Am Sattlerhof 12 · 31134 HildesheimMo–Fr 10–18 Uhr0171 3920011
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Übergreifende Fragen

Häufige Fragen zu Werkstatt, Ankauf und Ringen

Die meisten Menschen, die zum ersten Mal zu uns kommen, haben keine Frage zum Preis. Sie haben eine Unsicherheit: ob sie sich mit dem Auspacken schon festgelegt haben, ob sie das Richtige dabeihaben, ob sich der Weg überhaupt lohnt. Diese Seite beantwortet genau die Fragen, die zu keiner einzelnen Leistung gehören — und zeigt, wo alles andere steht.

Kurze Frage vorab? 0171 3920011Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa 10–15 Uhr

Makro: geöffnete Messinglupe neben Steinpapier mit drei losen Saphiren und feiner Pinzette.
Lupe, Steinpapier, Pinzette: Womit an der Theke geschaut wird, bevor jemand eine Zahl nennt.
Fragen

Drei Sorgen, aus denen die meisten Fragen entstehen

Am Telefon klingen sie unterschiedlich, an der Theke sind es fast immer dieselben drei. Deshalb stehen sie hier zuerst.

  • „Muss ich verkaufen, wenn ich es einmal ausgepackt habe?“

    Nein. Die Sichtung an der Theke ist unverbindlich, Sie hören eine Zahl und dürfen sie mitnehmen. Erst Ihr Ja setzt etwas in Gang: Vorher wird nichts getrennt, nichts abgeschnitten und nichts eingeschmolzen.

  • „Habe ich überhaupt das Richtige dabei?“

    Ausweis und die Stücke, mehr braucht es nicht. Der einzelne Ohrring ohne Partner, das Kettenstück ohne Verschluss, die Krone in der Filmdose: Das alles ist Material und wird gewogen. Was sich sonst noch einzupacken lohnt, steht unter Ihren Besuch vorbereiten.

  • „Lohnt sich das für so wenig überhaupt?“

    Diese Frage kommt meist mit einer dünnen Kette in der Hand. Wir sagen Ihnen offen, wenn ein Stück nur vergoldet ist, wenn es als Schmuck mehr wert ist als sein Metall oder wenn sich eine Reparatur nicht mehr rechnet. Ein Mindestgewicht gibt es bei uns nicht.

Alles, was danach kommt, ist Handwerk: schauen, prüfen, wiegen, rechnen. Wie das abläuft und warum die Reihenfolge wichtig ist, steht in den nächsten beiden Abschnitten.

999

Wie aus einer Frage eine belastbare Antwort wird

Vier Handgriffe, immer in derselben Reihenfolge. Jeder beantwortet etwas anderes, und keiner davon passiert hinter einer Tür.

Zehnfachlupe
Zuerst suchen wir den Stempel: innen an der Ringschiene, am Karabiner einer Kette, am Stift eines Ohrsteckers. Dieselbe Lupe zeigt Lötnähte, aufgeriebene Krappen und den Unterschied zwischen einer dünnen Auflage und massivem Material.
Magnet
Ein Test von zwei Sekunden, der viel Zeit spart: Was am Magneten hängen bleibt, hat einen Eisenkern und ist kein Edelmetall. Federn in Verschlüssen dürfen reagieren, der Korpus nicht.
Prüfstein und Säure
Auf dem dunklen Stein bleibt ein feiner Strich zurück, auf den die Prüfsäure kommt. So wird sichtbar, ob die Punze zum Metall passt: Vergoldetes Silber sieht unter der Lupe aus wie Gold, im Strich nicht.
Geeichte Waage
Gewogen wird zum Schluss und nach Feingehalten getrennt. 333er und 585er Gold gemeinsam in eine Schale zu legen ist der häufigste Fehler — jede Legierung trägt einen anderen Anteil Feingold in sich.
Zehnfachlupe über der Innenseite einer Ringschiene, die in einer hölzernen Ringklemme steckt.
ZEHNFACHLUPEDer erste Griff geht zur Innenseite: dort sitzt der Stempel, dort zeigen sich Lötnähte.
Kleiner Stabmagnet auf der Werkbank neben einem Häufchen Karabiner, an dessen Spitze ein Verschluss hängen bleibt.
MAGNETZwei Sekunden Arbeit: Was hängen bleibt, hat einen Eisenkern und ist kein Edelmetall.
Schwarzer Prüfstein mit drei feinen goldenen Strichen nebeneinander, daneben ein Glasstab.
PRÜFSTEINDrei Striche nebeneinander: Erst der Vergleich zeigt, ob die Punze zum Metall passt.
Ablauf

Ihr Besuch, von der Tür bis zum Beleg

Fünf Stationen. Nach der vierten können Sie ohne weitere Erklärung wieder gehen — das ist kein Versehen, sondern so gedacht.

  1. Ohne Anmeldung hereinkommen

    Am Sattlerhof 12. Für eine Reparatur, eine Einschätzung oder einen Ankauf reicht es, zu den Öffnungszeiten zu kommen. Für Trauringe, Verlobungsringe und Anfertigungen ist ein Termin besser, weil dann der Beratungsplatz frei ist.

    Wann es Ihnen passt

  2. Ausweis auf die Theke

    Beim Ankauf gehört er dazu; das ist keine Neugier, sondern Vorschrift, und der Beleg, den Sie mitbekommen, ist auch Ihr Nachweis. Bringen Sie ein Stück nur zur Reparatur, brauchen wir ihn nicht. Was auf dem Beleg steht, erklärt Ausweispflicht und Beleg.

    Eine Minute

  3. Sichten, prüfen, wiegen — vor Ihren Augen

    Alles bleibt auf der Theke. Sie sehen die Lupe, den Strich auf dem Prüfstein und die Anzeige der geeichten Waage. Die mündliche Einschätzung vor Ort ist kostenlos, auch wenn am Ende kein Geschäft daraus wird.

    Meist wenige Minuten

  4. Die Zahl hören und entscheiden

    Wir nennen einen Betrag für das Material und, wo es sinnvoll ist, eine zweite Zahl: was das Stück als Schmuck oder umgearbeitet wert wäre. Kommt ein Verkauf zustande, zahlen wir bar aus oder überweisen — wie Sie es möchten.

    Ihre Entscheidung

  5. Oder eben nicht verkaufen

    Viele gehen mit mehr Schmuck nach Hause, als sie mitgebracht haben: Das Gold bleibt, es wechselt nur die Form. Altgold rechnen wir zum Tageskurs auf Trauringe aus eigenem Altgold und auf eine Umarbeitung an. Vor Arbeitsbeginn bekommen Sie einen Kostenvoranschlag; Richtwerte stehen unter Preise und Bearbeitungszeiten.

    Umarbeitung meist in 3–5 Wochen

585

Die Zahl im Ring: was Punzen sagen und was nicht

Sehr oft geht es am Telefon um drei winzige Ziffern an der Innenseite eines Rings. Hier stehen die, die uns täglich begegnen.

Gängige Feingehaltsstempel und wo sie sitzen
PunzeMetallAnteil EdelmetallMeist zu finden an
333Gold, 8 Karat333 von 1000 TeilenRingschiene innen
375Gold, 9 Karat375 von 1000 TeilenRingschiene, Anhängeröse
585Gold, 14 Karat585 von 1000 TeilenRingschiene, Karabiner
750Gold, 18 Karat750 von 1000 TeilenRingschiene, Uhrgehäuse
999Feingold, 24 Karat999 von 1000 TeilenBarren und Anlagemünzen
800Silber800 von 1000 TeilenBestecke, ältere Broschen
925Sterlingsilber925 von 1000 TeilenVerschluss, Ohrsteckerstift
950Platin950 von 1000 TeilenRingschiene, oft neben PT

Eine Punze ist eine Herstellerangabe, kein Prüfsiegel. Alte, umgearbeitete oder im Ausland gekaufte Stücke tragen häufig gar keinen Stempel, einen abgeriebenen oder einen, der nicht zum Metall passt. Deshalb entscheidet bei uns die Prüfung und nicht die Ziffer — und umgekehrt heißt ein fehlender Stempel nie, dass ein Stück wertlos wäre.

Die Systematik dahinter — Karat, Promille, Feingehalt und die Sonderfälle bei Weißgold und Platin — steht ausführlich in Punzen, Karat und Feingehalt. Warum ein Weißgoldring nach einigen Jahren wieder gelblich schimmert, obwohl die Punze unverändert 585 zeigt, erklärt Warum Weißgold gelblich wird.

Termin

Sechs Fragen, die zu keiner einzelnen Seite gehören

Ausweis, Kurs, Bedenkzeit, Aufbewahrung: Was uns unabhängig vom Anlass gestellt wird — kurz beantwortet, bevor Sie kommen.

Für eine Reparatur, für eine Einschätzung und für den Ankauf nicht — dafür können Sie zu den Öffnungszeiten einfach hereinkommen. Um einen Termin bitten wir bei Trauringen, Verlobungsringen, Anfertigungen und Umarbeitungen: Dafür brauchen wir eine ruhige Stunde, den Beratungsplatz und die passenden Musterringe zum Anprobieren.

Beim Ankauf von Edelmetall ist ein gültiger Personalausweis oder Reisepass nötig; Ihre Angaben gehören zum Kaufbeleg, den Sie mitbekommen. Für reine Werkstattarbeiten wie eine Ringweitung oder eine Kettenreparatur brauchen wir ihn nicht. Verkaufen darf in der Regel nur, wer volljährig ist und das Stück selbst mitbringt.

Er gilt für den Tag, an dem wir ihn nennen, denn er hängt am Edelmetallkurs, und der bewegt sich börsentäglich. Kommen Sie später wieder, wiegen und rechnen wir neu; das dauert meist nur wenige Minuten. Ein Kostenvoranschlag für eine Werkstattarbeit gilt für den besprochenen Auftrag — zeigt sich beim Öffnen einer Fassung mehr Aufwand, sprechen wir vorher mit Ihnen.

Nein. Sie hören die Zahl, nehmen sie mit und schlafen darüber, wenn Sie mögen. Solange Sie nicht zugestimmt haben, wird nichts getrennt, nichts abgeschnitten und nichts eingeschmolzen; Sie bekommen Ihre Stücke unverändert zurück. Auch der umgekehrte Weg bleibt offen: Wer heute nur schätzen lässt, kann Wochen später verkaufen oder umarbeiten lassen.

Bei der Annahme beschreiben wir jedes Stück auf dem Auftragsschein — Art, Metall, Steine, Gewicht — und Sie bekommen eine Durchschrift davon. Die Stücke bleiben im Haus, werden verschlossen verwahrt und nur gegen den Schein herausgegeben. Fragen zur Absicherung besonders wertvoller Stücke klären wir vor der Annahme mit Ihnen.

Die Trauringe aus unserem Lieferantenprogramm werden in Deutschland gefertigt und tragen eine Herstellergarantie; deren Umfang steht in den Unterlagen zum jeweiligen Modell. Für Arbeiten aus unserer eigenen Werkstatt gelten die gesetzlichen Gewährleistungsregeln. Sitzt nach einer Reparatur etwas nicht so, wie es soll, sehen wir uns das Stück noch einmal an.

Ihre Frage steht hier nicht?

Beschreiben Sie Ihr Stück in zwei Sätzen — am Telefon oder an der Theke. Wir sagen Ihnen, ob sich der Weg lohnt, was Sie mitbringen sollten und ob es ohne Termin geht.