Goldschmiedewerkstatt
Laserschweißen
Eine abgerissene Krappe, zwei Millimeter neben einer Perle. Ein Haarriss in der Schiene eines Smaragdrings. Ein Ohrstecker, dessen Stift sich gelöst hat, während der Opal daneben sitzt. Wer solche Stücke bringt, hört oft denselben Satz: Der Stein muss raus. Mit dem Laser muss er das meistens nicht.
Klartext vorweg: Das Lasergerät steht nicht in der Am Sattlerhof. Wir sehen Ihr Stück hier an, bestimmen die Legierung, bereiten die Stelle vor und geben die Schweißarbeit an einen Betrieb mit Lasergerät. Verputzen, Politur und Endkontrolle passieren wieder an unserer Werkbank. Das sagen wir Ihnen bei der Annahme, mit Richtpreis und Zeitrahmen.

Warum die Flamme an manchen Stücken scheitert
Nicht das Löten ist das Problem, sondern die Wärme, die dabei durch das ganze Stück wandert.
Beim Löten erwärmt der Brenner die Fügestelle, bis das Lot fließt. Dort bleibt die Wärme nicht: Gold leitet sie in Sekundenbruchteilen durch das ganze Stück. Beim schlichten Ehering ist das gleichgültig, beim besetzten Stück kommt sie genau dort an, wo sie nichts verloren hat.
Die klassische Antwort heißt ausfassen, löten, neu fassen — saubere Arbeit, aber jedes Aufbiegen belastet die Krappen erneut. Bei Pavé-Reihen und verklebten Perlen wird dieser Umweg größer als die Reparatur selbst; was dabei zu tun ist, steht unter Stein fassen und ersetzen.
- Perlen
- Perlmutt ist organisch, trocknet weit unter Löttemperatur aus und bekommt Risse. Der Kleber im Bohrloch gibt noch früher nach.
- Smaragde
- Fast jeder Smaragd ist geölt und von Rissen durchzogen. Wärme treibt das Öl aus, der Stein kann springen.
- Opale
- Opal enthält Wasser. Ein schneller Temperaturwechsel hinterlässt ein Netz feiner Risse.
- Emaille
- Emaille und Metall dehnen sich unterschiedlich. Beim Abkühlen springt die Schicht ab.
- Klebungen
- Ohrstecker und Perlkappen sitzen oft in Zweikomponentenkleber. Der ist verkohlt, bevor das Lot fließt.
- Rhodinierung
- Die weiße Auflage auf Weißgold läuft gelblich an, danach muss neu rhodiniert werden.

Was der Laser anders macht als die Flamme
Zwei Wege zur selben Bruchstelle, mit sehr verschiedenen Nebenwirkungen.
Mit dem Brenner
- Wärme in der FlächeDie Fügezone glüht über Sekunden, das übrige Stück wird warm mit.
- Lot als ZusatzIn der Naht bleibt eine fremde Legierung mit niedrigerem Schmelzpunkt.
- Flussmittel und BeizeDanach wird gebeizt, gespült und neu poliert.
- Steine müssen weichenEmpfindliches wird vorher ausgefasst oder gelöst.
Mit dem Laser
- Wärme im PunktEin Puls von wenigen Millisekunden, daneben bleibt das Metall kühl.
- Gleiches MetallGrundmaterial auf Grundmaterial, ergänzt um Zusatzdraht derselben Legierung.
- Kaum NacharbeitKein Flussmittel, keine Beize — verputzen und polieren.
- Stein bleibt sitzenPerle, Smaragd und Klebung bleiben in der Regel an ihrem Platz.
Dahinter steckt ein gepulster Festkörperlaser. Durch ein Stereomikroskop mit Fadenkreuz wird die Bruchstelle angepeilt, ein Fußschalter löst den Puls aus. Eine durchgehende Naht entsteht aus vielen überlappenden Punkten — bei einer Ringschiene sind das schnell zwei Dutzend Auslösungen.
Ein solches Gerät steht nicht bei uns im Haus. Arbeiten, die den Laser brauchen, geben wir deshalb an einen Betrieb mit Lasergerät weiter und sagen Ihnen das bei der Annahme. Alles davor und danach bleibt an unserer Werkbank: sichten, wiegen, richten, abschirmen, verputzen, polieren, prüfen. Wie dort gearbeitet wird, zeigt die Seite zu unserer Werkstatt.

- Richtpreis
- ab 29 €Richtwert für die vermittelte Arbeit
- Üblich zurück in
- 1–3 Werktagengenauen Termin nennen wir bei der Annahme
- Schweißpunkt
- 0,2–2 mmje nach Fokus und Pulsdauer
Vom Tresen zurück an Ihre Hand
Sechs Schritte, von denen der Laser nur einer ist — und der einzige, der außer Haus stattfindet.
Ansehen und einordnen
Wir schauen mit der Lupe: Wo läuft der Riss, wie dicht sitzt der Stein, ist etwas geklebt? Dazu die Sichtprüfung auf alte Lötstellen und Verschleißkanten — sie zeigt, wie viel Substanz die Stelle überhaupt noch hat.
Legierung bestimmen
Zusatzdraht muss zum Stück passen, sonst sieht man die Naht. Also lesen wir die Punze, prüfen mit dem Magneten auf unedle Teile und legen bei unklarem oder fehlendem Stempel einen Strich am Prüfstein an, den wir mit Säure prüfen. Mehr dazu im Ratgeber zu Punzen, Karat und Feingehalt.
Wiegen und belegen
Bevor das Stück das Haus verlässt, wiegen wir es auf einer geeichten Waage. Gewicht, Steine und Besonderheiten stehen auf dem Beleg, zusammen mit Arbeit und Richtpreis. Sie behalten die Durchschrift.
Reinigen und richten
Hautfett und Politurpaste in der Fuge stören, deshalb zuerst das Ultraschallbad. Verbogenes wird gerichtet: Der Laser schließt eine Fuge, aber keinen Spalt.
Punkt für Punkt schweißen
Am Laserplatz kommt zuerst ein Heftpunkt, dann die Kette überlappender Punkte. Wie abgeschirmt wird — feuchter Zellstoff an der Perle, eine Kupferklemme am dünnen Steg —, steht mit dem Feingehalt des Zusatzdrahts auf unserem Arbeitszettel, der das Stück begleitet.
Verputzen und prüfen
Zurück an unserer Werkbank: Naht verputzen, feinschleifen, polieren, bei Weißgold auf Wunsch rhodinieren. Zum Schluss noch einmal Lupe und Waage — sitzen die Steine, stimmt das Gewicht, läuft der Verschluss?
Was Sie mitbringen
Alle losen Teile: die abgerissene Krappe, den herausgefallenen Stift, das abgesprungene Glied. Kleinteile lassen sich anschweißen, Ersatz muss angefertigt werden.
Auf dem Beleg steht, welcher Schritt außer Haus geht und welcher bei uns bleibt.
Für die Abgabe brauchen Sie keinen Termin: Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa 10–15 Uhr
Die Spannen aller Werkstattarbeiten stehen in den Preisen und Bearbeitungszeiten.



Welche Werkstoffe der Laser verträgt
Nicht jedes Metall reagiert gleich, und nicht jeder Schaden ist ein Fall für den Strahl.
Gold 333 bis 750
Der Alltag am Laser. Gelb-, Rot- und Weißgold lassen sich sauber schweißen, die Stelle bleibt farbgleich.
Zusatzdraht im Feingehalt des Stücks.
Platin 950
Hoher Schmelzpunkt, kein Zunder, sehr saubere Punkte. Platinfassungen mit Brillantbesatz sind die typischen Kandidaten.
Braucht mehr Energie als Gold.
Silber 925
Silber reflektiert stark und leitet Wärme schnell ab. Kleine Stellen gehen gut, großflächige Arbeiten bleiben Lötsache.
Feine Ketten reagieren empfindlich.
Titan und Edelstahl
Beide lassen sich schweißen, entscheidend ist die Abschirmung, sonst läuft die Stelle bunt an.
Titan und Gold verbinden sich nicht.
Was daneben bleiben darf
Perle, Smaragd, Opal, Türkis, Bernstein, Koralle, Emaille, Klebungen und Kunststoffeinlagen bleiben in aller Regel im Stück.
Vorausgesetzt, der Abstand stimmt.
Wo der Laser nicht hilft
Fehlende Substanz ersetzt er nicht. Eine dünn getragene Schiene wird erneuert, poröses Altgold reißt neben der Naht wieder auf.
Dann rechnen wir den klassischen Weg vor.
Ob eine Stelle den Laser verträgt, entscheidet am Ende nicht die Materialtabelle, sondern der Millimeter daneben. Deshalb sagen wir Ihnen erst nach kurzer Sichtung, ob wir die Stelle schweißen lassen oder den Weg über die Ringreparatur mit Lot gehen, die bei uns an der Werkbank bleibt — vor Arbeitsbeginn und unverbindlich. Bei gerissenen Perlenketten ist ohnehin der Faden das Thema: dort hilft nur das Neuknüpfen der Perlenkette.
Häufige Fragen zum Laserschweißen
Was am Tresen gefragt wird, bevor ein besetztes Stück in die Werkstatt geht.
Nein. Wir nehmen Ihr Stück in der Am Sattlerhof an, prüfen und bereiten es vor und geben die Schweißarbeit an einen Betrieb mit Lasergerät. Verputzen, Politur und Endkontrolle machen wir wieder selbst. Bei der Annahme sagen wir Ihnen, welcher Teil der Arbeit außer Haus geht und wann Sie das Stück zurückbekommen.
Meistens nicht. Entscheidend sind der Abstand zwischen Schweißpunkt und Stein und die Frage, ob sich die Wärme abschirmen lässt. Sitzt der Riss unmittelbar unter einer geklebten Perle, sagen wir es Ihnen und schlagen den klassischen Weg vor.
Nach Verputzen und Politur ist sie mit bloßem Auge meist nicht zu finden: Zusatzdraht und Grundmetall haben dieselbe Legierung und denselben Farbton. Unter der Lupe bleibt eine feine Struktur erkennbar, wie bei jeder Lötnaht auch.
An der passenden Stelle hält sie besser, weil kein weicheres Lot in der Fuge sitzt. Voraussetzung sind sauber aneinanderliegende Bruchkanten und genug Material. Fehlt Substanz, etwa bei einer dünn getragenen Schiene, hilft nur Ergänzen oder eine neue Schiene.
Eine einfache Stelle neben Stein, Perle oder Emaille liegt bei ab 29 €. Das ist ein Richtwert für die vermittelte Arbeit, üblicherweise in 1–3 Werktagen zurück am Tresen. Mehrere Stellen, Zusatzdraht oder eine anschließende Rhodinierung kommen dazu. Was Ihr Stück kostet, sagen wir nach kurzer Sichtung — vor Arbeitsbeginn und unverbindlich.
Einer der häufigsten Fälle für den Laser. Der Stift sitzt auf einer winzigen Fläche, oft zwei Millimeter neben der Fassung; mit dem Brenner wäre die Wärme längst am Stein. Der Laser setzt ihn mit wenigen Punkten wieder an.
Bringen Sie das Stück mit, bei dem andere abwinken
Perle, Smaragd, Opal oder eine alte Klebung neben der Bruchstelle: Legen Sie es während der Öffnungszeiten auf den Tresen, ohne Termin. Wir sehen es mit der Lupe an und sagen Ihnen, ob der Laser der richtige Weg ist, was er kostet und welcher Schritt dafür außer Haus geht.