Krappenfassung
Vier oder sechs Zungen greifen über die Rondiste. Der Stein steht frei und bekommt Licht — die Spitzen tragen sich am Ärmel flach.
NacharbeitKrappe abtrennen, Draht im gleichen Feingehalt anlöten, mit dem Bollstichel neu runden.
Fassarbeit in der eigenen Werkstatt
Eine Krappe gibt nach, ein Zirkonia fehlt, das Pavé zeigt einen dunklen Punkt. Fassarbeit beginnt nicht am Metall, sondern am Stein: Er entscheidet, ob wir warm arbeiten dürfen oder ausschließlich kalt.

Die Härte nach Mohs sagt nur, was einen Stein zerkratzt. Für die Werkbank zählen Spaltbarkeit und Wärmeverhalten mindestens genauso viel.
Ein Brillant ist das härteste Material auf dem Tisch und trotzdem empfindlich: Er spaltet entlang seiner Wachstumsebenen, wenn die Rondiste einen Schlag von der Zange bekommt. Ein Opal ist weich, enthält aber Wasser und reißt bei trockener Hitze netzartig auf. Deshalb steht am Anfang jeder Fassarbeit die Bestimmung des Steins, nicht der Griff zum Werkzeug.
| Stein | Mohs | Heikel bei | Folge für die Arbeit |
|---|---|---|---|
| Diamant, Brillant | 10 | Schlag auf die Rondiste | Krappen nicht mit der Zange biegen, sondern rollieren |
| Rubin, Saphir | 9 | Temperaturwechsel | unbehandelt belastbar, glasgefüllte Steine kommen heraus |
| Zirkonia | 8 | Lötwärme | trübt dauerhaft ein, bei jeder Lötstelle heraus |
| Smaragd | 7,5 | Ultraschall, Wärme | vor Wärmearbeit ausfassen, Reinigung nur von Hand |
| Amethyst, Citrin | 7 | Wärme | wird blass, die Farbe kehrt nicht zurück |
| Opal | 6 | trockener Hitze | reißt fein auf, jede Nachbararbeit läuft kalt |
| Perle | 3 | Säure, Schweiß, Wärme | sitzt auf Stift und Kitt, den Wärme löst |
Daraus folgt der wichtigste Satz unserer Fassarbeit: Was Wärme nicht verträgt, kommt vorher heraus. Den zweiten Weg beschreibt das Laserschweißen — eine Naht, deren Wärme nur wenige Zehntelmillimeter weit trägt, sodass der Stein sitzen bleiben darf. Ein Lasergerät steht bei uns allerdings nicht: Arbeiten, die den Laser brauchen, geben wir an einen Betrieb mit Lasergerät. Ob Ihr Stück diesen Weg nimmt und was das für die Dauer bedeutet, sagen wir Ihnen bei der Annahme.

Wie ein Stein gehalten wird, entscheidet darüber, was nachgeben kann — und ob wir am Metall nacharbeiten oder den Stein herausnehmen.
Vier oder sechs Zungen greifen über die Rondiste. Der Stein steht frei und bekommt Licht — die Spitzen tragen sich am Ärmel flach.
NacharbeitKrappe abtrennen, Draht im gleichen Feingehalt anlöten, mit dem Bollstichel neu runden.
Ein umlaufender Rand wird über den Stein gedrückt. Die robusteste Bauart, beliebt an Ringen für jeden Tag.
NacharbeitDer Rollierstahl zieht die Zarge nach — der Stein bleibt dabei meist im Stück.
Der Stichel hebt winzige Körner aus dem Metall zwischen den Steinen und legt sie über die Ränder. Viele Steine, kein Spielraum.
NacharbeitFehlt ein Korn, wird nur dort frisches Metall aufgeworfen, nicht der ganze Besatz erneuert.
Zwei Schienen halten eine ganze Reihe. Sehr haltbar, solange an der Schiene nichts bewegt wird.
NacharbeitDeshalb prüfen wir den Kanal vor jeder Änderung der Ringgröße.
Der Stein steht allein in der Spannkraft der Ringenden. Optisch der schönste Trick, mechanisch der anspruchsvollste.
NacharbeitNach einer Verformung nie zurückbiegen: messen, ausfassen, richten, neu einspannen.



Gefasst wird über der Fasserkugel, in deren Kitt das Stück eingebettet liegt: Eine Hand bleibt am Stichel, die andere dreht den Ring in die Klinge. Krappen aus 585er Gold lassen sich dabei fester nachziehen als solche aus 750er, das weicher nachgibt und eher wieder aufgeht.
Steine gehen selten plötzlich verloren. Sie kündigen es an — man muss nur wissen, worauf zu achten ist.
Wir messen die leere Fassung mit dem Messschieber auf den Zehntelmillimeter, dazu ihre Tiefe. Für den Ersatz zählt zuerst der Rondistendurchmesser, nicht das Karatgewicht: Ein zu hoher Stein trägt auf, ein zu flacher findet keinen Halt.
Weil wir Diamanten und Edelsteine ankaufen, liegen gelöste Steine im Haus. Passt einer in Maß, Farbe und Reinheit, sehen Sie ihn am Tresen neben dem Original. In einer Reihe fällt eine Farbstufe Unterschied stärker auf als bei einem einzelnen Stein — was dahintersteckt, steht unter Die 4C beim Diamanten.
Sechs Stationen, jede mit ihrem eigenen Werkzeug.

Lupe, zehnfach
Bringen Sie alles mit, was zum Stück gehört: den ausgefallenen Stein, abgebrochene Krappenreste, auch Splitter im Tütchen.
Fassbolzen und Lupe
Jede Krappe wird einzeln angehoben: Trägt sie den Stein oder liegt sie ihm nur an? Daraus ergibt sich, ob gerichtet, ergänzt oder erneuert wird. Im selben Durchgang lesen wir die Punze innen und sehen nach alten Lötstellen und Verschleißkanten.
Prüfstein und Säure
Steht innen eine lesbare Punze, genügt sie. Ist sie vom Tragen flachgelaufen oder fehlt sie ganz, geht ein Strich des Stücks auf den schwarzen Prüfstein, daneben der Strich einer Vergleichsnadel, ein Tropfen Säure quer über beide. Was stehen bleibt und was sich löst, nennt den Feingehalt — und damit den Draht, der später an die Krappe gehört. Mehr dazu unter Punzen, Karat und Feingehalt.
Auftragszettel
Was Ihr Stück kostet, sagen wir Ihnen nach kurzer Sichtung — vor Arbeitsbeginn und unverbindlich. Klärt sich das erst nach dem Ausfassen, rufen wir an.
Flamme und Stichel
Alles, was Wärme übelnimmt, kommt zuerst heraus und wartet im Schälchen. Dann wird die verschlissene Krappe abgetrennt und ein Stück Draht im selben Feingehalt angelötet. Braucht ein Stück zwingend die enge Wärme einer Laserschweißung — etwa weil eine Perle oder ein Opal nicht ausgefasst werden kann —, nimmt es den Umweg über einen Betrieb mit Lasergerät.
Rollierstahl und Bürste
Krappen über die Rondiste drücken, rundputzen, Nagelprobe an jedem Stein. Poliert wird nur die bearbeitete Stelle, damit vom übrigen Metall nichts abgeht.
Der Aufwand hängt an der Bauart, am Metall und daran, wie viele Nachbarsteine im Weg sitzen. Das sind Ausgangswerte, keine Endpreise.
| Leistung | Richtpreis | Üblich fertig in |
|---|---|---|
| Verlorenen Stein ersetzen und neu fassen, Zirkonia bis 3 mm | ab 39 € | 3–5 Werktagen |
| Verlorenen Stein ersetzen und neu fassen, kleiner Brillant bis 0,03 ct* | ab 75 € | 3–7 Werktagen |
| Krappe erneuern, inklusive Aus- und Wiederfassen (je Krappe)* | ab 29 € | 3–5 Werktagen |
| Laserschweißen neben Stein, Perle oder Emaille (einfache Stelle) | ab 29 € | 1–3 Werktagen |
Richtwerte inklusive Mehrwertsteuer, unverbindlich. Was Ihr Stück kostet, hängt von Material, Zustand und Aufwand ab — Sie erhalten vor Arbeitsbeginn einen Kostenvoranschlag und entscheiden dann.
* Bei diesen Arbeiten schwankt der Preis besonders stark mit dem Materialeinsatz.
Die Zeile zum Laserschweißen ist ein Richtwert für die vermittelte Arbeit: Wir nehmen das Stück an, geben die Naht an einen Betrieb mit Lasergerät und legen es Ihnen fertig gefasst wieder auf den Tresen. Was dabei zusammenkommt, hören Sie vor Arbeitsbeginn.
Wer ein Stück zur Reinigung und Politur bringt, bekommt die Fassung ohnehin unter die Lupe gelegt — und hört, welche Krappe schwach wird, bevor der Stein verloren geht.
Sechs Fragen, meist mit dem Ring schon in der Hand gestellt.
Besser nicht. Ein bewegter Stein arbeitet bei jedem Griff gegen die Fassung und weitet sie zusätzlich. Legen Sie den Ring ab, bewahren Sie ihn in einer geschlossenen Dose auf und bringen Sie ihn vorbei. Der Blick durch die Lupe kostet nichts.
Meistens ja. Wir messen die leere Fassung auf den Zehntelmillimeter aus und suchen einen Stein mit passendem Rondistendurchmesser. Weil wir Diamanten und Edelsteine ankaufen, liegen gelöste Steine im Haus; findet sich dort nichts Passendes, bestellen wir.
Smaragde haben fast immer feine Risse, die mit Öl oder Harz gefüllt sind. Die Schwingung treibt diese Füllung heraus, danach treten die Risse sichtbar hervor. Wir reinigen Smaragde deshalb von Hand in lauwarmer Seifenlauge.
Das hängt vom Stein und vom Abstand zur Lötstelle ab. Zirkonia, Smaragd, Opal, Perle und Amethyst kommen heraus, Rubin, Saphir und Diamant vertragen mehr. Wo nur eine Laserschweißung das Ausfassen ersparen würde, geben wir die Naht an einen Betrieb mit Lasergerät — bei uns steht keines. Was das für Ihr Stück heißt, sagen wir bei der Annahme.
An einem dunklen Punkt: Wo ein Stein sitzt, wirft er Licht zurück, eine leere Bohrung schluckt es. Fahren Sie zusätzlich mit dem Fingernagel quer über das Feld — eine offene Stelle hakt spürbar.
Krappenarbeiten sind in der Regel nach wenigen Werktagen fertig, ein Steinersatz braucht meist länger, weil der passende Stein erst gesucht wird. Haben Sie einen festen Termin vor Augen, sagen Sie das bitte bei der Abgabe.
Eine offene Krappe ist eine kleine Arbeit, ein verlorener Solitär eine große. Für die Prüfung brauchen Sie keinen Termin — kommen Sie in die Am Sattlerhof, solange geöffnet ist.