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Ratgeber zum Ankauf

Ausweis­pflicht und Beleg

Die Frage nach dem Ausweis ist der unangenehmste Moment eines Ankaufs — und zugleich der einzige, der Ihnen hinterher etwas in die Hand gibt. Hier steht, wann sie kommt, was aufgenommen wird und was auf Ihrem Beleg zu lesen ist.

Aufsicht auf Ladentisch mit leerem Quittungsblock, Füllfederhalter und Ledertablett
Der Block liegt zwischen uns auf dem Tresen, nicht dahinter. Was hineingeschrieben wird, lesen Sie mit.
ABLAUF

Wann im Ablauf der Ausweis überhaupt vorkommt

Viele rechnen mit der Frage nach dem Papier schon an der Tür. Bei uns steht sie am Ende der Reihe: nach dem Sichten, nach dem Wiegen und nach Ihrer Entscheidung.

Zuerst

Auspacken

Sie legen Ihre Stücke auf das Tablett und sagen, worum es geht. Dafür braucht es keinen Namen, keine Wartenummer und kein Dokument.

Dann

Sichten und wiegen

Punzen lesen, nachprüfen, nach Feingehalt trennen, auf die geeichte Waage legen. Auch hier bleibt Ihr Ausweis in der Tasche.

Sobald die Zahl steht

Angebot hören

Sie bekommen einen Betrag genannt und dürfen ihn mitnehmen, ohne etwas zu unterschreiben. Wer wieder geht, hinterlässt keine Daten.

Erst beim Ja

Legitimation

Sagen Sie zu, nehmen wir die Angaben aus Ihrem Ausweis auf. Das ist der eine Moment, in dem das Dokument gebraucht wird — er dauert kaum länger als das Wiegen.

Zum Schluss

Beleg und Auszahlung

Der Beleg wird geschrieben, Sie lesen ihn durch, beide unterschreiben. Danach zahlen wir bar aus oder überweisen — ganz wie Sie es möchten.

Alles vor der vierten Station ist unverbindlich. Wie wir Feingehalt und Echtheit feststellen, steht unter Wie wir prüfen; wie aus Gewicht und Tageskurs ein Betrag wird, unter So berechnen wir Ihren Preis.

Ladentheke von oben mit dunklem Ledertablett voller gemischter Ketten und Ringe, daneben eine Lupe und ein geschlossener Durchschlagblock.
VOR DER LEGITIMATIONSolange nur gesichtet und gewogen wird, bleibt der Block zu und Ihr Ausweis in der Tasche.
AUSWEIS

Was in dieser einen Minute geschieht

Drei Dinge klären sich an dieser Stelle: ab wann das Gesetz greift, was aus dem Dokument in die Unterlagen wandert und was gilt, wenn Sie für jemand anderen kommen.

Ab wann legitimiert wird

Bar ab 2.000 Euro — bei uns immer

Edelmetall gehört zu den Waren, für die das Geldwäschegesetz strengere Sorgfaltspflichten kennt als der übrige Einzelhandel. Wird bar bezahlt, liegt die Schwelle für die Identifizierung in der Regel bei 2.000 Euro; für andere Waren deutlich höher.

Statt an dieser Grenze zu rechnen, legitimieren wir bei jedem Ankauf. Das ist die unbequemere Variante, aber die ehrlichere: Wer gar nicht erst gefragt wird, geht auch ohne Papier nach Hause — und hat später nichts in der Hand, wenn jemand nach der Herkunft eines Betrages fragt. Woran sich ein sauberer Ankauf sonst noch erkennen lässt, steht unter Seriösen Goldankauf erkennen.

Was aus dem Dokument aufgenommen wird

Name, Geburtsdatum, Anschrift, Dokumentnummer

Übernommen werden Vor- und Nachname, Geburtsdatum und Geburtsort, die Anschrift, die Staatsangehörigkeit sowie Art, Nummer und ausstellende Behörde des Dokuments. Für den Nachweis ist dabei eine Kopie oder eine digitale Erfassung vorgesehen; sie wandert zu den Ankaufsunterlagen.

Nicht aufgenommen werden Beruf, Familienstand oder wo die Stücke herkommen. Eine Bankverbindung notieren wir nur, wenn Sie eine Überweisung statt Bargeld wünschen. Welche Dokumente gelten und was zu tun ist, wenn im Reisepass keine Anschrift steht, steht unter Ihren Besuch vorbereiten.

Wenn Sie nicht für sich selbst verkaufen

Vollmacht und zwei Ausweise

Geht es um den Schmuck Ihrer Mutter oder um einen Nachlass, brauchen wir in der Regel eine formlose schriftliche Vollmacht mit Datum und Unterschrift, dazu eine Ausweiskopie der Eigentümerin und Ihren eigenen Ausweis. Die Auszahlung läuft auf Ihren Namen, also muss auch der Beleg auf Ihren Namen lauten. Was bei mehreren Erben zu bedenken ist, steht unter Nachlass und Erbschaft. Diese Seite gibt unseren Ablauf wieder und ersetzt keine Rechtsberatung.

585

Der Ankaufsbeleg, Zeile für Zeile

Ein Zettel, auf dem nur eine Summe steht, ist kein Beleg. Auf unserem steht jede Position für sich — damit Sie zu Hause in Ruhe nachrechnen können.

AnkaufsbelegOriginal für Sie, Durchschlag für uns

Datum und Uhrzeit
Der Ankaufskurs bewegt sich im Tagesverlauf, deshalb gehört der Zeitpunkt dazu.
Positionen einzeln
Jedes Häufchen bekommt eine eigene Zeile mit kurzer Beschreibung: 333er getrennt von 585er, Silber getrennt von Gold, das Uhrgehäuse getrennt vom Band.
Gewicht in Gramm
So, wie die geeichte Waage es anzeigt. Steine und Fremdteile, die wir abgezogen haben, sind dabei vermerkt.
Legierung
333, 375, 585 oder 750 beim Gold, 800 und 925 beim Silber, 950 beim Platin — die Zahl, mit der tatsächlich gerechnet wurde.
Zugrunde gelegter Kurs
Der Ankaufskurs je Gramm Feingold, mit dem an diesem Tag gerechnet wurde.
Betrag und Summe
Erst der Betrag je Position, darunter der Auszahlungsbetrag. Beides lässt sich mit Gewicht, Legierung und Kurs nachvollziehen.
Zahlungsweg
Bar auf die Hand oder Überweisung, so wie Sie es gewählt haben.
Namen und Unterschriften
Ihre Angaben, unsere Firmendaten, beide Unterschriften. Das Original nehmen Sie mit.

Lesen Sie den Beleg, bevor Sie unterschreiben. Wenn eine Position nicht zu dem passt, was auf der Waage lag, legen wir sie noch einmal auf.

Der Durchschlag bleibt im Haus. Aufzeichnungen aus der Legitimation sind nach dem Geldwäschegesetz in der Regel fünf Jahre aufzubewahren, steuerliche Fristen für Buchungsbelege reichen darüber hinaus; danach werden die Unterlagen vernichtet. Für Werbung nutzen wir diese Daten nicht, und sie gehen nur dorthin, wo eine Behörde sie anfordert.

Aufgeschlagener Durchschlagblock auf dem Tresen, zwischen den Blättern liegt ein blaues Kohlepapier, daneben ein Kugelschreiber.
ORIGINAL UND DURCHSCHLAGEin Blatt entsteht zweimal: Das obere nehmen Sie mit, das untere bleibt im Haus.
Graue Leinenkästen in einem Regal, einer davon herausgezogen und geöffnet, gefüllt mit gestapelten dünnen Durchschlägen.
AUFBEWAHRUNGDie Durchschläge liegen nach Jahren geordnet und werden nach Ablauf der Fristen vernichtet.
PREISE

Was Legitimation und Beleg kosten

Nichts. Geld fließt beim Ankauf nur in eine Richtung — weder das Anschauen noch das Ausfüllen des Blocks noch die Auszahlung wird Ihnen berechnet.

Der Ankaufsbeleg dokumentiert, was verkauft wurde und wofür. Ein Wertgutachten ist er nicht: Er hält den Tagespreis für Material fest, nicht den Wiederbeschaffungswert eines Schmuckstücks. Brauchen Sie eine Zahl für die Versicherung, für eine Erbauseinandersetzung oder für ein Gericht, ist das eine eigene Arbeit — mit Lupe, Maß, Steinbestimmung und einem Papier, das Bestand hat. Mehr dazu unter Wertgutachten.

Für Praxen, Labore, Antikhandel und Nachlassverwaltung läuft die Abrechnung über einen Sammelbeleg mit denselben Angaben je Position; ausgewiesen wird dort zusätzlich die handelnde Person. Den Ablauf dafür beschreibt die Seite für gewerbliche Anlieferung.

Was berechnet wird — und was nicht

  • Mündliche Einschätzung vor Ort kostenlosunverbindlich, ohne Kaufzwang
  • Ankaufsbeleg mit allen Positionen im Ankauf enthaltenOriginal für Sie, Durchschlag für die Unterlagen
  • Auszahlung bar oder per Überweisung ohne AbzugSie entscheiden am Tresen, welcher Weg es wird
  • Schriftliches Wertgutachten ab 65 €je Schmuckstück, üblich fertig in 3–7 Werktagen
FRAGEN

Sechs Fragen zu Ausweis, Beleg und Daten

Was am Tresen am häufigsten gefragt wird, sobald der Block aufgeschlagen auf dem Tisch liegt.

Bei Barzahlung greift die Pflicht zur Identifizierung im Edelmetallhandel in der Regel ab einem Betrag von 2.000 Euro. Wir machen daraus keine Grenzrechnung: Die Ausweisdaten nehmen wir bei jedem Ankauf auf, auch bei kleinen Summen. So bekommt jede Kundin und jeder Kunde denselben vollständigen Beleg.

In der Regel ja. Das Geldwäschegesetz sieht vor, dass die Angaben nicht nur abgelesen, sondern nachweisbar festgehalten werden; dafür ist eine Kopie oder eine digitale Erfassung des Dokuments vorgesehen. Sie bleibt bei den Ankaufsunterlagen im Haus, wird nicht für Werbung genutzt und geht nur dorthin, wo eine Behörde sie anfordert.

Nein. Sichten, Prüfen, Wiegen und die genannte Zahl sind unverbindlich und laufen ohne jedes Dokument. Legitimiert wird erst, wenn Sie sich für den Verkauf entscheiden. Auch für Reparaturen, Gravuren und die Beratung zu Ringen brauchen wir Ihren Ausweis nicht.

Datum und Uhrzeit, jede Position einzeln mit kurzer Beschreibung, das Gewicht in Gramm, die Legierung, der zugrunde gelegte Ankaufskurs, der Betrag je Position, der Auszahlungsbetrag, der Zahlungsweg sowie Ihre Angaben, unsere Firmendaten und beide Unterschriften. Das Original nehmen Sie mit, ein Durchschlag bleibt bei uns.

Aufzeichnungen aus der Legitimation sind nach dem Geldwäschegesetz in der Regel fünf Jahre aufzubewahren, steuerliche Fristen für Buchungsbelege reichen darüber hinaus. Danach werden die Unterlagen vernichtet. Solange sie liegen, sagen wir Ihnen auf Nachfrage, was zu Ihrem Ankauf bei uns abgelegt ist.

Solange der Durchschlag in unseren Unterlagen liegt, geben wir Ihnen den Vorgang gern noch einmal in Kopie. Bringen Sie dafür Ihren Ausweis mit und nennen Sie uns das ungefähre Datum. An eine andere Person als die im Beleg genannte reichen wir eine Zweitschrift nicht heraus.

Ausweis einstecken, Beleg mitnehmen

Zum Anschauen und Schätzen brauchen Sie nichts als Ihre Stücke — kommen Sie ohne Termin während der Öffnungszeiten vorbei. Wollen Sie am selben Tag auch verkaufen, gehört der Personalausweis oder Reisepass in die Tasche. Sind Sie unsicher, ob Ihre Unterlagen reichen, rufen Sie vorher kurz an.