Am Sattlerhof 12 · 31134 HildesheimMo–Fr 10–18 Uhr0171 3920011
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Oberflächen aus dem Bad

Rhodinieren und Galvanik

Weißgold, das gelblich durchschimmert, ist kein Schaden am Ring. Es ist eine abgetragene Schicht von wenigen Zehntel Mikrometern. Wir tragen sie an unserem Galvanikplatz neu auf — und vergolden, versilbern oder schwärzen, wenn es in die andere Richtung gehen soll.

Galvanikplatz mit Glasbechern, Platinanode und Weißgoldring am Titandraht über der Spülschale
Der Ring hängt am Titandraht: Titan nimmt selbst kein Rhodium an, deshalb bleibt an der Aufhängung keine Kontaktstelle zurück.
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Zwei Wege, wenn das Weiß nachlässt

Fast jeder Weißgoldring kommt irgendwann an diesen Punkt. Sie können die Schicht in Ruhe erneuern lassen, so oft sie eben nachlässt — oder den Ring so umarbeiten, dass er seine Farbe künftig aus dem Material selbst bezieht.

Ring rhodinieren
ab 45 €inklusive Vorpolitur, meist fertig in 2–5 Werktagen
Collier bis 45 cm
ab 69 €viele Glieder, viel Fläche, 3–7 Werktagen
So lange trägt das Weiß
1–2 Jahream täglich getragenen Ring kürzer, am Collier länger

Weg eins — wiederkehrend

Die Schicht erneuern

Vorpolitur, Bad, Kontrolle. Der Ring bleibt in Form, Gravur und Fassung bleiben unangetastet, und Sie sehen den Unterschied am eigenen Stück statt an einem neuen.

  • Der Ring bleibt Ihr Ring: Kontur, Gravur und Steinbesatz ändern sich nicht.
  • Überschaubarer Betrag je Runde, weil die Politur ohnehin dazugehört.
  • Abgeben ohne Termin, in der Regel innerhalb weniger Werktage zurück.
  • Sie kommt wieder: je nach Trageweise nach ein bis zwei Jahren.
  • Jede Vorpolitur nimmt einen Hauch Material mit. Bei dünner Schiene zählt das.
  • Perlen, Opale und Emaille müssen vorher abgedeckt oder ausgefasst werden.

Richtwert je Durchgang ab 45 €

oder

Weg zwei — einmalig

Die Legierung wechseln

Wir rechnen Ihr Gold an und arbeiten den Ring in Palladiumweißgold oder Platin um. Beide sind hell genug, um ohne Auflage getragen zu werden — die Farbe steckt dann im Metall.

  • Kein Nachfärben mehr, weil keine Deckschicht die Farbe trägt.
  • Ihr altes Material geht nicht verloren, es wird verrechnet.
  • Platin läuft im Alltag nicht an und verdrängt Material eher, als es abzugeben.
  • Deutlich höherer einmaliger Betrag, dazu Wochen statt Werktage.
  • Der alte Ring ist danach nicht mehr da, eine Gravur wird neu gestochen.
  • Palladiumweißgold bleibt einen Hauch wärmer als frisch aufgelegtes Rhodium.

Arbeitslohn Umarbeitung ab 220 €

Weißgoldring hochkant auf einem Stahlblock, an Kanten und Innenseite schimmert die gelbliche Legierung durch
WEG EINSWo die Rhodiumschicht abgerieben ist, zeigt der Ring die Farbe seiner Legierung: zuerst an der Innenseite, dann an den Kanten.
Platinring neben einem Bund Palladiumweißgolddraht und einem Tiegel mit Altgoldbruch auf der Werkbank
WEG ZWEIPalladiumweißgold und Platin sind von sich aus hell; das Altgold aus dem Tiegel wird dabei angerechnet.

Es gibt einen dritten Weg: nichts davon. Naturbelassenes Weißgold hat einen warmen Graustich, der den meisten erst auffällt, wenn frisches Rhodium daneben liegt. Wer damit leben kann, spart die Runde ganz; dann genügt Reinigen und Polieren, damit der Ring wieder Tiefe bekommt. Warum der Farbumschlag überhaupt passiert, steht ausführlich unter Warum Weißgold gelblich wird; welche Legierung von Haus aus wie hell ist, unter Legierungen und Farben.

MATERIAL

Was wir wem raten

Die Entscheidung hängt weniger am Geschmack als am Stück: wie oft es getragen wird, was darin sitzt und wie viel Material noch da ist.

Sechs Fälle, die bei uns regelmäßig über den Tresen gehen
Ihr StückUnser RatWarum
Glatter Trauring, täglich getragenRhodinieren im lockeren TurnusDie günstigste Runde: Politur und Bad in einem Arbeitsgang, der Ring bleibt im Original. Mehr dazu unter Trauringe aufarbeiten.
Verlobungsring mit KrappenfassungRhodinieren mit FassungskontrolleWenn der Ring ohnehin unter der Lupe liegt, prüfen wir die Krappen mit und melden uns, bevor ein Stein wandert.
Collier oder Armband, selten getragenRhodinieren, aber deutlich seltenerKettenglieder reiben kaum aneinander. Der Preis liegt höher, weil die Fläche größer ist, dafür hält das Ergebnis länger.
Ring mit Perle, Opal oder EmailleTeilrhodinieren oder ausfassenDas saure Bad greift poröse und organische Steine an. Wir decken ab, arbeiten mit dem Stift oder fassen aus: Stein fassen und ersetzen.
Schiene schon scharfkantig durchgetragenErst Schiene, dann BadAuf dünnem Material bringt Politur nichts mehr, sie nimmt nur weiter weg. Erst kommt neues Metall an den Ring.
Sie wollen die Runde nicht mehrUmarbeiten in Palladiumweißgold oder PlatinEinmal investieren statt regelmäßig auffrischen. Ablauf und Anrechnung unter Umarbeitung.

Sie müssen sich das nicht selbst zuordnen. Legen Sie das Stück auf den Tresen; Goldschmiedemeister Tammo Riekhoff sieht es sich unter der Lupe an und sagt Ihnen, was sinnvoll ist und was Sie sich sparen können. Diese Einschätzung ist kostenlos und unverbindlich, den Preis nennen wir vor Arbeitsbeginn.

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Fünf Bäder, fünf Ergebnisse

Aus den Elektrolyten scheidet sich reines Metall ab: beim Vergolden Feingold, beim Versilbern Feinsilber. Was dabei herauskommt, unterscheidet sich in Metall, Farbe und Standzeit.

Ring mit gelb belassenen Flächen und weiß abgesetzten Fassungen, daneben Pinsel und geöffnete Dose Stopplack
TEILRHODINIERENDer Stopplack deckt ab, was gelb bleiben soll.
Silberanhänger hängt an einem Draht über einem Becherglas mit gelbem Feingoldelektrolyt
VERGOLDENAus dem Elektrolyten scheidet sich reines Feingold auf dem Stück ab.
Silberring mit tiefgrau geschwärzten Vertiefungen und blank zurückpolierten Höhen auf der Werkbank
OXIDIERENNach der Schwefelleber werden die Höhen zurückpoliert, die Tiefen bleiben dunkel.

Rhodinieren

Rhodium ist ein Platinmetall: hart, sehr hell und im Alltag anlaufbeständig. Aufgelegt werden etwa 0,1 bis 0,2 Mikrometer, also ein Bruchteil eines Hundertstelmillimeters. Diese Schicht gibt dem Weißgold sein kaltes Weiß.

Rhodium glättet nichts. Es folgt der Oberfläche darunter, deshalb entscheidet die Vorpolitur über das Ergebnis.

  • Weißgold
  • Ringe
  • Colliers

ab 45 €Ring, 2–5 Werktagen

Teilrhodinieren für zwei Farben

Wo Gelb und Weiß nebeneinander stehen sollen, decken wir die Partien, die gelb bleiben, mit Stopplack ab. Kleine Flächen wie eine einzelne Fassung oder eine Gravurvertiefung legen wir mit der Stiftgalvanik auf: ein getränkter Wattekopf, Strom nur an dieser Stelle.

So bekommt ein Ring den Bicolor-Effekt, ohne dass ein zweites Metall verlötet wird.

  • Bicolor
  • Fassungen betonen
  • Gravuren absetzen

nach Aufwandmeist 2–5 Werktagen

Vergolden

Galvanische Goldauflage aus dem Feingoldelektrolyten, für Verschleißstellen als härtere Variante. Der Farbton lässt sich von hellem Gelb bis Rosé abstimmen, passend zum übrigen Schmuck.

Auf Silber legen wir zuerst eine Sperrschicht. Ohne sie wandert Kupfer aus der Legierung in das Gold und macht die Auflage nach Monaten stumpf.

  • Silber
  • Modeschmuck
  • Farbe anpassen

ab 49 €kleines Stück, 3–7 Werktagen

Versilbern

Für Teile, an denen die alte Auflage durchgerieben ist und der gelbliche Kern durchkommt: Bestecke, Tabletts, Kannengriffe, Anhänger aus Neusilber. Nach dem Bad polieren wir auf Hochglanz oder mattieren, je nachdem, wie das Stück vorher aussah.

  • Neusilber
  • Tafelgerät
  • Antikschmuck

ab 39 €kleines Stück, 3–7 Werktagen

Schwärzen und Oxidieren

Streng genommen keine Galvanik: Schwefelleber wandelt die Silberoberfläche chemisch um, bis sie tiefgrau bis schwarz ist. Anschließend polieren wir die Höhen zurück, sodass die Vertiefungen dunkel bleiben.

Das ist der Kontrast, den geschmiedete Strukturen, alte Trachtenstücke und Signetringe brauchen. Auf Gold funktioniert das Verfahren nicht.

  • Silber 925
  • Struktur betonen

ab 25 €2–4 Werktagen

ABLAUF

Vom Tresen ins Bad und zurück

Sechs Schritte, von denen die meisten nichts mit Strom zu tun haben. Im Bad hängt ein Ring gut eine Minute — alles davor entscheidet, ob die Schicht hält.

Annahme und Sichtung

Wir sehen unter der Lupe nach, was verbaut ist: Steinarten, Fassungsart, Materialstärke, Lötstellen. Sie bekommen einen Auftragszettel mit Abholzeitraum und eine Zahl, bevor irgendetwas beginnt.

Steine sichern oder ausfassen

Harte Steine bleiben drin. Perlen, Opale, Türkise, Korallen, geölte Smaragde und Emaille werden abgedeckt oder ausgefasst, weil das saure Bad sie stumpf machen würde. Geklebte Steine nehmen wir grundsätzlich heraus.

Vorpolitur

Auf der Schwabbelscheibe verschwinden Kratzer und matte Stellen. Wir polieren so sparsam wie möglich, denn hier verliert ein Stück Material — nicht im Bad. Kanten und Punzen bleiben stehen.

Entfetten und Dekapieren

Ultraschall, alkalisches Bad, kurzes Aktivieren in Säure, dazwischen jedes Mal spülen. Ab hier fasst niemand das Stück mehr mit bloßen Fingern an: Ein einziger Fingerabdruck hinterlässt später einen matten Fleck in der Schicht.

Bad und Strom

Das Stück hängt am Titandraht als Kathode, gegenüber steht die Platinanode. Der Gleichrichter arbeitet mit wenigen Volt, die Zeit liegt im Bereich von Sekunden. Zu lange im Bad heißt nicht mehr Weiß, sondern eine graue, spröde Schicht.

Spülen, trocknen, kontrollieren

Klarspülen in entsalztem Wasser, trocknen in Warmluft, dann die Sichtprüfung gegen Tageslicht und noch einmal unter der Lupe. Erst dann geht Ihr Stück zurück in die Vitrine an der Abholung.

Was die Schicht abträgt

  • Reibung im Alltag: Lenkrad, Tastatur, Einkaufswagen, Hosentasche
  • Ein härterer Ring direkt daneben am selben Finger
  • Chlorwasser im Schwimmbad und im Whirlpool
  • Häufige Handdesinfektion und scharfe Reinigungsmittel
  • Silberputztücher und Polierpasten aus dem Haushalt

Was sie schont

  • Ring vor Gartenarbeit, Sport und Putzen ablegen
  • Nur mit lauwarmem Wasser, mildem Spülmittel und weicher Bürste reinigen
  • Getrennt aufbewahren, damit nichts aneinander schleift
  • Creme und Parfüm einziehen lassen, bevor der Ring wieder an den Finger kommt

Mehr zur täglichen Behandlung von Ringen, Ketten und Steinen steht unter Schmuck richtig pflegen. Was die einzelnen Werkstattarbeiten kosten und wie lange sie üblicherweise dauern, finden Sie gesammelt unter Preise und Bearbeitungszeiten.

FRAGEN

Was am Tresen dazu gefragt wird

Sechs Fragen, die beim Abgeben eines Weißgoldrings fast jedes Mal kommen.

Weißgold ist im Kern eine Goldlegierung mit hellem Grundton, aber eben kein weißes Metall. Das strahlende Weiß kommt von einer galvanischen Rhodiumschicht von wenigen Zehntel Mikrometern. Sie reibt sich ab, zuerst an der Innenseite des Rings und an den Kanten, und darunter kommt die eigentliche Farbe der Legierung zum Vorschein.

Bei einem täglich getragenen Ring liegen dazwischen in der Regel ein bis zwei Jahre, bei einem Collier oder einem Anlassring deutlich länger. Einen festen Turnus geben wir nicht vor. Kommen Sie, wenn der Farbunterschied Sie stört, und bringen Sie gern beide Trauringe zusammen, damit sie hinterher gleich aussehen.

Diamanten, Saphire und die meisten harten Farbsteine vertragen Vorpolitur und Bad ohne Weiteres. Perlen, Opale, Türkise, Korallen, Bernstein, geölte Smaragde und Emaille dürfen nicht hinein, weil die Säure sie angreift. In diesen Fällen decken wir ab, arbeiten mit der Stiftgalvanik oder fassen den Stein vorher aus.

Die Galvanik selbst trägt nichts ab, sie legt eine Schicht auf. Material verlieren Sie nur durch die Vorpolitur davor, und die halten wir so sparsam wie möglich. Ist die Ringschiene schon scharfkantig durchgetragen, raten wir zuerst zur neuen Schiene und rhodinieren danach.

Technisch geht beides, weil eine Auflage die Farbe des Untergrunds überdeckt. Nur hält sie nicht gleich gut: Auf gelbem Grund fällt jede abgeriebene Stelle im weißen Überzug sofort auf, umgekehrt genauso. Für einen dauerhaften Farbwechsel ist die Umarbeitung in die passende Legierung der ehrlichere Weg.

Rhodium enthält kein Nickel und liegt als Trennschicht zwischen Haut und Legierung. Sobald die Schicht durchgetragen ist, hat die Haut aber wieder Kontakt zum Metall darunter. Wer empfindlich reagiert, fährt in der Regel mit Palladiumweißgold oder Platin besser; die medizinische Seite besprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Bringen Sie den Ring so mit, wie er ist

Wir sehen ihn uns während der Öffnungszeiten an, ohne Termin und ohne Anmeldung: Steine, Materialstärke, Zustand der Schiene. Danach wissen Sie, ob eine Runde im Bad genügt oder ob sich der Wechsel der Legierung mehr lohnt. Beides sagen wir Ihnen vorher, mit Preis und Abholzeitraum.