Am Sattlerhof 12 · 31134 HildesheimMo–Fr 10–18 Uhr0171 3920011
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AUS ALTGOLD

Schmuck umarbeiten: was aus dem alten Stück werden kann

Ein Ring, der nicht mehr passt. Eine Kette, die zu lang ist. Eine Brosche, die niemand mehr ansteckt. In der Werkstatt in der Am Sattlerhof wird daraus ein Stück, das wieder getragen wird — aus Ihrem Metall, mit Ihren Steinen.

Verbogene Altgoldringe im Tiegel neben frisch gegossenem Goldknopf und blauem Wachsmodell
SCHMELZSCHALERechts das Altgold, links der daraus gegossene Knopf und das blaue Wachsmodell, an dem die neue Form entsteht.
Arbeitslohn
ab 220 €zuzüglich Material, abzüglich Altgold-Anrechnung
Üblich fertig in
3–5 WochenUmbau am Stück oft schneller
Sichtung
kostenlosohne Termin: Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa 10–15 Uhr
IRRTUM

Drei Sätze, die am Tresen fast jede Woche fallen

An diesen drei Annahmen scheitern Umarbeitungen am häufigsten — oder werden gar nicht erst begonnen.

Irrtum 01

„Das Gold habe ich doch schon — dann kostet das ja fast nichts."

Sie sparen den Einkauf, nicht die Stunden

Aus einem Ring wird kein Anhänger, indem man ihn umdreht. Der Stein muss ausgefasst, die Schiene abgetrennt, das Metall weichgeglüht, in Form getrieben, verlötet, verfeilt, über drei Schleifstufen abgezogen und neu poliert werden. Ihr Material erspart Ihnen den Einkauf und wird angerechnet; der Arbeitslohn entspricht dem einer Anfertigung nach Maß.

Irrtum 02

„Ich muss vorher wissen, wie es am Ende aussehen soll."

Der Entwurf entsteht am Material, nicht am Papier

Wie viel Metall vorhanden ist, sieht man erst auf der Waage. Ob die Steine eine zweite Fassung überstehen, zeigt erst die Lupe. Kommen Sie deshalb mit dem Karton, nicht mit dem fertigen Bild im Kopf. Was die Stempel im Inneren bedeuten, steht unter Punzen, Karat und Feingehalt.

Irrtum 03

„Wenn eingeschmolzen wird, ist von Oma nichts mehr da."

Eingeschmolzen wird nur, wenn es sein muss

Der größere Teil der Aufträge geht den kalten Weg: Das Metall bleibt, was es ist, und wird nur getrennt, ergänzt und neu aufgebaut. Punze, Gravur und Kantenform bleiben erhalten. Geschmolzen wird erst, wenn die alte Form dem neuen Wunsch im Weg steht — was für Ihr Stück möglich ist, sagen wir vor Arbeitsbeginn.

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Zwei Verfahren, eine Entscheidung am Anfang

Der Unterschied entscheidet über Erhalt, Aufwand und Dauer — und wird deshalb zuerst besprochen.

Weg A

Umbau am Stück

Das Metall bleibt in seiner Form. Getrennt wird mit der Laubsäge, verbunden mit Goldlot, Borax und Brenner. Danach Feile, Schleifpapier, Polierscheibe. Innengravur, Feingehaltsstempel und die Spuren des Tragens bleiben, wo sie sind. Weil die Steine vor jeder Wärme herauskommen, trägt die Flamme den größten Teil dieser Umbauten.

Grenze: Die Ausgangsform bestimmt mit — aus einer schmalen Schiene wird kein breiter Ring. Und muss neben einer geklebten Perle oder einem hitzeempfindlichen Stein verbunden werden, geben wir diesen Schritt an einen Betrieb mit Lasergerät. Das sagen wir Ihnen bei der Annahme, zusammen mit dem, was es an Zeit kostet.

Weg B

Einschmelzen und neu aufbauen

Das Altgold wird nach Feingehalt getrennt — Punze lesen, bei unklarem Stempel ein Strich auf dem Prüfstein und ein Tropfen Säure —, im Tiegel unter Borax geschmolzen und zu Blech oder Draht ausgewalzt. Weil altes Gold Lotstellen und manchmal Zinn aus früheren Reparaturen enthält, wird die Legierung aufgefrischt. Zeigt die Probeschmelze rissige Ränder, rechnen wir das Material lieber an, als es zu verarbeiten.

Grenze: Gravuren, Punzen und Patina sind danach fort. Den Wortlaut halten wir vorher fest.

Die Steine gehen immer zuerst heraus. Keine Fassung bleibt geschlossen, wenn Wärme ins Spiel kommt. Diamanten vertragen die Flamme meist, reagieren aber empfindlich auf Flussmittel; Smaragde, Opale, Türkise und Perlen halten Hitze gar nicht aus. Sie warten in Steinpapier und kommen erst nach der Endpolitur zurück — Näheres unter Stein fassen und ersetzen.

Ausgefasster Brillant und zwei kleine Farbsteine auf aufgefaltetem Steinpapier, daneben eine Steinpinzette und ein Ring mit leerer Krappenfassung
STEINPAPIERVor der ersten Flamme kommen die Steine heraus und warten gefaltet im Papier, bis die Endpolitur durch ist.
UMBAU

Was in dieser Werkstatt aus was wird

Sechs Wege, die regelmäßig über die Werkbank gehen — mit dem, was dabei wirklich an Arbeit anfällt.

Damenring mit gefasstem Solitär, dessen Schiene knapp unter dem Fassungskopf durchtrennt ist, daneben eine gebogene Öse aus Golddraht
RING ZU ANHÄNGERDer Fassungskopf bleibt unangetastet, die Schiene wird knapp darunter getrennt und zur Öse umgeformt.
Eine geteilte Panzerkette in zwei Strängen auf der Werkbank, daneben zwei offene Karabiner und eine Flachzange
KETTE ZU ZWEITAus einer zu langen Kette werden zwei Stücke, die passen; die Endglieder werden verlötet, damit sich das Muster nicht aufzieht.
Rückseite einer Brosche mit abgetrennter Nadelrolle und Gegenhaken, darüber eine Fadenschlaufe zum Ausbalancieren
BROSCHE ZU ANHÄNGERNadelteile ab, Rückseite verputzt: Die Öse wird erst gesetzt, wenn das Stück an der Fadenschlaufe gerade hängt.
Aus: Damenring mit Solitär

Anhänger an feiner Ankerkette

Der häufigste Auftrag: Der Ring passt nicht mehr, der Stein soll sichtbar bleiben. Der Fassungskopf bleibt unangetastet, die Schiene wird knapp darunter getrennt und zur Öse umgeformt.

Werkbank Ausfassen, Schiene trennen, Öse formen und anlöten, Politur, neu fassen
Aus: Zwei Trauringen

Ein Anhänger aus beiden Ringen

Die Ringe werden ineinandergestellt und am Berührungspunkt verbunden. Damit beide Innengravuren lesbar bleiben, darf keine Flächenhitze in die Schienen ziehen — diesen einen Punkt geben wir deshalb an einen Betrieb mit Lasergerät. Ausrichten, Öse und Politur bleiben bei uns; poliert wird nur außen.

Werkbank Ausrichten, Schweißpunkt auswärts, Öse anlöten, Außenpolitur
Aus: Zu langer Panzerkette

Armband und kurze Halskette

Geteilt ergibt eine zu lange Kette zwei Stücke, die beide passen. Die Endglieder werden verlötet, damit sich das Muster nicht aufzieht.

Werkbank Teilen, Endglieder schließen, zwei Karabiner anlöten — siehe Kette und Verschluss
Aus: Brosche mit Nadel

Anhänger mit Bandöse

Nadelrolle und Gegenhaken kommen ab, die Lötstellen werden verputzt. Der typische Fehler: die Öse zu tief zu setzen, dann kippt der Anhänger nach vorn. Deshalb wird vorher an einer Fadenschlaufe ausbalanciert.

Werkbank Nadelteile ablösen, Rückseite verputzen, Schwerpunkt bestimmen, Öse setzen
Aus: Ohrclips aus dem Nachlass

Ohrstecker oder Anhängerpaar

Clipmechaniken drücken und werden selten getragen. Sie lassen sich ablösen und durch Stifte ersetzen. Bleibt zu wenig Fläche für einen Stift, wird eine Öse gesetzt.

Werkbank Mechanik ablösen, Stifte verstiften, Sitz prüfen — mehr unter Ohrringe reparieren
Aus: Einzelteilen ohne Partner

Material für ein neues Stück

Der einzelne Ohrring, das abgerissene Kettenstück, der zerdrückte Ring: zusammen ergeben sie das Metall für einen neuen Ring.

Werkbank Sortieren, Punzen lesen, Strichprobe am Prüfstein, wiegen, schmelzen — Grundlagen unter Altgold und Bruchgold

Platzhalter für den Inhaber: Hier sollen Vorher-Nachher-Aufnahmen echter Aufträge stehen — je Auftrag ein Foto des Ausgangsstücks und eines des fertigen Stücks, dazu die schriftliche Freigabe der Kundschaft.

ABLAUF

Sechs Schritte, und der vierte gehört Ihnen

Die Preisfindung ist kein Nebensatz im Gespräch, sondern ein eigener Halt im Ablauf. Vorher wird nichts verändert.

Bringen, was da ist

Ohne Termin, in den Öffnungszeiten. Bringen Sie auch mit, was kaputt oder unvollständig ist — gerade daraus entsteht das Metall für das neue Stück.

Sichten, prüfen, wiegen

Unter der Lupe lesen wir die Punzen. Bleibt ein Stempel unklar, kommt erst der Magnet, dann der Prüfstein: ein Strich auf dem Schiefer, ein Tropfen Säure daneben — bleibt der Strich stehen, stimmt der Feingehalt. Gewogen wird auf der geeichten Waage. Dieselbe Lupe zeigt alte Lötstellen, dünn getragene Kanten und ob Steine und Fassungen eine zweite Bearbeitung vertragen.

Entwurf am Tresen

Für einen Umbau reicht eine Skizze mit Maßen. Für freie Formen entsteht ein Modell aus Modellierwachs zum Anprobieren. Eine gewünschte Zeile für die Gravur halten wir hier fest.

Ihr Entscheidungspunkt

Preisfindung, schriftlich

Der Kostenvoranschlag nennt drei getrennte Posten: Arbeitslohn, Material und die Anrechnung Ihres übrigen Altgolds. Sie nehmen ihn mit und entscheiden in Ruhe. Erst Ihr Ja startet die Arbeit.

An der Werkbank

Ausfassen, trennen oder schmelzen, aufbauen, löten, feilen, schleifen, fassen, polieren. Verlangt eine Stelle das Laserschweißen, geht sie an einen Betrieb mit Lasergerät und kommt für Fassen und Politur auf unsere Werkbank zurück. Zeigt sich eine alte Weichlotnaht, rufen wir an, bevor wir weitermachen.

Abholen und nachjustieren

Sie sehen das Stück zuerst im Tageslicht am Fenster und probieren es an. Sitzt die Größe nicht oder soll die Oberfläche matter werden, geht es zurück auf die Werkbank.

Werkbankausschnitt mit einer Reihe Feilen, drei Bögen Schleifpapier in verschiedenen Körnungen, einer Polierscheibe und einem Ringstock mit Holzhammer
AN DER WERKBANKFeilen, drei Schleifstufen, Polierscheibe: In dieser Reihenfolge bekommt jedes umgearbeitete Stück seine Oberfläche zurück.
PREISE

Wie die Altgold-Anrechnung Ihre Rechnung senkt

Was nicht in Ihr neues Stück wandert, muss nicht zurück in die Schublade.

Bei einer Umarbeitung liegt fast immer mehr Metall auf dem Tresen, als das neue Stück braucht. Den Rest wiegen wir getrennt, bestimmen den Feingehalt und ziehen den Betrag ab — oder zahlen ihn aus, bar oder per Überweisung. Den Rechenweg zeigt So berechnen wir Ihren Preis.

  • Arbeitslohn der Werkstattje nach Form, Steinbesatz und Oberflächeab 220 €
  • Material, das zugekauft wirdFeingold zum Legieren, Lot, Kette, eventuell ein Steinzum Tageskurs
  • Abzug: Anrechnung Ihres übrigen Altgoldsgetrennt gewogen auf der geeichten Waagezum Tageskurs
  • Ergibt Ihren Preisschriftlich festgehalten, bevor die Arbeit beginntim Kostenvoranschlag
Anfertigung, Umarbeitung und Bewertung — Richtwerte, Preisstand August 2026
LeistungRichtpreisÜblich fertig in
Mündliche Einschätzung vor Ort, unverbindlichkostenlosmeist am selben Tag
Schriftliches Wertgutachten, je Schmuckstück*ab 65 €3–7 Werktagen
Altgold umarbeiten zu neuem Schmuckstück (Arbeitslohn)*ab 220 €3–5 Wochen
Anfertigung nach Maß, schlichtes Einzelstück (Arbeitslohn ohne Material)*ab 250 €2–4 Wochen

Richtwerte inklusive Mehrwertsteuer, unverbindlich. Was Ihr Stück kostet, hängt von Material, Zustand und Aufwand ab — Sie erhalten vor Arbeitsbeginn einen Kostenvoranschlag und entscheiden dann.
* Bei diesen Arbeiten schwankt der Preis besonders stark mit dem Materialeinsatz.

Für Eheringe gilt derselbe Rechenweg, dort mit eigener Beratung und Anprobe: Trauringe aus eigenem Altgold. Alle Richtwerte der Werkstatt stehen unter Preise und Bearbeitungszeiten.

FRAGEN

Was vor einer Um­arbeitung gefragt wird

Sechs Fragen aus dem Beratungsgespräch — mit den Antworten, die wir auch am Tresen geben.

Beim Umbau am Stück ja — das Metall bleibt dasselbe. Wird eingeschmolzen, lautet die ehrliche Antwort anders: Altes Gold enthält Lotstellen, gelegentlich Zinn oder Nickel, und die Legierung muss vor dem Weiterverarbeiten aufgefrischt werden. Sagen Sie uns vorher, wenn das Material selbst der Grund für die Umarbeitung ist.

Sie werden vor jeder Wärme ausgefasst, in Steinpapier gelegt und erst nach der Politur wieder gefasst. Diamanten überstehen die Werkstatt meist gut, Smaragde, Opale, Türkise und Perlen dagegen nicht. Lässt sich ein Stein nicht herausnehmen, etwa eine geklebte Perle, geben wir die Verbindungsstelle an einen Betrieb mit Lasergerät — das sagen wir Ihnen bei der Annahme. Zeigt die Lupe Kantenschäden oder eine gerissene Krappe, sprechen wir das an, bevor gefasst wird.

Ja, das ist der Normalfall. Sortiert wird zuerst nach Feingehalt: Punze lesen, bei unklarem Stempel die Strichprobe am Prüfstein. Denn 585er und 750er Gold wandern nicht gemeinsam in den Tiegel — sonst entsteht eine Legierung, die sich nachher nicht mehr sauber stempeln lässt. Zahngold bleibt wegen seiner Palladium- und Platinanteile in der Regel außen vor und wird stattdessen vergütet.

Wenn der gravierte Bereich stehen bleibt, ja. Bei einem Ring, aus dem ein Anhänger wird, lässt sich das Stück Schiene mit der Gravur oft gezielt erhalten. Wird das Metall eingeschmolzen, ist die Gravur fort — dann halten wir den Wortlaut vorher fest und schneiden ihn auf Wunsch neu ein.

Bei einem einfachen Umbau genügt eine Skizze mit Maßen, Breite und Kettenlänge. Wird frei modelliert, entsteht zuerst ein Modell aus Modellierwachs: Es zeigt Höhe, Breite und wie das Stück am Finger oder am Hals sitzt. Erst wenn das Modell stimmt, wird Metall angefasst.

Deshalb steht die Preisfindung hinter dem Entwurf und nicht davor: erst Skizze oder Wachsmodell, dann der Kostenvoranschlag, dann die Arbeit. Kleine Korrekturen an Ringgröße, Oberfläche oder Kettenlänge machen wir nach der Abholung ohne Umstände. Ein eingeschmolzenes Stück lässt sich dagegen nicht zurückholen.

Legen Sie die Schublade auf den Tresen

Für Sichtung, Wiegen und eine erste Einschätzung brauchen Sie keinen Termin — kommen Sie in den Öffnungszeiten vorbei. Für Entwurf und Wachsanprobe ist eine Absprache besser. Telefonisch: 0171 3920011.