Ihren Besuch vorbereiten.

Einlieferungsbeleg mit Foto

Bleibt das Stück hier, bekommen Sie einen Beleg: Beschreibung, Bruttogewicht von der geeichten Waage und eine Aufnahme des Stücks. Dieselben Angaben stehen auf unserem Durchschlag. Ohne Ausweis nehmen wir nichts an.

Kosten­voran­schlag

Nach der ersten Sichtung steht der Aufwand fest: ein Stück oder zwölf, mit Steinbesatz oder ohne, mit oder ohne Uhrwerk. Sie erhalten die Summe, bevor gearbeitet wird, und entscheiden dann.

Befund und Ausfertigung

Jetzt erst kommt das Stück auf den Prüftisch: messen, wiegen, prüfen, fotografieren, beschreiben. Rechnen Sie mit 3–7 Werktagen. Bei mehreren Stücken oder einer Uhr, deren Gehäuse geöffnet werden muss, dauert es länger.

Übergabe gegen Unterschrift

Sie bekommen das Stück zurück und das Gutachten dazu, datiert und unterschrieben, auf Wunsch zweifach — eines für Sie, eines für den Versicherer. Die Rückgabe quittieren Sie auf demselben Beleg, auf dem die Einlieferung steht.

BLATT

Was am Ende auf dem Papier steht

Ein Gutachten ist kein Preisschild mit Briefkopf, sondern eine Beweisführung: Jede Angabe muss sich am Stück nachprüfen lassen.

WertgutachtenAufbau der Felder
Auftraggeber und Datum
Wer beauftragt hat und an welchem Tag der Befund erhoben wurde.
Anlass und Wertart
Versicherung, Aufteilung oder Verkauf — und der Wertansatz, der daraus folgt.
Beschreibung
Art des Stücks, Machart, Metallfarbe, Fassungsart, Oberfläche, Zustand. In Sätzen, nicht in Schlagworten.
Maße und Gewicht
Ringweite oder Länge, Breite, Höhe, Bruttogewicht in Gramm, Steinanteil getrennt ausgewiesen.
Metall und Feingehalt
Vorgefundene Punze, Ergebnis der Prüfung und ein Hinweis, wenn beides auseinandergeht.
Steinbefund
Anzahl, Schliffform, gemessene Maße, gerechnetes Gewicht, Farb- und Reinheitsspanne im gefassten Zustand.
Lichtbild
Mindestens eine Aufnahme, die das Stück wiedererkennbar macht.
Wertansatz und Vorbehalte
Der Betrag, seine Herleitung und offen benannt, was im gefassten Zustand nicht abschließend feststellbar war.

Datum, Name, Unterschrift

Genauso wichtig ist, was nicht darauf steht: kein Herstellername, der sich am Stück nicht belegen lässt, keine Zertifikatsnummer, die uns nicht vorgelegen hat, keine Einstufung, die im gefassten Zustand niemand sehen kann. Ein Blatt, das mehr behauptet als es geprüft hat, nützt Ihnen im Schadensfall nichts.

Ring mit Stein auf neutralgrauem Karton unter einer Arbeitsleuchte, daneben ein blanker Metallstab als Größenvergleich
LICHTBILDAufgenommen auf neutralem Grund, mit einem Stab als Größenvergleich: So wird das Stück später wiedererkannt.
750

Woran sich der Wert festmacht

Beim Barren entscheidet der Kurs. Bei allem anderen entscheidet, was zum Metall noch dazukommt.

Vier Gruppen nebeneinander auf der Werkbank: zwei Goldringe, ein loser Brillant auf Steinpapier, ein Perlenstrang mit Farbsteinen und eine mechanische Armbanduhr mit geöffnetem Gehäuseboden
VIER STOFFGRUPPENMetall, Stein, Perle, Uhrwerk: Jede Gruppe wird einzeln beschrieben, bevor überhaupt eine Zahl entsteht.

Gold und Platin

gerechnet wird Gewicht mal Feingehalt: 585 heißt 585 Tausendstel Feingold, 750 sind drei Viertel, Platin trägt meist 950. Diese Größe ist die verlässlichste im ganzen Befund — und die einzige, die sich jeden Börsentag ändert.

Diamanten

ab einer gewissen Größe trägt der Stein den Wert des Stücks, nicht mehr das Metall. Deshalb werden Maße genommen und nicht geschätzt. Ob ein Stein aus dem Labor stammt, ist am Schliff nicht zu sehen und für den Wertansatz erheblich.

Farbsteine und Perlen

hier entscheidet die Behandlung: erhitzte, geölte oder gefüllte Steine sind marktüblich, aber nicht dasselbe wie unbehandelte. Bei Perlen zählen Lüster, Oberfläche und Rundung, und ob es sich um Zucht- oder Naturperlen handelt.

Uhren

neben dem Gehäusematerial zählen Kaliber, Laufzustand, Originalteile sowie Box und Papiere. Ein getauschtes Zifferblatt kostet mehr Wert als ein Kratzer im Glas. Wie wir Uhren ansehen, steht unter Luxusuhren.

PREISE

Was ein Gutachten kostet

Abgerechnet wird je Schmuckstück und nach Aufwand — nicht nach dem Wert, der am Ende darauf steht.

Anzahl der Stücke

Jedes Stück bekommt einen eigenen Befund und ein eigenes Bild. Zehn Ringe sind zehn Vorgänge, auch wenn sie in derselben Schatulle lagen.

Steinbesatz

Ein glatter Reif ist in Minuten erfasst. Eine Pavéfassung mit vierzig Steinen bedeutet vierzig Messungen unter der Lupe.

Uhr statt Schmuck

Bei einer Uhr gehört der Blick ins Werk dazu. Gehäuse öffnen, Kaliber bestimmen, wieder dicht verschließen — das ist ein eigener Arbeitsgang.

Der Richtwert liegt bei ab 65 € je Schmuckstück. Was Ihr Stück kostet, sagen wir Ihnen nach kurzer Sichtung — vor Arbeitsbeginn und unverbindlich. Steht am Ende der Gedanke, das Stück gar nicht zu behalten, ist oft die Umarbeitung zu etwas Tragbarem die bessere Rechnung als ein Gutachten für den Schrank.

Richtwert je Stück
ab 65 €schriftlich, datiert, unterschrieben
Üblich fertig in
3–7 Werktagenbei mehreren Stücken länger
Rückfragen vorab
0171 3920011oder info@aurenta-goldschmiede.de
FRAGEN

Was vor einem Gutachten gefragt wird

Von der Anerkennung durch den Versicherer bis zu der Frage, ob der Stein dafür aus der Fassung muss.

In der Regel zählt, ob Befund und Wertansatz nachvollziehbar sind: Beschreibung, Maße, Gewicht, Lichtbild, Datum und Unterschrift. Manche Versicherer schreiben allerdings eine bestimmte Form vor oder verlangen einen öffentlich bestellten Sachverständigen. Fragen Sie das bitte vor der Beauftragung bei Ihrem Versicherer ab und sagen Sie uns, was verlangt wird — dann sagen wir Ihnen offen, ob wir es leisten können.

Die Einschätzung ist ein Gespräch am Tresen: Sie erfahren Material, Feingehalt, Gewicht und Zustand und gehen mit dem Stück wieder nach Hause. Das Gutachten ist ein Dokument, das Sie jemandem vorlegen können. Dafür bleibt das Stück hier, wird vermessen, fotografiert und beschrieben. Die Auskunft kostet nichts, das Blatt kostet Arbeitszeit.

Ja. Maße, Gewicht und Steinbefund lassen sich nicht zwischen Tür und Angel erheben. Sie bekommen dafür einen Einlieferungsbeleg mit Beschreibung, Bruttogewicht und einem Foto des Stücks; dieselben Angaben stehen auf unserem Durchschlag. Ohne Ausweis nehmen wir nichts an, und ausgehändigt wird nur gegen den Beleg.

Üblicherweise nicht. Ausfassen und Neufassen ist eine eigene Arbeit mit eigenem Risiko für Stein und Fassung, und sie ist für eine Bewertung selten nötig. Im gefassten Zustand werden Maße genommen und das Gewicht daraus gerechnet, Farbe und Reinheit werden als Spanne angegeben. Wer eine punktgenaue Einstufung braucht, kommt an einem Prüflabor nicht vorbei.

Das Stück ändert sich nicht, der Markt schon: Edelmetallkurse bewegen sich börsentäglich, Preise für Steine und Uhren über die Jahre. Der Befund — Maße, Gewicht, Feingehalt, Beschreibung — bleibt dagegen richtig. Fragen Sie bei Ihrem Versicherer nach, in welchem Abstand er eine Aktualisierung erwartet; dafür genügt dann meist ein neuer Wertansatz auf vorhandenem Befund.

Selten. Bei einer gut gefüllten Schatulle ist meist eine Mischung sinnvoll: eine Aufstellung über den ganzen Bestand und ein Einzelgutachten für die wenigen Stücke, um die tatsächlich gestritten oder die versichert werden sollen. Bringen Sie die Schatulle mit, dann sortieren wir am Tresen vor, bevor irgendein Auftrag entsteht.

Sagen Sie uns, wer die Zahl lesen soll

Versicherung, Erbengemeinschaft oder Anwalt — davon hängt ab, welcher Wertansatz gilt und wie ausführlich das Blatt wird. Bringen Sie das Stück mit und, falls vorhanden, alte Rechnungen und Steinzertifikate. Für die Einlieferung brauchen wir Ihren Ausweis.