Trauringe aus Ihrem eigenen Altgold
Eine Panzerkette mit kaputtem Verschluss, ein Ring aus der Schublade, ein einzelner Ohrstecker ohne Gegenstück: Aus solchen Posten werden bei uns Trauringe, geschmolzen und geschmiedet an der Werkbank in der Am Sattlerhof. Diese Seite liest sich rückwärts — erst das Ergebnis, dann der Weg dorthin, ganz zum Schluss die Schachtel auf dem Tresen.

Was am Ende in der Schachtel liegt
Zwei Ringe mit einem definierten Feingehalt, einer Punze im Inneren und einer Herkunft, die sich erzählen lässt. Links steht ein Posten, wie er hier regelmäßig auf den Tresen kommt; rechts, was daraus geworden ist.
Was auf dem Tresen lag
- Panzerkette, Punze 585, Verschluss gerissen 14,2 g
- Damenring, Punze 333, Zirkonia gefasst 3,1 g
- Einzelner Ohrstecker, Punze 750 1,4 g
- Brosche, nur vergoldet, keine Punze 0,0 g
Was Sie abholen
- Trauringpaar, 585er Gelbgold, 4 mm breit, 1,6 mm stark 10,8 g
- Größen 54 und 60, Innenseite gerundet 2 Ringe
- Oberfläche längsmatt, Kanten poliert, Punze 585 innen von Hand
- Innengravur mit Datum, dazu Ringetui inklusive
Das Paar wiegt weniger als der Posten, der hereinkam. Der Rest verschwindet nicht: Er wird gewogen und zum Tageskurs angerechnet. Wie wir diesen Kurs bilden, steht bei so berechnen wir Ihren Preis; die Rechnung zu diesem Beispiel finden Sie weiter unten.
Der Weg dorthin, von hinten gelesen
Fünf Schritte liegen zwischen der Schachtel und dem fertigen Ring. Wir zählen sie rückwärts, weil man so sieht, worauf jeder Schritt aufbaut — und warum der erste über alles entscheidet.
Feinschliff, Gravur, Anprobe
Vorpolitur nimmt die Schleifspuren weg, danach entsteht die gewählte Oberfläche: längsmatt mit dem Vlies, seidenmatt mit der Messingbürste oder Hochglanz auf der Schwabbel. Die Innengravur kommt zum Schluss, damit sie nicht wieder weggeschliffen wird. Was in die Ringe hineingehört, sammeln Sie am besten vorab auf dem Ring-Wunschzettel.
Dann kommen Sie noch einmal in den Laden. Ein Ring, der über den Knöchel klemmt, geht zurück an die Werkbank — das ist im Laden in Minuten geklärt und zu Hause gar nicht.
Löten, treiben, das Profil feilen
Der abgelängte Draht wird gebogen, bis die Fuge planparallel steht. Bleibt gegen das Fensterlicht ein Spalt sichtbar, zieht das Lot hindurch statt hinein, und die Naht bliebe später als hellerer Streifen zu sehen. Gelötet wird mit artgleichem Goldlot, danach geht der Ring auf den Ringstock und wird mit dem Holzhammer rundgetrieben.
Erst jetzt entstehen Breite, Profil und Kantenbruch. Welche Form an welcher Hand ruhig liegt, ist bei Profil, Breite und Oberfläche beschrieben.
Walzen und Zwischenglühen
Der gegossene Barren läuft in kleinen Schritten durch das Walzwerk, bis Breite und Stärke stimmen. Mit jedem Durchgang wird das Metall härter. Wird nicht rechtzeitig weichgeglüht, reißen die Kanten ein, und die Arbeit beginnt von vorn. Deshalb wechseln sich Walzen und Glühen ab, bis der Draht Maß hat.
Einschmelzen und auf Feingehalt stellen
Im Tiegel schützt Borax die Schmelze vor Zunder, gegossen wird in die Kokille. Der entscheidende Punkt passiert vorher auf dem Papier: Aus Punze und Gewicht jedes Teils wird der Feingoldanteil berechnet, dann die Schmelze mit Feingold und Legierungsmetall auf einen definierten Feingehalt eingestellt. Ohne diese Rechnung entstünde ein Mischgold, dessen Feingehalt niemand angeben könnte — und ein solcher Ring dürfte keine Punze tragen.
Sichten, trennen, wiegen
Unter der Lupe werden die Punzen gelesen, wo keine steht, hilft die Strichprobe auf dem Prüfstein. Steine werden ausgefasst und zur Seite gelegt. Fremdteile kommen heraus: Stahlfedern aus Karabinern, Kettenkerne, Zwischenteile aus Weißmetall und vor allem alte Weichlotstellen. Danach die geeichte Waage, vor Ihren Augen, Posten für Posten.
Hier entscheiden Sie auch, was gar nicht erst in den Tiegel darf. Wie wir prüfen, steht ausführlich im Ratgeber zu Punzen, Karat und Feingehalt.



Vorwärts gelesen ist das die übliche Reihenfolge: sichten, schmelzen, walzen, schmieden, gravieren. Rückwärts gelesen wird sichtbar, dass jede Schwäche im Material sich bis zum letzten Schritt durchzieht.
Einschmelzen oder anrechnen — zwei ehrliche Wege
Serienringe aus einem Lieferantenprogramm lassen sich nicht aus mitgebrachtem Gold fertigen. Wer sein eigenes Metall im Ring haben will, braucht Handarbeit. Genau deshalb liegen bei uns Ankaufstresen und Werkbank im selben Haus.
Ihr Metall wandert in den Ring
- Dafür spricht
- Das Material ist dasselbe. Der Ring am Finger enthält das Gold, das vorher am Hals Ihrer Großmutter hing. Auf Wunsch zeigen wir Ihnen den gegossenen Barren, bevor er ins Walzwerk geht.
- Zu bedenken
- Handarbeit braucht Zeit und Arbeitslohn, und die Formenwahl beschränkt sich auf das, was an der Werkbank machbar ist: schlichte Profile, Mattierungen, Gravuren, einzelne gefasste Steine. Ganze Steinreihen aus der Serie gehören nicht dazu.
- Passt, wenn
- Ihnen die Herkunft wichtiger ist als die Auswahl und Sie den Zeitplan im Griff haben. Die verwandte Variante für den Antragsring steht bei Verlobungsringen aus Familiengold.
Ihr Gold bezahlt den Ring
- Dafür spricht
- Wir kaufen den Posten zum Tageskurs an und ziehen den Betrag vom Ringpreis ab. Dafür steht Ihnen die ganze Auswahl offen: kostenlose Gravur, kostenloses Ringetui, Fertigung in Deutschland und die Herstellergarantie des Lieferantenprogramms.
- Zu bedenken
- Das konkrete Metall aus dem Erbstück steckt dann nicht im Ring. Für manche Paare ist genau das die Erleichterung, für andere der Grund, sich anders zu entscheiden.
- Passt, wenn
- Sie in Ruhe vergleichen möchten und Wert auf Modellvielfalt legen. Was zur Anprobe im Laden liegt, zeigen die Kollektionen.
Die Mischform wird am häufigsten gewählt
Ein einzelnes Stück, an dem die Erinnerung hängt, wird eingeschmolzen und wandert in die Ringe. Der Rest des Postens wird gewogen und angerechnet. So bleibt die Herkunft erhalten, ohne dass alles in den Tiegel muss — und dieselbe Rechnung funktioniert auch für ein anderes Schmuckstück, siehe Umarbeitung.
Wo Altgold an Grenzen stößt
Nicht jedes Erbstück eignet sich als Rohstoff für einen Ring, der jeden Tag getragen wird. Diese sechs Punkte sprechen wir bei der Sichtung an, bevor Sie sich festlegen.
333er wird spröde
Ein Drittel Gold, der Rest Kupfer, Silber und Zink: Nach dem Umschmelzen neigt 333er zu Rissen an den Kanten, und der Farbton kippt ins Blasse. Als alleiniger Werkstoff für einen Trauring ist es keine gute Wahl. In aller Regel raten wir dazu, 333er anrechnen zu lassen und die Ringe in 585er oder 750er auszuführen — der Unterschied ist bei den Legierungen und Farben aufgeschlüsselt.
Zinn im Gold ist der stille Schaden
Wer eine Kette einmal mit Weichlot hat flicken lassen, trägt Zinn im Metall. Schon Spuren davon machen die Schmelze beim Glühen brüchig, und man merkt es erst, wenn die Schiene beim Rundtreiben aufreißt. Sichtbare Lötstellen schneiden wir deshalb heraus, bevor etwas in den Tiegel geht.
Ausfassen ist ein Eingriff
Krappen, die seit Jahrzehnten über einem Stein liegen, lassen sich nicht immer öffnen, ohne dass die Rundistkante leidet. Smaragde, Opale, Türkise und Perlen sind ohnehin empfindlich, geklebte Steine überstehen die Trennung selten. Wir sagen vorher, wo wir ein Risiko sehen, und Sie entscheiden, ob wir es eingehen.
Vergoldetes bringt kein Material
Doublé, vergoldete Ketten, Modeschmuck mit Goldfarbe: Was nur eine Auflage trägt, liefert nichts für den Tiegel. Lupe und Strichprobe klären das in Minuten, und das Stück kommt gar nicht erst in die Schmelze. Zurück bekommen Sie es selbstverständlich.
Mischgold lässt sich nicht punzieren
Verschiedene Punzen in einem Tiegel ergeben ein Metall, dessen Feingehalt niemand mehr sicher angeben kann. Ein Ring ohne definierten Feingehalt darf keine Punze tragen. Deshalb wird vorher gerechnet und beim Schmelzen zulegiert — das ist kein Formalismus, sondern der Grund, warum Ihr Ring später eine Zahl im Inneren hat.
Zwischen Tiegel und Ring bleibt etwas liegen
Zunder, Krätze, Feilspäne, der abgetrennte Angussrest: Ein Teil des Materials landet nicht im Ring. Wir wiegen deshalb mit Zuschlag ein, statt am Ende Material nachkaufen zu müssen. Reicht Ihr Posten von vornherein nicht, legieren wir mit Neumaterial auf und weisen das im Kostenvoranschlag aus.


Wie gerechnet wird — und was die Arbeit kostet
Zwei Größen bestimmen das Ergebnis: das Feingoldgewicht Ihres Postens und der Arbeitslohn an der Werkbank. Beides lässt sich vorher zeigen, das eine auf der Waage, das andere im Kostenvoranschlag.
- Arbeitslohn Umarbeitung
- ab 220 €ohne Materialwert, je nach Aufwand
- Üblich fertig in
- 3–5 Wochenab Ihrer Zusage zum Kostenvoranschlag
- Sichtung und Wägung
- kostenlosmündlich vor Ort, unverbindlich
Das Rechenbeispiel zum Posten von oben
| Was auf der Waage lag | Metall | Feingold darin |
|---|---|---|
| Panzerkette, Punze 585 | 14,2 g | 8,31 g |
| Damenring, Punze 333, ohne Zirkonia gewogen | 2,8 g | 0,93 g |
| Einzelner Ohrstecker, Punze 750 | 1,4 g | 1,05 g |
| Brosche, nur vergoldet | 0,0 g | 0,00 g |
| Summe des verwertbaren Postens | 18,4 g | 10,29 g |
| Bedarf für das Trauringpaar in 585er Gelbgold | 10,8 g | 6,32 g |
| Bleibt übrig und wird zum Tageskurs angerechnet | – | 3,97 g |
Stand des Beispiels: 7. August 2026 Die Gewichte stammen aus einer gerechneten Aufstellung, nicht aus einem Angebot. Was Ihr Posten wiegt, sehen Sie auf unserer geeichten Waage; was er einbringt, hängt am Tageskurs des Ankaufstages. Deshalb steht in dieser Tabelle bewusst keine Euro-Zahl. Den aktuellen Wert nennen wir Ihnen im Laden, bevor Sie sich entscheiden — oder telefonisch als grobe Orientierung unter 0171 3920011.
Richtpreise für Anfertigung und Umarbeitung
| Leistung | Richtpreis | Üblich fertig in |
|---|---|---|
| Mündliche Einschätzung vor Ort, unverbindlich | kostenlos | meist am selben Tag |
| Schriftliches Wertgutachten, je Schmuckstück* | ab 65 € | 3–7 Werktagen |
| Altgold umarbeiten zu neuem Schmuckstück (Arbeitslohn)* | ab 220 € | 3–5 Wochen |
| Anfertigung nach Maß, schlichtes Einzelstück (Arbeitslohn ohne Material)* | ab 250 € | 2–4 Wochen |
Richtwerte inklusive Mehrwertsteuer, unverbindlich. Was Ihr Stück kostet, hängt von Material, Zustand und Aufwand ab — Sie erhalten vor Arbeitsbeginn einen Kostenvoranschlag und entscheiden dann.
* Bei diesen Arbeiten schwankt der Preis besonders stark mit dem Materialeinsatz.
Dazu kommen die Innengravur mit ab 25 € für das Paar und, falls gewünscht, das Aufarbeiten weiterer Erbstücke. Was Ihr Stück kostet, sagen wir Ihnen nach kurzer Sichtung — vor Arbeitsbeginn und unverbindlich. Wann Sie mit dem Posten spätestens kommen sollten, steht im Zeitplan vor der Hochzeit.
Was Paare mit einer Schachtel Altgold fragen
Sechs Fragen, die am Tresen fast immer kommen, sobald das Papier mit den Punzen ausgebreitet ist.
Das hängt an Breite, Stärke und Ringgröße. Ein schlichtes Paar in 585er Gelbgold, 4 Millimeter breit und 1,6 Millimeter stark, in den Größen 54 und 60 wiegt zusammen rund 10,8 Gramm. Weil beim Einschmelzen und beim Ausarbeiten Material verloren geht, wiegen wir mit Zuschlag ein. Reicht Ihr Posten nicht, legieren wir mit Neumaterial auf; bleibt etwas übrig, wird es gewogen und zum Tageskurs angerechnet.
Besser nicht. Die Farbe eines Goldes entsteht durch die Beimischung von Kupfer, Silber, Palladium oder Nickel. Wandern verschiedene Legierungen in denselben Tiegel, lässt sich der Farbton des Ergebnisses vorher nicht zuverlässig sagen, und der Feingehalt ist ohne Rechnung nicht mehr bestimmbar. Wir sortieren deshalb nach Farbe und Feingehalt und schmelzen getrennt.
Gewogen wird auf einer geeichten Waage und vor Ihren Augen. Das Ausgangsgewicht Ihres Postens, das errechnete Feingoldgewicht und das Fertiggewicht der Ringe stehen auf dem Beleg. Wenn Sie möchten, zeigen wir Ihnen den gegossenen Barren, bevor er durch das Walzwerk läuft. Und wir sagen Ihnen, welche Teile wir aussortiert haben und warum.
Nein. Sehr oft wird nur ein Teil verwendet: Der Fassungskopf mit dem Stein bleibt erhalten und wandert später in ein anderes Schmuckstück, während die dünn getragene Schiene in den Tiegel geht. Sie können auch nur ein einzelnes Stück aus dem Posten einschmelzen lassen und den Rest behalten. Was Sie behalten wollen, legen wir bei der Sichtung zur Seite, bevor irgendetwas getrennt wird.
Für die Umarbeitung rechnen wir üblicherweise mit drei bis fünf Wochen ab Ihrer Zusage. Dazu kommt Zeit für die Anprobe und eine mögliche Nachjustierung der Größe. Bringen Sie den Posten deshalb lieber zu früh als zu spät vorbei; ein Puffer von zwei bis drei Monaten vor dem Termin nimmt den Druck heraus.
Dann kaufen wir Ihr Altgold zum Tageskurs an und ziehen den Betrag vom Ringpreis ab. Der Ankauf hängt nicht am Ringkauf: Sie können sich den Betrag auch bar oder per Überweisung auszahlen lassen und in Ruhe weiterüberlegen. Ein gültiger Ausweis ist dafür erforderlich.
Kippen Sie die Schachtel bei uns aus
Ob aus Ihrem Altgold ein Ringpaar wird oder ob das Anrechnen der bessere Weg ist, entscheidet sich in zwanzig Minuten am Tresen: Punzen lesen, Steine begutachten, wiegen, rechnen. Für die Sichtung brauchen Sie keinen Termin. Wollen Sie gleich über Breite, Profil und Gravur sprechen, planen wir lieber Zeit für Sie ein.