Ankauf zum Nachrechnen
So berechnen wir Ihren Preis
Hinter jedem Betrag, den wir in der Am Sattlerhof nennen, steht dieselbe kurze Rechnung: Gewicht mal Feingehalt ergibt Feingold, Feingold mal Tageskurs ergibt den Materialwert. Hier steht sie vollständig — samt der Spanne, die wir davon einbehalten.

Der ausgedruckte Zettel neben der Kette
Wie ein Gespräch über Ankaufspreise bei uns meistens beginnt — und an welchen drei Stellen die Rechnung vom Küchentisch fast immer kippt.
Ein Kunde legt eine Panzerkette auf das Tablett, daneben ein Blatt Papier. Darauf ein Gewicht, mit der Küchenwaage ermittelt, ein Preis je Gramm aus einem Onlinerechner und unten eine Summe, die er sich merken konnte. Seine Frage ist vollkommen berechtigt: Warum nennen wir eine andere Zahl als sein Zettel?
Weil in dieser Rechnung drei Größen verrutscht sind. Die Küchenwaage zeigt volle Gramm, beim Edelmetall entscheidet aber schon das Zehntel. Am Anhänger sitzt ein schwarzer Stein und im Karabiner eine Stahlfeder — beides liegt mit auf der Waage, ist aber kein Gold und wird nicht bezahlt. Und der Preis aus dem Netz war ein Kurs für Feingold. Von diesem Kurs gilt für eine 585er Kette nur der Anteil, der im Stempel steht: knapp sechs Zehntel.
Die Rechnung selbst ist kein Geheimnis und nicht kompliziert. Sie steht unten Zeile für Zeile, damit Sie sie zu Hause selbst führen können, bevor Sie zu uns kommen — und damit Sie an jedem Tresen in Hildesheim erkennen, ob Ihnen jemand eine nachvollziehbare Zahl nennt. Was Sie darüber hinaus vor einem Verkauf abklopfen sollten, steht unter seriösen Goldankauf erkennen.

Welche Zeile für Ihr Stück gilt
Der Stempel an der Ringinnenseite, am Kettensteg oder auf der Broschennadel nennt den Feingehalt in Tausendteilen. Daraus folgt unmittelbar, wie viel Feingold in einem Gramm Ihres Schmucks steckt. Der Rest ist Kupfer, Silber, Zink oder Palladium.
| Punze | Karat | Feingold je Gramm | Wo es uns begegnet |
|---|---|---|---|
| 333 | 8 kt | 0,333 g | Ketten und Anhänger aus deutscher Serienfertigung, viel aus den Siebzigern |
| 375 | 9 kt | 0,375 g | britische Stücke, Importware, gelegentlich Uhrgehäuse |
| 585 | 14 kt | 0,585 g | der verbreitetste deutsche Trauring, Colliers, Armbänder, Fassungen |
| 750 | 18 kt | 0,750 g | ältere Trauringe, Markenschmuck, Ringe mit größeren Steinen |
| 900 | 21,6 kt | 0,900 g | Münzgold, alte Uhrdeckel, historische Anlagestücke |
| 916 | 22 kt | 0,916 g | Anlagemünzen, Schmuck aus der Türkei und dem arabischen Raum |
| 999 | 24 kt | 0,999 g | Barren, Feingoldplättchen, Zertifikatskarten |
Kein Stempel zu finden
Alte, sehr kleine und umgearbeitete Stücke tragen oft keine Punze. Das kostet Sie nichts und dauert nur ein paar Minuten länger: Wir arbeiten dann mit Strich und Säure, so wie es unter wie wir prüfen beschrieben ist.
Silber, Platin, Palladium
Dieselbe Rechnung, andere Kurse: 800, 835 und 925 stehen für Silber, 950 meist für Platin. Die Einzelheiten dazu stehen unter Silber und Silberbesteck sowie unter Platin, Palladium und Zinn.
GF, RG, HGE und Doublé
Diese Kürzel bedeuten eine dünne Auflage auf unedlem Kern. Der Materialwert liegt dann bei einem Bruchteil, und wir sagen es Ihnen sofort. Was die Zeichen im Einzelnen bedeuten, erklärt Punzen, Karat und Feingehalt.
Die Rechnung, Zeile für Zeile
Ein durchgerechnetes Beispiel mit einem bewusst glatten Kurswert. Nicht die Zahl am Ende ist hier wichtig, sondern der Weg dorthin — den können Sie mit jedem Stück und jedem Kurs wiederholen.
Gewicht × Feingehalt = Feingold × Preis je Gramm Feingold = Materialwert
- Panzerkette mit Anhänger, gestempelt 585, alles zusammen auf der Waage19,40 g
- abzüglich Onyx im Anhänger und Stahlfeder im Karabiner−1,50 g
- bezahltes Goldgewicht, Legierung 58517,90 g
- davon Feingold: 17,90 mal 0,58510,47 g
- angenommener Rechenwert je Gramm Feingold, kein Tageskurs100 Euro
- Materialwert dieses Beispiels1.047 Euro
Den glatten Hunderter setzen wir ein, damit Sie die Multiplikation im Kopf mitgehen können. Kurse werden je Feinunze notiert, also je 31,1035 Gramm; wer einen Unzenwert durch diese Zahl teilt, hat den Preis je Gramm Feingold und damit die einzige Größe, die wir von außen beziehen. Auf dieser Seite steht sie bewusst nicht, denn eine statisch ausgelieferte Zahl wäre schon am nächsten Vormittag überholt. Wir fragen den Kurs ab, während Sie am Tresen stehen, und nennen ihn Ihnen — fragen Sie ruhig danach.
Preis-Signatur Rechenbeispiel, Stand August 2026, ohne Gewähr. Der eingesetzte Wert je Gramm Feingold ist eine Annahme zur Veranschaulichung und kein Kurs. Maßgeblich für Ihr Angebot ist allein der Feingoldkurs des Tages, an dem Ihr Stück in der Am Sattlerhof 12 auf unserer geeichten Waage liegt, zusammen mit dem dort festgestellten Feingehalt und Gewicht. Aus dieser Seite lässt sich kein Anspruch auf einen bestimmten Betrag ableiten.
Was zwischen Materialwert und Auszahlung liegt
Den vollen Materialwert zahlt kein Ankäufer aus — er wäre sonst nach kurzer Zeit kein Ankäufer mehr. Ehrlicher ist es, den Abstand zu benennen und zu sagen, was er trägt.
- Scheiden und Raffinieren
- Altgold ist ein Gemisch aus mehreren Legierungen. Bis daraus wieder Feingold wird, geht es durch eine Scheideanstalt, die nach Einsatzgewicht abrechnet.
- Schmelzverlust
- Beim Einschmelzen verbrennen Lot, Lack, Kleber und Schmutz mit. Was die Waage vorher zeigte, kommt hinten nie in voller Höhe wieder heraus.
- Transport und Versicherung
- Edelmetall reist nicht in der Manteltasche zur Scheide. Versand, Versicherung und Verwahrung im Haus kosten Geld, ehe ein Gramm abgerechnet ist.
- Kursbewegung in der Zwischenzeit
- Zwischen Ihrer Auszahlung und unserer Abrechnung liegen Tage. Fällt der Kurs in dieser Zeit, tragen wir das; steigt er, ebenso.
- Prüfen, Wiegen, Beleg
- Prüfmittel, die geeichte Waage samt Nacheichung, der Ankaufsbeleg und die Zeit, die jemand mit Ihrem Konvolut am Tresen verbringt.
- Der Laden selbst
- Ein Geschäft mit Werkstatt in der Innenstadt, in dem Sie das Gegenüber wiederfinden, wenn eine Woche später eine Frage auftaucht.
Warum hier keine Quote in Prozent steht: Eine veröffentlichte Prozentzahl wäre eine Zusage für jeden denkbaren Fall — für zwei Gramm Bruchgold ebenso wie für ein Kilo Dentallegierung, für sauber gestempeltes 750er ebenso wie für ein verlötetes Konvolut mit Stahlteilen. Eine solche Zusage könnten wir nicht redlich einhalten, deshalb geben wir sie nicht ab. Sie erhalten stattdessen die Zahl, die für Ihr Stück an diesem Tag gilt: mündlich genannt, bevor Sie sich entscheiden, und ohne dass Sie vorher etwas unterschreiben. Die Einschätzung selbst ist kostenlos.

Bei manchen Stücken ist der Materialwert gar nicht der richtige Maßstab. Eine Armbanduhr mit Papieren, ein Stein über einem halben Karat oder eine Sammlermünze werden nach dem Liebhabermarkt bewertet, nicht nach dem Schmelzwert. Und manchmal ist die Auszahlung überhaupt nicht der sinnvollste Weg: Ihr Altgold lässt sich auf Trauringe aus eigenem Gold oder auf eine Umarbeitung in unserer Werkstatt anrechnen. Ein schriftliches Wertgutachten für Versicherung oder Erbauseinandersetzung kostet ab 65 € je Stück und ist üblich fertig in 3–7 Werktagen.
Fünf Schritte, bis die Zahl steht
In dieser Reihenfolge entsteht am Tresen aus einem Häufchen Schmuck ein Betrag. Nach jedem Schritt steht eine der Größen aus der Formel fest.
Nach Feingehalt sortieren
Zuerst entstehen Häufchen: 333 zu 333, 585 zu 585, Silber beiseite, Vergoldetes beiseite. Zusammen dürfen sie nicht auf die Waage, weil ein Mischgewicht mit keinem einzigen Faktor mehr richtig zu multiplizieren wäre. Zerbrochenes und Verknotetes stört dabei nicht, dafür sind es Altgold und Bruchgold.
Danach steht festWelche Zeile der Tabelle für welches Häufchen gilt.
Prüfen, wo der Stempel fehlt oder zweifelhaft ist
Erst der Magnet als Vortest, dann die Strichprobe: ein kräftiger Strich auf dem Prüfstein, daneben ein Vergleichsstrich von der Prüfnadel mit bekanntem Feingehalt, darauf ein Tropfen Säure in der zur Legierung passenden Stärke. Welcher Strich stehen bleibt und welcher sich verfärbt, beantwortet die Frage in Sekunden.
Danach steht festDer Feingehalt, auch ohne lesbare Punze.
Fremdmaterial abtrennen
Steine, Perlen, Emaille, Uhrwerke, Lederbänder, Stahlfedern in Verschlüssen und Keramik an Zahngold gehören nicht zum bezahlten Gewicht. Was sich ohne Schaden lösen lässt, nehmen wir heraus; der Rest wird geschätzt und abgezogen, und wir sagen Ihnen, wie viel.
Danach steht festDas Gewicht, das tatsächlich bezahlt wird.
Wiegen, Häufchen für Häufchen
Jede Gruppe kommt einzeln auf die geeichte Waage, das Display ist Ihnen zugewandt. Bei Ketten mit vielen Lötstellen weisen wir darauf hin, dass Lote niedriger legiert sind als das Kettenmaterial — bei einem einzelnen Anhänger fällt das nicht auf, bei einem großen Konvolut schon.
Danach steht festDas Gewicht in Gramm, für jede Legierung getrennt.
Kurs abrufen, multiplizieren, Zahl nennen
Zum Schluss holen wir den Feingoldkurs des Tages, rechnen jede Gruppe einzeln durch und addieren. Sie hören einen Betrag und dürfen ihn mitnehmen, ohne etwas zu unterschreiben. Erst wenn Sie zustimmen, kommen Ausweis, Beleg und die Auszahlung in bar oder per Überweisung.
Danach steht festIhr Angebot für diesen Tag.



Was am Tresen zur Rechnung gefragt wird
Sechs Fragen, die fast immer kommen, sobald jemand den Taschenrechner herausholt — hier vorab beantwortet.
In einem Gramm 585er Gold stecken 0,585 Gramm Feingold. Der Materialwert eines Gramms ist also 0,585 mal dem Feingoldpreis je Gramm an diesem Tag. Eine feste Zahl kann hier nicht stehen, weil der Kurs sich werktäglich bewegt und diese Seite über Nacht unwahr würde. Den Wert für Ihr Stück rechnen wir am Tresen aus, bevor Sie sich entscheiden.
Meist aus drei Gründen. Erstens wird der Kurs je Feinunze notiert, also je 31,1035 Gramm; wer die Umrechnung überspringt, landet weit daneben. Zweitens gilt ein Feingoldkurs für 999, nicht für Ihre Legierung. Und drittens wiegen Küchen- und Briefwaagen zu grob und rechnen Steine, Federn und Uhrwerke mit, die niemand bezahlt.
Nein. Bezahlt wird nur das Edelmetall. Steine, Perlen, Emaille, Zahnkeramik, Stahlfedern im Karabiner, Uhrwerke und Lederteile ziehen wir ab. Lässt sich ein Teil nicht ohne Schaden trennen, schätzen wir sein Gewicht zu Ihren Gunsten und sagen Ihnen, wie viel wir abgezogen haben.
Das ist kein Nachteil und kommt bei alten, sehr kleinen und umgearbeiteten Stücken oft vor. Dann entscheidet die Strichprobe: ein Strich auf dem Prüfstein, daneben ein Vergleichsstrich von einer Prüfnadel mit bekanntem Feingehalt, dazu ein Tropfen Säure. Umgekehrt genügt uns ein Stempel allein ebenfalls nicht, denn geprägt ist schnell etwas.
Die genannte Zahl bezieht sich auf den Feingoldkurs des Tages, an dem Ihr Stück bei uns auf der Waage lag. Bewegt sich der Kurs, bewegt sich die Zahl mit, nach oben wie nach unten. Sie gehen ohne Verpflichtung aus dem Laden, und wir rechnen bei Ihrem nächsten Besuch neu.
Der Feingoldanteil wird für jedes Stück nach derselben Rechnung ermittelt. Unterschiedlich ist der Aufwand davor: Ein sauber gestempelter Ring ist in wenigen Minuten beurteilt, eine Schatulle voller Einzelteile braucht Sortieren, Prüfen und mehrere Wägungen. Einzelne Ohrringe und kleine Bruchstücke kaufen wir trotzdem an.
Rechnen Sie mit — wir legen die Waage bereit
Bringen Sie Ihren Zettel ruhig mit. Wir sortieren, prüfen und wiegen vor Ihren Augen, nennen den Kurs, mit dem wir rechnen, und Sie entscheiden danach in Ruhe. Für eine Einschätzung brauchen Sie keinen Termin.