Edelmetall aus Praxis und Labor
Ein Schraubdeckelglas auf dem Tresen, halb voll: Kronen mit anhaftender Keramik, zwei Gusskegel mit Resten der Einbettmasse, dazwischen ein Modellgussbügel, der gar kein Edelmetall ist. Was so ein Glas einbringt, entscheidet nicht sein Gewicht, sondern die Sortierung davor.

- Für wen
- Praxis, Labor, KFOAnkauf auch von gewerblichen Kunden
- Übergabe
- Laden oder AbholungAm Sattlerhof 12 oder bei Ihnen vor Ort
- Wiegen
- Geeichte Waagejede Fraktion einzeln, Beleg mit Einzelgewichten
Was im Sammelgefäß liegt
Dentales Edelmetall kommt selten sauber. Es kommt verblendet, verklebt, verschraubt — und fast nie allein.
Zahnärztliche Legierungen tragen keine Punze. Ein Ring sagt Ihnen mit drei eingeschlagenen Ziffern, woraus er besteht; eine Krone sagt gar nichts. Die Packungsbeilage mit der Herstellerangabe liegt bei Material aus den achtziger oder neunziger Jahren längst nicht mehr bei, und was nach zwei Jahrzehnten aus dem Mund kommt, ist mit Keramik, Zement und Zahnhartsubstanz verbacken. Deshalb beginnt die Bewertung hier nicht auf der Waage, sondern auf dem Tablett.
- Hochgoldhaltige Aufbrennlegierung Edelmetall
- Kronen, Brücken, Teleskope aus der Aufbrennkeramik, gelblich bis blass, oft noch verblendet. Das Metall steckt unter der Keramik — solch ein Stück wiegt mehr, als an Legierung in ihm ist.
- Reduziert goldhaltige und palladiumbasierte Legierung Edelmetall
- Silbrig-weiß und mit bloßem Auge kaum von Nichtedelmetall zu unterscheiden. Was an Palladium und Platin darin steckt, wird gesondert angesetzt; die Preisbildung dazu steht unter Platin, Palladium und Zinn.
- Gusskegel, Angüsse, Tiegelknöpfe Edelmetall
- Aus dem Gusstrichter, häufig mit Einbettmasse verkrustet. Die Kruste wiegt mit, gehört aber nicht bezahlt — sie kommt vor dem Wiegen ab, soweit sie sich ohne Metallverlust lösen lässt.
- Goldlot, Klammern, Stifte, alte Inlays Edelmetall
- Kleinteile aus der Schublade, die über Jahre liegen bleiben. Sie sind meist unverblendet und damit die Fraktion, die sich am schnellsten beurteilen lässt.
- Kobalt-Chrom, Titan, Edelstahl Kein Edelmetall
- Modellgussplatten, Implantatteile, kieferorthopädische Bögen und Brackets. Der Magnet fängt einen Teil davon ab, den Rest verraten Verarbeitung und das Gewicht im Verhältnis zur Größe. Diese Teile legen wir beiseite, statt sie mitzuwiegen.
- Keramik, Kunststoff, Zement, Zahnsubstanz Kein Edelmetall
- Alles, was am Metall klebt. Was sich schadlos lösen lässt, lösen wir; der Rest bleibt dran und wird beim Ansatz der Fraktion berücksichtigt.
- Amalgam und quecksilberhaltige Reste Nehmen wir nicht
- Amalgam gehört in die dafür vorgesehene Entsorgung Ihrer Praxis, nicht in den Ankaufsbehälter. Bitte sortieren Sie es vorher aus — auch uns zuliebe, denn wir arbeiten am offenen Tresen.
- Schleifstaub, Filterrückstände, Absauggut Nehmen wir nicht
- Feiner Abrieb ist am Tresen nicht zu beurteilen. Was darin steckt, zeigt erst eine Schmelzprobe — dafür ist eine Scheideanstalt der richtige Weg, nicht unsere Werkbank.



Bitte übergeben Sie das Material gereinigt und desinfiziert und ohne spitze Instrumente. Wir sortieren von Hand, mit Pinzette, Bürste und Magnet — das geht zügig, solange nichts dabei ist, das dort nicht hingehört.
Warum das Bruttogewicht nicht der Preis ist
Zwischen dem, was auf der Waage liegt, und dem, was ausgezahlt wird, stehen zwei Schritte: die Trennung und die Probe.
Der erste Schritt zieht ab, was kein Edelmetall ist: Verblendung, Modellguss, Titan, Zement, Einbettmasse. Der zweite ordnet ein, was übrig bleibt — und das geschieht am Prüfstein. Das Stück wird über den dunklen Stein gezogen, bis ein feiner Metallstrich stehen bleibt; darauf kommt Prüfsäure in abgestufter Stärke. Löst sich der Strich, liegt der Feingehalt unterhalb dieser Stufe; bleibt er stehen, darüber. Dazu kommen der Magnet, der die unedle Gruppe abfängt, und die Lupe für Lötstellen, Verschleißkanten und Verarbeitungsspuren. Geprüft wird je Fraktion, nicht einmal quer über den ganzen Behälter; wie aus Feingewicht und Tageskurs ein Betrag entsteht, steht Schritt für Schritt unter So berechnen wir Ihren Preis.

Was die Probe am Tresen leistet
- Die Einordnung eines Stücks in einen Feingehaltsbereich, ohne es zu zerlegen
- Die Trennung der silbrig-weißen Gruppe: Magnet und Säure zeigen, was heftig reagiert und damit unedel ist
- Eine eigene Beurteilung je Fraktion statt eines Mittelwerts über die Sammelmenge
- Ein Ergebnis, das offen vor Ihnen auf dem Stein liegt, während geprüft wird
Wo sie an Grenzen kommt
- Der Strich nimmt die Oberfläche ab: Keramik, Zement und Oxid müssen an der Prüfstelle herunter
- Löt- und Fügestellen sind mitunter anders zusammengesetzt als das Gerüst darunter
- Die Säure grenzt einen Bereich ein, sie nennt keine Nachkommastelle
- Staub, Abrieb und Metall, das ganz in Einbettmasse oder Keramik sitzt, geben keinen Strich — das klärt erst eine Schmelzprobe
Diese Grenzen verschweigen wir nicht. Fällt der Bereich bei einer Fraktion zu weit aus, sagen wir das und kaufen sie nicht auf Verdacht — ein Preis, den niemand nachrechnen kann, nützt keiner Seite. Welche Prüfmittel bei welchem Material zum Einsatz kommen, ist unter Wie wir prüfen beschrieben. Die Sichtung samt Einschätzung ist kostenlos und bindet Sie zu nichts.
Von der Praxis bis zur Auszahlung
Sechs Schritte, die sich an einem Vormittag zwischen zwei Terminen unterbringen lassen.
Kurzer Anruf oder eine Mail
Sagen Sie uns grob, was zusammengekommen ist: wie voll der Behälter ist, ob verblendete Kronen dabei sind, ob Modellguss mit darin liegt. Kündigen Sie die Anlieferung kurz an, dann liegen Prüfstein, Säuren und Waage bereit, wenn Sie kommen.
Übergabe im Laden oder Abholung
In der Am Sattlerhof 12 geht das ohne Termin: Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa 10–15 Uhr. Für die Abholung stimmen wir ein Zeitfenster ab, in dem am Empfang jemand erreichbar ist; Voraussetzungen und Ablauf stehen unter Hausbesuch und Abholservice.
Sortieren und prüfen im Beisein
Der Behälter kommt auf ein Tablett, dann wird getrennt: Edelmetall, Nichtedelmetall, Anhaftungen, Nicht-Ankaufsware. Zweifelsfälle gehen an den Magneten, unter die Lupe und an den Prüfstein. Sie sehen jeden Griff mit — sortiert und geprüft wird am Tresen, nicht im Hinterzimmer.
Wiegen, Fraktion für Fraktion
Jede Gruppe geht einzeln auf die geeichte Waage, das Gewicht wird notiert, bevor die nächste folgt. Am Ende steht kein Sammelgewicht auf dem Beleg, sondern eine Zeile je Fraktion.
Angebot und Entscheidung
Wir nennen den Betrag je Fraktion und die Summe. Sichtung und Einschätzung sind unverbindlich und in der Regel meist am selben Tag erledigt; sagen Sie Nein, nehmen Sie alles wieder mit.
Auszahlung und Beleg
Bar oder per Überweisung, wie es Ihre Buchhaltung braucht. Wer übergibt, weist sich aus — warum das so ist, erklärt Ausweispflicht und Beleg.
Vorher bereitlegen
- Behälter gereinigt und desinfiziert, ohne Amalgam
- Modellguss und Titan getrennt, falls im Labor ohnehin so gesammelt wird
- Ausweis der Person, die das Material übergibt
- Bankverbindung der Praxis, wenn überwiesen werden soll
- Bei Abholung: eine Ansprechperson, die den Behälter kennt
Rhythmus, Beleg und Buchhaltung
Ein Sammelbehälter füllt sich über Monate. Deshalb zählt hier der zweite Termin mehr als der erste.
Intervall
Den Takt geben Sie vor. Praktisch ist ein fester Termin je Quartal, weil dann genug zusammenkommt, um die Fraktionen sinnvoll zu trennen, und die Abrechnung in dieselbe Periode fällt.
Wiegeprotokoll
Jede Fraktion mit eigenem Gewicht, notiert in der Reihenfolge, in der gewogen wird. Wer will, fotografiert die Anzeige der Waage mit — wir haben nichts dagegen.
Zahlungsweg
Bar auf die Hand oder Überweisung auf das Geschäftskonto. Für Praxen ist der Kontoweg meist der ruhigere, weil der Betrag ohne Umweg dort ankommt, wo er verbucht wird.
Nachweis
Auf dem Beleg stehen Datum, Fraktionen, Einzelgewichte, Ansatz und Betrag. Diese Zeilen sind die Grundlage für Ihre Buchhaltung — und für den Vergleich beim nächsten Mal.
Zur Eigentumsfrage nur so viel, wie ohne Rechtsberatung möglich ist: Eine entfernte Krone gehört in der Regel der Patientin oder dem Patienten, sofern sie nicht ausdrücklich in der Praxis bleibt. Wer sein Stück mitnimmt und selbst verkaufen möchte, ist bei uns ebenso richtig — der Weg für Privatpersonen steht unter Zahngold. Manche wollen die alte Krone auch gar nicht verkaufen, sondern einschmelzen und zu etwas Tragbarem machen lassen; das ist ein Fall für die Umarbeitung in unserer Werkstatt.
Was im Labor selbst anfällt — Gusskegel, Fräsreste, Legierungsabschnitte —, gehört dem Betrieb. Wie der Erlös bei Ihnen zu buchen ist, sagt Ihnen Ihre Steuerberatung; wir liefern dafür den Beleg mit allen Einzelgewichten. Wenn im Zuge einer Praxisauflösung noch anderes zusammenkommt, Besteck, Uhren oder Schmuck aus einem Nachlass, steht der passende Weg unter Antikhandel und Nachlassverwaltung.

Häufige Fragen aus Praxis und Labor
Was am Telefon regelmäßig gefragt wird, bevor der erste Behälter den Weg zu uns findet.
Eine feste Grammzahl nennen wir dafür nicht, weil eine Handvoll Gusskegel schwerer wiegt als ein ganzes Glas voll verblendeter Kronen. Sagen Sie uns am Telefon, wie voll der Behälter ist und was ungefähr darin liegt — danach entscheidet sich in zwei Minuten, ob sich die Fahrt lohnt oder ob Sie das Material beim nächsten Weg in die Innenstadt einfach mitbringen. Einzelne Kronen sind kein Fall für eine Abholung.
Hilfreich ist es, muss aber nicht sein. Wenn im Labor ohnehin getrennt gesammelt wird — Edelmetall in das eine Gefäß, Modellguss und Titan in das andere —, geht die Übergabe schneller. Bitte lösen Sie Keramik nicht mit Gewalt ab und trennen Sie nichts auf, was verschraubt ist: Dabei geht mehr Metall verloren, als die Mühe einbringt. Übergeben Sie das Material gereinigt und desinfiziert, ohne Amalgam und ohne spitze Instrumente.
Was sich mit Pinzette, Bürste und leichtem Druck lösen lässt, lösen wir vor dem Wiegen ab — das ist Gewicht, das niemand bezahlen muss. Der Rest bleibt dran und wird beim Ansatz berücksichtigt, denn eine verblendete Krone wiegt deutlich mehr, als an Metall in ihr steckt. Wir sagen Ihnen vor dem Wiegen, wie wir eine Fraktion einschätzen, und Sie sehen jeden Handgriff am Tresen mit.
Nein. Feiner Abrieb aus Politur, Fräse und Absaugung lässt sich am Tresen nicht beurteilen: Ein Strich am Prüfstein trifft immer nur das Korn, das gerade hängen bleibt, und sagt nichts über die ganze Charge. Verlässlich wird eine solche Charge erst durch Schmelze und Probe in einer Scheideanstalt. Sie auf Verdacht zu kaufen wäre für beide Seiten ein Glücksspiel, deshalb lassen wir es. Für stückiges Material — Kronen, Brücken, Gusskegel, Legierungsreste, Lot — sind wir der richtige Weg.
Beides ist möglich, Sie entscheiden. Für die Praxis ist die Überweisung auf das Geschäftskonto meist der einfachere Weg, weil der Zahlungseingang ohne Umweg in der Buchhaltung ankommt. Auf dem Beleg stehen Datum, die einzelnen Fraktionen mit ihrem jeweiligen Gewicht, der zugrunde gelegte Ansatz und der Betrag. Die Person, die das Material übergibt, weist sich dabei aus.
Eine entfernte Krone gehört in der Regel der Patientin oder dem Patienten, solange sie nicht ausdrücklich in der Praxis gelassen wird; Gusskegel, Fräsreste und Legierungsabschnitte aus dem Labor gehören dem Betrieb. Wie der Erlös bei Ihnen zu buchen und steuerlich zu behandeln ist, klärt Ihre Steuerberatung — wir liefern dafür den Beleg mit allen Einzelgewichten.
Behälter voll? Zwei Minuten am Telefon genügen
Wir klären kurz, was darin liegt, und danach, ob Sie es mitbringen oder ob wir es in der Praxis abholen. Sortiert, gewogen und abgerechnet wird, während Sie zusehen.