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Uhrenankauf in der Am Sattlerhof

Luxusuhren verkaufen in Hildesheim

Gold wiegt man. Eine Uhr nicht. Wir öffnen den Gehäuseboden, lesen Kaliber und Zustand und nennen Ihnen zwei Zahlen: was das Metall bringt und was die Uhr als Uhr bringt. Sie hören beide, bevor irgendetwas entschieden ist.

Armbanduhr verdeckt auf Uhrmacherkissen, geöffneter Gehäuseboden zeigt das Werk, Werkzeug daneben.
Vor der Waage kommt das Werkzeug: Das Kissen schützt das Glas, der geöffnete Boden verrät Kaliber, Ersatzteile und Spuren früherer Revisionen.
WERT

Zwei Wege, die eine Uhr nehmen kann

Der eine endet im Schmelztiegel, der andere am Handgelenk der nächsten Trägerin. Beide Wege sind sauber — sie führen nur zu sehr unterschiedlichen Beträgen.

Weg eins

Nach Materialwert

Die Uhr wird zum Rohstoff. Gehäuse, Deckel und ein massives Goldband kommen auf die geeichte Waage, alles andere bleibt liegen: Werk, Zifferblatt, Glas, Krone, Stahlfederstege, Lederband, Schließe aus Stahl. Bei einer vergoldeten Uhr bleibt nach dem Abzug fast nichts übrig.

Das ist die Untergrenze. Unter den Metallwert kann eine Uhr nicht fallen. Darüber hinaus kommt sie auf diesem Weg aber auch nie.

oder

Weg zwei

Nach Uhrwert

Die Uhr bleibt eine Uhr. Bewertet werden Hersteller, Referenz, Kaliber, Baujahr, der Zustand von Gehäuse und Zifferblatt, die Vollständigkeit des Bandes und die Unterlagen. Das Gewicht spielt hier keine Rolle — eine Stahluhr wiegt schwer und bringt am Schmelzofen trotzdem nichts.

Hier entsteht der Unterschied. Wer eine gesuchte Referenz nach Gramm bewertet, bewertet sie faktisch auf null.

Werkbank in der Breite: links ein Schmelztiegel mit erkaltetem Goldklumpen, rechts eine vollständige Armbanduhr auf dem Uhrmacherkissen.
ZWEI WEGELinks endet die Uhr als Rohstoff, rechts bleibt sie eine Uhr. Aus dem Tiegel führt kein Weg zurück.

Deshalb kommt bei uns die Waage zuletzt. Erst wenn feststeht, dass für ein Stück kein Uhrenmarkt existiert, rechnen wir nach Feingehalt und Tagespreis — wie das im Einzelnen abläuft, steht unter So berechnen wir Ihren Preis.

750

Welcher Weg zu welcher Uhr passt

Vier Fälle, die bei uns regelmäßig über den Tresen gehen, und was wir dazu raten. Die Einordnung ersetzt keine Sichtung, sie zeigt nur, worauf wir schauen.

Markenuhr aus Stahl, gepflegt

Chronograph, Taucheruhr, schlichter Klassiker: Der Materialwert ist rechnerisch belanglos, im Zweifel unter dem, was ein Bandglied kostet. Hier zählen Referenz, Zustand und die Frage, ob das Modell gerade gesucht wird.

Uhrwert

Goldene Markenuhr mit Papieren

Hier laufen beide Wege nebeneinander. Wir wiegen das Gehäuse und bewerten parallel die Uhr. Meist liegt der Uhrwert vorn; bei sehr schweren Gehäusen und wenig gefragten Modellen kann es kippen. Genau deshalb rechnen wir beides.

Beide Zahlen

Goldene Uhr ohne Hersteller, defekt

Damenuhren aus den Siebzigern, Sprungdeckeluhren, Anhängeuhren aus dem Nachlass: oft kein Sammlermarkt, aber massives Gold in 585 oder 750. Dann rechnen wir nach Gewicht — und Sie können den Betrag stehen lassen und in Arbeit umsetzen.

Materialwert

Vergoldete oder plaquierte Uhr

Doublé, „gold filled“, „20 Mikron“: Die Auflage ist zu dünn, um sie zu scheiden. Wert hat so eine Uhr nur, wenn das Modell selbst gefragt ist. Wir sagen das offen, statt einen Materialpreis auszurechnen, den es nicht gibt.

Modell entscheidet

Wir kaufen Uhren gängiger Hersteller an, etwa von Rolex, Omega, Cartier, IWC, Breitling, TAG Heuer, Longines, Junghans oder Glashütte Original, ebenso namenlose Goldgehäuse. Eine Vertretung dieser Marken sind wir nicht, wir handeln mit dem gebrauchten Stück.

Unsere Empfehlung in einem Satz: Lassen Sie eine Uhr ansehen, bevor Sie sie irgendwo nach Gewicht abgeben — aus dem Schmelztiegel führt kein Weg zurück. Steht die Zahl und Sie möchten das Geld gar nicht mitnehmen, rechnen wir sie auf Trauringe aus eigenem Altgold oder auf eine Umarbeitung in unserer Werkstatt an.

PAPIERE

Was Box, Papiere und Servicehistorie ausmachen

Ohne Zubehör verkaufen Sie Ihre Uhr trotzdem. Nur bekommt der nächste Besitzer ein unvollständiges Paket, und das schlägt auf den Betrag durch, den wir ansetzen können.

Zertifikat oder Kaufkartewirkt stark
Das wichtigste Papier. Darauf stehen Referenz- und Seriennummer, Händlerstempel und Datum. Es belegt Herkunft und Alter und macht überprüfbar, ob Werk, Zifferblatt und Gehäuse zusammengehören. Fehlt es, bleibt jede Datierung eine Schätzung.
Originalbox mit Umkartonwirkt spürbar
Die innere Box allein hilft, das komplette Set aus Umkarton, Kissen und Anhängern hilft mehr. Der äußere Karton landet beim Kauf oft im Altpapier — wer ihn noch im Keller stehen hat, sollte ihn holen, bevor er zu uns kommt.
Servicehistoriewirkt spürbar
Rechnungen und Stempel früherer Revisionen zeigen, dass die Uhr gelaufen ist und gepflegt wurde. Eine Revision aus den letzten zwei, drei Jahren nimmt dem nächsten Besitzer eine offene Rechnung ab und ist deshalb bares Geld wert.
Bandglieder und Ersatzteilewirkt spürbar
Die beim Anpassen entnommenen Glieder liegen meist im Etui oder in einer Schmuckschale. Ein Stahlband, das nur noch an ein schmales Handgelenk passt, kostet den nächsten Träger Geld. Ersatzband, Schließe und Federstege gehören ebenfalls dazu.
Kaufbeleg des Erstkaufshilft
Der Beleg ordnet die Uhr Ihnen oder der Familie zu. Für den Ankauf ist er nicht zwingend, im Nachlassfall macht er die Sache aber für alle Beteiligten einfacher — vor allem, wenn mehrere Erben mitreden.
Nichts davon vorhandenkein Ausschluss
Wir kaufen auch die nackte Uhr. Sagen Sie beim Auflegen einfach dazu, dass nichts mehr da ist; dann suchen wir gar nicht erst danach und bewerten die Uhr so, wie sie vor uns liegt.

Bei einer geerbten Sammlung liegt selten alles beieinander: Die Uhren sind im Schrank, die Kartons auf dem Dachboden, die Rechnungen im Ordner. Bringen Sie ruhig mehrere Anläufe mit — oder lassen Sie uns bei einem Nachlass gleich zu Ihnen kommen, dann sehen wir alles an einem Hausbesuch zusammen durch.

Gestapelte schlichte Uhrenkartons neben einem aufgeklappten Etui mit losen Bandgliedern und Federstegen.
ZUM SET GEHÖRTUmkarton, entnommene Bandglieder und Federstege liegen fast nie dort, wo die Uhr liegt.
ABLAUF

Was am Tresen mit Ihrer Uhr passiert

Fünf Stationen, bei einer einzelnen Uhr meist in einer Viertelstunde erledigt. Sie stehen daneben, und jeder Schritt wird laut mitgesprochen.

  1. Hinsehen, bevor etwas auf die Waage kommt

    Wir suchen Referenz- und Seriennummer, Kaliberangaben, Punzen und Herstellerzeichen. Je nach Marke sitzen sie auf der Gehäuseflanke, im Boden oder im Innendeckel. Parallel notieren wir, was mitgekommen ist.

    Werkzeug: Lupe, Federstegwerkzeug

  2. Gehäuseboden öffnen

    Die Uhr liegt verdeckt auf dem Uhrmacherkissen, damit das Glas keinen Kratzer bekommt. Verschraubte Böden lösen wir mit dem passenden Einsatz, gedrückte Böden mit dem Messer an der Kerbe. Verklebte oder verschlissene Böden lassen wir zu — Schaden für ein paar Euro mehr ergibt keinen Sinn.

    Werkzeug: Uhrmacherkissen, Gehäuseöffner, Bodenmesser

  3. Das Werk lesen

    Kaliberbezeichnung, Rotor, Beschriftung: Wir sehen, ob das Werk zur Uhr gehört, ob Fremdteile verbaut sind, ob Feuchtigkeit im Spiel war — Rostschleier an den Federn und milchige Stellen unter dem Glas sind deutliche Zeichen — und wie sauber zuletzt gearbeitet wurde.

    Werkzeug: Lupe zehnfach, Pinzette

  4. Zustand aufnehmen

    Gebrauchsspuren sind normal und kosten wenig. Teuer wird das Gegenteil: eine überpolierte Uhr, deren Kanten zwischen Flanke und Bandanstoß verrundet sind. Zifferblatt, Zeiger und Lünette prüfen wir auf Originalität, das Glas auf Ausbrüche, das Band auf Dehnung.

    Werkzeug: Streiflicht, Lupe, Schieblehre

  5. Zwei Zahlen, dann Ihre Entscheidung

    Jetzt erst kommt Edelmetall auf die geeichte Waage, und auch nur, wenn dieser Weg überhaupt in Frage kommt. Sie hören beide Beträge, dürfen sie mitnehmen und in Ruhe vergleichen. Sagen Sie zu, nehmen wir den Ausweis auf und schreiben den Ankaufsbeleg; ausgezahlt wird bar oder per Überweisung.

    Werkzeug: geeichte Waage, Beleg auf Papier

Armbanduhr liegt verdeckt auf dem Uhrmacherkissen, der Gehäuseöffner sitzt auf dem verschraubten Boden.
BODEN ÖFFNENDas Kissen schützt das Glas, der Einsatz greift in die Kerben des Schraubbodens.
Blick durch die Lupe auf ein geöffnetes Uhrwerk mit Rotor, daneben eine Pinzette.
WERK LESENRotor und Brücken zeigen, ob das Werk zur Uhr gehört und ob Feuchtigkeit im Spiel war.
Streiflicht über der Gehäuseflanke einer Stahluhr zwischen den Bandanstößen, die Kante zeichnet sich scharf ab.
ZUSTANDIm Streiflicht zeigt sich, ob die Kante zwischen Flanke und Anstoß noch scharf ist.
Einschätzung vor Ort
kostenlosmündlich, unverbindlich, ohne Kaufzwang
Schriftliches Wertgutachten
ab 65 €je Stück, 3–7 Werktagen
Auszahlung
bar oder per ÜberweisungAusweis erforderlich, Beleg auf Papier

Für Versicherung, Erbauseinandersetzung oder eine Teilung unter Geschwistern brauchen Sie manchmal mehr als eine mündliche Zahl. Dann schreiben wir ein Wertgutachten. Welche Prüfschritte wir bei Metall und Steinen sonst noch gehen, steht unter Wie wir prüfen.

FRAGEN

Was uns Uhrenbesitzer am häufigsten fragen

Sechs Fragen aus dem Ladenalltag — von der Seriennummer bis zur Frage, ob sich eine Revision vor dem Verkauf noch lohnt.

Nur dann, wenn dabei mehr für Sie herauskommt. Zuerst bewerten wir die Uhr als Uhr: Hersteller, Referenz, Kaliber, Zustand und Unterlagen. Erst wenn kein Sammlerinteresse erkennbar ist, das Gehäuse aber massives Gold ist, rechnen wir nach Gewicht. Bei einer Stahluhr führt der Weg über die Waage zu einem Betrag nahe null und wäre deshalb der falsche.

Bei vielen Herstellern stehen beide Nummern auf der Gehäuseflanke zwischen den Bandanstößen und werden erst sichtbar, wenn das Band ab ist. Bei anderen Marken sind sie in den Gehäuseboden graviert oder in den Innendeckel geschlagen. Sie müssen nichts abschrauben: Wir öffnen die Uhr im Laden mit dem passenden Werkzeug und lesen die Nummern gemeinsam mit Ihnen ab.

Spürbar, aber nicht bei jeder Uhr gleich stark. Je gefragter und je jünger ein Modell ist, desto eher erwartet der nächste Käufer das vollständige Set. Bei einer vierzig Jahre alten Uhr aus dem Nachlass fragt kaum jemand danach. Ein pauschaler Abschlag lässt sich daraus nicht ableiten — wir sagen Ihnen beim Ansehen, was in Ihrem Fall daran hängt.

In der Regel nicht. Die Revision zahlen Sie im Voraus, und wer die Uhr nach Ihnen trägt, lässt sie meist ohnehin nach eigenen Vorstellungen warten. Teuer wird es, wenn dabei poliert wird: Eine überpolierte Uhr mit verrundeten Kanten verliert dauerhaft, und zurückholen lässt sich das Metall nicht. Bringen Sie die Uhr lieber so, wie sie ist.

Ja. Ein defektes Werk ist ein Reparaturposten, kein Ausschlussgrund; bei gefragten Modellen steckt der Wert überwiegend in Gehäuse, Zifferblatt und Vollständigkeit. Lassen Sie den Schaden bitte nicht vorher beheben, und legen Sie abgefallene Zeiger, Kronen oder Bandglieder lose dazu — auch kleine Originalteile gehören zur Uhr.

Als Material fast nichts. Die Auflage bei Doublé oder „gold filled“ misst wenige Mikrometer und lässt sich nicht wirtschaftlich scheiden. Wert hat eine solche Uhr nur über das Modell selbst, und bei manchen Klassikern aus den sechziger und siebziger Jahren ist das durchaus der Fall. Wir sehen sie uns an und sagen Ihnen offen, wenn nichts dabei herauskommt.

Legen Sie die Uhr auf den Tresen, so wie sie ist

Für die Einschätzung brauchen Sie keinen Termin: Am Sattlerhof 12, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 15 Uhr. Geht es um mehrere Uhren aus einem Nachlass, rufen Sie vorher kurz an — dann liegt der Tisch frei und wir nehmen uns die Zeit am Stück.