Am Sattlerhof 12 · 31134 HildesheimMo–Fr 10–18 Uhr0171 3920011
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Diamanten und Edelsteine

Ein Ring aus dem Nachlass, in der Mitte ein Stein. Die erste Frage am Tresen lautet selten, was das Stück wert ist. Sie lautet: Sehe ich den Stein wieder? Deshalb steht hier zuerst, was mit Ihren Steinen geschieht.

Lose Brillanten und farbige Steine auf weißem Steinpapier, daneben Steinpinzette und Lupe.
STEINPINZETTEAngefasst wird der Stein an der Rundiste, nie auf der Tafel — Fingerfett sitzt sonst genau dort, wo man hindurchsieht.
STEINE

Der Stein ist kein Beiwerk des Metalls

Metall wird gewogen, Steine werden beurteilt. Zwei Vorgänge, zwei getrennte Zahlen.

Steine werden bei uns nie mitgewogen und nie mitgeschmolzen, ohne dass wir sie Ihnen zeigen.

Das ist keine Werbezeile, sondern eine Arbeitsregel. Ein gefasster Stein sitzt in Metall, das nach Gewicht und Feingehalt bezahlt wird. Legt man den ganzen Ring auf die Waage, wandert das Steingewicht in die Metallrechnung — und ein großer Amethyst wiegt leicht mehr als die Fassung, die ihn hält.

Wir trennen deshalb, bevor wir über Geld sprechen. Wie der Metallanteil entsteht, führen wir unter So berechnen wir Ihren Preis auf. Der Besatz ist eine eigene Rechnung — mit dem ehrlichen Zusatz, dass viele Steine aus Erbschmuck keinen Handelswert haben.

Was am Tresen gilt

  • Sie sehen jeden Stein, bevor er aus der Fassung kommt.
  • Gewogen wird das Metall; gefasste Steine ziehen wir gerechnet ab.
  • Steine, die Sie behalten, gehen im gefalteten Steinpapier mit.
  • Nichts wandert in den Tiegel, solange Sie nicht entschieden haben.
Einschätzung
kostenlosunverbindlich und ohne Termin
Karatgewicht
1 ct = 0,2 glose gewogen, gefasst gerechnet
Ihr Stein
bleibt sichtbarund geht zurück, wenn Sie es wünschen
PRÜFUNG

Was auf dem weißen Steinpapier passiert

Sehen, messen, gegenprüfen. Die Unterlage ist weiß, weil jede Farbe darunter das Urteil über die Steinfarbe verfälscht.

Zehnfachlupe

Reinheit wird bei zehnfacher Vergrößerung beurteilt, nicht bei stärkerer. Eine achromatische Lupe zeigt Einschlüsse ohne falsche Farbsäume.

Binokular

Zeigt die Klebefuge einer Dublette, abgeplatzte Rundistenkanten und Gasbläschen, die auf eine Synthese hindeuten.

Thermotester

Diamant leitet Wärme außergewöhnlich gut — Moissanit ebenfalls. Wer hier stehen bleibt, verwechselt beide; wir prüfen die elektrische Leitfähigkeit gegen.

Steinlehre

Gefasste Steine kann man nicht wiegen. Also messen wir Durchmesser und Höhe in Millimetern und rechnen daraus.

Karatwaage

Lose Steine, zwei Nachkommastellen. Ein Karat sind 0,2 Gramm; gerechneter und gewogener Wert müssen zusammenpassen.

Vergleichssteine

Farbe beurteilt man im Vergleich und von der Seite — durch die Tafel wirkt fast jeder Diamant weißer, als er ist.

Zehnfachlupe über einem losen Brillanten, der auf weißem Steinpapier liegt.
ZEHNFACHReinheit wird bei zehnfacher Vergrößerung beurteilt, nicht bei stärkerer.
Steinlehre aus Stahl nimmt den Durchmesser eines gefassten Steins in einem Ring ab.
STEINLEHREGefasste Steine kann man nicht wiegen — also messen wir Durchmesser und Höhe.
Einzelner loser Stein in der Schale einer kleinen Karatwaage, daneben eine Steinpinzette.
KARATWAAGELose Steine gehen einzeln auf die Schale. Ein Karat sind 0,2 Gramm.

Ø × Ø × Höhe × 0,0061

Die Faustformel für den Rundbrillanten: Maße in Millimetern, Ergebnis in Karat. Eine hohe Krone verschiebt den Wert nach oben, deshalb nennen wir ihn als Spanne. Was hinter Karat, Farbe, Reinheit und Schliff steckt, steht unter Die 4C beim Diamanten. Wir sind Goldschmiede, kein gemmologisches Labor: Liegt der Steinwert klar über dem Metallwert, ist ein schriftliches Wertgutachten der belastbarere Weg — ab 65 € je Schmuckstück, üblich fertig in 3–7 Werktagen.

ABLAUF

Vom Tresen bis zu Ihrer Entscheidung

Sechs Schritte, bei denen Ihr Stück nicht aus dem Blick gerät.

  1. Sichtung im Beisein

    Wir gehen mit der Lupe über das Stück: Punze, Fassungsart, Zustand der Krappen. Was wir sehen, sagen wir laut — auch, wenn es ein Zirkonia ist.

  2. Trennen, was getrennt gehört

    Beim schlichten Solitär schnell erledigt. Bei Pavé-Besatz zählen wir die Steine und schreiben die Zahl auf den Beleg, bevor etwas bewegt wird.

  3. Messen, prüfen, notieren

    Gefasste Steine werden gemessen, lose gewogen. Jede Zeile bekommt eine Nummer, die auch auf dem Steinpapier steht.

  4. Zwei Zahlen statt einer

    Metallwert nach Feingehalt und Gewicht zum Tageskurs, auf geeichter Waage — davon getrennt die Einschätzung zum Besatz. Beides unverbindlich, beides kostenlos.

  5. Ausfassen erst nach Ihrem Wort

    Krappen werden aufgebogen, wo der Stein es zulässt, und nicht abgezwickt. Bei Rissen und Ölfüllungen arbeiten wir ohne Flamme in der Nähe.

  6. Beleg, Ausweis, Auszahlung

    Gewicht, Feingehalt und die Steine stehen einzeln auf dem Beleg. Der Ausweis ist in der Regel Pflicht, ausgezahlt wird bar oder per Überweisung.

Bleibt der Stein am Ende doch bei Ihnen, ist das bei Erbstücken der häufigste Ausgang und kein Umstand. Kommt eine ganze Schatulle mit, sortieren wir zuerst — der Ablauf dafür steht unter Nachlass und Erbschaft.

Gefaltetes weißes Steinpapier auf der Werkbank, darin ein einzelner ausgefasster Stein, daneben die Steinpinzette.
STEINPAPIERWas Sie behalten möchten, geht darin mit zurück — gefaltet, wie es in der Werkstatt seit jeher üblich ist.
MATERIAL

Welche Steine über den Tresen kommen

Ein Register aus der Praxis: woran wir die Gruppen auseinanderhalten und was den Wert trägt.

Weißes Steinpapier in ganzer Breite, darauf nebeneinander ein Rundbrillant, ein Altschliff mit hoher Krone, ein roter und ein blauer Korund, ein grüner Beryll und ein farbloses Glasimitat.
REGISTERNebeneinander auf weißem Papier: Nur im Vergleich und von der Seite lässt sich Farbe überhaupt beurteilen.
Steingruppen, Erkennungsmerkmale und die Größen, auf die es beim Wert ankommt.
GruppeWoran wir sie erkennenWas den Wert trägt
Moderner BrillantRunder Umriss, 57 Facetten, winzige oder gar keine Kalette, gleichmäßige Rundiste.Karat, Farbe, Reinheit, Schliff — und ob die Proportionen das Licht zurückwerfen.
AltschliffeHohe Krone, kleine Tafel, sichtbare Kalette; der Rosenschliff hat gar keinen Pavillon.Alter allein macht keinen Preis. Gefragt, wo ein historisches Stück ergänzt wird.
LabordiamantDasselbe Material wie der Naturstein; sicher unterscheidet das nur ein Labor. Oft mit Inskription auf der Rundiste.Der Zweitmarkt bewertet ihn anders — Einzelheiten unter Labordiamant oder Naturdiamant.
Rubin und SaphirKorund, Mohshärte 9. Gebogene Wachstumsstreifen und runde Gasbläschen verraten die Flammschmelze, die es seit über hundert Jahren gibt.Farbe, Behandlung, Herkunft. Unbehandelt ist die Ausnahme, nicht die Regel.
SmaragdBeryll mit dem Einschlussbild, das der Handel Jardin nennt; fast immer mit Öl oder Harz gefüllt.Farbe vor Reinheit — und niemals Ultraschall, das treibt die Füllung heraus.
Zirkonia, Glas, DublettenWeichere Facettenkanten, anderes Verhalten am Tester, bei Dubletten eine Klebefuge in der Seitenansicht.Kein Handelswert. Wir sagen das direkt, statt still mitzuwiegen.

Wenn der Stein bleiben soll

Nicht jeder Stein gehört verkauft. Der Brillant aus Großmutters Ring kann in ein Stück wandern, das getragen wird, während das Metall als Altgold angerechnet wird: Umarbeitung oder Verlobungsringe aus Familiengold.

Wenn ein Stein fehlt oder wackelt

Kommt der Ring mit leerer Fassung, wird ein kleiner Brillant bis 0,03 ct für ab 75 € ersetzt und neu gefasst, üblich fertig in 3–7 Werktagen; eine erneuerte Krappe liegt bei ab 29 €. Mehr unter Stein fassen und ersetzen.

Alle Beträge sind Richtwerte. Was Ihr Stück kostet oder bringt, sagen wir Ihnen nach kurzer Sichtung — vor Arbeitsbeginn und unverbindlich.

FRAGEN

Häufige Fragen zu Steinen im Ankauf

Was am Tresen gefragt wird, sobald ein Stein im Spiel ist.

Nein. Gewogen wird das Metall. Sitzt der Stein in der Fassung, messen wir ihn und ziehen sein gerechnetes Gewicht ab; ist er lose, liegt er neben der Waage und nicht darauf. Bevor etwas in den Tiegel geht, sehen Sie jeden Stein.

Am Tresen mit drei Schritten: Lupe, Thermotester und Gegenprobe auf elektrische Leitfähigkeit, denn Moissanit leitet Wärme ähnlich gut wie Diamant. Klebefugen und Gasbläschen zeigt das Binokular. Herkunft und Behandlung sicher zu bestimmen, leistet nur ein gemmologisches Labor.

Ja, bei Erbstücken ist das der häufigste Weg. Wir fassen den Stein in der Werkstatt aus, geben ihn Ihnen im gefalteten Steinpapier mit und kaufen nur das Metall an. Auf Wunsch setzen wir ihn gleich in ein neues Stück.

Nötig ist er nicht. Er hilft aber, weil er Karat, Farbe, Reinheit und Schliff festhält und sich bei neueren Steinen über die Lasernummer auf der Rundiste zuordnen lässt. Ohne Bericht bleibt unsere Angabe eine Einschätzung nach Augenschein und Maß.

Echt und natürlich sind zwei verschiedene Dinge. Synthetische Rubine und Saphire gibt es seit über hundert Jahren; in Schmuck der 1930er bis 1960er Jahre sitzen sie häufig. Wir sagen Ihnen, was wir sehen — und wo wir unsicher sind, auch das.

Für ein einzelnes Stück brauchen wir in der Regel zehn bis fünfzehn Minuten, Prüfen, Messen und Wiegen eingerechnet. Muss ein Stein zum Beurteilen aus der Fassung, wird daraus ein Werkstattauftrag mit Abholtermin. Für einen ganzen Nachlass planen Sie mehr Ruhe ein.

Bringen Sie das Stück mit — den Stein sehen Sie dabei

Für die Einschätzung brauchen Sie keinen Termin. Kommen Sie während der Öffnungszeiten in die Am Sattlerhof 12; für einen Ankauf denken Sie bitte an Ihren Ausweis.