Ankauf abseits von Gold und Silber
Platin, Palladium und Zinn
Zwei Edelmetalle mit eigenem Börsenkurs und ein Gebrauchsmetall, das meist kistenweise vom Dachboden kommt. Wir kaufen alle drei an — und sagen Ihnen vorher, welches Stück besser nicht in den Schmelztiegel wandert.
- Platin und Palladium je Gramm
- Zinn je Kilogramm
- Einschätzung ohne Termin

- Einschätzung vor Ort
- kostenlosmündlich, unverbindlich, ohne Kaufzwang
- Abgerechnet wird
- nach GewichtEdelmetall je Gramm, Zinn als Posten je Kilogramm
- Auszahlung
- bar oder Überweisungnach Ihrem Wunsch, Personalausweis erforderlich
Drei Kartons und ein Ring ohne Stempel
Ein Vormittag, wie er hier oft vorkommt — und ein Fall, an dem fast alles hängt, worauf es bei diesen drei Metallen ankommt.
Eine Kundin stellt drei Kartons auf den Tresen: Zinnkrüge, flache Teller, zwei Leuchter, ein Becher mit Zunftmarke, alles grau vom Dachboden. Obenauf liegt in einem Filzbeutel ein Ring aus dem Nachlass ihres Vaters. In der Familie hieß es mal Weißgold, mal Silber.
Der Ring kommt zuerst dran. Innen steht nichts, nur die Naht einer alten Weitung. Der Magnet bleibt liegen, das schließt lediglich einen Eisenkern aus. Auffällig ist das Gewicht: Für seine Größe liegt der Ring zu schwer in der Hand. Platin bringt rund 21 Gramm je Kubikzentimeter auf die Waage, 585er Weißgold etwa 14. Dazu die Farbe — bis in die Kanten grauweiß, dort also, wo eine Rhodiumschicht längst durchgerieben wäre und der wärmere Ton der Legierung durchkäme; den Grund erklärt Warum Weißgold gelblich wird. Nach Strichprobe und Wägung: Platin.
Die Kartons dauern länger, denn nicht alles, was nach Zinn aussieht, ist Zinn. Zwei Teller sind Britanniametall mit Silberauflage und gehören damit zu Silber und Silberbesteck. Beim Becher mit der Zunftmarke raten wir ab: Für gemarktes Zinn ist der Weg zum Sammler meist der bessere. Wie wir bei fehlendem Stempel vorgehen, steht unter Wie wir prüfen.
Der Magnet sagt wenig
Weder Platin noch Palladium noch Zinn sind magnetisch. Ein Magnet trennt nur Eisen heraus: Broschennadeln, Federn, eingenietete Stiele, vergessene Uhrenteile.
Das Gewicht in der Hand
Platin ist dichter als Gold, Palladium leichter als beide. Zwei gleich aussehende weiße Ringe wiegen deshalb oft sehr unterschiedlich.
Zinngeschrei
Biegt man dünnes Zinn, knirscht es leise. Bei stark legierten Blechen und bei verzinntem Eisen bleibt es meist still — dem gehen wir nach.


Drei Metalle, drei verschiedene Rechnungen
Was beim Gold eine einzige Zeile ist — Feingehalt mal Gewicht mal Kurs —, zerfällt hier in drei Fälle. Die Tafel zeigt, woran Sie zu Hause schon sortieren können.
| Platin | Palladium | Zinn | |
|---|---|---|---|
| Zeichen am Stück | 950, 900, 850, oft mit PT oder PLAT | 500 oder 950, meist mit vorangestelltem Pd | Feinzinn, Reinzinn, Engel-, Stadt- und Meistermarken am Boden |
| Woher es kommt | Trauringe, Brillantfassungen der Zwanzigerjahre, Uhrengehäuse, Labordraht | Trauringe der Zweitausenderjahre, Weißgold- und Dentallegierungen | Krüge, Teller, Leuchter, Figuren, Zunftteller, Jugendstilvasen |
| Was wir prüfen | Punze, Magnet, Strichprobe, Gewicht im Verhältnis zum Volumen | Punze und Strichprobe auf dem Prüfstein | Bodenmarke, Klang, Biegeprobe an verdeckter Stelle |
| Wie gerechnet wird | je Gramm, nach Feingehalt; Steine gehen ab | je Gramm; Dentalreste als Mischlegierung | je Kilogramm als Posten; Griffe und Eisenteile ab |
| Häufigster Irrtum | „Bestimmt nur Silber." Silber wiegt halb so viel. | „Das ist Weißgold." Palladium hat einen eigenen Kurs. | „Zinn ist wertlos." Es zählt je Kilo statt je Gramm. |



Nicht jeder Posten gehört zu uns: Autokatalysatoren, Galvanikbäder, Kontaktschrott und Lötzinn lassen wir liegen. Regelmäßige Anlieferungen aus Praxen und Laboren laufen dagegen über die Abwicklung für Praxen und Dentallabore.
Vom Karton auf dem Tresen bis zur Auszahlung
Der Weg ähnelt dem beim Gold, hat aber zwei zusätzliche Halte: das Trennen nach Metall und die Frage, ob ein Stück wirklich eingeschmolzen werden soll.
- wenige Minuten
Auspacken und trennen
Alles kommt auf ein Tablett, wir bilden vor Ihren Augen Häufchen: Platin, Palladium, Zinn, versilbertes Britanniametall, Eisen. Vorsortieren müssen Sie nichts, putzen erst recht nicht.
- je Stück kurz
Prüfen, was kein Stempel verrät
Lupe für die Punze, Magnet gegen Eisenkerne, Prüfstein für die weißen Metalle, Biegeprobe an verdeckter Stelle beim Zinn. Was wir sehen, sagen wir laut — auch dann, wenn es gegen die Familienlegende spricht.
- vor Ihren Augen
Wiegen auf der geeichten Waage
Platin und Palladium gehen einzeln über die geeichte Waage, die Anzeige zu Ihnen gedreht. Zinn wiegen wir als Posten. Steine, Holzgriffe, Scharniere und eingenietete Eisenteile ziehen wir ab, weil sie nicht mitbezahlt werden.
- im selben Gespräch
Zwei Zahlen statt einer
Sie hören den Materialwert. Und wo ein Stück als Ganzes mehr wert sein dürfte als sein Metall, sagen wir das dazu. Wie sich der Materialwert zusammensetzt, rechnen wir unter So berechnen wir Ihren Preis Schritt für Schritt vor.
- sofort
Entscheiden, auszahlen oder anrechnen
Sie entscheiden, ob Sie verkaufen. Ausgezahlt wird bar oder per Überweisung, dazu brauchen wir Ihren Personalausweis; Sie erhalten einen Beleg mit Metall, Gewicht und Betrag. Statt Auszahlung geht auch Anrechnung — auf eine Umarbeitung in unserer Werkstatt oder auf Trauringe aus eigenem Altgold.
Zinn ist schwer, und ein ganzer Dachboden passt selten in den Kofferraum. Für größere Mengen und für Wohnungsauflösungen kommen wir zu Ihnen: Hausbesuch und Abholservice. Geht es um einen kompletten Nachlass mit mehreren Erben, steht der Ablauf unter Nachlass und Erbschaft.
Was uns zu diesen drei Metallen gefragt wird
Sechs Fragen, die beim Gold nie gestellt werden und bei Platin, Palladium und Zinn fast jede Woche.
Am sichersten an der Punze innen: 950, 900 oder 850, oft mit PT oder PLAT. Fehlt sie, hilft das Gewicht — Platin liegt bei gleicher Größe spürbar schwerer in der Hand als Weißgold. Und an den Kanten bleibt Platin grauweiß, während rhodiniertes Weißgold dort mit der Zeit gelblich wird.
Ja. Viele Gebrauchsstücke aus dem 20. Jahrhundert tragen nur eine Bodenmarke oder gar nichts. Wir prüfen am Tresen mit Biegeprobe, Klang und einem Blick auf Lötstellen und Böden, ob Zinn, Britanniametall oder verzinntes Blech vor uns liegt.
Das kommt vor, vor allem bei gemarktem Zunft- und Gildezinn und bei figürlichen Arbeiten. Wenn uns ein Stück so vorkommt, sagen wir das und raten vom Einschmelzen ab — der Materialwert ist dann die schlechtere Verwertung.
Ja. Palladium steckt in vielen hellen Dentallegierungen, meist zusammen mit Gold, Silber und Platin. Solche Reste bewerten wir als Mischlegierung, nicht als reines Metall. Zahnsubstanz, Keramik und Kunststoff dürfen daran bleiben.
Bitte nicht. Die graue Patina ist eine dünne Oxidschicht und kostet keinen Materialwert. Politur trägt dagegen Metall ab, und bei gemarkten Sammlerstücken schadet eine frisch polierte Oberfläche eher, als dass sie nützt.
Nein. Katalysatoren, Galvanikbäder, Kontaktschrott und Lötzinn nehmen wir nicht an, dafür braucht es die Analytik eines Verwertungsbetriebs. Unser Feld ist, was aus Haushalt, Werkstatt und Nachlass kommt.
Der Ring aus der Schublade, die Kiste aus dem Flur
Bringen Sie beides zusammen mit. Sichten, Prüfen und Wiegen laufen ohne Termin, solange geöffnet ist. Sie hören eine Zahl, nehmen sie mit und entscheiden in Ruhe — und bei Stücken, die als Ganzes mehr wert sind, sagen wir Ihnen das vorher.